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im Umkreis von Esoterik, Okkultismus, Geheimwissenschaften, Spiritualität

 

Okkult, Okkultismus

Theosophie

Gnosis, gnostisch

Mystik

Mysterien

Aberglauben

Geheimlehre, Geheimwissenschaften

Esoterisch, Esoterik

Arkandisziplin, Arkanschule

Hermetisch, Hermetik

Vom Spiritismus zur Parapsychologie

Grenzwissenschaften

Spiritualismus

Spirituell, Spiritualität

New Age

Transzendent, transzendental, Transzendenz

Metaphysik, metaphysisch

Philosophia perennis

 

Die umfassendste und beste Website zur Esoterik: www.eso-garden.com

 

 

Okkult, Okkultismus

 

Die Bezeichnung Okkultismus wird in mindestens drei Bedeutungen gebraucht:

  • seit 1510 für Astrologie, Alchemie, Kabbala, Hermetik; manchmal gehören auch Magie (samt Hexenglaube und Aberglaube) und Mantik, Gnosis und Mystik, Naturheilkunde und Parapsychologie, indianische und schamanistische Praktiken usw. dazu.
  • seit ca. 1890 für die Erforschung parapsychologischer Phänomene
  • seit ca. 1890 für den Einbezug östlicher Weisheiten und Techniken, insbesondere hinduistische und buddhistische Vorstellungen, durch die Theosophische Gesellschaft.

 

1. Der Theologe und Arzt Agrippa von Nettesheim hat sich in seinem Buch „De occulta philosophia“ (1510 handschriftlich; 1531 erstmals gedruckt; Reprint Leiden: Brill 1992) gegen Vorstellungen von niederem Zauber- und Hexenwesen abgesetzt, um die Weisheit des esoterischen Wissens – Astrologie und Alchemie, Kabbala und die hermetischen Traditionen – von dem Verdacht des schwarzmagischen Missbrauchs, des „Teufelsumgangs“ fernzuhalten (nach „Historisches Wörterbuch der Philosophie“).

 

1600 erschien eine Schrift von Lieven Lenneus unter dem Titel: „Occulta naturae miracula“. Geheimnisumwittert ist die „Occulta philosophia“ von L. C. Orvius. Es ist eine Rosenkreuzergeschichte, die vielleicht aus dem Jahre 1635 stammt, aber erst 1737 gedruckt wurde.

 

F.-A. Doppet: La médecine occulte, ou traité de magie naturelle et médicinale. 1791.

 

1801 erschien von Francis Barret: “The magus or celestial intelligence; being a complete system of occult philosophy“. Es wurde viel benützt.

 

 

Immanuel Kant – Emanuel Swedenborg (um 1750)

 

Zwölf unumstössliche Erfahrungsbeweise für die Unsterblichkeit der Seele oder: Abriss des Lebens und Wirkens Emanuel Swedenborg's, übersetzt aus der von der Gesellschaft für Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse unter dem Vorsitze des Lords Brougham herausgegebenen Encyklopädie nebst neuen Urkunden über ihn und einer historischen Untersuchung seiner 12 Erfahrungsbeweise für die Unsterblichkeit ... der Seele, verbunden mit einer Würdigung der Berichte und Urtheile Stilling's, Klopstock's, Herder's, Kant's, Wieland's und Anderer. Stuttgart: Müller 1845.

Frank Sewall: Swedenborg and modern idealism. A retrospect of philosophy from Kant to the present time. London: Speirs 1902.

Richard Adolf Hoffmann: Kant und Swedenborg. Wiesbaden: Bergmann 1909 (29 Seiten).

Gustav Zeller: Okkultismus und deutsche Wissenschaft seit Kant und Goethe.. Leipzig: Altmann 1922 (40 Seiten).

Ernst Benz: Swedenborg als geistiger Wegbereiter der deutschen Romantik und des deutschen Idealismus. Leipzig: Hummel in Kommission 1940.

Ernst Benz: Swedenborg in Deutschland. F. C. Oetingers und Immanuel Kants Auseinandersetzung mit der Person und Lehre Emanuel Swedenborgs. Nach neuen Quellen bearbeitet. Frankfurt am Main: Klostermann 1947.

Friedemann Horn: Schelling und Swedenborg. Ein Beitrag zur Problemgeschichte des deutschen Idealismus und zur Geschichte Swedenborgs in Deutschland; nebst einem Anhang über K. C. F. Krause und Swedenborg sowie Ergänzungen zu R. Schneiders Forschungen. Zürich: Swedenborg-Verlag 1954;
engl.: Schelling and Swedenborg. Mysticism and German Idealism. West Chester, Pa.: Swedenborg Foundation 1997.

Hans Radermacher: Kant, Swedenborg, Borges. Bern: Lang 1986.

Gottlieb Florschütz: Kants Beurteilung okkulter Phänomene und ihre Bedeutung für sein philosophisches System. M. A.-Arbeit, Univ. Kiel 1987.

Monique David-Ménard: La folie dans la raison pure. Kant lecteur de Swedenborg. Paris: Vrin 1990.

Gottlieb Florschütz: Swedenborgs verborgene Wirkung auf Kant. Swedenborg und die okkulten Phänomene aus der Sicht Kants und Schopenhauers. Diss. Univ. Kiel 1991; Würzburg: Königshausen & Neumann 1992.

Friedemann Horn: An Geister und ein Leben nach dem Tod glauben - kann man das noch? Emanuel Swedenborg, der Forscher und Seher, Immanuel Kant, der kritische Philosoph, C. G. Jung, der Tiefen-Psychologe u. a. Ein Plädoyer gegen eingefleischte Vorurteile. Zürich: Horn 1999 (20 Seiten).

Paul Bishop: Synchronicity and intellectual intuition in Kant, Swedenborg, and Jung. Lewiston: Edwin Mellen Press 2000.

 

 

Okkultistische und hermetische Freimaurerei (1740-1800)

 

Recht ausführlich gehen Lennhoff/Posner auf die okkultistische und hermetische Freimaurerei von ca. 1740-1800 ein.

 

Das Ritual des AASR (1801) sei gestopft voll mit Hermetismen, insbesondere Alchemie und Kabbala, meint Alec Mellor (1967) und bezieht sich dabei auf den „Catéchisme“ des Barons von Tschoudy (1766) und Oswald Wirths „Symbolisme hermétique“ (1909).

 

Vom Arzt und okkultistischen Schriftsteller Papus, der zahlreiche Orden, auch für Freimaurer, gründete, stammen die Untersuchungen „Traité élémentaire de Science Occulte“ (1888; dt.: Die Grundlagen der okkulten Wissenschaft, 1926; erneut 1977), „Traité méthodique de Science Occulte“ (1891) und „L’occultisme et le spiritualisme“ (3. ed. 1911).

Vom gebürtigen Schweizer Freimaurer Oswald Wirth stammt die einflussreiche Schrift „Le Symbolisme occulte de la Franc-Maçonnerie“ (1928 – mit Bezug auf Ragon).

 

Die wichtigen Schriften von René Le Forestier zu diesem Thema aus dem Jahre 1928 wurden 1970 von Antoine Faivre und Alec Mellor in einem Band (mit über 1100 Seiten) herausgegeben; die deutsche Übersetzung davon erschien in vier Bänden unter dem Titel: „Die templerische und okkultistische Freimaurerei im 18. und 19. Jahrhundert“ 1987-92.

 

 

Zum Begriff Okkultismus

 

Die Bezeichnung Okkultismus taucht genau wie „ésotérisme“ um 1830-40 erstmals im Französischen auf - also vor den beiden oft genannten Autoren Baron de Potet und dem Freimaurer Eliphas Lévi. Das löste eine eigentliche okkulte Welle aus.

Lévy unterschied (1856) vier okkulte Systeme: Kabbala, Magie, Hermetik und Magnetismus. Er soll über 200 Schriften verfasst haben. Sie wurden reichlich u. a. auch von Helena Blavatsky geplündert. Lévi brauchte ziemlich unbekümmert die Wörter Okkultismus, okkulte Wissenschaft oder Philosophie, hermetische Magie, Mysterien, magische Mystik, Esoterik, transzendent, usw.

 

Wichtige Schriften von Eliphas Lévi (gest. 1875):

Le livre rouge. Résumé du magisme, des sciences occultes et de la philosophie hermétique... 1841.

Le livre d’or. Révélations des destinées humaines au moyen de la chiromancie transcendante... 1842.

Dogme et rituel de la haute magie. 2 Bände, 1854-56;
engl.: Transcendental magic. 1896;
dt.: Transzendentale Magie. 1927; Neuausgabe 1975, 5. ed. 1992.

Histoire de la magie. 1860;
engl.: The History of Magic. 1913;
dt.: Geschichte der Magie. 1926; 4. ed. 1994.

La clef des grands mystères. 1861;
dt.: Der Schlüssel zu den grossen Mysterien. 1926; Neuausgabe 1966.

La science des esprits. 1865.

Le grand arcane; ou, L’Occultisme dévoilé. 1898;
dt.: Das grosse Geheimnis. 1925.

Les mystères de la Kabbala; ou L’Harmonie occulte des deux testaments. 1920 (nach der Handschrift von 1861).

 

Populär wurde das Werk von Lévi allerdings erst nach seinem Tod. Arthur E. Waite gab 1886 in London eine englische Anthologie seiner Schriften unter dem Titel „The Mysteries of Magic. A digest of the writings of Eliphas Lévi” heraus.

 

 

Lévi sprach schon 1841 auch von sciences occultes. Weitere Autoren folgten:

Jean Paul Migne: Dictionnnaire des sciences occultes. 1846-48.

Almanach astrologique, magique, prophétique, satirique et des sciences occultes. 1850.

Gabriele Rosa: Il vero nelle scienze occulte. 1855.

Paul Lacroix: Curiosités des sciences occultes. 1862.

Joséphin Aimé Péladan: Introduction aux sciences occultes. 1902.

 

1903-1912 gab Frederick Leigh Gardner (Sekretär der SRIA und Mitglied des Golden Dawn) im Eigenverlag in London einen dreibändigen „Catalogue raisonné of works on the occult sciences“ heraus (je ein Band galt den Rosekreuzern, der Astrologie und den Freimaurern).

1908 erschien in Chicago eine dreibändige „Encyclopedia of Superstitions, Folklore and the occult sciences of the World“ (Reprint 1971).

1912 veröffentlichte Albert Louis Caillet in Paris eine dreibändiges „Manuel bibliographique des sciences psychiques et occultes“ (Reprint 1964) mit fast 12 000 Buchtiteln.

 

 

2. Siehe unter „Vom Spiritismus zur Parapsychologie“

 

 

3. Auch die Theosophen bemächtigten sich rasch des Begriffs.

 

Ein Signal setzte das Buch von A. P. Sinnett: The Occult World. 1881;
dt.: Die okkulte Welt. 1896.

 

Im allgemeinen gebrauchte Helena Blavatsky (gest. 1891) den Begriff Okkultismus:

  • Occult or exact science? 1886.
  • The esoteric character of the Gospels. A study in occultism. 1887/88; erneut 1927;
    dt.: Die Esoterik der Evangelien. 1907.
  • Practical occultism & Occultism versus the Occult Arts.1888.
  • Studies in occultism. 1895.
  • First steps in occultism. 1898.

 

1898 gab Annie Besant aus nachgelassenen Schriften von Helena Blavatsky den dritten Band der „Geheimlehre“ heraus (I: Cosmogenesis; II: Anthropogenesis), und zwar unter dem Titel „Occultism“. (Die deutsche Übersetzung davon erschien 1906 unter dem Titel: „Esoterik“.)

 

Einige Titel vermutlich speziell zur theosophischen Lehrart:

  • Henry Steele Olcott: Theosophy, Religion and Occult Science. 1885.
  • E. Waite: The occult sciences. 1891.
  • Rudolf Steiner: Kosmogonie. Populärer Okkultismus. Das Johannes-Evangelium. Vorträge 1906.
  • Franz Hartmann: Der Socialismus vom Standpunkte der occulten Wissenschaft aus betrachtet. 1907.
  • Rudolf Steiner: Okkulte Geschichte. Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge von Persönlichkeiten und Ereignissen der Weltgeschichte. Vortrag 1910/11.
  • Rudolf Steiner: Der Mensch im Lichte von Okkultismus, Theosophie und Philosophie : zehn Vorträge, gehalten in Kristiana (Oslo) vom 2. bis 12. Juni 1912. Taschenbuchausgabe Dornach: Rudolf-Steiner-Verlag 1999 (240 Seiten).
  • Hans Freimark: Die okkultistische Bewegung. 1912.
  • William Q. Judge: Die Ausbildung okkulter Kräfte durch indische Geheimschulung. 1912.
  • Rudolf Steiner: Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltkultur. 1915.
  • Robert Syring: Okkulte Arbeit. 1918.
  • Rudolf Tischner: Anthroposophie, Psychologie und Okkultismus. 1918.
  • Ch. W. Leadbeater: Die okkulte Seite theosophischer Mitgliederversammlungen. 1919.
  • Josephine Ransom: Madame Blavatsky as Occultist. 1931.
  • Gertrude Marvin Williams: Priestess of the Occult: Madame Blavatsky. 1946.
  • Arthur L. Conger: Practical Occultism (from the private letters of W. Q. Judge). 1951.
  • Otto Palmer: Mystik, Okkultismus, Anthroposophie. Ein Beitrag zur Begriffsklärung in Anlehnung an Darstellungen Rudolf Steiners. 1969.
  • Anna Kennedy Winner: The basic ideas of occult wisdom. 1970;
    dt.: Leitfaden zur okkulten Weisheit.1981 (vorwiegend zu Helena Blavatsky).
  • H. Ullrich: Waldorfpädagogik und okkulte Weltanschauung. 1986.
  • Wolfgang Klingler: Rudolf Steiners Menschenbild im Spannungsfeld zwischen Philosophie und Okkultismus. Diss. Univ. Basel 1986
  • S. Holthaus: Theosophie. Speerspitze de Okkultismus. 1989 (betrifft TG)
  • H. J. Ruppert: Theosophie. Unterwegs zum okkulten Übermenschen. 1993.

 

 

Allgemeine Literatur zum Okkultismus

 

Eine damals wichtige Zusammenstellung bot Carl Kiesewetter in seinen Bänden

„Geschichte des neueren Occultismus – Geheimwissenschaftliche Systeme von Agrippa von Nettesheym bis zu Carl Du Prel“ (800 Seiten, 1891; Reprint 1977; betrifft vor allem Alchemisten, Mystiker und Spiritisten),

„Die Geheimwissenschaften“ (1895; Reprint 1977; bildet den 2. Teil des vorigen Bandes und behandelt Alchemie, Astrologie und Mantik sowie Hexentum, aber nicht den Spiritismus) und

„Der Occultismus des Altertums“ (1896; ebenfalls bei Olms nachgedruckt).

 

Eine Ergänzung bot Ludwig Kiesewetter: „Der Occultismus der nordamerikanischen Indianer“, 1896.

Ein Katalog der umfangreichen privaten Büchersammlung von Baron C. du Prel erschien 1933 unter dem Titel: „Bibliotheca occulta et philosophica“.

 

Wichtige Werke:

 

  • Max Seiling: Goethe und der Okkultismus. 1901.
  • Richard Schulze: Die Welt und der Mensch im Lichte der okkulten Philosophie. Lorch: Rohm 1905 (35 Seiten).
  • Papus: Q’est-ce qu’est l’Occultisme? 1905.
  • Hans Freimark: Okkultismus und Sexualität. 1907.
  • Lewis Spence: Encyclopaedia of Occultism. 1920.
  • Robert Nagel: Okkultistisches Lexikon. 1920.
  • Karl Brandler-Pracht: Lehrbuch zur Entwicklung der okkulten Kräfte. 1984 (veränderter Reprint der Ausgabe von 1920)
  • Jakob Bappert: Kritik des Okkultismus vom Standpunkt der Philosophie und der Religion. Frankfurt am Main: Patmos-Verlag 1921.
  • Bô Yin Râ: Okkulte Rätsel. 1923.
  • Hermann Graf Keyserling et al.: Das Okkulte. 1923.
  • Manfred Kyber: Einführung in das Gesamtgebiet des Okkultismus. 1923.
  • Hanns von Gumppenberg: Philosophie und Okkultismus. München: Rösl 1924.
  • Josef Feldmann: Okkulte Philosophie. Paderborn: Schöningh 1927.
  • Alois Gatterer: Der wissenschaftliche Okkultismus und sein Verhältnis zur Philosophie. Innsbruck: Rauch 1927.
  • P. Carton: La Science occulte et les sciences occultes. 1935; Neuausgabe 1976.
  • M. Boll: L’occultisme devant la science. 1944.
  • Louis Chochod: Occultisme et magie en Extrème-Orient: Inde, Indochine, Chine. 1945.
  • Jacques Marcireau: Une histoire d’occultisme. 1949.
  • G. Holmsten: Okkultismus. 1950
  • Marianne Verneil: Dictionnnaire pratique des sciences occultes. 1950.
  • Robert Amadou, Robert Kanters: Anthologie litteraire de l’Occultisme. 1950.
  • Robert Amadou: L’occultisme. Esquisse d’un monde vivant. 1950.
  • Alt et al.: Mächte des Schicksals. Enzyklopädie anthropologischer Wissenschaften, okkulter Lehren und magischer Künste. 1953 (auch über sog. Grenzwissenschaften).
  • Georges Devereux (Ed.): Psychoanalysis and the Occult. 1953;
    engl.: Psychoanalysis and the occult. 1970.
  • Kurt E. Koch: Seelsorge und Okkultismus. 1953; immer wieder erweiterte Neuauflagen, z. B. 1982 die 25.
  • R. Imbert-Nergal: Les sciences occultes ne sont pas des sciences. 1959.
  • E. Abbot: Encyclopaedia of occult sciences. 1960.
  • Julien Tondriau: L’occultisme. 1964.
  • Nat Freedland: The Occult Explosion. 1972.
  • J. Servier: L’Homme et l’invisible. 1962.
  • H. M. Heuer: Hax max pax: Wunder und Geheimnisse des Okkultismus. 1973.
  • Karl R.H. Frick: Die Erleuchteten (am Anfang knapp über Gnosis und Neuplatonismus, Magie, Astrologie, Alchemie und Hermetik, dann Schwerpunkt ab 1600 bis Rosenkreuzer und Freimaurer; kunterbunte, reichhaltige Sammlung); Licht und Finsternis, Teil 1 (ausgiebig über Tantrismus und Shaktismus und Sperma-Gnosis, dann detailliert ab 1100 Sekten u.ä.). Graz: Akademische Verlagsanstalt 1973 u. 1975.
  • Frédéric Boutet: Dictionnaire des sciences occultes. 1976.
  • Richard Kriese: Okkultismus im Angriff. 1976; 2. ed. 1984.
  • Mircea Eliade: Occultism, withchcraft and cultural fashions. Essays in comparative religions. Chicago: Univ. of Chicago Press 1976;
    dt.: Das Okkulte und die moderne Welt. Zeitströmungen in der Sicht der Religionsgeschichte. Salzburg: O. Müller 1978, Sinzheim: AAGW 2000.
  • Frances A. Yates: The occult philosophy in the Elizabethan age. 1979;
    dt.: Die okkulte Philosophie im elisabethanischen Zeitalter. 1991.
  • Kurt E. Koch: Okkultes ABC. 1981.
  • Michael D. Eschner, A. Baar et al.: Lexikon für Magie, Kabbala und Okkultismus. Um 1980.
  • Helge Stadelmann: Das Okkulte. 1981.
  • Peter B. Messent: Literature of the occult. A collection of critical essays. 1981.
  • Ekkehard Hieronimus: Okkultismus und Phantastische Wissenschaft. In: Kursbuch der Weltanschauungen, 1981, 301-349.
  • Pierre Riffard: L’occultisme. Textes et recherches. 1981.
  • R. Tegtmeier: Okkultismus und Erotik in der Literatur des Fin de siècle. 1983.
  • Olga Rinne (Ed.): Die Zeiten der Magier. Lesebuch zum Okkultismus in Europa. 1983.
  • Peter Brookesmith (Ed.): Von Hexen, Wahrsagern und Alchemisten. Kulte und Okkultes. Gütersloh: Prisma 1987 (engl. 1984) mit 336 interessanten Abbildungen.
  • W. J. Ouweneel: Okkultismus und östliche Mystik. 1985.
  • Nevill Drury: Dictionary of Mysticism and the Occult. 1985;
    dt.: Lexikon esoterischen Wissens. Knaur TB Esoterik 4160, 1988 (sehr gut).
  • E. Hellberg: Okkulte Kräfte. Eine Einführung in die geheimnisvollen Erscheinungen und Geschehnisse des Übersinnlichen. 1985.
  • Christian Weis: Begnadet, besessen oder was sonst? Okkultismus und christlicher Glaube. Salzburg 1986.
  • Roman Bleistein et al.: Zwischen Evangelium, Okkultismus und Esoterik. 1987.
  • Adolf Holl (Ed.): Die zweite Wirklichkeit. Esoterik, Parapsychologie, Okkultismus, Grenzerfahrungen, Magie, Wunder. Wien: Überreuter 1987 (13 zum Teil informative Beiträge, hauptsächlich über Parapsychologie und moderne Kulte seit ca. 1850; im Ganzen eher verwirrend)
  • Irmgard Öpen: Wunderheiler heute. Eine kritische Literaturstudie. 1989.
  • Margit und Rüdiger Dahlke: Okkultismus. Der Esoterik-Boom: Ursachen – Gefahren – Chancen. 1990; Neuausgabe unter dem Titel: Die spirituelle Herausforderung – Eine Einführung in die zeitgenössische Esoterik. 1994.
  • Frauke Hunfeld, Thomas Dreger: Magische Zeiten. Jugendliche und Okkultismus. 1990.
  • H. J. Ruppert: Geisterwelt oder neuer Weltgeist? 1990.
  • Ulrich Rausch, Eberhard Türk: Geister-Glaube. Arbeitshilfe zu Fragen des Okkultismus. 1991.
  • Werner Helsper: Okkultismus – die neue Jugendreligion? Die Symbolik des Todes und des Bösen in der Jugendkultur. 1992.
  • G. Schmid et al. (Ed.): Okkultismus. Begegnungen mit dem eigenen Schatten. 1992.
  • H. Stenger: Die soziale Konstruktion okkulter Wirklichkeit. Eine Soziologie des „New Age“. 1993.
  • Hartmut Zinser: Jugend-Okkultismus in Ost und West. 1993.
  • Mária Szepes: Academia Occulta. Die geheimen Lehren des Abendlandes. 1994.
  • René Freund: Braune Magie. Okkultismus, New Age und Nationalsozialismus. 1995.
  • Ursula Klein: Experiment, Spiritus und okkulte Qualitäten in der Philosophie Francis Bacons. 1995.
  • F. P. Heller, A. Maegerle: Thule. Vom völkischen Okkultismus bis zur neuen Rechten. 1995.
  • Stefan Bauhofer et al. (Ed.): Sekten und Okkultismus. Kriminologische Aspekte. 1996.
  • U. Linse: Geisterseher und Wunderwirker. Heilssuche im Industriezeitalter. 1996.
  • S. Rink, H. Lösch: Stichwort Okkultismus. 1996.
  • W. Hund: Okkultismus. Materialien zur kritischen Auseinandersetzung. 1996.
  • Heide Marie Cammans: Ratgeber Okkultismus. 1998 (kein Ratgeber).
  • P. G. Maxwell-Stuart: The occult in early modern Europe. 1999 (bietet 190 kurze Originaltexte aus Büchern von 1500-1700 in Englisch).
  • AAGW-Sonderausgabe : Alchemie, Rosenkreuzer, Okkultismus, Magie, Hermetik & Medizin, östliche Philosophie, Esoterik, Philosophie. Sinzheim: AAGW (Archiv für Altes Gedankengut und Wissen „Sinzheim“) 1999.
  • Roland Biewald: Okkultismus – Satanismus. 2000.

 

 

Theosophie

 

Die Bezeichnung Theosophie wird in drei verschieden weiten Bedeutungen gebraucht:

 

  1. am allgemeinsten: „Mystische, unmittelbare Schauung und Erkenntnis Gottes, höheres Wissen um Gott und die Geheimnisse der Schöpfung“. Theosophen sind die Neuplatoniker (1. Jh. n. Chr.), Gnostiker (2. Jh. n. Chr.) und Mystiker (Eckart bis Böhme), ferner Swedenborg, Oetinger, Schelling.
  2. In einem engeren Sinne Jakob Böhmes Mystik, die u. a. vom Grafen (und Freimaurer) Louis Claude von Saint Martin aufgenommen wurde. Dazu gehört auch die „schwäbische christliche Theosophie“ (Friedrich Christoph Oetinger, ab 1731; mit Wirkung auf Hegel, Hölderlin und Schelling, auf Goethe und Franz von Baader sowie auf die Dichter Kerner und Mörike)
  3. Im engsten Sinne, was die Mitglieder der 1875 gegründeten Theosophischen Gesellschaft praktizieren. Ziel dieser Art ist „ Erkenntnis der wahren Menschennatur oder des göttlichen Wesens, das allem Dasein als Einheit zugrunde liegt“.

 

Zum ersten Verständnis:

Julius Hamberger: Stimmen aus dem Heiligthum der christlichen Theosophie. 1851.

Will-Erich Peuckert: Pansophie. Versuch zur Geschichte der schwarzen und weissen Magie. 1936; erneut 1956.

Gerhard Wehr: Alle Weisheit ist von Gott. Gestalten und Wirkungen christlicher Theosophie. 1980.

 

Zum dritten Verständnis:

  • Helena Blavatsky: The key to theosophy. 1889.
  • Helena Blavatsky: The theosophical Glossary. 1892;
    dt.: Lexikon der Geheimlehren. 1997.
  • William Q. Judge: The Ocean of Theosophy. 1893;
    dt.: Das Meer der Theosophie 1948; 1980.
  • Annie Besant: Die Sphynx der Theosophie. 1894.
  • Ch. W. Leadbeater: Grundlinien der Theosophie. 1903.
  • Franz Hartmann: Was ist Theosophie? 1903.
  • Rudolf Steiner: Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung. 1904.
  • Hans Freimark: Moderne Geisterbeschwörer und Wahrheitssucher. 1907.
  • Franz Hartmann: Die theosophische Verbrüderung der Menschheit. 1907.
  • Hans Freimark: Wege und Umwege zur Theosophie. 1912.
  • Hans Freimark: Moderne Theosophen und ihre Theosophie. 1912.
  • Karl Rohm: Annie Besant und andere Irrlichter der theosophischen Gesellschaft. 1916.
  • Friedrich Rittelmeyer: Von der Theosophie Rudolf Steiners. 1919.
  • L. Joh. Frohnmeyer: Die theosophische Bewegung, ihre Geschichte, Darstellung und Beurteilung. 1920.
  • René Guénon: Le Théosophisme. Histoire d’une pseudo-religion. 1921.
  • Norbert Lauppert: Die Einheit allen Lebens. Grundelemente der theosophischen Weltbetrachtung. 1970.
  • Jacques Lantier: La Théosophie, ou l’invasion de la Spiritualité orientale. 1971.
  • Beatrice Flemming: Das theosophische Weltbild. 3. Bände plus Kleines Lexikon und Register. 1976.

 

Speziell zur Anthroposophie (weitere Werke siehe auch unter Okkultismus):

  • W. Bruhm: Theosophie und Anthroposophie. 1921.
  • Hans Erhard Lauer: Rudolf Steiners Anthropologie im Weltanschauungskampfe der Gegenwart. 1927.
  • G. Troberg: Rudolf Steiner und die Anthroposophie. 1949.
  • Paul Althaus: Evangelischer Glaube und Anthroposophie. 1949.
  • G. Bichlmayr: Christentum, Theosophie und Anthroposophie. 1950.
  • Götz Harbsmeier: Anthroposophie, eine moderne Gnosis. 1957.
  • Johannes Hemleben: Rudolf Steiner in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rororo Bildmonographie. 1963.
  • Gerhard Wehr: C. G. Jung und Rudolf Steiner. 1972.
  • Paul Eugen Schiller: Der anthroposophische Schulungsweg. 1980.
  • Gerhard Wehr: Rudolf Steiner. 1982.
  • Peter Brügge: Die Anthroposophen. 1984.
  • W. Klingler: Rudolf Steiner Menschenbild im Spannungsfeld zwischen Philosophie und Okkultismus. 1986.
  • Adolf Baumann: ABC der Anthroposophie. 1986; u. d. T.: Wörterbuch der Anthroposophie, TB 1991.
  • Erdmuth Grosse: Das Wirken der okkulten Logen und die Aufgabe der Mitte zwischen Ost und West : Studienmaterial zur anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Basel: Verlag Die Pforte 1987 (86 Seiten).
  • Ilas Körner-Wellershaus: Sozialer Heilsweg Anthroposophie. 1994.
  • Hella Wiesberger: Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit. 1997.
  • Paul Mackay: Esoterik und Öffentlichkeit. Zum offenbaren Geheimnis der Anthroposophischen Gesellschaft. 1999.
  • Lydie und Andreas Baumann-Bay: Achtung Anthropsophie. Kreuz- Verlag 2000.

 

Wichtig ist auch das vielbändige Werk von Johannes Fährmann: Grosser theosophischer Katechismus. Grundlegende Darstellung der theosophischen Weltanschauung in Frage und Antwort. 2. ed. 1973.

 

Eine giftige Kritik der Theosophie und der Person Rudolf Steiners hat Fritz Mauthner verfasst („Wörterbuch der Philosophie“, 2. ed. Leipzig: Meiner 1924, 3. Bd., 271-283).

 

Ebenfalls kritisch zur Anthroposophie:

Jan Badewin: Anthroposophie. Eine kritische Darstellung. Konstanz 1985.

„Ganzheitlichkeit“. Heft 21 von: Widersprüche. Offenbach: Verlag 2000, Dezember 1986.

Christoph Strawe: Marxismus und Anthroposophie. Stuttgart 1986.

 

 

Gnosis, gnostisch

 

Die Gnosis ist eine ziemlich genau umrissene Bewegung in den ersten Jahrhunderten nach Christus. Es geht auch hier um „höhere Erkenntnis“, insbesondere Erkenntnis Gottes, des Göttlichen, der geistigen Welt.

Der monistische Typus hat sich bei Juden (Simon Magus) und Christen (Valentinus) mit Schwerpunkt in Ägypten und Rom ausgebildet, der dualistische vor allem bei den Persern (später: Manichäismus ab 3. Jh. und Mandäer).

Oft waren Mysterienkulte damit verbunden (Simonianer, Ophiten); wegen der sexualmagischen Praktiken spricht man auch von Sperma-Gnosis.

 

Die Schriften der Gnostiker, von denen die Lehre des Christentums (seit Clemens und Origenes) trotz aller Abwehr manches aufnahm, wurden seit etwa 400 systematisch vernichtet. Dennoch überlebte die Gnosis und wurde nach dem Jahr 1000 bei den Katharern und Albigensern zur gefährlichsten Rivalin der katholischen Kirche. Sie wirkte über Jakob Böhme (um 1600) und die Rosenkreuzer bis zur Anthroposophie.

 

Das Lexikon von Lennhoff/Posner ergänzt: „Im Mittelalter galten in erster Linie die Templer als Hüter gnostischer Überlieferung. Wie der Neuplatonismus, so beeinflusste die Gnosis stark die neuchristliche Form der Kabbala (bei Pico della Mirandola um 1460) und andere Systeme und insbesondere auch Reuchlin (1494) und Jakob Böhme und damit die Rosenkreuzer.

Mit der Freimaurerei kamen gnostische Systeme im 18. Jahrhundert in Berührung, als christliche Mysterien in die Freimaurerei einsickerten... Die Gnosis wurde auch – zu Unrecht – herangezogen, um in der Zeit der maurerischen Verirrungen die Abstammung der Freimaurerei von den Tempelrittern zu erhärten... Gnostisch-esoterischen Kultus enthielt die Lehrart der Martinisten (um 1770). Auch bei Fessler (um 1800) sollte die höchste Stufe in einer vollständigen Geschichte der sogenannten maurerischen Gnosis die letzten Aufschlüsse geben“ (613-614).

 

Literatur zur echten Gnosis:

 

  • Jacques Matter: Histoire du gnosticisme. 1828.
  • E. H. Schmitt: Die Gnosis. 1903.
  • Wilhelm Bousset: Hauptprobleme der Gnosis. 1907.
  • Wolfgang Schultz: Dokumente der Gnosis. 1910; erweiterte Neuausgabe 1986.
  • Walther Völker: Der wahre Gnostiker nach Clemens Alexandrinus. 1920.
  • L. Fendt: Gnostische Mysterien. 1922.
  • Hans Leisegang: Die Gnosis. 1924.
  • Karoly Kerényi: Mythologie und Gnosis. 1942.
  • Gilles Quispel: Gnosis als Weltreligion. 1950.
  • Frithjof Schuon: Sentiers de la Gnose. 1957.
  • E. Peterson: Frühkirche, Judentum und Gnosis. 1959.
  • C. K. Barrett: Die Umwelt des Neuen Testaments. Ausgewählte Quellen. Tübingen 1959.
  • Hans-Martin Schenke: Der Gott "Mensch" in der Gnosis. 1962.
  • Walter Pagel: Das medizinische Weltbild des Paracelsus, seine Zusammenhänge mit Neuplatonismus und Gnosis. 1962.
  • Hans Jonas: The Gnostic Religion. 1963.
  • J. Maier: Vom Kultus zur Gnosis. 1964.
  • R. M. Grant: Gnosticism and Early Christianity. 1966.
  • Robert Haardt: Die Gnosis. Wesen und Zeugnisse. 1967.
  • Carl Andresen (Ed.): Die Gnosis. 3 Bde Zürich: Artemis 1969-1980.
  • Walther Eltester (Ed.): Christentum und Gnosis. 1969.
  • Robert McLacklan Wilson: Gnosis und Neues Testament. 1971.
  • Gilles Quispel. Gnostic Studies. 4 Bände 1973.
  • Gerhard Wehr: Esoterische Christentum. Stuttgart: Klett 1975 (informativ; seit Paulus).
  • Kurt Rudolph: Die Gnosis. Leipzig 1977, 2.ed. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1980.
  • Gerhard Wehr: Gnosis und Gnostizismus. Wege geistig-religiöser Erkenntnis einst und jetzt. 1977.
  • Georg Koepgen: Die Gnosis des Christentums. 3. ed. 1980.
  • Barbara Aland (Ed.): Gnosis. Festschrift für Hans Jonas. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1978.
  • Elaine Pagels: The Gnostic Gospels. 1979;
    dt.: Versuchung durch Erkenntnis. Die gnostischen Evangelien. 1981.
  • Bentley Layton (Ed.): The Rediscovery of Gnosticism. 1980-81, 2 Bde, Kongressbericht.
  • Karl-Wolfgang Tröger (Ed.): Altes Testament - Frühjudentum - Gnosis. Berlin/ Gütersloh 1980 (interessante Beiträge).
  • E. Pagels: Versuchung durch Erkenntnis. Die gnostischen Evangelien. 1981.
  • Karl Hartmann: Die Rechnung mit Gott. Gnostische Strömungen in Kirchengeschichte und Gegenwart. Stuttgart 1982.
  • Hervé Masson: La Gnose, une et multiple. Monaco 1982.
  • Benjamin Walker: Gnosticism. Its history and influence. 1983;
    dt.: Gnosis. Vom Wissen göttlicher Geheimnisse. 1992.
  • Walter Schmithals: Neues Testament und Gnosis. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1984.
  • Gerhard Rottenwöhrer: Unde malum? 1986 (Gnosis).
  • Jörg Büchli: Zürcher Dissertation 1987
  • Peter Koslowski (Ed.) Gnosis und Mystik in der Geschichte der Philosophie. Artemis 1988.
  • Alexander Böhlig: Gnosis und Synkretismus. Tübingen: Mohr 1989, 2 Bde.
  • Werner Hörmann: Gnosis. Das Buch der verborgenen Evangelien. Pattlach 1989.
  • Peter Sloterdijk, Thomas H. Macho (Ed.): Weltrevolution der Seele. Ein Lese- und Arbeitsbuch der Gnosis von der Spätantike bis zur Gegenwart. Zürich: Artemis und Winkler 2 Bde 1991.

 

Seit 1890 wurden allerlei sog. „gnostische“ Kirchen gegründet:

Jules Doiniel gründete 1890 die erste gnostische Kirche, die Ecole Gnostique Universelle, später Eglise Catholique Gnostique. Sie tat sich schon 1893 mit den Martinisten unter Papus zusammen.

Mehrere ähnliche Kirchen wurden in der Folge gegründet

  • von den Theosophen die Liberal-Katholische Kirche (1916), zurückgehend auf eine Idee von Eliphas Lévi und inspiriert von Annie Besants „Esoterischem Christentum“
  • von den Anthroposophen die Christengemeinschaft (1922); ebenfalls auf Lévi zurückgehend
  • vom O: T. O. die gnostisch-katholische Kirche (1918); sie arbeitet in Ritual und Liturgie nach Unterlagen von Aleister Crowley
  • von Jan van Rijkenborgh, einem Anhänger der Heindel-Bewegung, die Bruderschaft Lectorium Rosicrucianum (1924).

 

Horst Miers verzeichnet noch zahlreiche andere gnostische Vereinigungen, die sich zum Teil „die Umbildung der Sexualkraft“ auf die Fahnen geschrieben haben.

Literatur dazu:

  • Aleister Crowley: Liber XV, Ecclesiae gnosticae catholicae canon missae.
  • Merlin Peregrinus (= Theodor Reuss): Die gnostische Messe. Ecclesiae gnosticae catholicae canon missae. 1920.
  • C. W. Leadbeater: Die Wissenschaft der Sakramente. ca. 1920.
  • Pigott: Die Liberal-Katholische Kirche.
  • Emil Bock: Was will die Christengemeinschaft? 1961.
  • Otto Palmer: Quellen religiösen Lebens und Ziele menschlichen Erkennens. 1963.
  • Jan van Rijkenborgh: Apokalypse des neuen Zeitalters. 1964.

 

 

Und wiederum wird Gnosis auch sehr frei gebraucht:

  • Victor Weiss: Die Gnosis Jakob Böhmes. 1955.
  • Götz Harbsmeier: Anthroposophie, eine moderne Gnosis. 1957.
  • Eric Voegelin: Wissenschaft, Politik und Gnosis. 1959.
  • G. van Moorsel: Die Symbolsprache in der hermetischen Gnosis. 1960.
  • Boris Muravev: Gnôsis, étude et commentaire sur la tradition ésoterique de l’orthodoxie orientale. 1961/65.
  • Friedrich-Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen. 1966; 6. ed. 1985.
  • Harald Strohm: Die Gnosis und der Nationalsozialismus. 1997.
  • Joachim Müller et al.: New Age aus christlicher Sicht. New Age – Apokalyptik – Gnosis – Astrologie – Okkultismus. 3. ed. 1988.
  • Reinhard Dörner (Ed.): Kirche – Zeichen des Widerspruches. Gnosis, Aufklärung, New Age. Hintergründe der gegenwärtigen Kirchenkrise. 1998.

 

 

Mystik

 

Das Wort kommt von griechisch „myein“ = „die Augen resp. Lippen schliessen“, um alle sinnliche Wahrnehmung auszuschalten und statt ihrer zur inneren, göttlichen Erleuchtung zu gelangen. Es bedeutet aber auch, den Mund schliessen, um den Uneingeweihten die Mysterien (ta mystika) nicht zu verraten.

Es gibt

  • eine jüdische Mystik (Philon von Alexandria, Merkaba-Mystik, Kabbala, Chassidismus)
  • eine christliche Mystik (Dionysius Areopagita, Bernhard von Clairvaux, Eckart, Böhme, Baader)
  • eine islamische Mystik (Sufi) sowie
  • eine protestantische Mystik (Franck, Schwenckfeld, Weigel).

Seit etwa 1900 spricht man auch von der fernöstlichen Mystik.

 

  • Franz Pfeiffer (Ed.): Deutsche Mystiker des 14. Jahrhunderts. 2 Bände, 1845-57; Reprint 1962.
  • Joseph Görres: Die christliche Mystik. 5 Bände 1879-80; Reprint 1960.
  • Joh. Kreyher: Die mystischen Erscheinungen des Seelenlebens und die biblischen Wunder. 1880.
  • Carl Du Prel: Die Philosophie der Mystik. 1884.
  • Carl Du Prel: Die Mystik der Griechen und Römer. 1888.
  • Rudolf Steiner: Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung. 1901.
  • Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums. 1902.
  • J. C. Oman: The Mystics, Ascetics and Saints of India. 1903.
  • G. Landauer: Skepsis und Mystik. 1903.
  • E. Lehmann: Mystik im Heidentum und Christentum. 1908.
  • Edgar Dacqué: Philosophie der Mystik. 1910.
  • Michael Bauer: Mystik und Okkultismus. Eine vergleichende Studie. 1911.
  • Herbert Silberer: Probleme der Mystik und ihrer Symbolik. 1914.
  • Gerda Walther: Phänomenologie der Mystik. 1923, 2. Aufl. 1955; ergänzt 1976.
  • F. Heiler: Die Mystik in den Upanischaden. 1925.
  • E. Mattiesen: Der jenseitige Mensch. Eine Einführung in die Metapsychologie der mystischen Erfahrung. 1925.
  • Rudolf Otto: West-östliche Mystik. 1926; 3. ed. 1971, als TB 1979.
  • Georg Mehlis: Die Mystik in der Fülle ihrer Erscheinungsformen in allen Zeiten und Kulturen. 1927.
  • F. Strunz: Astrologie, Alchemie, Mystik. Ein Beitrag zur Geschichte der Naturwissenschaften. 1928.
  • Evelyn Underhill: Mystik. Studie über Natur und Entwicklung des religiösen Menschen. 1928.
  • Alexandra David-Neel: Mystiques et Magiciens du Tibet. 1930.
  • Walter Muschg: Die Mystik in der Schweiz. 1200-1500. 1935.
  • Fritz Meier: Vom Wesen der islamischen Mystik. 1943 (52 Seiten).
  • Aldous Huxley: The perennial philosophy. 1945;
    dt.: Die ewige Philosophie. 1949.
  • Arthur W. Hopkinson. Mysticism. Old and New. 1946; Nachdruck 1971.
  • Julius Tyciak: Morgenländische Mystik. Charakter und Wege. 1949.
  • Carl Albrecht: Psychologie des mystischen Bewusstseins. 1951; Neuaufl. 1976 u. 1990.
  • Waltharius (Walter R. Studinski): Mystik, das letzte Geheimnis der Welt. 1953.
  • Jean Lhermitte: Echte und falsche Mystiker. 1953.
  • Josef Bernhart: Das Mystische. 1953.
  • Henri Bremond: Falsche und echte Mystik. 1955.
  • L. Gardet: Mystische Erfahrungen in nicht-christlichen Ländern. 1956.
  • Gershom Scholem: Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen.1957, als Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 330, 1980; und weitere Schriften von G.S.
  • Anagarika Govinda: Grundlagen tibetischer Mystik. 1957.
  • Daisetz Suzuki: Der westliche und der östliche Weg. Essays über christliche und buddhistische Mystik. 1957.
  • Robert Charles Zaehner: Mystik, religiös und profan. 1957.
  • Irene Behn: Spanische Mystik. 1957.
  • Walter Nigg: Heimliche Weisheit. Mystisches Leben in der evangelischen Christenheit. 1959.
  • Tor Andrae: Islamische Mystiker. 1960 (schwedisch 1947).
  • Walter Terence Stace: Mysticism and Philosophy. 1961.
  • H. J. Schwager: Die deutsche Mystik und ihre Auswirkungen von Meister Eckart bis Schelling. 1964.
  • Shizuteru Üda: Die Gottesgeburt in der Seele und der Durchbruch zur Gottheit. Die mystische Anthropologie Meister Eckharts und ihre Konfrontation mit der Mystik des Zen-Buddhismus. 1965.
  • Hilda Graef: Mystiker unserer Zeit. 1965.
  • Heinrich Dumoulin: Östliche Meditation und christliche Mystik. 1966.
  • Gershom Scholem: Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen. 1967.
  • Otto Palmer: Mystik, Okkultismus, Anthroposophie. Ein Beitrag zur Begriffsklärung in Anlehnung an Darstellungen Rudolf Steiners. 1969.
  • John Blofeld: Der Weg zur Macht. Praktischer Führer zur tantrischen Mystik Tibets. 1970.
  • F. C. Happold: Mysticism. A Study and an Anthology. 1970.
  • Fritz-Dieter Maass: Mystik im Gespräch. 1972.
  • O. Kuha: Mythos - Neuplatonismus – Mystik. 1972.
  • Marie-Madeleine Davy: Encyclopédie des mystiques. 1972.
  • Josef Hammer-Purgstall: Zwei Abhandlungen zur Mystik und Magie des Islams. 1974.
  • Viayat Inayat Khan: Sufismus. Der Weg zum Selbst. Stufen einer mystischen Meditation. 2. ed. 1975.
  • Annemarie Schimmel: Mystische Dimensionen des Islam. 1979 (engl. 1975).
  • Andreas Resch (Ed.): Mystik. 1975.
  • John Ferguson: An Illustrated Encyclopedia of Mysticism and the Mystery Religions. 1976.
  • Pat Means: Im Irrgarten östlicher Mystik. 1976.
  • Manfred Lurker: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter. Handbuch der mystischen und magischen Welt Ägyptens. 3. ed. 1977.
  • Gundolf Gieraths (Ed.): Deutsche Mystiker. Eine Textauswahl. 1977.
  • Paul Mommaers: Was ist Mystik? 1979.
  • Gerhard Wehr: Deutsche Mystik. 1980.
  • Louis Cognet: Gottes Geburt in der Seele. Einführung in die Deutsche Mystik. 1980.
  • Annemarie Schimmel: Rumi – Leben und Werk des grossen Mystikers. 1980.
  • Annemarie Schimmel: Mystische Dimensionen des Islam. 1980; erneut Köln 1986 (fundierte Geschichte und Analyse des Sufismus anhand von Originaltexten).
  • Josef Bernhart: Die philosophische Mystik des Mittelalters von ihren antiken Ursprüngen bis zur Gegenwart. 1980.
  • R. C. Zaehner: Mystik – Harmonie und Dissonanz. Die östlichen und westlichen Religionen. 1980.
  • Hellmuth Hecker: Asiatische Mystiker. 1981.
  • Hans Dieter Zimmermann: Rationalität und Mystik. 1981.
  • Gerhard Ruhbach, Josef Sudbrack (Ed.): Grosse Mystiker. 1984.
  • W. J. Ouweneel: Okkultismus und östliche Mystik. 1985.
  • David Steind-Rast: Fülle und Nichts. Die Wiedergeburt christlicher Mystik. 1985.
  • Hugo Enomyia-Lassalle: Zen und christliche Mystik. 1986.
  • Peter Koslowski (Ed.) Gnosis und Mystik in der Geschichte der Philosophie. Artemis 1988.
  • Josef Sudbrack: Mystik. 1988.
  • Gerhard Ruhbach, Josef Sudbrack (Ed.): Christliche Mystik. Texte aus zwei Jahrtausenden. München: C. H. Beck 1989.
  • William Stoddart: Das Sufitum. Geistige Lehre und mystischer Weg. 1989.
  • Kurt Ruh: Geschichte der abendländischen Mystik. München: C. H. Beck, 4 Bde 1990-99.
  • Rosemary Ellen Guiley: Harper’s Encyclopedia of Mystical & Paranormal Experience. San Francisco: Harper 1991.
  • René Bütler: Die Mystik der Welt. Bern: Scherz 1992 (angeblich die erste synoptische Darstellung "aller mystischen Traditionen in Ost und West").

 

 

Um 1918 gründete Rudolf Steiner für seine Anthroposophie einen "inneren Kreis" nach Freimaurer-Gesichtspunkten: „Mystica Äterna“.

 

Selbstverständlich wird „mystisch“ auch viel unspezifischer gebraucht:

  • Josse Clichtowe: De mystica numerorum significatione. 1513.
  • Karl von Eckartshausen: Mystische Nächte oder der Schlüssel zu den Geheimnissen des Wunderbaren. 1791.
  • Fritz Bolle (Ed.): Der Signatarstern oder die enthüllten sämmtlichen sieben Grade und Geheimnisse der mystischen Freimaurerei. (zuerst 1803-21) 1866, Reprint 1979.
  • Balzac: Le livre mystique. 1835.
  • Wilhelm Ludwig: Spaziergänge eines Wahrheitssuchers in’s Reich der Mystik. 1899.
  • Max Heindel: Nachlese eines Mystikers.
  • Hans Leisegang: Der heilige Geist. Das Wesen und Werden der mystisch-intuitiven Erkenntnis in der Philosophie und Religion der Griechen. 1919.
  • Rémy de Gourmont: Le Latin mystique. 1922.
  • Dion Fortune: The Mystical Qabalah. 1936;
    dt.: Die mystische Kabbala 1987.
  • F. C. Endres: Mystik und Magie der Zahlen. 1951.
  • Willy Schrödter: Astral-Mystik. 1958.
  • M. D. Georg Langer: Liebesmystik der Kabbala. 1965.
  • Hans Fischer-Barnicol: Das mystische Wort. 1974.
  • Gershom Scholem: Von der mystischen Gestalt der Gottheit. Studien zu Grundbegriffen der Kabbala. 1977.
  • Ernst Harnischfeger: Mystik im Barock. Das Weltbild der Teinacher Lehrtafel. 1980.

 

 

Mysterien

 

Es ist in gewissen Kreisen viel von "ägyptischen Mysterien" die Rede. Das ist falsch. (Die Bezeichnung kommt aus dem Neuplatonismus: Iamblichos verfasste um 300 n. Chr. ein Werk unter diesem Namen.)

Es handelt sich dabei um Feste, die öffentlich waren. Geheim blieben einzig die Rituale der Priester-Kaste (W. Burkert, 44); z. B. der Gottes-Dienst im Heiligtum des Tempels (Casson, 78f). Es ist daher nicht korrekt, von Adepten zu sprechen.

Die griechischen Mysterien waren nicht so elitär, sondern volkstümlich. Sie bargen dagegen vitale Geheimnisse. Man kann sagen, es ging in ihnen um die Verwandlung, um das "Stirb und Werde". Die Mysterien waren Feste, an denen das "Geheimnis" mitgeteilt wurde.

 

Nach neuesten Forschungen sind die Mysterien von Eleusis der Modellfall für alle anderen. Sie sind seit etwa 600 v. Chr. bezeugt. Nur wenig jünger sind die dionysischen oder bakchischen Mysterien. Ihnen wurden nachgebildet die Mysterien der Meter (bekannter als Magna Mater oder Kybele), der Isis und des Mithras. Alle diese Kulte waren griechisch, auch wenn Kybele aus Phrygien stammt, Isis eine ägyptische Göttin und Mithras ein persischer Gott war.

Ausser beim Mithras-Zeremoniell, der ein Soldatenkult war, durften überall auch Frauen und Kinder mitmachen.

Den Isiskult schildert Apuleius im letzen Buch seines Romans "Der goldene Esel". Die Mysterien hielten sich, bis sie 391 vom Christentum verboten wurden.

 

Mysterien sind nicht zu verwechseln mit Mystik. Mysterien sind Geheimkulte, festliche Anlässe der Initiation von Menschen, und zwar solchen, die sich freiwillig dafür entschieden haben.

 

Rudolf Steiner schrieb seit 1902 immer wieder über Mysterien und hielt zahlreiche Vorträge zu diesem Thema. Er verfasste auch selber vier Mysteriendramen (1910).

 

Alte Literatur:

 

  • Karl von Eckartshausen: Über die wichtigsten Mysterien der Religion. 1823. Neu herausgegeben mit einer Einführung von Antoine Faivre 1978.
  • Otto Henne am Rhyn: Das Buch der Mysterien. 1869.
  • Gustav Anrich: Das antike Mysterienwesen in seinem Einfluss auf das Christentum. 1894.
  • Leo Bloch: Der Kult und die Mysterien von Eleusis. 1896.
  • Adolf Jacobi: Die antiken Mysterienreligionen und das Christentum Religionsgeschichtliche Volksbücher. 1910.
  • August Horneffer: Symbolik der Mysterienbünde. 1916.
  • Franz Cumont: Die Mysterien des Mithra. 3. ed. 1923.
  • Alfred Schütze: Mithras-Mysterien und Urchristentum. 1937.
  • Karl Kerényi: Pythagoras und Orpheus. 1938.
  • Georges Nagel. Hugo Rahner, Paul Schmitt et al.: Die Mysterien. Eranos-Jahrbuch 11, 1945.
  • Tassilo von Scheffler: Hellenische Mysterien und Orakel. 1948.

 

Auf Grund neuerer Forschungen:

  • E. R. Dodds: The Greeks and the Irrational. Berkeley: University of California Press 1951 (Dionysos-Feiern, Eleusinische Mysterien usw. dienten zur Entlastung, welche im entstehenden Rationalismus nicht befriedigt werden konnte).
  • Mircea Eliade: Mythen, Träume und Mysterien. 1960.
  • Johannes Leipoldt: Von den Mysterien zur Kirche. Gesammelte Aufsätze (1928-1960). Leipzig: Köhler & Amelang 1961; Hamburg-Bergstedt: Reich 1962.
  • Karl Kerényi: Die Mysterien von Eleusis. 1962.
  • Otto Eberhard: Osiris und Amun. Kult und heilige Stätten. München: Hirmer 1966.
  • Robert Böhme: Orpheus, der Sänger und seine Zeit. Bern: Franke 1970;
    ders.: Der Sänger der Vorzeit. 1980.
  • Ladislaus Vidman: Isis und Sarapis bei den Griechen und Römern. de Gruyter 1970.
  • Fritz Graf: Eleusis und die orphische Dichtung Athens in vorhellenistische Zeit. de Gruyter 1974.
  • J. G. Griffith: Apuleius. The Isis-Book Metamorphoses, Book XI), Leiden (EPRO 39) 1976.
  • Karl Kerényi: Dionysos. 1976.
  • R. Gordon Wasson, Albert Hofmann, Carl A. P. Ruck: The road to Eleusis. Unveiling the secret of the mysteries. 1978.
  • Bennett Simon: Mind and Madness in Ancient Greece. The Classical Origins of Modern Psychiatry. 1978.
  • Carl Schneider: Die antiken Mysterien in ihrer Einheit und Vielfalt. Wesen und Wirkung der Einweihung. Hamburg: Bauhütten Verlag 1979 (87 Seiten).
  • J. W. Griffiths: The Origins of Osiris and His Cult. Leiden: Brill 1980.
  • J. O. Plassmann (Ed.): Orpheus – Altgriechische Mysterien. 1982.
  • Diether Lauenstein: Die Mysterien von Eleusis. Urachhaus 1987.
  • Walter Burkert: Ancient mystery cults. Cambridge, London: Cambridge University Press 1987;
    dt.: Antike Mysterien. Funktionen und Gehalt. München: C. H. Beck 1990; 4. Aufl. 2003.
  • Marion Griebel: Das Geheimnis der Mysterien. Antike Kulte in Griechenland, Rom und Ägypten. Zürich: Artemis 1990.
  • Manfred Clauss: Mithras. Kult und Mysterien. München: C. H. Beck 1990 (Bildband).
  • Ulrich Klein: Die Mysterien von Eleusis. 1991.

 

Häufig wird „Mysterium“ auch in einem viel weiteren Sinne für etwas Rätselhaftes oder Wunderbares gebraucht, z. B. bei:

  • Johannes Kepler: Mysterium cosmographicum. 1596.
  • Jakob Böhme: Mysterium pansophicum. 1620;
    dt.: Vom irdischen und himmlischen Mysterium.
  • Jakob Böhme: Magnum Mysterium oder Erklärung über das erste Buch Mosis. 1623.
  • „The Grand Mystery of Free-Masons Discover’d“. 1724 (die erste der vielen sog. „Verräterschriften“ der Freimaurerei)
  • Douzetemps: Le mystère de la croix. 1732.
  • Friedrich Albert Fallou: Die Mysterien der Freimaurerei. Leipzig 1826; erneut 1848, 1859.
  • Heribert Rau: Mysterien eines Freimaurers. 2 Teile, 1844.
  • Eliphas Lévi: La clef des grands mystères. 1861;
    dt.: Der Schlüssel zu den grossen Mysterien. 1926.
  • Arthur E. Waite: The Mysteries of Magic. A digest of the writings of Eliphas Lévi. 1886.
  • Franz Hartmann: Mysterien, Symbole und magisch wirkende Kräfte. 1902.
  • Helena Blavatsky: Mysterious tribes;
    dt.: Rätselhafte Volksstämme. 1908.
  • L. Deinhard: Das Mysterium des Menschen. 1910 (zur Theosophie).
  • Max Heindel: The mysteries of the great operas.
  • Bô Yin Râ: Mysterium von Golgatha. 1922.
  • Anton von Mailly: Mysterien der deutschen Bauhütten. 1924.
  • Fulcanelli: Le Mystère des cathédrales et l'interprétation ésotérique des symboles hermétiques du Grand-Oeuvre. 1926, 2. Aufl. 1957, zuletzt 1999.
  • Fred Boutet: Les aventuriers du mystère. 2. ed. 1927.
  • Oswald Wirth: Les Mystères de l‘Art Royal. 1932.
  • Odo Casel: Das christliche Kult-Mysterium. 1935.
  • Helmut von Glasenapp: Buddhistische Mysterien. 1940.
  • Matthias Joseph Scheeben: Die Mysterien des Christentums. 1941.
  • Ernest Hello: Mensch und Mysterium. 1950.
  • Herbert Fritsche: Erlösung durch die Schlange. Mysterium, Menschenbild und Mirakel homöopathischer Heilkunst. 1953.
  • Yves M. J. Congar: Das Mysterium des Tempels. 1960.
  • Odo Casel. Mysterium der Ekklesia. Von der Gemeinschaft aller Erlösten in Jesus Christus 1961.
  • Mircea Eliade: Das Mysterium der Wiedergeburt. 1961.
  • Raymondo Panikkar: Kultmysterium in Hinduismus und Christentum. 1964.
  • Dennis Bardens: Mysterious Worlds. 1972.
  • Josef Sudbrack (Ed.): Das Mysterium und die Mystik. Beiträge zu einer Theologie der christlichen Gotteserfahrung. 1974.
  • John Blofeld: Das Geheime und Erhabene. Mysterien und Magie des Taoismus. 1974.
  • Colin Wilson: Mysteries. 1976.
  • Julius Evola: Das Mysterium des Grals. 1978.
  • Guy Murchie: The Seven Mysteries of Life. 1978.
  • Robert Temple: The Sirius Mystery. 1987.

 

 

Aberglauben/ Volksglauben

 

Selbstverständlich waren die Okkultisten, Magier, Spiritisten und Esoteriker nie begeistert, wenn man sie des Aberglaubens bezichtigte.

Dabei ist Aberglauben ein altehrwürdiger Begriff, der schon seit dem 15. Jh. gebraucht wurde „zur Kennzeichnung desjenigen alten volkstümlichen oder übernommenen, vermeintlichen oder echten Erfahrungs-, Weisheits- und Glaubensgutes, das sowohl mit den theologischen als auch mit dem naturwissenschaftlichen Rationalismus nicht übereinstimmt“ (Hoffmeister).

 

Seit etwa 1700 gibt es eine reichhaltige Literatur zum Thema.

Legendär wurde das zehnbändige „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“, hrsg. von H. Bächtold-Stäubli und E. Hoffmann-Krayer (1927-42; Reprint 1987), worin definiert wird: „Aberglaube ist der Glaube an die Wirkung und Wahrnehmung naturgesetzlich unerklärter Kräfte, soweit diese nicht in der Religionslehre selbst begründet sind.“

 

Gemäss Schmitts Philosophischem Wörterbuch von 1951 gehören dazu: Gespensterglaube, Kartenschlagen, Spiritismus, Okkultismus, Astrologie, Chiromantie sowie der Glaube an die magischen Kräfte gewisser Zeremonie, an Zauberei, Beschwörungen, Besprechungen, Hellsehen, Wahrsagen, Wunder, Amulette, usw.

Ganz ähnlich zählt Hans Biedermann in seinem Lexikon der magischen Künste (1968) dazu: Alp, Böser Blick, Elementargeister, Entsprechung, Hexenglaube, Mantik, Pentagramm, Talisman, Volksmedizin, Zaubersprüche.

 

Von dieser Zuordnung wollen freilich die neuen Esoteriker nichts wissen. In Marc Roberts Lexikon (1993) heisst es: „Die moderne Esoterik versteht unter Aberglauben wieder die alten heidnischen Vorstellungen und Bräuche, die vom Christentum unterdrückt wurden... In der Kräuterheilkunde, Edelsteinmedizin, Aromatherapie und Farbtherapie wird uraltes Menschheitswissen, das lange als Aberglaube belächelt wurde, neuentdeckt und zur Heilung genutzt.“

 

Anderseits stellt Wolfgang Hund im „Lexikon der Parawissenschaften“ (1999) fest: „Um die subjektive Seite und damit Werturteile  zu vermeiden, wird in neuerer Zeit meist von ‚Volksglaube’ gesprochen, der durchaus auch wahre Inhalte enthalten kann.“

 

Wie sehr der Begriff „Aberglaube“ emotional resp. religiös belastet ist, zeigt sich auch in folgendem:

Bei den Alten Griechen war „deisidaimonia“ die kleingläubige Furcht vor Göttlichem und Dämonischem.

Beim römischen Komödiendichter Plautus (200 v. Chr.)  war der „superstitiosus“ ein Wahrsager und Prophet.

Der römische Historiker Tacitus (um 100 n. Chr.) hat das zu seiner Zeit noch ganz junge Christentum als „superstitio“ bezeichnet.

1530 erliess der Rat der Stadt Zürich unter dem Eindruck der Zwinglischen Reformation ein Sittenmandat. Darin wurden verschiedene, von der römisch-katholischen Kirche gutgeheissene Bräuche kurzerhand als „gespänst- und aberglouben Gott zum höchsten missfällig“ bezeichnet. Messen, Altäre, Bilder, Gemälde, Lichter, Wallfahrten galten als „abgöttisch verfuerungen“ und wurden bei Strafe verboten (Helmut Hiller 1986, 271, 286).

 

1750-1849

 

J. Wallberger: Berühmtes Zauberbuch. 1760.

Christian Hahnzog: Predigten wider den Aberglauben der Landleute. 1784.

Leonhard Meister: Über Aberglauben, Einbildungskraft und Schwärmerei. 1795.

F. L. Dobeneck: Des deutschen Mittelalters Volksglauben und Heldensagen. 2 Bände 1815.

J. Graesse: Bibliotheca magica et pneumatica. 1843; Reprint Hildesheim 1960.

 

1850-1899

 

Joseph Fehr: Der Aberglaube und die katholische Kirche des Mittelalters in seinem Verhältnis zum Christentum... 1857.

Heinrich Bruno Schindler: Der Aberglauben des Mittelalters. 1858.

Adolf Wuttke: Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 1860, 4. ed. 1924.

Amand Baumgarten: Aus der volksmässigen Überlieferung der Heimat. 3 Bände 1862-69.

Joseph Virgil Grohmann: Aberglauben und Gebräuche aus Böhmen und Mähren. 1864.

M. R. Buck: Medizinischer Volksglauben und Volksaberglaube aus Schwaben. 1865.

Georg Friedrich Daumer: Das Geisterreich in Glauben, Vorstellung, Sage und Wirklichkeit. 1867.

G. Lammert: Volksmedizin und medizinischer Aberglaube in Bayern. 1869.

Hermann Frischbier: Hexenspruch und Zauberbann. Ein Beitrag zur Geschichte des Aberglaubens in der Provinz Preussen. 1870.

Josef Haltrich: Die Macht und Herrschaft des Aberglaubens in seinen vielfachen Erscheinungsformen... 2. ed. 1871.

Edm. Pfleiderer: Theorie des Aberglaubens. 1872.

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie. 3 Bände, 1875-78, Reprint Graz 1968-69.

W. Mannhardt: Die praktischen Folgen des Aberglaubens. 1879.

Mayo: Wahrheiten im Volksaberglauben. Um 1880.

Carl Meyer: Der Aberglaube des Mittelalters und der nächstfolgenden Jahrhunderte. 1884; Reprint 1971.

A. Fischer: Aberglaube unter den Angel-Sachsen. 1891.

Otto Henne am Rhyn: Der Teufels- und Hexenglaube. 1892.

Otto Henne am Rhyn: Eine Reise durch das Reich des Aberglaubens. 1893.

M. Höfler: Volksmedizin und Aberglaube in Oberbayern. Gegenwart und Vergangenheit. 1893.

Alfred Lehmann: Aberglaube und Zauberei von den ältesten Zeiten an bis zur Gegenwart. 1898, 3. ed. 1925; Reprint 1969.

 

1900-1949

 

A. Hellwig: Verbrechen und Aberglaube. Skizzen aus der volkskundlichen Kriminalistik. 1908.

O. Stoll: Zur Kenntnis des Zauberglaubens, der Volksmagie und Volksmedizin in der Schweiz. 1908/9.

E. John: Aberglaube, Sitte und Brauch im sächsischen Erzgebirge. 1909.

Ludwig Strackerjan: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg. 1909.

Albert Freybe: Der deutsche Volksaberglaube. 1910.

Erich Klingner: Luther und der deutsche Volksaberglaube. 1912.

Karl Schefold, Werner Ernst: Der Aberglaube im Rechtsleben. 1912.

Eduard Stemplinger: Antiker Aberglaube in moderner Ausstrahlung. 1922.

Heinrich Marzell: Die heimische Pflanzenwelt im Volksbrauch und Volksglauben. 1922.

Herbert Silberer: Der Aberglaube. 1923.

Jul. von Negelein: Weltgeschichte des Aberglaubens. 2 Bände, 1931-35.

Paul Diepgen: Deutsche Volksmedizin. 1935.

Hanns Löhr: Aberglauben und Medizin. 1940.

Will-Erich Peuckert: Deutscher Volksglaube des Spätmittelalters. 1942.

Konrad Zucker: Psychologie des Aberglaubens. 1948.

Ernst Modersohn: Im Banne des Aberglaubens. 1948.

Eduard Stemplinger: Antiker Volksglaube. 1948.

 

1950-1969

 

Gustav Mensching: Das Wunder im Glauben und Aberglauben. 1957.

Herbert Auhofer: Aberglaube und Hexenwahn. 1960.

E. & M. A. Radford, Chr. Hole: Encyclopedia of Superstitions. 1961.

Joachim Herrmann: Das falsche Weltbild. 1962.

Paul Bauer: Horoskop und Talisman. Die Mächte des heutigen Aberglaubens und die Macht des Glaubens. 1963.

Hermann Bausinger: Aufklärung und Aberglaube. In Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. 1963.

Joachim G. Leithäuser: Das neue Buch vom Aberglauben. Geschichte und Gegenwart. 1964.

Liselotte Hansmann, Lenz Kriss-Rettenbeck: Amulett und Talisman. 1966.

Gustav   Jahoda: The Psychology of Superstition. 1969.

 

1970-1979

 

Dieter Harmening: Aberglaube und Alter. In Dieter Harmening et al. (Ed.): Volkskultur und Geschichte. 1970.

Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. 1973, 3. ed. 1979..

Reinhard Abeln: Moderner Aberglaube. Was von der „Okkultismus-Welle“ zu halten ist. 1975.

Friedrich-Wilhelm Haack. Hexenwahn und Aberglaube in der Bundesrepublik. Eine Dokumentation. 2. ed. 1976.

Hervé Fillipetti, Janine Trotereau: Symboles et pratiques rituelles dans la maison paysanne traditionelle. Paris: Berger Levrault, 1978;
dt.: Zauber, Riten und Symbole.
Magisches Brauchtum im Volksglauben. Freiburg i. Br.: Bauer 1979, 2. ed. 1987; erneut Herrsching: Pawlak, 1992.

Dieter Harmening: Superstitio. Überlieferungs- und theoriegeschichtliche Untersuchung zur kirchlich-theologischen Aberglaubensliteratur des Mittelalters. 1979.

 

1980-1989

 

Henri-Charles Tauxe: Die unbekannte Schweiz: Ihre Stätten und ihre Geschichten. 1981 (vom „Volk der verhexten Hirten“).

Peter Heining: Das grosse Gespenster-Lexikon. 1983.

Michael Preute: Aberglauben GmbH. 1984.

Astrid und Joachim Knuf: Amulette und Talismane. 1984.

Gottfried Holtz: Die Faszination der Zwänge: Aberglaube und Okkultismus. 1984.

Su’a’No-ta Sujja: Schamanische Magie im Alltag. 1985.

Helmut Hiller: Lexikon des Aberglaubens. 1986 (mit sehr informativem geschichtlichem Nachwort).

Gerd und Marlene Haerkötter: Hexenfurz und Teufelsdreck. Liebes-, Heil- und Giftkräuter: Hexereien, Rezepte und Geschichten. 1986.

Ursula Bergmann: Hexeneinmaleins. Medien, Mythen, Manipulation. Hintergründe des Aberglaubens. 1987.

Werner Grochol: Magie, Alchemie, Astrologie und die Heilkunde. Ein Beitrag zur Geschichte des Aberglaubens. 1988 (ungenau und konfus, hat wenig mit Heilkunde und Aberglaube zu tun; unbrauchbar).

Otmar Schnurr: Aberglaube. Faszination und Versuchung. 1988.

 

1990-2000

 

Christian Wehr: Lexikon des Aberglaubens. 1991.

D.-R. Moser (Ed.): Glaube im Abseits. Beiträge zur Erforschung des Aberglaubens. 1992.

Jean-Claude Schmitt: Heidenspass und Höllenangst. Aberglauben im Mittelalter. 1993.

Dagmar Schäfer: Aberglauben für den Alltag. 1995.

Christoph Daxelmüller: Aberglaube, Hexenzauber, Höllenängste. Eine Geschichte der Magie. 1996.

Ulrike Müller-Kaspar (Ed.): Handbuch des Aberglaubens. 3 Bände. Wien: Tosa 1996.

David Adams Leeming: Storytelling Encyclopedia. Phoenix, Arizona: Oryx Press 1997.

Walter Gerlach: Das neue Lexikon des Aberglaubens 1998; als Piper TB 2000 (schnippisch geschrieben, aber informativ von Aal und Abwehrzauber über Edelsteine und Ektoplasma bis Yeti und Zahlen)

Ditte und Giovanni Bandini: Kleines Lexikon des Aberglaubens. 1998 (auf der Basis strenger Volkskunde, liebevoll und informativ von Aal und Adventswochen über Efeu und Ei bis Zwiebel und Zweites Gesicht)

Jörgen Lach: Eine kognitionstheoretische Analyse des Aberglaubens. Überlegungen zu einem aufklärerischen Praxiskonzept. 1999.

Bernd Harder: Was ist Aberglaube? 2000.

Axel Stellmann: Rotes Haar – böser Blick. Über den Aberglauben. 2000.

 

 

Geheimlehre, Geheimwissenschaften

 

Seit dem 17. Jahrhundert wird der Begriff Geheimwissenschaften gleichbedeutend mit Okkultismus gebraucht.

In seinem berühmten Rosenkreuzerroman „Le Comte de Gabalis, ou entretiens sur les sciences secretes“ (1670) - manche sprechen von einer satirischen Novelle - führt Abbé de Villars vier fingierte Gespräche mit einem deutschen Kabbalisten, eben dem Grafen von Gabalis.

1786 veröffentlichte Johann Gottlieb Stoll: „Etwas zur richtigen Beurteilung der Theosophie, Cabbala, Magie und anderer geheimer übernatürlicher Wissenschaften“.

 

1855-1857 gab J. Scheible 14 Bände in einer Schriftenreihe heraus: „Kleiner Wunder-Schauplatz der geheimen Wissenschaften, Mysterien, Theosophie, usw.“

Der 2. Band: Ferdinand Santanelli’s geheime Philosophie oder magisch-magnetische Heilkunde (1723). Der 4. Band: Die Cabbala des H. Cornelius Agrippa... mit der Ansicht eines alten Esoterikers über Schöpfung durch Zahlen und Worte.

 

 

Seit ca. 1800 wurde das deutsche Wort „Geheimlehre“ für die jüdisch-mystische Kabbala gebraucht.

 

  • Erich Bischoff: Die Kabbalah. Einführung in die jüdische Mystik und Geheimwissenschaft. Berlin 1913; zahlreiche Reprints, z. B. fourier 1990.
  • Josch Andersen: Kabbalah-Kolleg: Das Hebräische Geheimwissen. 3 Bände 1993.

 

 

1877 veröffentlichte Helena Blavatsky „Die entschleierte Isis“. Darin sagt sie, laut Hans-Dieter Leuenberger (117f), dass es seit jeher ein Geheimwissen gibt, das den gemeinsamen Kern aller grossen Weltreligionen und der wichtigsten philosophischen Systeme bildet.

1888 veröffentlichte sie ihr Hauptwerk: „The Secret Doctrine“ (dt.: „Die Geheimlehre“). Im Vorwort schrieb sie, dass der Titel gleichbedeutend sei mit dem „Esoteric Buddhism“ von A. P. Sinnett von 1883.

Gemäss „Lexikon der Esoterik“ von Werner Bogun und Norbert Straet (1999, 49) gilt als gesichert, dass sowohl die Stanzen von Dzyan (das Kernstück der Geheimlehre, ein geheimes Buch, das über die Entstehung der Welt und des Menschen berichtet) wie auch die Kommentare dazu allein aus der Feder von Frau Blavatsky stammen und der „Meister Djwal Khul“, der ihr alles diktiert haben soll, lediglich in ihrer Vorstellung existierte.

 

Der Freimaurer und Theosoph Franz Hartmann schrieb 1895 „Geheimlehre in der christlichen Religion nach den Erklärungen von Meister Eckhart“, 1898 „Geheimschulen der Magie und ‚okkulten Übungen‘“ sowie 1899-1900 zwei Bände „Populäre Vorträge über Geheimwissenschaft“. Ebenfalls 1899 gab er eine Kurzfassung von Helena Blavatskys Hauptwerk auf Deutsch heraus („Grundriss der Geheimlehre“).

 

  • Charles William Heckethorn: Geheime Gesellschaften, Geheimbünde und Geheimlehren. Leipzig: Renger 1900; Nachdruck Stuttgart: Engel 1997 (542 Seiten).
  • Edouard Schuré: Die grossen Eingeweihten. Skizze einer Geheimlehre der Religionen. 1907; 20. ed. 1992 (frz. 1889).
  • Walter Evans-Wentz: Yoga und Geheimlehren Tibets. 1937;
    später u. d. T.: Geheimlehren aus Tibet. Yoga und Pfad des Mahayana-Buddhismus.
  • Bruno Nardini: Das Handbuch der Mysterien und Geheimlehren. 1994 (it. 1976).
  • Volker Dörflinger (Ed.): Hundert Jahre Geheimlehre. Gesammelte Vorträge (gehalten anlässlich der 100-Jahr-Feier der „Geheimlehre“). 1990.

 

 

1910 prägte der Theosoph Rudolf Steiner - der 1913 seine eigene Gesellschaft, die „Anthroposophie“ gründete - den Begriff „Geheimwissenschaft“ für seine Lehre, den er später durch die gleichbedeutenden Begriffe „Okkultismus“ und Geisteswissenschaft“ (seit 1906 gebraucht) ersetzte. Ohne Zweifel wollte er damit seine eigene Lehre derjenigen von Blavatsky entgegenstellen. Dahinter steht die Vorstellung, dass das esoterische Wissen in der Vergangenheit durch die „Arkandisziplin“ (= Pflicht zur Geheimhaltung) von einer Verbreitung in die Öffentlichkeit geschützt war und als „geheim“ gelten konnte (nach Marc Roberts).

 

Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriss. 1910: ca. 33. ed. 1996.

Ernst Issberner-Haldane: Arisches Weistum. Aufklärende Abhandlungen über die einzelnen Gebiete der Geisteswissenschaften. 1935,
2. ed. u. d. T.: Uraltes Weistum. 1947 (über Wiedergeburtslehre, Spiritismus, Yoga und Fakire, Runen, Kabbalistik, Astrologie, Chirosophie, Hellsehen, Hypnose, usw.).

 

Arthur Weber gab 1902-1905 ca. 17 Bände „geheimwissenschaftliche Vorträge“ in der Theosophischen Centralbuchhandlung Leipzig heraus; ab 1909 gab es hier dann „geisteswissenschaftliche Vorträge“, unter anderem von Annie Besant.

 

  • Paul Mackay: Esoterik und Öffentlichkeit. Zum offenbaren Geheimnis der Anthroposophischen Gesellschaft. 1999.

 

 

Geheimwissenschaft allgemein

 

Seit der Gründung der Theosophischen Gesellschaft spricht man offenbar gerne von Geheimwissenschaften.

Ein früher Titel war von François Lenormant: Die Geheimwissenschaften Asiens. Die Magie und Wahrsagekunst der Chaldäer. 1878.

 

Wenig Ergiebiges steuerte der bekannte Philosoph und Spiritist Carl Du Prel bei. In seinen „Studien aus dem Gebiete der Geheimwissenschaften. Erster Teil: Tatsachen und Probleme“ (1890, 2. Auflage 1905) beschreibt er die „mystischen Tatsachen“, als da sind: Hexen und lebendig begrabene Fakire, Pflanzenwachstum, Somnambulismus und die Kopfuhr, Spiritismus, Irrsinn, die Feuerfestigkeit des menschlichen Körpers („Der Salamander“) und Hypnotismus.

Du Prel scheint fixiert auf Mesmers Magnetismus und das Schlafwandeln. Denn auch in seinem Reclambüchlein „Das Rätsel des Menschen. Einleitung in das Studium der Geheimwissenschaften“ (1892) schildert er unter Verweis auf Paracelsus, Swedenborg und Kant Spiritismus, Somnambulismus und Hypnotismus. Es ist eine philosophisch-psychologische Abhandlung ohne empirische Belege.

 

G. H. Berndt: Das Buch der Wunder und Geheimwissenschaften. 1891.

Papus: La Science des Mages et ses applications théoriques et pratiques. Petit résumé de l’occultisme. 1892;
dt.: Kurzer Begriff der Geheimwissenschaften. 1896.

Carl Du Prel: Die Entdeckung der Seele durch die Geheimwissenschaften. 2 Bände 1893-94.

 

Carl Kiesewetters dickes Buch „Die Geheimwissenschaften“ (1895; Neudruck 1977) enthält nichts von Parapsychologie, dafür Alchemie, Astrologie und Mantik sowie Hexentum).

 

Max Dessoirs Bestseller „Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Betrachtung“ (1917, 6. ed. 1931; erneut 1979) hat vier Hauptteile:

  • Parapsychologie (Traum, Hypnose, Geisterlehre, Doppelleben, Telepathie)
  • Spiritismus (Medien)
  • Geheimwissenschaft (Kabbala mit etwas Alchemie; ferner Theosophie mit
    a) Rassenmystik des Guido von List und von Jörg Lanz-Liebenfels
    b) Christian Science
    c) Neu-Buddhismus (= Theosophische Gesellschaft)
    d) Anthroposophie
  • Magischer Idealismus.

 

Theodor-Wilhelm Danzel beginnt in seinem Buch „Magie und Geheimwissenschaft in ihrer Bedeutung für Kultur und Kulturgeschichte“ (1924) bei den Primitiven. Dann kommen Mexiko und Peru, Assyrien und Babylonien, Ägypten, China und Indien. Gegen Ende gibt es noch ein bisschen Kabbala, Alchemie und Mantik. Geheimwissenschaft ist für Danzel „eine Ordnung von allerlei Wissen um den Sinn, der magischen Handlungen zugrunde liegt“.

 

Von 1916-46 wies das „Bibliographische Bulletin der schweizerischen Landesbibliothek“ die Rubrik auf: „Philosophie, Ethik, Geheimwissenschaft (sciences occultes).“

In der deutschen Bibliographie wird von 1956-80 unter „Esoterik“ stets auf „Geheimlehre“ verwiesen; erst ab 1981/85 ist „Esoterik“ ein eigenständiges Schlagwort.

 

Wichtige Übersichtswerke sind

  • vom Theosophen Franz Hartmann: Andere Dimensionen des Denkens – Wissen und Erkenntnis. Eine Einführung in die Geheimwissenschaft. 2. ed. 1984.
  • vom okkulten Schriftsteller G. W. Surya: Moderne Rosenkreuzer oder die Renaissance der Geheimwissenschaften. 1907 und: Der Mensch im Spiegel der Schulweisheit und im Lichte der Geheimwissenschaft. 1921.
  • vom okkulten Schriftsteller Hans Freimark: Geheimlehre und Geheimwissenschaft. 1913.
  • Wolf Mannhart: Zauberglaube und Geheimwissen. 5. ed. 1920; Reprint 1994.
  • vom Philosophen Hans Leisegang: Die Geheimwissenschaften. 1924.
  • Hans Liebstoeckl: Die Geheimwissenschaften im Lichte unserer Zeit. 1932.
  • von Joachim Winkelmann: ABC der Geheimwissenschaften. 1956.
  • René Alleau: Histoire des sciences occultes;
    dt.: Geschichte der Geheimwissenschaften. 1966.
  • Horst Knaut: Rückkehr aus der Zukunft. Phantastische Erfahrungen in der Welt der Geheimwissenschaften. 1970.
  • Horst E. Miers „Lexikon des Geheimwissens“. 1970; neueste Auflage 1997 (unentbehrlich)
  • Hervé Masson: Dictionnaire initiatique. 1970.
  • Alfons Rosenberg: Die Zauberflöte und die Geheimwissenschaften. 1972.
  • Manfred Ullmann: Die Natur- und Geheimwissenschaften im Islam. 1972.
  • L’univers des sciences occultes. Paris 1975;
    dt.: Moderne Universalgeschichte der Geheimwissenschaften. 6 Bände 1979 (Magie; Zauberwesen; Geheimgesellschaften; Mantik; Medizin; Seele)
  • Lyall Watson: Geheimes Wissen. Das Natürliche des Übernatürlichen. 1976, 3. ed. 1998.
  • Friedrich W. Doucet: Geschichte der Geheimwissenschaften. Magie, Alchemie, Okkultismus. München: Heyne TB 1982 (als grobe Übersicht interessant, im einzelnen ärgerlich falsch).
  • Elmar von Bonsen: Geheimwissen des Mittelalters. Verbotenes, Verschollenes, Rätselhaftes. 1988, erneut 2000.
  • Lutz Müller: Magie. Tiefenpsychologischer Zugang zu den Geheimwissenschaften. 1989.
  • Life: Geheimnisse des Unbekannten. Serie von 23 Titeln, darunter:
    - Die magischen Künste. 1991. - Die Astrologie. 1989. - Die Alchimisten. 1991. - Fernöstliche Weisheiten. 1991. - Überlieferte Weisheiten und geheime Gesellschaften. 1989.
  • Georg Luck: Magie und andere Geheimlehren in der Antike. Mit 112 neu übersetzten und einzeln kommentierten Quellen. Stuttgart: Kröner 1990 (aus d. Amerik.)