Internationale Vereinigungen
Nach 1850 entstanden parallel zu den multinationalen Unternehmen und den modernen Management- und Organisationsformen auch die ersten internationalen Vereinigungen.
Die fast 100 Jahre später gebildete UNO hat zahlreiche Spezialgremien, wie die Menschenrechtskommission, den Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) und den Sicherheitsrat, sowie zahlreiche Unterorganisationen (z. B. UNCTAD und UNIDO, ILO und FAO), welche sich mit der Globalisierung und ihren Folgen befassen.
1992 wurde auf Initiative von Willy Brandt eine „Commission on Global Governance“ von 28 namhaften Politikern aus aller Welt gebildet. Sie legte 1995 und 1999 zahlreiche fundierte Vorschläge für eine demokratischere und effizientere UNO vor - offenbar ohne viel Echo. Die Kommission wurde im Juni 2001 aufgelöst.
Im weiteren bemühen sich um eine Regulierung der Weltwirtschaft auch die WTO (Word Trade Organisation) mit dem „International Trade Center“ (ITC – zusammen mit der UNCTAD), die Weltbank mit der IDA (International Development Association) und der IFC (International Finance Corporation), die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich), der Internationale Währungsfonds (IWF), aber auch die OECD.
Dazu gibt es die Internationale Handelskammer (ICC) mit dem „World Chambers Network“, den Internationalen Arbeitgeberverband (IOE), den Weltverband der Arbeitnehmer (CMT-WCL), den Weltgewerkschaftsbund (WFTU), den Internationalen Bund freier Gewerkschaften (ICFTU) und den Internationalen Genossenschaftsbund (ICA).
Globale politische Organisationen sind die Interparlamentarische Union (IPU), die Sozialistische und die Liberale Internationale, die Christlich-Demokratische Weltunion, die Internationale Demokratische Union und das „World Federalist Movement“. Dazu haben wir das Commonwealth, die EU, die Arabische Liga, ASEAN und schliesslich die „Gruppe 77“, die heute 133 Entwicklungsländer vereint.
Nicht gering zu achten ist die Arbeit der Umweltschutzorganisationen wie WWF (World Wildlife Fund), Friends of the Earth und Greenpeace, sowie von humanistischen Vereinigungen wie Terre des Hommes, Amnesty International, Friends of the World International und Médecins Sans Frontières. Mit zahlreichen Initiativen sind die schweizerischen Gründungen wie das Internationale Friedensbüro“ (1892) und die „Moralische Aufrüstung“ (1938) immer noch aktiv.
Die Website „www.idealist.org“ verzeichnet 30 000 nicht-gouvernementale Organisationen in 153 Ländern der Welt. Die Vereinigung der internationalen Vereinigungen, die 1907 von Henri la Fontaine gegründet wurde (www.uia.org), sogar 40 000.
Schliesslich gibt es auch die Hochschulen: An der „Alliance for Global Sustainability“ sind die ETH Zürich, das MIT, die Universität von Tokio und die Chalmers University of Technology beteiligt. Das MIT betreibt auch ein Netzwerk „The Global System for Sustainable Development“.
Ebenfalls von grossem Einfluss, aber selten bedacht, sind die internationalen Unternehmensberatungsfirmen wie Accenture, Anderson, Boston Consulting Group, KPMG, usw. Die Übernahme von PriceWaterhouseCoopers durch IBM ergibt eine Beratungsmacht von 180 000 Mitarbeitern.
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