Home Wichtige ethische Gebote, Tugenden und Verpflichtungen aus der Weltgeschichte

                     (zum Teil „ethische Universalien“ genannt)

 

siehe auch:    Literatur: Wirtschaftsethik (1580-2001)

                        Gutes Benehmen

                        Lebenslehren/ Umgangsformen/ Gutes Benehmen (2400 v. Chr. - 1700)

                        Fünf wichtige Einsichten

Gesammelte Lebensweisheiten

                        Bescheidenheit

 

 

Inhalt

Die vier wichtigsten Gebote aus dem Alten Ägypten (ca. 2600 v. Chr.):

Die Moral der Sumerer (ca. 2400 v. Chr. - 1700 v. Chr.)

Ägyptisches Totenbuch, Spruch 125 ( ca. 1500 v. Chr.)

Die 10 Gebote der Bibel (um 1200-600 v. Chr.)

Die Goldene Regel (seit 620 v. Chr.)

Drei Kostbarkeiten des Laotse (6. Jh. v. Chr.)

Die fünf Gebote des Buddha (um 500 v. Chr.)

Tugenden bei Sokrates (ca. 430 v. Chr.)

Die 4 Kardinaltugenden nach Platon (ca. 360 v. Chr.)

Die Tugenden nach Aristoteles (ca. 330 v. Chr.)

Aus dem konfuzianischen „Buch der Riten“ (ca. 200 v. Chr.)

Zentrale Wertvorstellungen der Römer

Tugendkatalog von Seneca: De tranquillitate animi (ca. 50 n. Chr.)

Die christlichen Tugenden nach 1. Kor. 13, 13 (ca. 57 n. Chr.) und Ambrosius (386)

Christlicher Tugendkatalog: 2. Petrusbrief 1, 3-7 (nach 70 n. Chr.)

Benediktus-Regel (540)

Ehrenkodex der Samurai (ab 800)

Rittertugenden (ca. 1050-1300)

Wilhelm von Conches: Moralium dogma philosophorum (um 1150)

Eid der Gilde von St. Katharina in Stamford (14./15. Jh.)

Bürgerliche Tugenden (ab 16. Jahrhundert)

4 feierliche Gelübde der Jesuiten (1540)

Königstugenden (William Shakespeare: „Macbeth“, 1606)

Kardinaltugenden bei Arnold Geulincx (1665)

5 Werte bei August Hermann Francke (um 1700)

7 Tugenden eines ehrbaren Kaufmanns (um 1700)

Die 13 nützlichen Tugenden eines Erzkapitalisten (Benjamin Franklin, um 1730)

„Preussische" Tugenden nach Friedrich dem Grossen (um 1750)

Tugendlehre der Freimaurer (18. Jahrhundert)

Das Göttliche (Johann Wolfgang von Goethe, 1783)

Immanuel Kant: Definition der Tugenden (1797/98)

Das Pfadfindergesetz (1907 - Schweizer Version)

Olympischer Eid (1920)

Genfer Gelöbnis (1949; Weltärztebund)

10 Gebote für den neuen sozialistischen Menschen (1958)

Howard T. Odum: Ten Commandments of the Energy Ethic for Survival of Man in Nature (1971)

Davoser Manifest 1973

Joseph C. Paradi: Ten Commandments of Business (1990ff)

Sechs ethische Handlungsregeln (Prof. Dr. Wolfgang Grunwald, 1993)

10 Grundsätze für Manager (Roland Müller 1999)

 

 

 

Die vier wichtigsten Gebote aus dem Alten Ägypten (ca. 2600 v. Chr.):

 

1. Pietät gegenüber den Eltern, der eigenen Herkunft, der Tradition.

2. Hinhören, Ge-horchen, Achtgeben.
Darunter fällt auch die Achtung der Frau und des Familienlebens.

3. Wahrheit, Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit,
z. B. "Handle und wandle recht und gerecht",
oder: „Folge deinem Verstand (Herz), solange du lebst."

4. Nicht geizig und habgierig sein, sondern Güte und Toleranz üben.

         (James Henry Breasted: The dawn of conscience. New York: Scribner’s 1933; mehrere Aufl.; Reprint 1968; dt.: Die Geburt des Gewissens. Zürich: Morgarten 1950.)

 

 

Die Moral der Sumerer (ca. 2400 v. Chr. - 1700 v. Chr.)

 

„Ihren eigenen Aussagen nach schätzten die Sumerer Güte und Wahrheitsliebe, Gesetz und Ordnung, Freiheit und Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, Mitleid und Anteilnahme.

Sie verabscheuten Bosheit und Lügenhaftigkeit, Gesetzlosigkeit und Unordnung, Ungerechtigkeit und Unterdrückung, Unredlichkeit und Unaufrichtigkeit, Grausamkeit und Unbarmherzigkeit.

Die Könige und Herrscher prahlten ständig damit, dass sie Gesetz und Ordnung im Lande aufrechterhielten, die Schwachen vor den Starken, die Armen vor den Reichen schützten, Unrecht und Zwang ausrotteten.

In [einem] … Dokument stellt der lagaschitische Fürst Urukagina, der im vierundzwanzigsten Jahrhundert v. Chr. lebte, voller Stolz fest, er habe den vielgeplagten Bürgern Gerechtigkeit und Freiheit gebracht, die allgegenwärtigen und blutsaugerischen Beamten verjagt, dem Unrecht und der Ausbeutung ein Ende gesetzt, die Witwen und Waisen beschützt.

Knapp vier Jahrhunderte später »veröffentlichte« Ur-Nammu, der Begründer der dritten Dynastie von Ur, seine Gesetzsammlung, in deren Prolog einige seiner lobenswerten Leistungen aufgezählt werden: Er hat eine Anzahl bürokratischer Missbräuche abgeschafft, die Masse und Gewichte geregelt, damit es auf dem Marktplatz ehrlich zugehe, und dafür gesorgt, dass die Witwen, die Waisen und die Armen vor schlechter Behandlung und Ausbeutung geschützt seien.“

(Samuel Noah Kramer: Geschichte beginnt mit Sumer. 1959, 86f)

 

 

Ägyptisches Totenbuch, Spruch 125 ( ca. 1500 v. Chr.)

 

„Ich habe kein Unrecht gegen Menschen begangen,

Ich habe keinen Gott gelästert.

Ich habe nicht getötet.

Ich habe niemandem ein Leid zugefügt.

Ich habe keine Unzucht getrieben.

Ich habe nicht gestohlen.

Ich war nicht habgierig

Ich habe nicht die Unwahrheit gesagt

Ich bin nicht aggressiv gewesen

Ich habe mich nicht aufgeblasen, usw.

 

(Emma Brunner-Traut: Lebensweisheit der Alten Ägypter. Freiburg: Herder 1985, 60-65.)

 

 

Die 10 Gebote (= Dekalog, um 1200 v. Chr.; formuliert im 9. Jh. v. Chr.; nach anderen Angaben erst 600 v. Chr.)

der Bibel (2. Mose 20, 2-17; 5. Mose 5, 6-21; gekürzt Mt. 5, 17-48, Mk. 10, 19, Röm. 13, 9) lauten in der evangelischen und reformierten Version:

 

Du sollst Gott, deinen. Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit allen deinen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst

(5. Mose 6, 5 und 10, 12; 3. Mose 19, 18;
Mat. 22, 37-40; Mk. 12, 30-31; Lk. 10, 27)

 

Dazu sind die 10 Gebote eine nähere Ausführung.

 

Ich bin der Herr dein Gott.

1. Du sollst keine andern Götter neben mir haben.

2. Du sollst dir von Gott kein Bildnis machen.

3. Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

4. Du sollst sechs Tage arbeiten. Aber am siebenten Tag sollst du ruhen und diesen Tag heilig halten.

5. Du sollst Vater und Mutter ehren.

6. Du sollst nicht töten.

7. Du sollst nicht ehebrechen.

8. Du sollst nicht stehlen.

9. Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

10. Du sollst dich nicht lassen gelüsten nach dem, was deinem Nächsten gehört.

 

(in der katholischen Version fehlt Pt. 2, dafür ist Pt. 10 aufgeteilt in 9. und 10.)

 

 

Die Goldene Regel (seit 620 v. Chr.):
"Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg auch keinem andern zu."
Denn: Er ist wie du.
Oder: Mit dem Mass, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.
Oder: Behandle jeden Menschen so wie du selbst behandelt werden möchtest.
Oder: Alles, was Ihr von andern erwartet, das tut auch Ihnen.

 

(unzählige verschiedene Versionen, z. B.:

Pittakos, 620 v. Chr. [laut Ernst Haeckel: Die Welträtsel, 1899, 19. Kapitel];

Thales von Milet, um 550 v. Chr.;

Isokrates: „Nikokles“, ca. 370 v. Chr.;

im konfuzianischen „Buch der Riten“, sowie Tobias 4, 15 [oder 16], ca. 200 v. Chr.;

Buddha: Dhammapada 10, 129-130 (1. Jh. v. Chr.)

Rabbi Hillel und Pubilius Syrus, um 40 v. Chr.;

Mat.7, 12; Lk. 6, 31, ca. 80-90 n. Chr.;

Konfuzius: Lun yü („Analekten“) 12, 2 [ ? 12, 21; 15, 23] (1. Jh. n. Chr.)

Kaiser Alexander Severus, um 230 n. Chr.

Mahabharata XIII, 5571 ff.)

 

 

Drei Kostbarkeiten des Laotse (6. Jh. v. Chr.); vier verschiedene Übersetzungen

 

„Ich habe drei Schätze,

die ich schätze und wahre.

Der eine heisst: die Liebe;

der zweite heisst: die Genügsamkeit;

der dritte heisst: nicht wagen, in der Welt voranzustehen.

 

Wenn man nun ohne Liebe mutig sein will,

wenn man ohne Genügsamkeit weitherzig sein will,

wenn man ohne zurückzustehen vorankommen will:

das ist der Tod.“

 

Übersetzung von Richard Wilhelm, 1921

 

„Wohl! Ich habe drei Kostbarkeiten,

Die ich mir halte und hüte.

Die erste heisst: Barmherzigleit;

Die zweite heisst: Mässigkeit;

Die dritte heisst: Nicht wagen, dem Reich voranzugehn.

 

Doch heutzutage ist man mutig

Unter Verzicht auf Barmherzigkeit;

Ist man grosszügig unter Verzicht auf Mässigkeit;

Geht man voran unter Verzicht auf das Zurückstehn –

Das wird zum Tode führen!“

 

(Günther Debon: Lao-Tse – Tao-Tê-King. Stuttgart: Reclam 1961; Kap. 67)

 

„ich habe drei schätze

die halte ich fest

der erste – mitleid

der zweite – sparsamkeit

der dritte – angst, sich vorzudrängen

 

wer mitleidlos, doch mutig ist

nicht sparsam, doch freigiebig ist

sich vordrängt, statt sich hintennach zu stellen

der stirbt“

 

(Ernst Schwarz: Laudse – Daudesching. Leipzig: Reclam 1978, Kap. 67)

 

“I have three treasures to be maintained and cherished:

the first is love;

the second is frugality;

the third is not pushing oneself ahead of others.

 

Now courage without love, generosity without frugality,

and leadership by pushing oneself ahead of others are fatal.”

 

(Sanderson Beck: Laotzu/ Lao-zi – Dao De Jing, 1996)

 

 

Die fünf Gebote des Buddha (um 500 v. Chr.) für den gerechten Lebenswandel, der zum Heil führt:

 

1. Töte kein Lebewesen.

2. Nimm nicht, was dir nicht gegeben.

3. Sprich nicht die Unwahrheit.

4. Trinke keine berauschenden Getränke.

5. Sei nicht unkeusch.

 

 

Tugenden bei Sokrates (ca. 430 v. Chr.)

Gottesfurcht

Enthaltsamkeit (Selbstbeherrschung)

Tapferkeit

Gerechtigkeit

 

(Reinhold Dosch: Deutsches Freimaurer-Lexikon. Bonn: Die Bauhütte 1999, 289.)

 

 

Die 4 Kardinaltugenden nach Platon (ca. 370 v. Chr.; Gastmahl 196b-e)

Weisheit (sophia; sapientia)
            manchmal auch: Klugheit (prudentia)

Tapferkeit, Stärke (andreia; fortitudo)

Masshalten, Mässigung, Besonnenheit (sophrosyne; temperantia)

Gerechtigkeit (dikaiosyne; iustitia).

 

(Nicolai Hartmann: Ethik. Berlin: de Gruyter 1926; 4. Aufl. 1962.

Otto Friedrich Bollnow: Wesen und Wandel der Tugenden. Frankfurt am Main: Ullstein. 1958.

Josef Pieper: Das Viergespann: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mass. München: Kösel 1964.

Alasdair Chalmers MacIntyre: After virtue. A study in moral theory. London : Duckworth 1981, 2. ed. 1985;
dt.: Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart. Frankfurt am Main: Campus-Verlag 1987; Lizenzausgabe Frankfurt am Main: Suhrkamp 1995.

Balthasar Staehelin, Silvio Jenny, Stephanos Geroulanos (Ed.): Mut und Demut. Schaffhausen: Novalis Verlag 1983.

Hans-Jürg Braun (Ed.): Ethische Perspektiven. "Wandel der Tugenden". Zürich: Verlag der Fachvereine 1989.

Josef Pieper: Das Menschenbild der Tugendlehre. Hrsg. von Berthold Wald. Hamburg: Meiner 1996; Werke, Bd. 4).

 

(Ferner:

Heinrich Klomps: Tugenden des modernen Menschen. Augsburg: Winfried-Werk 1969; 4. Aufl. Regensburg: Pustet 1976.

Otto Betz (Hrsg.): Tugenden für heute. Zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit. München: Pfeiffer 1973.

Dietmar Mieth: Die neuen Tugenden. Ein ethischer Entwurf. Düsseldorf: Patmos-Verlag 1984.

Walter Schmidt: Führungsethik als Grundlage betrieblichen Managements. Heidelberg: Sauer 1986.

siehe auch: Literatur Wirtschaftsethik)

 

 

Die Tugenden nach Aristoteles (ca. 330 v. Chr.)

a) ethische (= Charaktertugenden)

Gerechtigkeit

Tapferkeit

Besonnenheit, Mässigung, Selbstzucht (sophrosyne)

Grosszügigkeit, Freigebigkeit (elentheriotes)

Grossgeartetheit, Vornehmheit (megaloprepeia)

Hochsinnigkeit, Ehr- und Schamgefühl

 

b) dianoetische (= Verstandestugenden)

Vernunft, intuitiver Verstand (nous)

Wissenschaft (episteme)

Philosophische Weisheit (sophia)

Kunst (techne)

Sittliche Einsicht, Klugheit (phronesis)

Wohlberatenheit (eubulia)

Verständigkeit (synesis)

 

(Aristoteles: Nikomachische Ethik. Stuttgart: Reclam 1969.)

 

 

Aus dem konfuzianischen „Buch der Riten“ (ca. 200 v. Chr.)

 

Milde und Güte sind die Wurzeln der Menschlichkeit.

Achtung und Rücksicht sind ihr Boden.

Nachsicht und Toleranz sind ihr Handeln.

Bescheidenheit und Verbindlichkeit sind ihr Können.

Sitte und Höflichkeit sind ihre Haltung.

Reden und Ausdruck sind ihr Schmuck.

Lieder und Musik sind ihr Wohlklang.

Teilen und Schenken sind ihr Wirken

 

(siehe Richard Wilhelm: Li Gi. Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche. Neuausgabe Düsseldorf: Diederichs 1981; 3. Aufl. 1997)

 

 

Zentrale Wertvorstellungen der Römer

religio

pietas

fides

pax

dignitas

 

(Gabriele Thome: Zentrale Wertvorstellungen der Römer. 2 Bde, Bamberg: Buchner 2000.)

 

 

Tugendkatalog von Seneca: De tranquillitate animi (ca. 50 n. Chr.)

 

"Oder leistet der, welcher Fremden und Bürgern oder als Prätor den Parteien Recht spricht, mehr als derjenige, der lehrt, was Gerechtigkeit, was Frömmigkeit, was Geduld, was Charakterstärke, was Todesverachtung, was Göttererkenntnis, was für eine herrliche Sache ein gutes Gewissen sei?"

 

 

Die christlichen (theologischen, göttlichen, übernatürlichen, „eingeflössten“) Tugenden

nach 1. Kor. 13, 13 (ca. 57 n. Chr.) und Ambrosius (386)

Glaube (pistis; fides)

Liebe (agape; caritas)

Hoffnung (elpis; spes)

 

 

Christlicher Tugendkatalog: 2. Petrusbrief 1, 3-7 (nach 70 n. Chr.)

1.      dem in der Welt durch die Begierde herrschenden Verderben entfliehen

2.      Fleiss

3.      Glauben

4.      Tugend

5.      Erkenntnis

6.      Enthaltsamkeit

7.      Geduld

8.      Frömmigkeit

9.      Bruderliebe

10. Liebe gegen jedermann

 

Dazu (Kol. 3, 12-14):

Barmherzigkeit

Gütigkeit

Demut

Sanftmut

Langmut

 

 

Die Früchte des Geistes (Gal. 5, 22; ca. 57 n. Chr.)

 

Liebe

Freude

Friede

Langmut

Freundlichkeit

Gütigkeit

Treue

Sanftmut

Enthaltsamkeit

 

Dazu (Eph. 5, 9):

Gerechtigkeit

Wahrheit

 

 

Christliche Qualitäten (Phil 4, 8; 1. Tim.3, 8-13)

 

wahr

ehrbar

gerecht

rein

liebenswert

wohllautend

nüchtern

 

 

Benediktus-Regel (540)

78 Werkzeuge der geistlichen Kunst

19 Punkte des Gehorsams

7 Punkte der Schweigsamkeit

70 Punkte der Demut

 

 

Ehrenkodex der Samurai (ab 800)

Rittertugenden:

Tapferkeit, Mut und Standhaftigkeit, Ehrfurcht und Höflichkeit, Anstand, Sitte, Grossherzigkeit und Barmherzigkeit, sowie Achtung vor dem Feind, Einfachheit und Sparsamkeit

 

 

Rittertugenden (ca. 1050-1300; verschiedene Versionen)

 

1) mâze, zuht, hoher muot, êre, triuwe, stæte, milte

 

2) staete (Beständigkeit und Zuverlässigkeit in der Verwirklichung der ritterlichen Pflichten)

triuwe (Treue gegenüber dem Herrn)

hövescheit (höfisches Betragen)

mâze (Mässigung in allen Lebensbereichen)

hôher mout (Sich bemühen um Vollkommenheit)

 

3) staete als Treue zum eigenen Werk und zur Pflicht

mâze als persönliche Selbstbeherrschung und Zurückhaltung vor allem jugendlichen Ungestüm wie allzu früher Musse

milte: hochherzige Freigebigkeit und Schutzbereitschaft für alle Bedrängten und Verlassenen

manheit als Tapferkeit vor dem Feind

reht als Gerechtigkeit gegenüber den Mitmenschen

arebeit: nach aussen gerichtete Aktivität, aber auch persönliches Ringen um das höchste Gut, um Gott und die eigentliche Reife des Helden

            (Wilhelm Wühr: Das abendländische Bildungswesen im Mittelalter. 1950, Kapitel II: „Rittertum und höfische Bildung“, 89f.)

 

4) die Wahrheit zu reden, das Recht zu beschützen, die Religion samt ihren Häusern und Dienern, die Schwachen und Wehrlosen, die Witwen und Waisen zu beschirmen, keinen Schimpf gegen Edelfrauen zu dulden und die Ungläubigen zu bekämpfen, dem Kaiser und seinem Stellvertreter zu gehorchen, demütig in Glück und standhaft im Leiden zu sein

 

5) „hochgemut im Unglück, anständig gegen Gleichgestellte, freigebig in aller Ehrbarkeit, tadelfrei im höfischen Sinn und ehrenfest in männlicher Tüchtigkeit;
dazu täglicher Besuch der Messe, Einsatz des Lebens für Glaube und Kirche, Schutz für Witwen und Waisen, Treue zu Kaiser und Reich, Straflosigkeit vor Gott und den Menschen“

     (Rittergelöbnis des Wilhelm von Holland 1247; nach Wilhelm Wühr, 1950, 97)

 

Siehe auch: Ernst Robert Curtius: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, 1948, 6. ed. 1967, Kap. XVIII: „Das ‚ritterliche Tugendsystem’“, 506ff.

Joachim Bumke: Studien zum Ritterbegriff im 12. und 13. Jahrhundert. Heidelberg: Winter 1964.

Günter Eifler (Hrsg.): Ritterliches Tugendsystem. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1970.

Arno Borst (Hrsg.): Das Rittertum im Mittelalter. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1976; 3. Aufl. 1998.

 

 

Wilhelm von Conches: Moralium dogma philosophorum (um 1150)

Anthologie moralischer Zitate aus antiker Literatur

 

a) weltliche Tugenden

Klugheit

Gerechtigkeit

Tapferkeit

Selbstbeherrschung

 

b) körperliche Tugenden

Schönheit

Adel

Stärke

Grösse

Schnelligkeit

Gesundheit

 

c) Glücksgüter

Reichtum

Macht

Ruhm

Vorrang

 

 

Eid der Gilde von St. Katharina in Stamford (14./15. Jh.)

 

„Ich werde Gott dem Allmächtigen, der Heiligen Maria und der Heiligen Katharina, zu deren Ehre und Anbetung diese Gilde gegründet ist, getreu sein und werde dem Vorsteher dieser Gilde und seinen Nachfolgern gehorsam sein und zu ihm und seinen Brüdern kommen, wenn ich geladen werde, und nicht ohne triftigen Grund fortbleiben. Bereitwillig werde ich stets in schottischer Münze bezahlen und meinen Anteil tragen und alle meine Verpflichtungen bezahlen und erfüllen.

Bis zum Ende meines Lebens werde ich die Verordnungen, die Verfassung und die Regeln der Gilde halten, ihnen gehorchen, sie ausführen und nach Kräften bis an mein Lebensende verteidigen; (das schwöre ich), so wahr mir Gott und die Heiligen helfen und bei diesem Buche.“

 

(Joshua Toulmin Smith: English Gilds. London: Trübner 1870, 188; Nachdrucke London 1924 und London: Oxford University Press 1963)

 

 

Bürgerliche Tugenden (ab 16. Jahrhundert)

Ordnungsliebe

Sparsamkeit

Gehorsam

Pünktlichkeit

Reinlichkeit, Sauberkeit

Fleiss, Arbeitsamkeit (Leistungsbereitschaft)

 

Ferner:

Verantwortungsgefühl (Eigenverantwortung)

Pflichtbewusstsein, Pflichttreue, Pflichtgefühl

Disziplin, besonders Selbstdisziplin, Selbstbeherrschung

Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit

Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit

Solidität, Standhaftigkeit

Höflichkeit, Wohlanständigkeit

Treue

Zivilcourage

Zielstrebigkeit, Eifer, Beharrlichkeit

Rechtschaffenheit, Ehrenhaftigkeit

Dezenz, Zurückhaltung, Schlichtheit

Bescheidenheit

Ehrlichkeit

Gerechtigkeit

Vorsicht, Bedächtigkeit

Aufmerksamkeit

Geduld

Genussverzicht, Genügsamkeit

Tätige Frömmigkeit

Opferbereitschaft

Häuslichkeit

 

(Paul Münch (Hrsg.): Ordnung, Fleiss und Sparsamkeit. Texte und Dokumente zur Entstehung der "bürgerlichen Tugenden". München: Deutscher Taschenbuch-Verlag 1984.)

 

 

4 feierliche Gelübde der Jesuiten (1540)

apostolische Armut (Verzicht auf Privateigentum und die Ausrichtung auf das Leben der Armen)

Ehelosigkeit

Gehorsam (gegenüber dem Oberen)

Bereitschaft zu jeder Sendung durch den Papst als Vertreter der Gesamtkirche

 

 

Königstugenden (William Shakespeare: „Macbeth“, 1606)

Wahrheit

Gerechtigkeit

Starkmut

Geduld

Ausdauer

Milde

Andacht

Gnade

Kraft

Mässigkeit

Demut

Tapferkeit

 

„This above all: to thine ownself be true,

And it must follow, as the night the day,

Thou canst not then be false to any man.“

 

(Polonius in „Hamlet“ (1603/23), Akt 1, Szene 3)

 

 

4 Kardinaltugenden bei Arnold Geulincx (1665)

Fleiss

Gehorsam

Gerechtigkeit

Demut

 

(Arnold Geulincx: De virtute et primis eius proprietatibus, quae vulgo virtutes cardinales vocantur. Dt.: Ethik oder Über die Kardinaltugenden. Hamburg: Meiner 1948.)

 

 

5 Werte bei August Hermann Francke (um 1700)

Standhaftigkeit

Ordnung

Arbeitsamkeit

Sparsamkeit und Bescheidenheit

Pflichtgefühl und Gehorsam

 

 

7 Tugenden eines ehrbaren Kaufmanns (um 1700)

Arbeitslust

Fachliches Können

Ehrlichkeit

Sauberkeit in Denken und Tun

Ordnungliebe

Pünktlichkeit

Sauberkeit

 

(Reinhold Dosch: Deutsches Freimaurer-Lexikon. Bonn: Die Bauhütte 1999, 289.)

 

 

Die 13 nützlichen Tugenden eines Erzkapitalisten

Benjamin Franklin, um 1730

 

1. Mässigkeit. - Iss nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung!

2. Schweigen. - Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung!

3. Ordnung. - Lass jedes Ding seine Stelle und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben!

4. Entschlossenheit. - Nimm dir vor, durchzuführen, was du musst; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst!

5. Sparsamkeit. - Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun« das heisst: vergeude nichts!

6. Fleiss. - Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit!

7. Aufrichtigkeit. - Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich danach!

8. Gerechtigkeit. - Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterlässt, die deine Pflichten sind!

9. Mässigung. - Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so übel aufzunehmen, wie sie es nach deinem Dafürhalten verdienen!

10. Reinlichkeit. - Dulde keine Unsauberkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung!

11. Gemütsruhe. - Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle!

12. Keuschheit. - Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit, Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes!

13. Demut. - Ahme Jesus und Sokrates nach!

 

Benjamin Franklin: Autobiographie. München: C. H. Beck 1983, 116-117.

Siehe auch Max Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (1905);
Ausgabe GTB Siebenstern, S. 39-66 und Anmerkungen.

 

 

„Preussische" Tugenden nach Friedrich dem Grossen (um 1750)

 

Unbestechlichkeit

Sparsamkeit

Fleiss

Pflichtbewusstsein

Bescheidenheit

Gemeinsinn

Toleranz (Duldsamkeit)

 

(Reinhold Dosch: Deutsches Freimaurer-Lexikon. Bonn: Die Bauhütte 1999, 289.)

 

Jörg Schönbohm 1997 hat:

Redlichkeit

Aufrichtigkeit

Bescheidenheit

Bildung

Sparsamkeit

Pflichtbewusstsein

Ordnungssinn

Treue

Mut

Leistungsbereitschaft

 

Zusätzlich werden genannt:

Arbeitseifer/ Arbeitsamkeit

konzentriert arbeiten

Durchhaltevermögen

Gerechtigkeit

Geradlinigkeit

Pünktlichkeit

Selbstverleugnung

Zuverlässigkeit/ Verlässlichkeit

 

Ebenfalls werden genannt:

Disziplin/ Selbstdisziplin

Strenge/ eine geisse Härte

(unbedingter) Gehorsam

Pflicht/ Pflichterfüllung/ -denken

Ausführen von Befehlen

Bereitschaft, sich unterzuordnen

Prinzipientreue/ Regeltreue

Zielstrebigkeit

Beharrlichkeit

Beständigkeit

Standhaftigkeit

Ehre

Sauberkeit

Nüchternheit

Schlichtheit

Mass

Tapferkeit

Wahrhaftigkeit

Stärke

Handlungsbereitschaft

Einsatzfreude/ -willen

Arbeitsfreude

Genauigkeit/ Akkuratesse

Gewissenhaftigkeit

Verantwortung/ Verantwortungsgefühl/ -bewusstsein

Anstand/ Höflichkeit/ Korrektheit

Freundlichkeit

Bereitschaft zu Opfer und Verzicht

Dienst am Staat

Loyalität (gegenüber dem Staat)/ Staatstreue

Vertrauen

Realitätssinn

Rechtsempfinden

Friedensliebe

Vaterlandstreue

Genügsamkeit

Gottesfurcht

Effizienz

Interesse an der zugewiesenen Arbeit

Wille zur bestmöglichen Dienstleistung

Selbstaufopferung

Dienst am Ganzen

Energie

Gleichberechtigung

„Mehr sein als scheinen“

Familienwerte, usw.

 

(„Ein Traum, was sonst?“ Preussische Tugenden. Ein Lesebuch. Hrsg. von der Stiftung Schloss Neuhardenberg aus Anlass der gleichnamigen Ausstellung im Schloss Neuhardenberg. Wallstein Verlag 2002.)

 

 

Tugendlehre der Freimaurer (18. Jahrhundert)

 

What did you come into the Lodge for?

I came there to conquer my passions, correct my vices and improve my morals.

What qualifications does a man require to be a Mason?

Silence and Secrecy.

What constitutes the character of a Mason?

To walk humbly in the sight of God, to do Justice and to love Mercy.

What are the qualifications suitable for the dignity of the Craft?

To afford succour to the distressed, to give bread to the poor, and to put the misguided traveller into his way.

What does Masonry order us to guard against?

Blasphemy, Drunkenness, Lewdness, Swearing, Evil plotting, Lying and Controversy.

Then what does Masonry require?

Ability, attendance and a good appearance.

            (Colin F. W. Dyer: Symbolism in Craft Freemasonry. 1976, 60f)

(weitere Zusammenstellungen in Eugen Lennhoff, Oskar Posner: Internationales Freimaurer-Lexikon. Wien 1932, Sp. 404-405, 531-534, 717-718, 1463-1466, 1601-1602.)

 

Weitere freimaurerische Tugenden

(Gemäss Akten der 1770 gegründeten Grossen Landesloge der Freimaurer von Deutschland:)

Mässigkeit

Standhaftigkeit

Arbeitsamkeit

Redlichkeit (auch Gehorsam)

Verschwiegenheit

Vorsichtigkeit

Barmherzigkeit

 

(Im Ritual der deutschen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“:)

Unerschütterliches Gottvertrauen

Aufrichtigkeit gegen alle Menschen

Freundschaft gegen die Brüder

Freie, ungezwungene Denkungsart

Unstrafbarer Lebenswandel

 

(Reinhold Dosch: Deutsches Freimaurer-Lexikon. Bonn: Die Bauhütte 1999, 289-290.)

 

 

Das Göttliche

 

Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn
Von allen Wesen,
Die wir kennen.

 

Nur allein der Mensch
Vermag das Unmögliche:
Er unterscheidet,
Wählet und richtet;
Er kann dem Augenblick
Dauer verleihen.

Er allein darf
Den Guten lohnen,
Den Bösen strafen,
Heilen und retten,
Alles Irrende, Schweifende
Nützlich verbinden.

Und wir verehren
Die Unsterblichen,
Als waren sie Menschen,
Täten im grossen,
Was der Beste im kleinen
Tut oder möchte.

Der edle Mensch
Sei hilfreich und gut!
Unermüdet schaff er
Das Nützliche, Rechte,
Sei uns ein Vorbild
Jener geahneten Wesen!

            (Johann Wolfgang von Goethe, 1783)

 

 

Immanuel Kant: Definition der Tugenden (1797/98)

 

Tugend ist die Stärke der Maxime des Menschen in Befolgung seiner Pflicht.

(Die Metaphysik der Sitten in zwei Teilen, II, S. 28)

 

Tugend ist die moralische Stärke in Befolgung seiner Pflicht, die niemals Gewohnheit werden, sondern immer ganz neu und ursprünglich aus der Denkungsart hervorgehen soll. Sie konzentriert sich in der Frage: Was soll ich tun?

(Anthropologie in pragmatischer Hinsicht abgefasst. § 10, S. 35)

 

 

Das Pfadfindergesetz (1907 - Schweizer Version)

 

„Ich verspreche auf meine Ehre, nach Kräften zu sein: treu Gott und dem Vaterland, hilfreich dem Nächsten, gehorsam dem Pfadfindergesetz:

1.      Des Pfadfinders Wort ist wahr.

2.      Der Pfadfinder ist treu.

3.      Der Pfadfinder hilft, wo er kann.

4.      Der Pfadfinder ist ein guter Kamerad.

5.      Der Pfadfinder ist höflich und ritterlich.

6.      Der Pfadfinder schützt Pflanzen und Tiere.

7.      Der Pfadfinder gehorcht willig.

8.      Der Pfadfinder ist tapfer; er überwindet schlechte Laune.

9.      Der Pfadfinder ist arbeitsfreudig und genügsam.

10. Der Pfadfinder hält sich rein in Gedanken, Wort und Tat.“

 

 

Olympischer Eid (1920)

 

"Wir schwören, dass wir an den Olympischen Spielen als ehrenwerte Kämpfer teilnehmen, die Regeln der Spiele achten und uns bemühen werden, ritterliche Gesinnung zu zeigen, zur Ehre unseres Vaterlandes und zum Ruhme des Sports."

 

(1964 zu einem "Gelöbnis/ Versprechen“ verändert)

 

 

Genfer Gelöbnis

1949 vom Weltärztebund in Genf beschlossen

 

"Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.

· Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.

· Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.

· Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse wahren.

· Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten und bei der Ausübung meiner ärztlichen Pflichten keinen Unterschied machen, weder nach Religion, Nationalität, Rasse, noch nach Parteizugehörigkeit oder sozialer Stellung.

· Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.

· Ich werde meinen Lehrern und Kollegen die schuldige Achtung erweisen.

Dies alles verspreche ich feierlich auf meine Ehre."

 

[Originalwortlaut des Hippokratischen Eides, ca. 400 v. Chr.:

Ich schwöre bei Apollon dem Arzt und bei Asklepios, Hygieia und Panakeia sowie unter Anrufung aller Götter und Göttinnen als Zeugen, daß ich nach Kräften und gemäss meinem Urteil diesen Eid und diesen Vertrag erfüllen werde:

Denjenigen, der mich diese Kunst gelehrt hat, werde ich meinen Eltern gleichstellen und das Leben mit ihm teilen; falls es nötig ist, werde ich ihn mitversorgen. Seine männlichen Nachkommen werde ich wie meine Brüder achten und sie ohne Honorar und ohne Vertrag diese Kunst lehren, wenn sie sie erlernen wollen. Mit Unterricht, Vorlesungen und allen übrigen Aspekten der Ausbildung werde ich meine eigenen Söhne, die Söhne meines Lehrers und diejenigen Schüler versorgen, die nach