HomeÜber 850 Ausländer, die in der Schweiz lebten oder wirkten

                    More than 850 famous foreigners in Switzerland

 

siehe auch:   Berühmte Schweizer und bemerkenswerte Schweizer, Teil I: Die ersten 1800 Jahre
               (hier weitere 70 Personen - dazu: Germanischer Adel in der Schweiz)

                        Schweizer Nobelpreisträger; Nobelpreisträger in der Schweiz

                        Swiss Hall of Fame

 

                        Dynastien des Mittelalters http://www.genealogie-mittelalter.de/

                        Heutige Dynastien: http://genealogy.euweb.cz

 

Definitionen:

Schweizer = bei der Geburt Schweizer Bürger

Ausländer = bei der Geburt nicht Schweizer Bürger

 

 

Inhalt

Römische Feldherren und Kaiser (44 v. Chr. – 275 n. Chr.)

Werkmeister - Unternehmer und Firmengründer (ab 1200)

Künstler, Schriftsteller, Gelehrte, Mystiker (ab 1000) und einige Feldherren
 - ab 1840 auch: Anarchisten, politische Persönlichkeiten

 

Literatur und Links separat

Interessante Links

 

Römische Feldherren und Kaiser

 

Lucius Munatius Plancus, gründet 44 v. Chr. die “Colonia Raurica“ in Augst oder Basel

Augustus, 27-23 v. Chr. in Gallien; danach seine Feldherren Drusus und Tiberius

Tiberius, bereits als Feldherr mehrmals in Gallien und Germanien; nach 14 Einrichtung von Vindonissa und Aventicum

Vespasianus, um 20 teilweise in Aventicum aufgewachsen;
sein Vater lässt sich hier ca. 42 nieder und beherbergt hier den Enkel Titus

Diokletian gestaltet um 300 das römische Reich energisch um und erlässt unter anderem eine umfassende Verwaltungsreform

Valentinian, sichert und befestigt 365-375 die Grenze am Rhein

 

Fortsetzung: Germanischer Adel in der Schweiz (250-1300)

Glaubensboten, Bischöfe und Äbte, Mönche und Gelehrte (100-1000):

siehe: Berühmte Schweizer und bemerkenswerte Schweizer

 

 

Werkmeister - Unternehmer und Firmengründer

 

1200-1299

 

Jean Cotereel, -1268, Werkmeister, und Pierre d'Arras, aus Nordfrankreich, Glasmaler, vor 1235 an der Kathedrale von Lausanne

Um 1260 arbeitet der Architekt Jacques de Saint-Georges an den savoyischen Burgen Yverdon und Chillon, 1271-75 als savoyischer Bauinspektor und ab 1278 als Burgenbauer im Dienste des englischen Königs in Wales

 

1300-1399

 

Johann von Gmünd, nach 1356 Werkmeister am Basler Münster (Wiederaufbau nach dem Erdbeben); auch Werkmeister am Münster zu Freiburg im Breisgau

Peter Parler (1330-1399) - oder Johannes Parler III. - erbaut um 1380 den Fischmarktbrunnen in Basel (überarbeitet 1468-80 durch Jakob Sarbach)

Der savoyische Hofarchitekt Jean de Liège baute in den 1380er Jahren die Franziskanerkirche in Lausanne um

 

1400-1449

 

Der Deutschordensbaumeister Johann von Ungarn plante und baute ab 1408 die Kartause in Basel

Ulrich von Ensingen, 1414 Entwurf des Basler Münsterturms

Aus dem savoyischen Piemont kommende Ziegelbrenner erbauen um 1420-30, zuletzt unter Antoine Carbo von Vigevano (I), das Schloss Vufflens und am ebenfalls savoyischen Schloss Chenaux in Estavayer-le-Lac das Vorwerk (châtelet, 1433-41)

Matthäus Ensinger, 1395-1463, Baumeister aus Ulm, 1420-1446 Vorsteher des Berner Münsterbaus; 1435 in den Berner Grossen Rat aufgenommen, 1446 als Werkmeister des Münsters von Ulm berufen;
seine Söhne Moritz (ca. 1430-1493) und Vinzenz (ca. 1430-1495) waren ebenfalls Werkmeister, an mehreren Orten, vor allem auch in Konstanz

Henri Emery, ca. 1400-1495/97, von Epagny (entweder Haute-Savoie oder Gruyère); seit 1439 Bürger von Genf, wurde reich durch Fernhandel, vor allem mit Spanien, versah verschiedene politische Ämter in Genf

Erhart Küng, 1420-1507, an der Dombauhütte in Köln ausgebildet; 1458-1507 massgeblich am Bau des Berner Münsters beteiligt; ca. 1485 Münsterportal

Stefan Hurder, -1469, aus Passau, 1453 zweiter Werkmeister am Berner Münster nach Matthäus Ensinger

Hans Felder, 1440-1504, aus Nördlingen, 1466-1477 städtischer Werkmeister in Luzern; 1475 Bürger von Zürich; beauftragt von Bürgermeister Hans Waldmann erbaute er 1479-1484 die Wasserkirche in Zürich auf einer Insel in der Limmat

Johannes Amerbach, 1440/45-1513, in Amorbach im Odenwald geboren, Studium in Paris, ab 1475 Drucker in Basel, 1484 Bürger von Basel; die Familie ist um 1600 ausgestorben

Johann Petri, 1441-1511, von Langendorf bei Hammelburg in Franken, Buchdrucker und Verleger in Basel (seit 1488 Bürger und Mitglied der Safranzunft); der Verlag wurde nach vielen Besitzerwechseln 1868 von Benno Schwabe übernommen

Der Bildhauer und Baumeister Asmus Grasser aus München baut ab 1487 das St. Galler Kloster Mariaberg-Rorschach

 

1450-1499

 

1451 stellte der Italiener Antonio Gallizani aus dem Piemont in Basel (als Konkurrent von Heinrich Halbisen) Kanzlei- und Druckpapier her

Berthold Ruppel, ?- ca. 1495, Geselle Gutenbergs, brachte die Buchdruckerkunst ca. 1468 nach Basel

Sigmund Rot (auch: Langschnider), Buchdrucker aus Lothringen, 1479 Bürger von Zürich, arbeitete dann in Heidelberg, 1484, Pescia, 1488, und Siena, 1489/90

Johannes Froben, 1460-1527, in Hammelburg geboren, ca. 1488 nach Basel, zwei Jahre später Basler Bürger, Buchdrucker, u. a. Werke von Erasmus von Rotterdam

Hans Niesenberger, 1487 Werkmeister in Basel, aus Graz

Albrecht von Nürnberg, seit 1492 in Bern erwähnt, nach 1532 gestorben; Holz- und Steinbildhauer; schuf 1496-98 die 9 m hohe Christoffel-Figur in Holz, zahlreiche weiter Figuren, auch Brunnen

Christoph Froschauer, 1490-1564, stammt aus der Nähe von Altötting in Bayern, liess sich als Buchdrucker in Zürich nieder, um Zwingli bei der Reformation zu helfen; erhielt 1519 von der Stadt das Bürgerrecht geschenkt; druckte gegen 1000 Bücher (1776: Füssli & Co.; 1798: Orell Füssli & Co.)

Hans Hager, ?-1538, ab ca. 1520 Buchdrucker in Zürich, druckte hauptsächlich Werke von Zwingli, Zwölfer zu Saffran 1522

 

1500-1599

 

Robert Estienne, 1503-1559, in Paris geboren, Verleger, floh 1550 mit seiner Familie nach Genf (wurde 1556 mit seinen Söhnen Genfer Bürger); sein Sohn Henri vollendete 1572 den "Thesaurus graecae linguae"

Jean Crespin, 1520-1572, in Arras geboren, studierte Recht in Löwen und Paris, floh über Strassburg 1548 nach Genf, wo er Buchdrucker wurde (Bürgerrecht 1555)

Conrad Badius (Bade), 1520-1569, in Paris als Sohn eines Buchdruckers geboren, kam 1549 nach Genf (1555 Bürger), wo der mit den andern Buchdruckern Etienne, Crespin und de Normandie zusammenarbeitete

Laurent de Normandie, 1520(?)-1569, Jurist und Gemeindepräsident von Noyon, flüchtete 1548 nach Genf, Mitarbeiter des Reformators Jean Calvin, 1552 in Paris zum Tode verurteilt, wurde 1555 Bürger von Genf, arbeitete hier als Buchhändler, Buchdrucker und Verleger

Daniel Heintz der Ältere, um 1530/35-1596, in Alagna (Valsesia, I) geboren, Walser, Mitglied der süddeutschen Steinmetzenbruderschaft; Kontakte zu Basler Sammlern und Gelehrten um Basilius Amerbach d. J. 1533-1591); Schöpfer der beiden bedeutendsten Basler Renaissancebauten: Zunfthaus zu Weinleuten und Spiesshof; 1571-74 zog er in Bern das Mittelschiffgewölbe des Münsters ein; 1575 Justitia-Figur am Münsterportal; 1588 endgültige Übersiedlung nach Bern und Übernahme des Werkmeisteramts;
sein Sohn, Daniel der Jüngere (1574-1633) wurde 1597 sein Nachfolger

Johann Anton Pestalozzi (eigentlich: Pestalozza; auch: Pestaluz), 1534-1604, aus Chiavenna, kam um 1555 zur kaufmännischen Ausbildung nach Zürich, wo er 1567 Bürger wurde; seine Nachkommen sind im Seidenhandel tätig (Garne und Florettseide)

Marie de Bourbon, 1539-1601, aus der französischen Adelsfamilie der Bourbon, seit 1573 Regentin; Wiederherstellung der fürstlichen Autorität und Sanierung der Finanzen in der Grafschaft Neuenburg; liess eigene Münzen prägen; 1592 Erwerb der Herrschaft Valangin

 

1600-1699

 

Ferdinand Wilhelm Eusebius von Schwarzenberg, 1652-1703, in Brüssel geboren, heiratete 1674 Maria Anna von Sulz, Landgräfin im Klettgau (1652-1698), welche von ihren Vorfahren ein unbefristetes Burgrecht mit Zürich besass (seit (1488); wird 1688 Graf von Sulz und 1698 gefürsteter Graf; er und seine Frau sterben in Wien

Caspar (Taufname: Andreas) Moosbrugger, 1656-1723, Vorarlberger Architekt, Lehre als Steinmetz; seit 1674 in Einsiedeln als Steinmetz tätig; 1682 Profess in Einsiedeln, wo er sich zum Architekten entwickelte; zeichnete die Pläne für die barocke Kirche von Muri (1695-98) und des Frauenklosters St. Lazarus in Seedorf (1695), um 1700 für die Klosteranlage und das Kloster Einsiedeln, die Benediktinerabtei Disentis sowie Kloster und Kirche der Zisterzienserinnenabtei Kalchrain bei Hüttwilen

Laurenz Bell, 1689-1759, ein aus Lothringen stammender Metzgergeselle, erwirbt 1718 in Kleinhüningen das Gasthaus "Zur Krone"; zwei Enkel sind 1806 Inhaber von Fleischbänken der "Neuen Schol" an der Weissen Gasse in Basel; der Sohn des einen, Samuel (1792-1851) erwirbt das Basler Bürgerrecht (1816) und etabliert sich 1834 als Metzger und Weinschenk am Barfüsserplatz; sein Enkel Samuel (1840-1920) eröffnet an der Streitgasse in Basel eine "Ochsenmetzg"

 

1700-1749

 

1723 zogen die Glasmacherbrüder Josef, Peter und Michael Siegwart von Windberg im Schwarzwald mit Familien und Mitarbeitern ins Entlebuch; in ihrer Glashütte im "Südel" auf der Hirsegg bei Sörenberg produzierten sie das "Flühli-Glas"; wegen Holzmangel 1817 Verlegung nach Hergiswil; 1975-88 von Roberto Niederer betrieben

Paul Coulon, 1731-1820, aus Aveyron (F), floh 1754 aus religiösen Gründen nach Genf, 1760 nach Neuenburg (seit 1767 Bürger); gründete 1796 eine Handelsbank mit Sitz in Paris (1813 geschlossen); auch seine Nachkommen waren im Bankgeschäft tätig

(Johann) Jacob Schweppe, 1740-1821, geboren in Witzenhausen (Hessen), kam mit 12 Jahren nach Genf, Uhrmacher und Amateurwissenschafter, erfand 1783 das Mineralwasser, baute - unterstützt von Jacques Paul und seinem Sohn Nicolas Paul sowie vom Holländer Henri-Albert Gosse (1753-1816, seit 1788 Bürger von Genf) - ab 1790 eine Fabrik zur Herstellung desselben in London ("Schweppe's Drury Lane factory"), 1798 verkaufte er drei Viertel des Geschäfts; fortan hiess das Getränk "Soda water" und die Firma "J. Schweppes & Co."; Jacob reist um 1800 über Deutschland zurück nach Genf, wo er auch starb

Johann Sebastian Clais, 1742-1809, in der Markgrafschaft Baden geboren, Lehre in Zürich, Weiterbildung in England, seit 1777 in der Schweiz, hauptsächlich in Winterthur (Bürger 1793); reorganisierte Bergwerke und Salinen; baute in Winterthur das Landhaus "Lindengut"; 1802 Gründer der Spinnerei Hard bei Wülflingen, der ersten mechanischen Grosspinnerei der Schweiz; sein Sohn übernahm sie 1841, eine der Enkelinnen war vermutlich das Vorbild von "Nettchen" in Gottfried Kellers Erzählung "Kleider machen Leute"

 

1750-1799

 

Johann Daniel Osterrieth, 1768-1839, Architekt aus Strassburg, Berner Stadtbaumeister, konzipierte 1798 für Aarau ein grosszügiges Regierungsviertel; Plan für den Wiederaufbau von Huttwil nach dem Brand von 1834

Heinrich Remigius Sauerländer, 1776-1847, in Frankfurt geboren, kam um 1800 nach Basel, wurde Teilhaber der "Flickschen Buchhandlung", deren Filiale in Aarau er einige Jahre später übernahm, sozial und politisch engagiert

Carl Christian Friedrich Glenck, 1779-1845, in Schwäbisch Hall geboren, studierte Jus, Geologie und Mineralogie und 1799/1800 an der Bergakademie in Freiberg; Bergingenieur, entdeckte 1830 bei Pohlitz eine ergiebige Sole-Lagerstätte und gründete an diesem Ort die Saline Heinrichshall; findet 1836 (nach 17 erfolglosen Bohrungen seit 1820) vor den Toren Basels mächtige Salzlager; 1890 wurde daraus die Firma Schweizerhall in Pratteln; 1900-45 Produktion von Dünger und Aufbau der Chemikalienverteilung für die Schweiz

Isaak Dreyfus, 1786-1845, aus Sierentz (Elsass), erhielt 1812 die Aufenthalts- und Handelsbewilligung der Stadt Basel; liess sich 1823 als Einzelfirma ins Basler Ragionenbuch eintragen; unter seinen Söhnen Samuel (1820-1905) und Leopold (1818-85) wurde die Firma 1849 in "Isaak Dreyfus Söhne" umbenannt und zur Privatbank

Louis Danzas, 1788-1862, Militärkarriere unter Napoléon, wird 1815 Mitarbeiter der (1806 gegründeten) elsässischen Transportfirma Michel l'Evêque in St. Louis; 1840 Gesellschafter; 1854 Tochtergesellschaft in Basel; nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1871 verlegt der Sohn Emile Jules Danzas (1836-1917) den Hauptsitz der Firma nach Basel; 1999 von der Deutschen Post übernommen

Johannes Baur, 1795-1865, aus dem Vorarlberg eingewanderter Bäcker, erbaute 1844 in Zürich das Hotel "Baur au Lac" als Feriendependance zum "Baur en Ville" (1838) am Paradeplatz (heute "Savoy"); erhielt 1859 das Zürcher Bürgerrecht

 

1800-1809

 

Alexander Clavel, 1805-1873, aus Lyon, seit 1838 Färber in Basel (1849 Bürger), 1854 Färberei; ab 1859 laufende Fabrikation des Anilinfarbstoffs Fuchsin; Vorläuferin der Firma CIBA (1884)

François-Joseph Burrus, 1805-1879, im Elsass geboren; übernahm mit 23 Jahren die von seinem Vater Martin (1775-1830), einem Weinbauern aus dem Elsass, 1814 in Boncourt gegründete Rollentabak-Manufaktur und baute sie zu einer modernen Fabrik aus; seit 1855 Produktion von Zigarren; 1871 Bürger von Seleute;
seine Söhne (ab 1887 in Boncourt eingebürgert) und weitere Nachkommen bauten das Unternehmen ständig aus; es wurde 1996 an die holländische Gruppe Rothmans International verkauft

Georg Philipp Heberlein, 1805-1888, deutscher Färbergeselle, seit 1825 in Wattwil; 1835 Kauf einer Liegenschaft, auf der er eine Färberei mit Wohnhaus errichtete; 1845 Bürger von Wattwil;
1931 übernahm die Firma Heberlein vom Schweizer Textiltechniker Rudolf H. Kägi (oft als Amerikaner bezeichnet) das Verfahren des Kräuselgarns und liess es patentieren ("Helanca"); 1929 Gründung der Gummiwerke Richterswil (Gurit)

Franz Saurer, 1806-1882, deutscher Bauernsohn aus Veringendorf bei Sigmaringen, 1821 Lehrstelle als Mechaniker in Neuhausen am Rheinfall, später in St. Georgen, begann 1853 Haushaltgegenstände aus Eisen zu giessen; erhielt 1854 das Bürgerrecht von Tablat im Tösstal; gründete 1863 in Arbon eine Firma, die gusseiserne Gegenstände herstellt;
sein Sohn Adolph (1841-1920) produziert schon kurz vor 1900 Autos, 1303 den ersten Lastwagen; 1908 entwickelte Hippolyt Saurer (1878-1936) den ersten Fahrzeug-Dieselmotor mit 30 PS unter persönlicher Mitwirkung von Rudolf Diesel

 

1810-1819

 

Antoni Norbert Patek de Prawdzic, 1812-1877, polnischer Kavallerist, floh 1832 über Frankreich nach Genf, gründete 1839 mit dem polnischen Uhrmacher François Czapek eine Uhrenfabrik, wurde 1843 Bürger von Genf; tat sich 1845 mit Philippe zusammen

Matthäus Hipp, 1813-1893, in Württemberg geboren, Uhrmacherlehre, kommt nach Le Locle, entwirft 1834 in St. Gallen das elektrische Pendel für Uhren (engl. "Hipp toggle"; frz. "échappement à palette"), baut es aber erst 1842; 1835-41 in Saint-Aubin; 1852 Chef der Schweizer Telegraphenwerkstätte (später von Gustav Adolf Hasler übernommen); gründet 1860 in Neuenburg eine kleine Fabrik für elektrische Apparate (seit 1889 "Peyer et Favarger"); stellt 1866 einen selbstkonstruierten Elektromotor vor; die Psychologen verwendeten gerne das Hippsche Chronoskop

Henri Nestlé, 1814-1890, Apotheker aus Frankfurt, seit 1839 in Vevey, stellte dort seit 1843 Mineralwasser her; 1867 Kindermehl; seit 1874 Bürger von Vevey;
1938 "Nescafé" (von einem entlassenen Mitarbeiter, Dr. Max Morgenthaler, 1901-1980, entwickelt)

Jean Adrien Philippe, 1815-1894, Uhrmacher aus Eure-et-Loire (Frankreich), erfand 1842 die selbstaufziehende Pendeluhr, tat sich 1945 mit Patek in Genf zusammen; starb in Plainpalais bei Genf; seit ist die Firma 1905 in Besitz der Genfer Familie Stern

 

1820-1829

 

Oscar Miller, 1826-1893, in Heidenheim geboren, trat mit 14 Jahren in die dortige Papierfabrik ein; mit 21 Jahren Geschäftsführer einer Papierfabrik in Pfullingen, bald einer in Bautzen, und seit 1852 einer in Voltri bei Genua; seit 1862 Direktor, Erbauer und menschenfreundlicher Leiter der Papierfabrik Biberist; wurde 1876 Ehrenbürger daselbst; ab 1882 Bau einer Holzstofffabrik in Rondchâtel ob Biel, einer Cellulosefabrik in Biberist und einer Papierfabrik in Frinvillier;
Nachfolger wurde sein Sohn Oscar Miller (1862-1934), der auch als Kunstsammler, u. a. von Gemälden von Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler und Cuno Amiet (u. a. im Kunstmuseum Solothurn) und Mäzen wirkte;
von seinen zwei Söhnen Oscar (1888-1941) und Werner (1892-1959) war ersterer Fürsprech und Notar in Solothurn, letzterer Kunstmaler;
die Papierfabrik wurde 1996 an die Metsä-Serla Oy (seit 2001: M-real) verkauft

Charles Brown, 1827-1905, britischer Maschinenbauer, seit 1851 bei Gebrüder Sulzer in Winterthur, entwickelte die Sulzer-Dampfmaschine, gründete 1871 die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Winterthur

Wilhelm Rudolf Schoeller, 1827-1902, aus einer Industriellenfamilie im rheinischen Düren, gründete 1868 in Schaffhausen eine Kammgarnspinnerei für Webgarne; fabriziert Stoffe für den Massenmarkt

 

1830-1839

 

Léopold-Louis Dreyfus, 1833-1915, in Sierentz geboren, eröffnete 1851/2 in Basel eine Getreidehandel, bald auch in Zürich später in Frankreich;
Sohn: Louis Dreyfus, 1867-1940, in Zürich geboren; Bankier; in Cannes gestorben; die Familie durfte seit 1896 den Namen Louis-Dreyfus tragen;
Söhne: Jean (1908-) und François-Louis (1909-1958); Jean besitzt ein Haus in Davos

Jacques Didisheim, 1834-1889, im Elsass geboren, kam um 1850 in die Schweiz, zuerst nach Genf, dann nach St. Imier, wo er 1860 die Uhrenfabrik "Juvenia Goldschmidt" (nach dem Mädchennamen seiner Frau) eröffnete; seit 1882 in La Chaux-de-Fonds; 1988 von Asia Commercial übernommen

Frédéric-Auguste Bartholdi, 1834-1904, in Colmar (Elsass) geboren, studierte in den 1850er Jahren Bildhauerei in Paris; 1870-86 Freiheitsstatue in New York; ein zu Ehren der Stadt Strassburg geschaffenes Denkmal wurde 1895 in Basel aufgestellt; das Denkmal für die 1871 in Schinznach verstorbenen Soldaten der Bourbaki-Armee kam 1901 auf den Friedhof Birr

Daniel Peter, 1836-1919, aus dem Elsass, kombinierte Milchpulver (von seinem Nachbarn Henri Nestlé) und Kakao zur Milchschokolade (1875), gründete 1901 in Orbe eine Schokoladenfabrik

Louis Durand, 1837-1902, französischer Farbstoffchemiker; vor 1866 Chefchemiker bei der chemischen Fabrik La Fuchsine in Lyon, 1866-70 bei der Seidenfärberei und Anilinfarbenfabrik Clavel in Basel, danach bei F. Petersen & Sichler in Schweizerhalle; heiratete 1869 Catherine Koechlin, Tochter eines Färbereibesitzers in Mülhausen; ab 1871 mit seinem Schwager Daniel Edouard Huguenin-Koechlin Aufbau der "Durand & Huguenin" zur Herstellung von Baumwolldruck-Farben; Sanierungen 1922 und 1940; seit 1969 bei Sandoz

Charles Page, 1838-1873, gründete zusammen mit seinem Bruder George H. Page (1836-1899) 1866 in Zürich die "Anglo-Swiss Condensed Milk Co.", Produktion in Cham (In der "Milchsüüdi"), 1905 Fusion mit Nestlé; George P. gründete 1888 in den USA eine Filiale (Dixon, "Swissville"), die 1902 von Borden übernommen wurde

Franz Bauer, 1839-1908, in Mannheim geboren, Schulen und Schlosserlehre daselbst; ab 1861 in Zürich, ein Jahr später eigene Schlosserwerkstatt für feuerfeste Geldkassen im Haus des Schwiegervaters, ab 1866 als Einzelfirma mit wachsendem Erfolg. 1890 Bau einer Fabrik, Herstellung von Tresoranlagen; 1907 Umwandlung in "Kaba AG"; 1934 Erfindung des Wendeschlüssels

 

1840-1849

 

Wallrad Ottmar Bernhard, 1840-1905, in Rheinpfalz geboren, Kaufmann und Liqueurfabrikant in München; seit 1883 Bürger der Stadt Zürich, gründet 1886 mit seinem Bruder Philipp Emil in Rorschach die "Schweiz. Conservenfabrik Bernhard & Cie."; nach dem Verkauf 1914 Übergang in die 1916 gegründete "Conservenfabrik Rorschach AG" (ROCO)

Florentine Ariosto Jones, 1841-1916, Uhrenmacher aus Boston, Mass., gründete 1869 in Schaffhausen eine Uhrenfabrik, die International Watch Company (IWC)

Georg Wander, 1841-1897, in Osthofen (bei Worms) geboren, wurde 1863 Assistent des chemischen Laboratorium der Universität Bern, eröffnet 1865 im Sulgenbach in Bern ein "chemisch-technisches und analytisches" Laboratorium, das nach seinem frühen Tod von Sohn Albert (1867-1950) übernommen wurde; arbeitete seit 1867 mit Malzextrakten; seit 1873 eigene Produktionsstätte am Stadtbach; 1879 in der Stadt Bern eingebürgert (vermutlich zusammen mit seiner Familie); 1897 "Herbalpina"; 1904 erste Produktion von "Ovomaltine"; 1937 "Ovo Sport";
1967 von Sandoz übernommen; 1977 Isostar-Pulver, 1984 Isostar flüssig

Thomas Alva Edison, 1847-1931, amerikanischer Erfinder und Unternehmer, besuchte 1911 auf einer Europareise mit seiner Familie auch Bad Pfäfers

 

1850-1859

 

Maurice Koechlin, 1856-1936, geboren in Bühl (Elsass), besuchte die Schulen in Mülhausen, studierte 1873-77 bei Carl Culmann "Graphische Statik" am Polytechnikum in Zürich, wird 1879 ,,Chef du bureau des études" der Konstruktionsfirma Gustave Eiffel in Levallois-Perret, der er lebenslang dient (seit 1900 ,,Administrateur-directeur", zuletzt Verwaltungsratspräsident der Firma sowie Präsident der Eiffelturmgesellschaft); Idee und Zeichnungen des Eiffelturms sind sein Werk; heiratete 1886 in Vevey Emma Rossier, erbaute 1900 in Veytaux ein Haus, in dem er auch starb

Rudolf Christian Karl Diesel, 1858-1923, in Paris von bayrischen Eltern geboren, arbeitete 1878-1880 als Mechaniker und Maschinenzeichner in den Sulzer Maschinenwerken in Winterthur; 1885-90 erstes Labor in Paris, nachher in Deutschland; seine Experimente wurden von der Familie Sulzer gefördert

Gustav Henckell, 1859-1942, geboren in Bodenfelde an der Weser, Schulen und Lehre in Hannover, seit 1886 in Lenzburg, wo er sofort mit seinem Schulkameraden Gustav Zeiler eine Konservenfabrik gründet, um Früchte und Gemüse möglichst schonend haltbar zu machen. 1889 nach dem Tode von Gustav Zeiler wurde die Firma in "Henckell und Roth", die damaligen Teilhaber, umbenannt; daraus entstand die Marke "HERO"; bald nach der Jahrhundertwende wurde die Konservenfabrik Frauenfeld gekauft; 1981 Übernahme der ROCO

 

1860-1869

 

Karl August Lingner, 1861-1916, deutscher Unternehmer, stellte seit 1892 in Dresden das Mudwasser Odol her; kaufte kurz vor seinem Tod die Ruine des mittelalterlichen Schlosses Tarasp, liess es wieder ausbauen und wohnmässig einrichten, mit in der Region eingekauftem, zum Teil antikem Mobiliar; vermachte es seinem Freund, Ernst Ludwig Grossherzog von Hessen-Darmstadt

Achille Ditesheim, 1862-?, aus Hegenheim (Elsass), gründet 1881 eine Uhrenfabrik in La Chaux-de-Fonds; seit 1906 "Movado"; 1969 Zusammenschluss mit Zenith

Heinrich Zoelly, 1862-1937, in Mexiko City als Sohn eines Deutschen und einer Zürcherin geboren; seit 1866 mit seinen Eltern in Zürich; studierte an der ETH Maschinenbau; seit 1888 Bürger von Fluntern; 1888-1931 technischer Leiter von Escher-Wyss; entwickelte 1903 die erste zweigehäusige industrielle Dampfturbine, die später unter seinem Namen bekannt und international produziert wurde; auch Konstruktion von Höchstdruckturbinen und Niederdruck-Wasserturbinen

Walter Boveri, 1865-1924, in Bamberg geboren, Maschineningenieur, seit 1885 bei der Maschinenfabrik Oerlikon; gründete mit dem Engländer Charles Eugen Lancelot Brown (1863-1924, Sohn von Charles Brown) 1891 in Baden die Firma "Brown, Boveri & Cie."; vier Jahre später die "Motor" Aktiengesellschaft für angewandte Elektrizität als Projektierungs- und Finanzierungsgesellschaft für elektrische Grossanlagen; seit 1893 Bürger von Baden; wurde zusammen mit Brown 1916 Ehrenbürger von Baden;
1967 fusionierte BBC mit der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO), 1969 mit Sécheron, 1988 mit der schwedischen ASEA

Ernest Carnot, 1866-1955, französischer Unternehmer, gründet 1905 auch in der Schweiz ein Unternehmen für die Fabrikation von Viskoseprodukten; erster Direktor Eduard von Goumoëns (1874-1959; aus einer alten Waadtländer Familie, in Bern und Schloss Worb aufgewachsen); 1922 Gründung einer unabhängigen Gesellschaft: "Société de la Viscose Suisse", später "Viscose Emmenbrücke" genannt (Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats: E. von Goumoëns); 1924 Werk Widnau

Walther Rathenau, 1867-1922, deutscher Industrieller, Politiker und Schriftsteller; begann nach dem Studium von Physik und Maschinenbau seine berufliche Laufbahn 1892 als technischer Beamter bei der Aluminium-Industrie AG in Neuhausen; sein Vater Emil Rathenau hatte 1862 an der ETH Zürich als Maschinenbauingenieur abgeschlossen; seine Schwester Edith (1883-1955) flüchtete 1939 mit ihrem Mann Fritz Andreae nach Zürich

Paul Ditisheim, 1868-1945, aus einer Elsässer Familie, die sich 1834 im Kanton Neuenburg niederliess und 1873 einbürgerte (sein Vater war Uhrenindustrieller); in La Chaux-de-Fonds geboren, besuchte hier die Uhrmacherschule, 1892 eigene Werkstatt, bald Produktion von Marinechronometern; 1917 Gründung der AG "Fabrique Solvil à Sonvilier"; nachher Forscher in Paris, Nizza und Genf

 

1870-1879

 

Otto Coninx, 1871-1956, in Friedrich-Wilhelms-Hütte bei Köln geboren; Ausbildung zum Bergbauingenieur an den Universitäten Jena und Berlin; 1906 vom Schwiegervater Wilhelm Girardet (1838-1918; aus dem Ruhrgebiet) als Verlagsleiter des "Tages-Anzeigers" (1893 gegründet) nach Zürich berufen; seit 1924 Bürger von Zürich

Franz Brozincevic, 1874-1933, in Kroatien geboren, kommt 1892 in die Schweiz zu Saurer, 1897-99 bei der neugegründeten Motorenfabrik Wetzikon angestellt, konstruiert Automotoren; gründete 1913 die "Automobilwerke Franz AG"; übernimmt 1916 die Motorenfabrik Wetzikon (ab 1918 FBW)

Eugenio Balzan, 1874-1953, italienischer Journalist und Verleger der Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“; auch Kunstsammler; verliess 1933 Italien und lebte seither in der Schweiz (Zürich, Pontresina und Lugano);
seine Tochter Angela Lina (1892-1957) richtete kurz vor ihrem Tod den Balzan-Preis ein

Léon Givaudan, 1875-1936, aus Lyon, studierte an der Universität und an der ETH Zürich Chemie, gründete mit seinem Bruder Xavier (1867-1966, Apotheker in Lyon) 1895 an der Weinbergstrasse in Zürich ein Unternehmen zur Herstellung von Riechstoffen (3 Jahre später nach Vernier verlegt)

Richard Doetsch, 1877-1958, in St. Tönis bei Krefeld geboren, Pharmaziestudium in Freiburg i .Br.; ab 1904 in Basel als Apotheker bei der Firma Nadolny tätig, die er später zusammen mit Oskar Grether übernahm und als Firma Doetsch Grether & Cie. zu einem Betrieb des pharmazeutischen Grosshandels entwickelte; seit 1922 Basler Bürger

Marc Birkigt, 1878-1953, in Genf als Sohn eines Deutschen geboren; Autokonstrukteur, Ausbildung am Technikum Genf (1898 eingebürgert); ging 1899 nach Barcelona, und baute dort zuerst einen elektrischen Autobus, 1904 Gründer der "Hispano-Suiza" in Genf, Autos mit Vierzylindermotoren; 1914 V8-Flugzeugmotor; eröffnet 1938 in Genf eine Werkzeug- und Waffenfabrik (20mm-Kanone)

 

1880-1889

 

Hans Wilsdorf, 1881-1960, geboren in Kulmbach (Nordbayern), mit 19 Jahren nach La-Chaux-de-Fonds ausgewandert; gründete 1905 in London einen Uhrengrosshandel (wurde 1912 britische Bürger), liess 1908 den Markennamen "Rolex" (abgekürzt aus horlogerie exquise) eintragen; 1912/4 verlegte er seinen Firmensitz nach Biel, 1919 nach Genf; erfand 1926 die erste wasserdichte Armbanduhr ("Oyster")

Otto Frank, 1889-1980, aufgewachsen in Frankfurt, 1933 Emigration nach Amsterdam und Aufbau eines Exportgeschäfts (Pektin); 1944 an die Gestapo verraten und mit der Familie nach Auschwitz deportiert; seine Tochter Anne Frank schrieb 1942-45 ein Tagebuch; Otto Frank lebte von 1952 bis an sein Lebensende mit seiner zweiten Frau Fritzi (Elfriede Markovitz) in Birsfelden, wo seine Mutter und eine Schwester wohnten

 

1890-1899

 

Emil Georg Bührle, 1890-1956, in Pforzheim geboren, Grossindustrieller und Kunstmäzen; studiert Kunstgeschichte und Germanistik in Freiburg i. Br. und München; 1924 Geschäftsleiter der Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon, 1937 Alleininhaber und Bürger von Zürich

Jacques Bogopolski, 1896-1962, in der Ukraine geboren, kommt nach Genf um Medizin zu studieren, gründet 1924 die BOL S. A. zur Produktion von Filmkameras, seit 1927 speziell für 16mm-Film unter der Bezeichnung "Bolex"; 1930 wird das Konkurs gegangene Unternehmen von Paillard übernommen; seit 1933 entwickelte B. die Fotokamera "Alpa", die 1942-1990 von Pignons in Ballaigues hergestellt wurde; B. ging 1940 nach USA

Daniel K. Ludwig, 1897-1992, in Michigan geboren, Schiffsbauer und -eigner, baute die "Princess"-Hotelkette auf, gründete 1971 das "Ludwig Institute for Cancer Research", dessen Sitz lange in Zürich war

Gustav Tauschek, 1899-1945, Wiener Erfinder; meldete 1922 sein erstes Patent an (auf eine Guillochiermaschine zum Gravieren von Originaldruckplatten für die Herstellung von Wertpapieren); seit 1924 Verbesserung der Lochkartenmaschinen, seit 1926 für „Rheinmetall“ (bald von IBM übernommen); insgesamt 169 Patente wurden ihm von der IBM abgekauft; viele Reisen in Europa und nach Amerika; seit 1934 mit seiner Frau Maria und Sohn Gustav in der Schweiz, wo er in Zürich starb

 

1900-1909

 

John Pullman, 1900-?, lebte in Chicago, Kurier für Meyer Lansky; gab 1954 seine amerikanische Staatsbürgerschaft auf und wurde Kanadier, später Schweizer (laut der Genfer Einwohnerkontrolle jedenfalls nicht dort); Präsident der "Bank of World Commerce"

Ernst Göhner, 1900-1971, in Zürich geboren (sein Vater Gottlieb war 1888 aus Süddeutschland nach Zürich zugewandert und hatte im Seefeld eine Glaserei und Schreinerei aufgebaut; liess sich ca. 1913 einbürgern); Schulen in Zürich, tritt 1920 die Nachfolge seines Vaters an; 1932 Gründung der Tür- und Fensterfabrik (TUFA) Altstätten, 1934 der Autofirma Holka (Holz-Karosserie; bis 1945); seit 1940 markante Hochbauten in Zürich; 1950 Engagement in der Hochseeschifffahrt; seit 1957 Familienstiftung; ab 1965 Mietwohnungskomplexe (Hegnau, Greifensee, Benglen, Genf)

Marcel Breuer. 1902-1981, in Pécs geboren, 1920-24 Studium am Staatlichen Bauhaus in Weimar, hierauf Leiter der Tischlereiwerkstatt in dem nach Dessau umgezogenen Bauhaus und Experimente mit Stahlrohmöbeln, 1928 nach Berlin; in den 1930er Jahren mehrmals in der Schweiz (Entwürfe für Aluminiummöbel; Mitarbeit am Projekt der Doldertal-Häuser); seit 1937 in den USA als Architekt

Giuseppe Gherzi, 1902-1992, in Novara geboren, studierte in Genua, gründete 1928 die Gherzi Textile Development Co. in Boston, USA, kam ein Jahr darauf nach Zürich und gründete hier eine Beratungsfirma; lebte in Zollikon

Grete Weiss (geb. Löw-Beer), 1903-1970, aus einer Industriellenfamilie in Brünn, heiratete 1928 Fritz Tugendhat und erhielt von ihren Eltern ein Grundstück geschenkt, auf dem sie von Ludwig Mies van der Rohe eine Villa errichten liessen; 1938 Flucht in die Schweiz, 1941 nach Venezuela; seit 1950 zurück in der Schweiz (St. Gallen);
drei Kinder: Ernst (1930-), Ruth und Daniela (1946-)

Zino Davidoff, 1906-1994, in Kiew oder Noivgorod geboren, 1911 musste die Familie emigrieren; sie liess sich in Genf nieder, wo Vater Henri ein Zigarrengeschäft eröffnet; Zino lernte 1924-29 in Südamerika und Kuba das Handwerk, eröffnet nachher in Genf eine Cigarrenabteilung; seit 1953 Bürger von Genf; 1969 Eigenmarke "Davidoff", 1970 Verkauf des Geschäfts an Oettinger Imex, Basel; 1988 erstes Parfum: "Cool Water"

Aristoteles Onassis, 1906-1975, im türkischen Izmir als Sohn einer wohlhabenden griechischen Familie geboren, wanderte nach Argentinien aus, seit 1932 Reeder, besass eine Residenz bei Gland, weilte gerne in St. Moritz

Stavros Niarchos, 1908-1996, griechischer Reeder, geschäftete in Genf, wohnte in St. Moritz, starb in Zürich, ist im Familiengrab in Lausanne bestattet

Heinrich Marie Ledig-Rowohlt, 1908-1992, Verleger, wohnte in Château de Lavigny bei Lausanne, in dem heute eine Stiftung besteht

Helmut Horten, 1909-1987, in Bonn geboren, baute in den 1950er Jahren einen Warenhauskonzern auf, unter anderem durch den Ausbau eigener und den Erwerb fremder Waren- und Kaufhausunternehmen; eröffnete Ende der fünfziger Jahre den ersten deutschen Lebensmittel-Supermarkt; wandelte das Unternehmen 1968 in eine AG um und zog ins Tessin, nach Croglio, wo er auch starb; seine zweite Frau Heidi (geb. 1946) kehrte 2002 in ihre Heimatstadt Wien zurück

Friedrich Paulsen, 1909-1997, Kindheit und Studium der Medizin in Kiel, 1935 Flucht in die Schweiz, wo er an der Universität Basel die noch fehlenden Examen bestand; nachher in Schweden, wo er 1950 eine Firm für die Herstellung von Peptidhormonen gründete, später in Ferring umbenannt; verbrachte seinen Lebensabend auf Föhr; sein Sohn Frederick verlegte 2000 den Hauptsitz der Holding nach St-Prex bei Lausanne und nahm später auch in Lausanne Wohnsitz

 

1910-1919

 

John Latsis, 1910-2003, griechischer Reeder, kaufte 1979 die Deposit Bank von der Familie Onassis in Genf; gründete hier weitere Banken

Alfons Müller Wipperfürth, 1911-1986, in Mönchengladbach geboren, baute nach dem Zweiten Weltkrieg in Wipperfürth eine Herrenhosenfabrikation auf, kaufte um 1955 eine Villa am Hang über dem Luganersee, liess in Lugano-Agno einen Flugplatz anlegen, um den er ein Hotel („La Perla“) und eine Villensiedlung gruppierte; verlegte 1959 aus Steuergründen die Konzernzentrale nach Lugano; produzierte im Tessin auch Hemden und Anoraks; 1982 wurde das Unternehmen liquidiert

Helmut Kindler, 1912-, deutscher Journalist und Verleger, gründete 1945 seinen Verlag und übersiedelte 1957 nach Zürich ("Die Psychologie des 20. Jahrhunderts", 16 Bände, 1976-1981), lebt in Küsnacht und bei Eckernförde

Octav Botnar, 1913-1998, in Czernowitz geboren, 1932-36 im Gefängnis, nachher und im Zweiten Weltkrieg in Frankreich, 1946-60 zurück in Rumänien, dann Flucht über Deutschland 1966 nach England , wo er 1970 "Nissan U. K." einrichtete, wohnte aber eher in der Schweiz, in Frankreich und Monaco; 1991 vor einer Polizeirazzia in die Schweiz geflohen; starb in Villars

Hans Liebherr, 1915-1993, Maurer und Konstrukteur; baute 1949 einen Turmdrehkran; damit wandelte er den elterlichen Baubetrieb in Kirchdorf an der Iller in einen Baumaschinenhersteller um; 1981 Umzug der Firma nach Bulle;
sein Sohn Hans (1945-) wurde 1997 Bürger von Bulle, verkaufte 1999 seine Antelie an den Bruder Willi und die Schwester Isolde Wagishauser-Liebherr und zog ein Jahr später nach Monaco um

Elise Goulandris, 1918-2000, griechische Kunstsammlerin und Mäzenin, Frau des Reeders Basil P. Goulandris; das Paar lebte seit 1965 in Paris, Lausanne und Gstaad

André Guelfi, 1919- in Marokko geboren, Unternehmer, lebt seit 1971 in Paris und 1975-2000 in Lausanne; seither in Malta

 

1920-1929

 

Carl W. Hirschmann, 1921-1995, gründete 1967 in Basel die Jet Aviation; Stiftung in Zug

Giovanni Agnelli, 1921-2003, Turiner Industrieller, seit 1963 Chef der von seinem Grossvater gegründete Autofabrik Fiat, hatte sei ca. 1970 ein Haus bei St. Moritz, wo er häufig in den Ferien weilte

Pierre Cardin, 1922-, bei Treviso als Sohn französischer Eltern geboren, seit 1945 Modeschöpfer in Paris, wohnte lange in Genf, seit 1999 wieder in Paris

Nessim David Gaon, 1922-, in Bendar (Sudan) geboren, Finanzier in Genf, seit 1969 Bürger von Genf

Baruch (Bruce) Rappaport, 1922-, in Haifa von russischen Eltern geboren, seit den 1950er Jahren in der Schweiz, Unternehmer, Banker; seit 1971 Bürger von Genf; seit 1997 in Monaco

Lilliane Bettencourt, 1922-, Tochter des Gründers der Kosmetik-Gruppe L'Oréal (1909) Eugène Schueller (1881-1957), lebt mit ihrem Mann André (1919-), Anwalt und Politiker, zeitweise in Genf

Rainier III, 1923-2005, in Monaco geboren, Schulen in England (Summerfields, Hastings) und in der Schweiz ("Le Rosey"); wird 1949 Fürst von Monaco, heiratet 1956 die Filmschauspielerin Grace Kelly (1929-1982)

Ibn Abdu Azis Fahd, 1923-2005, seit 1982 König von Saudi Arabien, besass ein Anwesen in Collonge-Bellerive

Alfred Henry Heineken, 1923-2002, holländischer Bier-Baron, lebte zeitweise in St. Moritz und Perroy

Friedrich Jahn, 1923-1998, in Linz geboren, Kellner, gründete 1955 die Restaurantkette "Wienerwald", 1982 Liquiditätsprobleme; starb in Zürich

Giuseppe Panza di Biumo, 1923-, Graf, in Mailand geboren, Ausbildung als Jurist; sammelt seit 1954/56 zeitgenössische Kunst, die er u. a. seit 1969 in der Familienvilla in Varese ausstellt, lebt in Massagno-Lugano

Birgit Rausing, 1924-, Kunsthistorikerin, Unternehmerin (Tetra Pak, gegründet 1954 von ihrem Mann Gerd, 1922-2000), Kunstsammlerin; lebt in Montreux

Otto Beisheim, 1924-, deutscher Unternehmer; seit 1970 mit der Holding Metro International AG (MIAG) in Baar, wo er 1988 eingebürgert wurde

Karl-Heinz Kipp, 1924-, in der Pfalz geboren, Speditionskaufmann, erwirbt 1948 die Trierer Trachten- und Bänderhandlung Alfred Massa; 1965 erster Massa-Verbrauchermarkt; 1987 Verkauf der Massa-Discountkette; lebt in Arosa und Ascona; kauft Schweizer Hotels

Donald Hillsdon Ryan, 1924-2005, geboren in Petersburg, Virginia, besuchte die Harvard Business School, eröffnete 1957 in Belgien eine Handelskette, später Fabriken für Schuhreparatur-Maschinen ("Mister Minit"); lebte am Genfersee und in London; Schweizer Bürger

Curt Glover Engelhorn, 1926-, in München geboren, studierte in Austin, Texas, Chemie-Ingenieurwesen, 1955-90 bei der C. F. Boehringer & Söhne, Mannheim; 1997 Verkauf an Hoffmann-La Roche; lebt in Gstaad

Edmond de Rothschild, 1926-1997, in Paris geboren; Unternehmer in Genf; baute sich eigene Finanzinstitute in der Schweiz und Frankreich auf, Finanzierung von Städtebauprojekten und Tourismusanlagen, Ausbau von Mégève zu einem Wintersportort;
sein Sohn Benjamin (1963-) lebt mit Frau Ariane im Château de Pregny

Ingvar Kamprad, 1926-, schwedischer Unternehmer, Gründer von IKEA, wohnt seit 1976 in Epalinges bei Lausanne

George Livanos, 1926-1997, in New Orleans geboren, in Griechenland aufgewachsen; gründete 1949 die Ceres Schifffahrtsgesellschaft; wohnte u. a. in Lausanne und St. Moritz

Nicolas G. Hayek, 1928-, in Beirut als Sohn eines Amerikaners und einer Libanesin geboren; in Frankreich Abitur und Studium; seit 1949 in der Schweiz, heiratete hier 1951 Marianne Mezger; 1964 Bürgerrecht der Einwohnergemeinde Meisterschwanden; rettete die Schweizer Uhrenindustrie mit seiner "Swatch" (1983); 2004 Ehrenbürger von Biel; 2007 Ehrenbürger von Meisterschwanden

Branco Weiss, 1929-, in Zagreb geboren, 1951 ETH-Diplom, gründete 1959 "Kontron", seit 1980 Berater für Venture Capital, Kunstsammler

Stefan Kudelski, 1929-, in Warschau geboren, 1943 in die Schweiz geflohen, studierte an der EPUL Lausanne, entwickelte 1951 das ersten tragbare Tonbandgerät ("Nagra"; die Version III mit Transistoren wurde von 1958-1968 gebaut); Schweizer Bürger

 

1930-1939

 

Jaime Ortíz Patiño, 1930-, in Paris als Enkel eines brasilianischen Zinnmagnaten geboren, besuchte das Internat "Le Rosey", studierte an der Universität Lausanne, guter Tennisspieler, später Golfspieler, lebt zeitweise in der Schweiz

Bernie Ecclestone, 1930-, in Ipswich geboren, Automobilrennfahrer, kaufte 1972 das Brabham-Team, wohnt seit 1990 in Gstaad

August von Finck, 1930-, deutscher Banker und Unternehmer (kaufte 1991 von Ueli Prager "Mövenpick"), lebt seit 1998 auf Schloss Weinfelden

Zaki Ahmed Yamani, 1930-, in den 1970er Jahren Ölminister von Saudi Arabien, lebt in Genf, hat ein Haus im Wallis; ist Präsident des Centre for Global Energy Studies in London

Vittorio Ghidella, 1931-, geboren in Vercelli (It), machte als Ingenieur Karriere bei Fiat und RIV-SKF, seit 1979 Generaldirektor bei Fiat; beteiligte sic h1992 an Sauer; lebt seit ca. 1989 im Tessin, wo er das Schweizer Bürgerrecht erwarb

Frank Stronach, 1932-, in Österreich geboren, Werkzeugmacher, kam 1954 nach Kanada, drei Jahre später eigene Firma; Ende 1960er Jahre Fusion mit Magna Electronics; lebt in Kanada, USA und in Zug

Edmond Safra, 1932-1999, Bankier aus dem Libanon, seit 1956 in Genf, wo er sofort eine Bank gründete; meldete sich gegen Ende 1999 nach Monaco ab

Gunter Sachs, 1932-, in Mainberg geboren, kam 1935 mit seiner Mutter, Elinor von Opel, in die Schweiz; im Bündnerland aufgewachsen, besuchte das Lyceum Alpinum in Zuoz und das Institut auf dem Rosenberg, St. Gallen, studierte an der Universität Lausanne Mathematik, erbte nach dem Tod des Vaters zusammen mit seinem Bruder Ernst Wilhelm (kam 1977 in einer Lawine um) die Firma "Fichtel & Sachs", häufig an der Côte d'Azur und in Gstaad; 1966-69 verheiratet mit Brigitte Bardot (hatte damals eine kleine Villa in Pully), seither mit Mirja; seit 1977 Bürger von Surcuolm ob Ilanz

Johann Rupert, 1933-, südafrikanischer Unternehmer, in Zug (Rothmans, Cartier, Mont Blanc)

Léonard A. Lauder, 1933-, in New York geboren als ältester Sohn von Estée Lauder, nach Ausbildung als Ökonom seit 1958 im elterlichen Geschäft, lebt in Lachen;
auch der jüngere Sohn, Ronald S. Lauder (1944-), ebenfalls studierter Manager, residiert in Lachen

Hermann C. Goldkamp, 1933-, gründete 1975 in Zürich Phoenix Mecano

Marc David Rich (Reich), 1934-, geboren in Antwerpen, 1942 nach Amerika geflohen, gründete 1973 seine eigene Firma, seit 1983 in der Schweiz; wohnt in Meggen

Pincus Green, 1934-, in Brooklyn aufgewachsen, Partner von Marc Rich, seit 1983 in der Schweiz; wohnt in Walchwil; Bürger von Walchwil

Scheich Abdulaziz Al Suleiman, 1934-, Vize-Öl- und Finanzminister Saudi-Arabiens, lebt in Jeddah, Genf und Paris; Schweizer Bürger

Ralph Sonnenberg, 1934-, Industrieller, Besitzer von Hunter Douglas, wohnt in Meggen

Prakash P. Hinduja, 1936-, indischer Unternehmer in Genf; seit 2000 mit seiner Familie Bürger von Genf;
Kinder Ajay P., Ramkrishan (Remi) und Renuka

Klaus J. Jacobs, 1936-, in Bremen geboren, 1974 Vorstandsvorsitzender der Jacobs AG in Zürich; 1982 Fusion von Suchard-Tobler mit Jacobs Kaffee, 1990 an Kraft General Foods verkauft; 1984 eingebürgert, lebte bis 2002 in Küsnacht, hernach in Newsells Park (Hertfordshire)

Klaus Michael Kühne, 1937-, in Hamburg geboren, Unternehmer (Kühne & Nagel); zuerst in Pfäffikon, dann Schindellegi

Klaus Schwab, 1938-, geboren in Ravensburg, Sohn eines deutschen Vaters und einer Schweizer Mutter, studierte an der Universität Freiburg i. Ue., an der ETH Zürich und in Harvard, seit 1972 Professor für Management an der Universität Genf, gründete 1971 das Word Economic Forum in Davos; Ehrenbürger von Davos

Karl Scheufele, 1938-, aus Pforzheim, Enkel eines Herstellers von Schmuckuhren, kauft 1963 die darniederliegende Genfer Uhrenfirma Chopard; Sponsor der Mille Miglia 1999;
seine Tochter Caroline (geb. 1961, verheiratet mit Fawaz Gruosi) ist ebenfalls in der Geschäftsleitung

Theo Müller, 1938-, übernahm 1971 die 1896 von seinem Grossvater gegründete Molkerei und baut sie als Firma zur Herstellung von Milchfrischprodukten aus; wohnt seit 2003 mit seiner Familie in Erlenbach

Claus Hipp, 1938-, in München geboren, studierte Jura, seit 1968 persönlich haftender Gesellschafter der väterlichen Firma (Hipp KG, seit 1956 Bio-Landbau; Bébé-Nahrung); Bürger von Solothurn; beteiligt an bio-famila Sachseln

Dimitri Sturdza, 1938-, in Jassy (Rumänien) geboren, rumänischer Prinz, Tennisprofi, studierte Atomphysik, gründete 1971 das Kosmetikunternehmen Déesse; seit 1988 neuer Firmensitz in Oetwil am See

Daniel Hechter, 1938-, in Paris geboren, begann 1957 mit Modekreationen, erfand "ready-to-wear", später auch Sportkleidung und Parfüms, seit 1997 in Genf

Francesco Zefferino Sbarro, 1939-, in Puglia (Süditalien) geboren, seit 1957 in Neuenburg, Automobilkonstrukteur; eröffnete ab 1992 mehrere Schulen für Konstrukteure

Asher Edelman, 1939-, Financier aus New York, seit 1988 in Lausanne; stiftete ein Museum in Pully; Schweizer Bürger

 

1940-1949

 

Gianluigi Aponte, 1940-, in Sorrent geboren; gründete 1970 die "Mediterranean Shipping Company" (MSC); Hauptsitz in Genf, auch beteiligt am Hafen von Neapel; wohnt bei Genf

Bertil Hult, 1941-, in Stockholm aufgewachsen, gründete 1965 in Lund die Sprachschule EF; wohnt 1978-1983 und seit 2000 in Luzern

Anton Wolfgang, Graf von Faber-Castell, 1941-, lebt in Küsnacht

Paul Fentener van Vlissingen, 1941-, holländischer Unternehmer (SHV); lebt in Flims

Jean-Claude Killy, 1943-, französischer Skirennfahrer, seit 1969 in Genf, wo er ein Geschäft für Sportbekleidung aufbaute

Madeleine Schickedanz, 1943-, in Nürnberg als Tochter von Gustav Schickedanz, Gründer des Versandhauses "Quelle", geboren; lebt in St. Moritz

Ulrich Leo Bettermann, 1946-, Enkel von Franz Bettermann, der 1911 im Sauerland ein Unternehmen gründete (1952 OBO = ohne bohren); seit 1968 in der Geschäftsleitung des Familienunternehmens; 1985 Alleininhaber; 1986 erste Tochtergesellschaft in der Schweiz; 2000 eingebürgert in Buochs

Roger Zannier, 1946-, französischer Unternehmer (Kinderbekleidung), lebt seit 1998 in Genf

Bruno Bich, 1946-, französischer Unternehmer (BIC)

Spiro Latsis, 1946-, griechischer Reeder und Bankier, wohnte lange in Genf, seit 1998 in Monaco

Robert Louis-Dreyfus, 1946-, in Paris geboren (Sohn von Jean Louis-Dreyfus), verbrachte einen grossen Teil seiner Kindheit im Haus seines Vaters in Davos; MBA (Harvard 1973), Unternehmer (Adidas), Sitze in Davos, am Zürichsee (Zollikon) und im Tessin

Corinne Bouygues, 1947-, Tochter des französischen Industriellen Francis Bouygues, 1987-97 bei der Fernsehstation T1, seither in Genf

Alain Afflelou, 1948-, in Algerien geboren, seit 1962 in Paris, Aufbau einer Kette von Optikerläden, lebt seit 1998 in Genf

Kjeld Kirk Kristiansen, 1948-, in Dänemark geboren, Studien in Aarhus und Lausanne (IMEDE); verlegte 1973 den Hauptsitz der Firma LEGO nach Baar

Otto Bernhard Happel, 1948-, studierte Wärmetechnik, Unternehmer in Luzern

Jørgen Jesper Bodum, 1948-, in Dänemark geboren, übernahm mit 26 Jahren das Familienunternehmen, das Geräte und Gläser für Haushalt und Küche herstellt, und verlegte den Firmensitz bald nach Triengen; erwarb 2006 das Bürgerrecht von Horw

Paloma Picasso, 1949-, in Frankreich geboren, Geschäftsfrau (Kleider, Parfums), lebt seit 2001 bei Lausanne

Carsten Jørgensen, 1949-, dänischer Designer der Marke "Bodum", lebt seit ca. 1984 mit seiner Frau Bodil in der Nähe von Luzern; die beiden erwarben das Schweizer Bürgerrecht

 

1950-1959

 

Yeslam Bin-Laden, 1950-, Halbbruder von Osama, studierte Wirtschaftswissenschaften in Schweden und in den USA, wohnt seit 1973 in Genf; war mit einer Schweizerin verheiratet; wurde im Mai 2001 hier eingebürgert; leitet die Saudi Investment Co. (SICO)

Dirk-Gerrit van Riemsdijk, 1952-, Gymnasialabschluss 1971 in Zürich, studierte and der Hochschule St. Gallen Ökonomie und an der Universität Zürich Sprachen; nachher Finanzausbildung bei der UBS in Zürich und Lazard Frères in New York; Bürger von Uitikon; langjährige Tätigkeit bei der Bank Cantrade; 1992 Mitbegründer von Swisspartners Investment Network

Francesco Illy, 1953-, in Triest geboren, baute den Schweizer Ableger der von seinem Grossvater 1933 gegründeten Kaffeefabrik Illycaffè auf (1987: „Amici Caffè“; 1994: Design-Espressomaschine „FrancisFrancis!“); mit einer Schweizerin verheiratet, Schweizer Bürger, lebte bis 2000 in Küssnacht am Rigi, seither in der Toscana

Rolf Gerling, 1954-, in Köln geboren, Studium der Betriebswirtschaft in Zürich und der Tiefenpsychologie am C.G. Jung-Institut in Küsnacht; Vorsitzender des Aufsichtsrats des Gerling-Konzerns, Köln, sowie der Gerling Akademie für Risikoforschung, Zürich

Gildo Zegna, 1955-, und Cousin Paolo Zegna (1956-); Enkel von Ermengildo Zegna; das 1899 gegründete Unternehmen verlegte 1977 einen Teil der Produktion in den Tessin; wohnen am Luganersee

Bruno Bencivenga, 1956-, bei Neapel geboren, kam 1966 mit seinen Eltern in die Schweiz, eröffnete 1991 eine Schuhboutique und -produktion, Marke: "Navyboot"

Guido Barilla, 1958-, studierte zwei Jahre in den USA, besuchte auch Kurse in Philosophie, seit 1982 im Familienunternehmen, seit 1993 Präsident des Verwaltungsrats, lebt teilweise in der Schweiz

 

1960ff

 

Tally (ursprünglich: Ravital) Elfassi-Weijl, 1960 als Tochter eines holländischen Vaters und einer rumänischen Mutter in Tel Aviv geboren; in Israel aufgewachsen; kam mit 16 Jahren nach Holland; Kunstgeschichte-Studium in Paris, wo sie den Schweizer Beat Grüring kennenlernte, wurde durch Heirat Bürgerin von Biel, kam in die Schweiz und entwarf 1984 ihre erste Modekollektion

Bettina Würth, 1961-, in Schwäbisch Hall geboren, Ausbildung zur Industriekauffrau; 2006 Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe für Befestigungs- und Montagetechnik; seit ca. 1990 durch Heirat Bürgerin von Appenzell

Ernesto Bertarelli, 1965-, in Rom geboren, kam mit 7 Jahren nach Genf und besuchte hier die Schulen bis zur Matur; hernach Ausbildung in USA, Bachelor of Science (Babson College, Boston, Mass.), MBA (Harvard); seit 1985 bei der väterlichen Firma Ares-Serono (Firmensitz seit 1977 in der Schweiz); seit 1989 Schweizer Bürger; passionierter Segler; wohnt in Gland ("La Bergerie") und Gstaad („L’Ourse“)

Georg von Opel, 1966-, in Kronberg geboren, ab 1984 Wirtschaftsstudium in den USA; lässt sich 1989 einen Teil des Familienvermögens auszahlen; übernimmt 1996 die Beteiligungsgesellschaft Hansa aus Familienbesitz; wohnt in der Schweiz und in London

Hesham Amin El-Nasharty, 1967-, ägyptischer Unternehmer

 

 

Künstler, Schriftsteller, Gelehrte, Mystiker - ab 1840 auch: Anarchisten, politische Persönlichkeiten

siehe auch: Berühmte Schweizer und bemerkenswerte Schweizer, Teil I (500 v. Chr. – 1300)

z. B. viele Glaubensboten, Bischöfe und Äbte, ferner

Winithar (gest. 775), Hartpert (gest. 970)

 

1000-1199

 

Bukko von Oltigen, gest. 1089, Bischof von Lausanne, Reichskanzler in Italien

Bernold von Konstanz (oder St. Blasien), 1054-1100, besuchte die Domschule Konstanz; Kanonist und Chronist im Kloster Allerheiligen in Schaffhausen; verfasste auch eine Reihe von Streitschriften

Wido, ?-1122, Domherr in Augsburg, 1096 als Nachfolger Ulrichs II. von Tarasp Bischof von Chur; stand den Gregorianern nahe; weihte 1109 das Kloster Zwiefalten und 1113 das Kloster St. Peter im Schwarzwald; sehr umfangreicher Briefwechsel; gründete das urkundlich 1186 erstmalig genannte Hospiz auf dem Septimerpass

Bernhard von Clairvaux, 1091-1153, rief im Dezember 1146 auch in Zürich zu einem Kreuzzug auf

Arnold von Breschia (1100-1155), Anhänger Abaelards, Gottesprediger und Bekämpfer des Papsttums, weilt 1142/43 in Zürich; wird vom Stadtpräfekten Roms hingerichtet

Frowin von Engelberg, gest. 1178, vermutlich im Schwarzwald geboren, Mönch in St. Blasien und Einsiedeln; 1147 zweiter Abt der Klosters Engelberg; gründete, wie schon in Einsiedeln, eine Schreibschule; schrieb und illustrierte selber auch Bücher

Graf Rudolf II. von Neuenburg, gest. vor 1196, Minnesänger

Rudolf von Ems, um 1190/1200-1254, in Hohenems (Vorarlberg) geboren, stammte aus einem Ministerialengeschlecht der Herren von Montfort, schreibt um 1225 die christliche Legende "Barlaam und Josaphat"; verfasste und illustrierte, vermutlich in Zürich, eine "Weltchronik" (um 1250), begraben in Bruck an der Mur

 

1200-1399

 

Konrad von Würzburg, ca. 1220/30-1287, in Würzburg geboren, epischer Dichter in Strassburg und in den 1260er Jahren in Basel, in Basel gestorben

Elisabeth von Ungarn, 1293-1336, geboren in Buda, Tochter von König Andreas III. von Ungarn, schon als Kind verlobt mit dem späteren König von Böhmen, Wenzel III.; lebte seit 1309 im Dominikanerinnenkloster Töss

Johannes Tauler, 1300-1361, Mystiker aus Strassburg, in Basel 1339-1343/7 (Kreis der "Gottesfreunde" von Heinrich von Nördlingen)

Rulman Merswin, 1302-1382, aus Strassburg, Sohn eines Bankiers, um 1340 im Kreis der "Gottesfreunde" in Basel

Johannes von Rheinfelden, 1340-?, in Freiburg i. Br. geboren, gehörte wahrscheinlich dem Dominikanerkonvent in Basel an; verfasste 1377 einen Traktat "De moribus et disciplina humanae conversationis id est ludus cartularum" (eine moralische Auslegung des Kartenspiels), und bietet die älteste kurze Beschreibung der Spielkarten in Europa

Konrad Witz, um 1400-1447, Maler aus Rottweil, ab 1431 in Basel, wo er vier Jahre später ins Bürgerrecht aufgenommen wurde ("Fischzug Petri" 1444)

 

1400-1449

 

Enea Silvio Piccolomini, 1405-1464, italienischer Theologe, Dichter, Staatsmann, Historiker, 1432 Sekretär des Konzils zu Basel, kam um 1437 nach Wien, wurde 1456 Kardinal und 1458 als Pius II. Papst; der Basler Bischof Johannes V. von Venningen (1458-1478) ersuchte ihn um die Gründung einer Universität (1460 konnte er sie einweihen); Pius II. stiftete eine "Universitäts-Monstranz"

Petrus Antonius Finariensis, ca. 1440-1512, aus Final (an der genuesischen Riviera), 1464-1465 Poet an der neugegründeten Universität Basel, nachher in Heidelberg; Verfasser von Lobschriften auf Basel (1464), Friedrich I. („De principum dignitate“), Karl den Kühnen und Johann I. von Cleve; später in der Würde eines Domprobstes von Worms Kanzler der Universität Heidelberg

Georg Schongauer, 1440/45-1514, in Colmar geboren, Bruder des Malers Martin, Goldschmied, schuf um 1490 die Turmmonstranz für den Basler Münsterschatz

 

1450-1499

 

Johannes Reuchlin, 1455-1522, deutscher Humanist, studierte 1474-1477 in Basel

Sebastian Brant, 1458-1521, deutscher Autor, studierte ab 1475 zuerst Philosophie, dann Rechtswissenschaft in Basel und begann ab 1484 zu lehren, wurde Dekan (Rechtslehrer) der juristischen Fakultät, auch als Richter tätig; seit 1500 in Strassburg; Verfasser von Flugblättern und Moralschriften sowie einer Zeitsatire ("Das Narrenschiff" 1494)

Desiderius Erasmus (von Rotterdam), 1466 (oder 1469)-1536, niederländischer Gelehrter, entwarf auf einer Reise von Italien nach Hause auf der Splügenpasshöhe das "Lob der Torheit" ("Encomium moriae", 1509); seit 1514 bis zu seinem Tod mit Unterbrechungen in Basel

Thomas Murner, 1475-1537, elsässischer Gelehrter und Satiriker, in Strassburg aufgewachsen, studierte an mehreren Universitäten, 1518 Doktor der Rechte in Basel, Gegner Luthers, 1523 in England, nachher Flucht nach Luzern; Gegner Zwinglis; nach dem ersten Kappelerkrieg (1529) zurück ins Elsass

Valerius Anshelm, ca. 1475-1547, in Rottweil geboren, nach Lehr- und Wanderjahren 1505 in Bern, Schulmeister, Stadtarzt, Berner Chronik

Konrad Pellikan, 1478-1556, im Elsass geboren, 1502 Lektor im Franziskanerkloster in Basel, 1523-25 Professor für Altes Testament in Basel, hernach in Zürich Hebräist und Mitarbeiter Zwinglis

Mathurin Cordier, 1479-1564, Priester in Rouen, ab 1514 unterrichtet er an Pariser Collèges, 1523 war Jean Calvin sein Schüler, der ihn 1536 nach Genf ans Collège de Rive berief; 1539-45 Betreuung der Schulen in Neuenburg, nachher Rektor des Collège in Lausanne, 1559 zurück in Genf; einflussreiches Lehrgespräch "Colloquiorum scholasticorum libri quatuor" (1564)

Pamphilus Gengenbach, ca. 1480-1524/25, in Basel geboren als Sohn eines Druckers aus Gengenbach (nach anderen Angaben: in Nürnberg geboren, kam um 1500 als Druckergeselle nach Basel), wurde Besitzer einer eigenen Druckerei und 1511 Basler Bürger; dichtete Lieder und Schauspiele; bekannt ist sein Meisterlied „Der alt Eydgenoss“ (1514)

Balthasar Hubmaier, 1480-1527, in Friedburg (Bayern) geboren, studierte an der Universität Freiburg i. Br., kam 1523 in Zürich mit Zwingli in Kontakt, veröffentlichte 1525 ein Buch über die Erwachsenentaufe, 1526 aus Zürich ausgewiesen, 1527 in Wien gefangengenommen und auf dem Scheiterhaufen verbrannt

Johannes Ökolampadius (Johannes Husschin), 1482-1531, deutscher Theologe, in Basel 1522-1531, wo er 1529 die Reformation einführte

Leo Jud, 1482-1542, Elsässer, lernte während des Studiums in Basel Zwingli kennen und unterstützte ihn seit 1522 in Zürich; Bibelübersetzer, Verfasser eines Katechismus

Andreas Bodenstein von Karlstadt, 1486-1541, studierte in Erfurt, Köln und Wittenberg Theologie; stand zunächst Luther nahe, bekämpfte die Kindertaufe sowie Bilder und Symbole und löste mit seinen Schriften den Abendmahlstreit aus; wurde 1530 mit Zwinglis Unterstützung Pfarrer am Zürcher Grossmünsterstift, ab 1534 durch Bullingers Vermittlung Theologieprofessor in Basel

Bernardino Ochino, 1487-1564, in Siena geboren, italienischer Reformator, floh 1542 nach Genf, wo er drei Jahre lang blieb und schrieb, nachher über Basel, Augsburg, Strassburg nach London (1547-53) und Polen

Ulrich von Hutten, 1488-1523, Humanist aus fränkischem Ritteradel, 1517 von Kaiser Maximilian I. zum Dichter gekrönt, erhielt 1520 von Ulrich Zwingli Asyl auf der Insel Ufenau

Guillaume Farel, 1489-1565, französischer Reformator, ca. 1518 in Basel, 1526 in Bern, 1526 Aigle, 1530 Neuenburg (Einführung der Reformation), ab 1532 in Genf, sechs Jahre später mit Calvin von dort verjagt; seither wieder in Neuenburg

Claudius Cantiuncula (Claude Chansonnette), 1490-1549, in Metz geboren und aufgewachsen; studierte ab1517 in Basel Jura und lehrte 1519-1524 als Professor für römisches Recht (1519-20 Rektor); verliess dann als Gegner der Reformation Basel; seither ständig auf Reisen und in diplomatischen Reisen unterwegs (Spanien, Deutschland, Österreich)

Ambrosius Blarer, 1492-1564, studierte in Tübingen, kennen, wurde Mönch und Prior in Alpirsbach, wandte sich dann der Reformation zu und kehrte nach Konstanz zurück; führte ab 1522 hier und in ganz Württemberg die Reformation ein, nach 1548 in Winterthur Pfarrer, wo er auch starb

Berchtold Haller, 1492-1536, aus Rottweil, ab 1520 Chorherr und Leutpriester am Berner Münster ,wo er 1528 die Reformation einführte

François Bonivard, 1493-1570, in Seyssel (Savoyen) geboren, studierte in Turin und Freiburg i. Br., 1530-36 gefangen im Schloss Chillon, nachher in Genf (wurde 1537 Bürger), wo er auch starb

Simon Grynäus (eigentlich: Griner), 1493-1541, in Veringendorf in Schwaben geboren, studierte in Wien klassische Sprachen, war Rektor in Ofen, 1524-26 Professor der griechischen Sprache in Heidelberg, 1534 in Tübingen, seit 1536 Professor der Philosophie und Theologie in Basel, wo er an der Pest starb

Johannes Zwick, 1496-1542, in Konstanz geboren, studierte Jura und wurde Rechtsgelehrter in Basel, dann 1522 Priester in Riedlingen; ab 1525 Reformator in Konstanz; für den Unterricht mit der Jugend verfasste er Schriften zur Erläuterung des Glaubens, dazu Lieder und Gebete; starb an der Pest in Bischofszell

Hans Holbein der Jüngere, 1497-1543, deutscher Maler, in Augsburg geboren, in Basel 1514 und 1519-1526 (Mitglied der Malerzunft und 1520 Bürger), 1528-31, seit 1532 in London, Hofmaler von Henry VIII.

Wolfgang Musculus, 1497-1563, deutscher Theologe und Reformator, 1531 nach Augsburg berufen; musste sich 1548 ins Exil begeben; 1949 nach Bern berufen; publizistisch tätig

Pietro Paolo Vergerio (der Jüngere), 1498-1565, in Capodistria geboren, Jurist in Padua, Verona und Venedig, ab 1530 in kirchlichen Diensten, seit 1539 Beschäftigung mit der reformatorischen Theologie, 1549 Flucht in die Schweiz, bis 1553 evangelischer Prediger in Graubünden, besonders auch im Engadin und dessen Untertanenland Veltlin, hernach in Württemberg, starb in Tübingen

Peter Martyr Vermigli, 1499-1562, Augustiner-Chorherr aus Florenz, floh über Zürich und Basel nach Strassburg, 1548-53 Lehrer in Oxford; erneute Flucht wieder nach Strassburg und seit 1556 bis zu seinem Tod Lehrer am Grossmünsterstift (Carolinum) in Zürich

Bartholomäus Westheimer, 1499-1567, in Pforzheim geboren, besuchte die Lateinschule in Schlettstadt, studierte (vermutlich) in Heidelberg, Anhänger der Reformation, 1527-1547 in Basel als Korrektor und Drucker, Verfasser theologischer Schriften; wurde 1531 ins Basler Bürgerrecht aufgenommen; ab 1547 Pfarrer im Elsass (Mühlhausen und Horburg bei Colmar)

 

1500-1549

 

Johannes Stumpf, 1500-1578, in Bruchsal geboren, Priester des Johanniterordens, kam 1522 in die Schweiz und schloss sich der Reformation an; setzte die "Schwytzer Chronica" seines Schwiegervaters Heinrich Brennwald fort (1536 fertiggestellt; 1548 bei Froschauer gedruckt), erhielt dafür das Zürcher Bürgerrecht; 1543-62 Pfarrer in Stammheim

Celio Secondo Curione, 1503-1569, Sohn eines piemontesischen Adeligen, bei Turin geboren und dort aufgewachsen, schloss sich der Reformation an, unterrichtete 1536-39 an der Universität Padua; 1542 aus Italien verbannt, zuerst in Lausanne, seit 1546 Professor für Rhetorik in Basel

Giulio da Milano (della Rovere), 1504-1581, in Mailand geboren, italienischer Prediger und Reformator, 1543 Flucht aus Venedig, 1546 in Vicosoprano im Bergell, 1547-1578 als Prediger in Poschiavo; daneben auch im Veltlin

John Knox, 1505-1579, schottischer Reformator, 1556-1559 in Genf im Exil

Jean (Johannes) Calvin, 1509-1564, französischer Theologe, 1533-35 auf der Flucht, unter anderem in Basel; in Genf 1536- 1538 und 1540-1564; 1559 eingebürgert

Michael Servetus, 1509/11-1553, spanischer Märtyrer, kam 1530 zu Oekolampad nach Basel, 1531 nach Strassburg, wo er "De Trinitatis Erroribus" publizierte, floh nachher nach Paris, verraten durch Calvin wurde er 1553 in Genf gefangengenommen und auf dem Scheiterhaufen verbrannt; gilt als einer der Begründer der Unitarians; entdeckte beinahe den Blutkreislauf

Jean Budé, 1515-1587, Sohn des bekannten französischen Humanisten Guillaume Budaeus (1467-1540), flüchtete 1549 nach Genf und erhielt dort 1555 das Bürgerrecht; seine Nachkommen stellten viele Ratsmitglieder und besassen die Herrschaften Vérace, Boisy (Savoyen) und Ferney (Pays de Gex), im 17. Jh. auch die Herrschaft Aclens-Romanel [-sur-Morges] in der Waadt

Andreas Vesalius, 1515-1564 flämischer Anatom, geboren in Brüssel, studierte 1533-36 an der Universität Paris, nachher in Padua, "De Humani Corporis Fabrica" wurde in 7 Bänden 1543 in Basel gedruckt; Vesalius war nachher Leibarzt von Kaiser Karl V. und von dessen Sohn Philipp II. in Madrid

Kaspar Brusch, 1518-1557, böhmische Humanist und Lindauer Lateinschulmeister, Verfasser zahlreicher Chroniken und Berichte (auch über eine Schweizerreise, um 1550)

Théodore de Bèze (Beza), 1519-1605, in Vezelay (Burgund) geboren, calvinistischer Theologe und Humanist, floh 1548 nach Lausanne (bis 1558) und Genf; erhielt 1559 hier das Bürgerrecht und wurde erster Rektor der Genfer Akademie

Petrus Canisius, 1521-1597, in Nijmegen geboren und aufgewachsen, studierte in Köln Philosophie und Theologie, 1543 Eintritt in die Societas Jesu, ab 1549 stärkster Förderer der katholischen Reform in Deutschland; seit 1580 in Freiburg (wo er auch starb); schrieb viel Bücher, unter anderem über Schweizer Heilige, sowie Katechismen (1555), die jahrhundertlang in Gebrauch waren (der sog. "Canisi" bis 1970 in der Schweiz)

Joachim du Bellay, 1522-1560, französischer Humanist, juristisches Studium, Lyriker, 1553 nach Rom, Reisebeschreibung der Schweiz ("Les Regrets", 1558)

François Hotman, 1524-1590, Seigneur et Marquis de Villiers St. Paul, in Paris geboren, Jurist, Buchautor ("Francogallia" 1573), lehrte in Lyon, Genf, Lausanne, Strassburg, Valencia, Bourges und Basel

Laelius Socinus, 1525-1562, italienischer religiöser Reformer, floh 1544 vor der Inquisition in die Schweiz, lebte seit 1548, mit Unterbrüchen, in Zürich und wurde ein guter Freund von Heinrich Bullinger

Michel de Montaigne, 1533-1592, in Bordeaux geboren, französischer Schriftsteller, 1580-81 Reisen in der Schweiz und Deutschland, 1581 Bürgermeister von Bordeaux

Carlo Borromeo, 1538-1581, Mailänder Erzbischof, Reformkatholik, reiste 1570 in die Schweiz, gründete das Collegio Papio in Ascona und 1579 in Mailand ein Schweizer Kolleg ("Collegium Heveticum") für die Ausbildung von Priestern

Giordano Bruno, 1548-1600, italienischer Philosoph; 1578 in Genf verhaftet, 1591 zu Besuch auf Schloss Elgg (bei Hans Heinrich und Hans Ludwig Heinzel); als Ketzer lebendigen Leibes verbrannt

 

1550-1599

 

Théodore-Agrippa d'Aubigné, 1552-1630, französischer Schriftsteller, Dichter und Historiker ("Historie universelle", 1619-20); 1565-1566 Schüler bei Théodore Béza in Genf; studierte in Lyon; Ritter bei Henri de Navarre, floh 1620 nach Jussy bei Genf, wo er das Château du Crest baute; weitere Tätigkeit als Ingenieur und Festungsbauer (gemäss dem "Historisch-Biographischen Lexikon der Schweiz" erwarb er das Genfer Bürgerrecht - allerdings nur in der deutschsprachigen Version; die "Archives d'Etat" von Genf wissen auch nichts Genaueres)

Wilhelm Fabry, 1560-1634, von Hilden (bei Düsseldorf), Wundarzt, 1602-1611 Stadtarzt in Payerne, 1614-1634 Stadtarzt in Bern; zahlreiche medizinische Schriften, 600 Krankengeschichten

Jakob Gretser (auch Gretscher, Grether), 1562-1625, in Markdorf am Bodensee geboren, seit 1578 Jesuit, unterrichtete zwei Jahre in Freiburg i. Ue., verfasste über 300 fachtheologische Schriften und 23 Dramen; starb in Ingolstadt

Johannes Buxtorf der Ältere, 1564-1629, geboren in Westfalen, nach dem Studium an der reformierten Hochschule zu Herborn (1585-88) und in Basel (1588-90): 1591-1629 Professor der Hebraistik (und 1614-15 Rektor) an der Universität Basel; einer der Begründer der orientalistischen Sprachforschung

Franz von Sales, 1567-1622, auf Schloss Sales bei Annecy in der Diözese Genf geboren; studierte vom 12.-18. Lebensjahr in Paris am Jesuitenkollegium Philosophie und Theologie, von 1584-88 in Padua Rechtswissenschaften; 1593 Domprobst in Annecy/ Genf; nachher Missionsprediger im Chablais (Südufer des Genfersees); leitete von 1602 bis zu seinem Tod die Diözese Genf, residierte aber in seiner Heimatstadt Annecy; Vertreter des mystischen Quietismus; 1610 Mitbegründer des Ordens der Salesianerinnen

Thomas Coryate, 1577-1617, englischer Dandy, reiste 1608 durch Frankreich und Italien, die Schweiz, Deutschland und Holland (Bericht: "Coryats Crudities", 1611); 1612-16 Reise nach Indien

Markus Roy (Pater Fidelis), 1577-1622, in Sigmaringen geboren, Studium der Rechte und später der Theologie (in den Klöstern Konstanz und Frauenfeld); Prediger in Rheinfelden und Freiburg i. Ue.; 1621 Guardian des Klosters Feldkirch; im April 1622 nach einer Predigt in der Kirche von Seewis von Bauern erschlagen

Johann Benn, ca. 1590-1660 aus Messkirch (Baden-Württemberg), Organist, 1638 auf Empfehlung des Bischofs von Konstanz Wahl zum Organisten an St. Leodegar in Luzern, wurde 1644 für seine "Missae concertatae" geehrt, ab 1655 im Kloster Muri

 

1600-1649

 

Edmund Waller, 1606-1687, englischer Lyriker, 1643 wegen Verschwörung angeklagt und ausgewiesen, nachher in Paris; mehrere Reisen durch Italien und die Schweiz, bis er 1652 nach England zurückkehren durfte

John Milton, 1608-1674, in London geboren, englischer Dichter, 1638-1639 Reise durch Westeuropa, besucht seinen Schulfreund Charles Diodati in Cologny bei Genf

Edmund Ludlow, 1617-1692, in Wiltshire geboren, in Oxford geschult, aktiv im Bürgerkrieg, Gegner von Cromwell, 1660 Flucht über Frankreich in die Schweiz, wo er Asyl suchte, 1688 kurz zurück in England; starb in Vevey

Robert Boyle, 1627-1691, englischer Chemiker, in Eaton erzogen, 1637-1644 Bildungsreise durch Frankreich, die Schweiz und Italien; nachher meist in Stalbridge

Pierre Bayle, 1647-1706, französischer Philosoph, Calvinist, musste 1670 nach Genf flüchten, wo er Studien in Theologie unternahm und sich bis 1674 als Hauslehrer durchschlug, nachher in Rouen, Paris und Sedan; seit 1681 bis zu seinem Tod Philosophie- und Geschichtslehrer in Rotterdam; Verfasser des „Dictionnaire historique et critique“ (1697)

 

1650-1699

 

Henri Duquesne, 1656-1722, Marquis, aus einem Schiffergeschlecht der normannischen Küste, flüchtete aus Frankreich und kaufte 1685 die Baronie Aubonne (die er 1701 an Bern verkaufte), zeichnete Pläne für den Hafen von Morges (1691-96), liess sich in Genf nieder (1704 Bürgerrecht; vorher Bürgerrecht von Bern), religiöser Schriftsteller

Etienne Ronjat, 1657-1737, französischer Wissenschafter und Arzt, kam 1720 nach Vevey

Joseph Addison, 1672-1719, englischer Schriftsteller, 1699-1702 "Continental tour" durch Frankreich und Italien, Heimweg über die Schweiz und Deutschland ("Remarks on several parts of Italy" 1705); Mitarbeiter des "Tatler"

Jean Barbeyrac, 1674-1744, aus dem Languedoc, Schulen in Montpellier und nach der Flucht wegen der Aufhebung des Edikts von Nantes 1686-1692 in Lausanne; nachher in Frankfurt an der Oder und in Berlin, seit 1710 auf dem Lehrstuhl für Recht und Geschichte der Universität Lausanne, ab 1717 in Groningen; Begründer des reformatorisch inspirierten Naturrechts im französischen Sprachraum

Firmin Abauzit, 1679-1767, französischer Universalgelehrter; 1689-1698 in Genf, nachher in Holland und England; zurück in Genf trug er viel zum Aufbau einer gelehrten Gesellschaft bei, galt als "le Socrate genevois"; wurde 1727 mit der Erteilung des Genfer Bürgerrechts geehrt

Voltaire, 1694-1778, französischer Philosoph; 1754-1778 in Genf (Ferney)

Antoine de Court, 1695-1760, französischer protestantischer Prediger, 1718-1722 in Genf, richtete 1729 in Lausanne ein Seminar zur Ausbildung von protestantischen Pfarrern ein und lebte bis zu seinem Tod in Lausanne

Pierre Louis Moreau de Maupertuis, 1698-1759, französischer Mathematiker, Astronom und Philosoph, der zu vielen Schweizer Gelehrten Kontakt pflegte; reiste im Herbst 1744 erstmals nach Basel, zog nach wissenschaftlichen Auseinandersetzungen 1756 endgültig nach Basel, wo er auch, im Hause von Johann Bernoulli, starb

 

1710-1709

 

Johann Castillion, 1704-1791, in Castiglione (Toskana) geboren, kam nach dem Mathematikstudium in Pisa in die Schweiz und änderte hier seinen Namen (Giovanni Francesco Melchiore Salvemini) unter Verwendung seiner Geburtsstadt; lehre in Lausanne und Bern, 1751 in Utrecht, ab 1764 als Astronom in Berlin

 

1710-1719

 

Guillaume Thomas François Raynal, 1713-1796, Prediger und Redaktor, 1780 aus Frankreich verbannt, nachher in Petersburg, Berlin und in der Schweiz (Lausanne); 1784 nach Frankreich zurück

Ewald Christian von Kleist, 1715-1759, deutscher Dichter, kam 1751 nach Zürich, um Soldaten anzuwerben, doch bald darauf wiesen ihn die Behörden aus der Stadt, was er in bösen Worten kommentierte

Horace Walpole, 1717-1797, englischer Schriftsteller, 1739-1740 mit Thomas Grey auf Grosser Tour durch Europa (Frankreich, Schweiz, Italien)

Antoine Court de Gébelin, 1719-1784, als Sohn eines französischen protestantischen Predigers in Genf geboren (unter dem Namen: Antoine Corteiz); kam 1730 zu seinem Vater nach Lausanne, wo er später an der Universität studierte und 1754 in Theologie doktorierte; ging 1763 nach Frankreich, seit 1771 Freimaurer, Esoteriker, Wiederentdecker des Tarot; Hauptwerk "Le Monde Primitif" (1773-82)

 

1720-1729

 

Johann Gerhard Reinhard Andreae, 1724-1773, aus Hannover, königlicher Hofapotheker, schrieb 40 Briefe über seine Reise durch die Schweiz 1763 nach Hause

Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724-1803, deutscher Dichter, reiste im Sommer 1750 zu Johann Jakob Bodmer nach Zürich und dichtete hier Anfang August die Ode "Der Zürichsee"; ab Frühling 1751 am dänischen Hof bis 1770, nachher in Hamburg

Georges-Louis Le Sage, 1724-1803, in Genf geboren, studierte 1744-47 Medizin in Basel und Paris, war aber nachher in den Bereichen Mathematik und Physik forschend und publizierend tätig; erhielt erst 1770 das Bürgerrecht von Genf

Giacomo Girolamo Casanova, 1725-1798, venezianischer Abenteurer und Schriftsteller, hielt sich 1750 in Genf auf, 1760 fünf Monate an verschiedenen Orten der Schweiz, 1761 in Basel und 1762 wieder in Genf, 1769 drei Monate in Lugano

Johann Heinrich Lambert, 1728-1777, Philosoph aus Mühlhausen (damals zugewandter Ort der Alten Eidgenossenschaft), 1745-56 in Basel und Chur, mehrmals noch in Chur und Zürich, Begründer der Systematologie (1764/71), Semiotik, Phänomenologie, Photometrie

Alexander Suworoff, 1729-1800, russischer Feldmarschall, zog im Herbst 1799 mit seinem Heer die Leventina hinauf, hernach über den Pragelpass nach Elm und dann über den Panixerpass nach Chur

 

1730-1739

 

Oliver Goldsmith, 1730-1774, irischer Schriftsteller, 1755-1756 Reise durch Frankreich, di Schweiz und Italien; schrieb "The Vicar of Wakefield" (1766) und das Gedicht "The Deserted Village" (1770)

Christoph Martin Wieland, 1733-1813, deutscher Autor, 1752-1759 Hauslehrer in Zürich

Franz Anton Mesmer, 1734-1815, in Iznang am Bodensee geboren, doktorierte in Wien (1776), Arzt, schrieb 1776 "De planetarum influxu" und 1779 "Mémoire sur la découverte du magnétisme animal"; 1778-85 in Paris; Wanderjahre; 1794 aus Österreich ausgewiesen; erwarb im selben Jahr das thurgauische Bürgerrecht; 1798-1803 erneut in Frankreich, seither in Frauenfeld, ab 1812 in Konstanz und seit 1814 in Riedetsweiler über Meersburg, wo er auch starb

Edward Gibbon, 1737-1794, englischer Schriftsteller ("Decline and Fall of the Roman Empire" 1776ff), besuchte die Schulen in Lausanne 1753-1758, kehrte 1783 nach Lausanne zurück

Graf Karl von Zinzendorf, 1739-1813, 1764 "handelspolitische Studienreise durch die Schweiz"

 

1740-1749

 

Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt Dessau, 1740-1817, Reformer, liess Landschaftsgärten errichten; zwischen 1763 und 1785 vier Reisen (1765-67 die Grand Tour) nach Belgien, Niederlande, Frankreich, Österreich, Schweiz, Schottland, viermal nach England und einmal nach Italien

James Boswell, 1740-1795, schottischer Jurist (Lord Auchineck) und Schriftsteller, 1764-66 Reise durch Deutschland die Schweiz, Italien, Korsika und Frankreich

Isabelle de Charrière (Isabella-Agneta-Elisabeth van Tuyll van Serooskerken), 1740-1805, auf Schloss Zuylen bei Utrecht geboren, Schriftstellerin, 1750 erstmals in der Schweiz, heiratete 1771 den Schweizer Charles-Emmanuel Charrière, seither im Manoir du Pontet bei Colombier, häufig auch in Genf

Angelika Kauffmann, 1741-1807, Porträt- und Historienmalerin, in Chur geboren (der Vater stammte aus Schwarzenberg im Bregenzer Wald), Ausbildungs- und Wanderjahre mit ihrem Vater im Bodenseeraum und in Norditalien, ab 1763 in Rom, 1766-81 in London (Golden Square), seither - über Venedig (1781-82) - in Rom (Haus und Atelier auf Trinità dei Monti)

Jean Paul Marat, 1743-1793 (sein Vater stammte aus Cagliari und wurde 1765 Bürger von Boudry; seine Mutter war eine französische Hugenottin), in Boudry geboren, verliess mit 16 Jahren die Schweiz und zog nach Frankreich, um sich in Medizin zu bilden; 1765-1776 in England und Schottland wo er anfing Bücher zu schreiben und seine Ausbildung zum Arzt abschloss; nachher in Paris publizistisch und als Naturforscher tätig; Wortführer der sansculottes in der Französischen Revolution, von Charlotte Corday im Bad erstochen
(Vater und Sohn Marat kommen in keinem biographischen Nachschlagewerk Italiens vor, auch nicht im dreibändigen „Dizionario biografico degli uomini illustri di Sardegna“, 2001)

Thaddäus Kościusko, 1746-1817, polnischer Freiheitskämpfer; 1775-84 Ingenieur und General in der amerikanischen Armee; nachher in seiner Heimat Kampf gegen die Russen; 1797-1814 in Fontainebleau, kam 1816 nach Solothurn, wo er ein Jahr später starb

Johann Michael Afsprung, 1748-1808, in Ulm geboren, Lehrer und Publizist in Wien, Ungarn, Amsterdam, Deutschland und in der Schweiz; Hauptwerk: "Reise durch einige Cantone der Eidgenossenschaft" (1784); 1798 Aufnahme in das in das Bürgerrecht der Helvetischen Republik

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Dichter, reiste dreimal durch die Schweiz: 1775 (wo er in Zürich bei Johann Caspar Lavater logierte, das Gedicht "Auf dem See" verfasste und den Rigi bestieg); 1779 brachte er zu Pferd in 30 Tagen 1500 Kilometer hinter sich; und 1797 ("Reise in die Schweiz 1797", 1823/24)

(Johann) Valentin Sonnenschein, 1749-1828, in Stuttgart geboren, Stuckator und Bildhauer, stand als Hofkünstler in Diensten des württembergischen Herzogs Carl Eugen; später Flucht in die Schweiz: Stuckdekoration im "Haus zum Kiel" in Zürich (1775-79), wirkte auch in der Porzellanmanufaktur

 

1750-1759

 

John Webber, 1751-1793, in London geboren, kommt im Alter von sechs Jahren zu seiner Tante nach Bern; mit 16 nimmt der Landschaftsmaler Ludwig Aberli ihn in seine Schule auf; 1770 nach Paris, sechs Jahre später kehrt er als Student der Royal Academy nach London zurück; Zeichner der dritten Südsee-Expedition von James Cook

Friedrich Maximilian Klinger, 1752-1831, deutscher Dichter; besuchte 1779 seinen Jugendfreund Philipp Christoph Kayser in Zürich; wohnte im Sommer 1780 in Pratteln und verfasste mit Lavater und Jacob Sarasin (1742-1802) die Satire "Plimplamplasko, der hohe Geist (heut Genie)" auf Christoph Kaufmann; dieser Winterthurer "Kraftapostel" hatte Klingers Stück "Der Wirrwarr" (1776) in "Sturm und Drang" umgetauft und damit dieser Epoche einen Namen verliehen; umfangreicher Briefwechsel, unter anderem mit Goethe

Joseph de Maistre, 1753-1821, in Savoyen geboren (das damals zum Königreich Piemont-Sardinien gehörte, Jurist, Seantor, Gelehrter, 1793-1797 diplomatisch und publizistisch in Lausanne tätig, von 1803-17 in St. Petersburg

Jean-Anthelme Brillat-Savarin, 1755-1826, Jurist und Gastronom, floh 1789 in die Schweiz (Lausanne, Moudon), wenig später nach den USA, 1795 zurück in Frankreich, Richter; verfasste 1794 ein Rezept für das Käsegericht Fondue (Gruyère, Eier und Butter)

Elisabeth Louise Vigée Le Brun, 1755-1842 französische Malerin, Portätistin, reiste viel in ganz Europa, 1808-1809 in der Schweiz, malte Madame de Staël

Wolfgang Amadeus Mozart, 1756-1791, österreichischer Musiker und Komponist, reiste im August-September 1766 auf dem Rückweg von Paris nach Salzburg durch die Schweiz, gab im Lausanner Rathaus zwei Konzerte und konzertierte zweimal in Zürich bei der Gesellschaft "ab dem Musiksaal"

André Masséna, 1758-1817, französischer Marschall, führte im Dezember 1798 die französische Armee in die Schweiz, eroberte Graubünden, kämpfte im Juni und September 1799 bei Zürich, besetzte grosse Teile der Schweiz; wurde Ende 1799 ohne seine Armee nach Oberitalien versetzt

Napoleon I., Bonaparte, 1759-1821, reiste im November 1797 durch die Schweiz und bereitete Eroberungspläne vor; liess im Frühling 1798 den helvetischen Einheitsstaat aufbauen; überschritt im Sommer 1800 den Grossen St. Bernhard; 1902 Mediationsakte; schlug 1910 das Wallis zu Frankreich und liess das Tessin besetzen; Ende 1813 hob die Tagsatzung die Mediationsverfassung auf

Friedrich Schiller , 1759-1805, deutscher Dramatiker, war nie in der Schweiz; Schrieb sein Theaterstück "Wilhelm Tell" (1804) in sechs Wochen, nachdem er - wie Goethe berichtet - die Zimmerwände mit Spezialkarten der Schweiz beklebt, Reisebeschreibungen und Geschichtsbücher über die Schweiz studiert hatte; stützte sich stark auf Johann Jakob Scheuchzer

William Beckford, 1759-1844, englischer Schriftsteller, bereiste ganz Europa, 1777-1778 in Genf, 1783-1786 mit seiner frisch angetrauten Frau Lady Margaret Gordon erneut in der Schweiz

 

1760-1769

 

August von Kotzebue, 1761-1819, deutscher Dramatiker, 1804 in Zürich und am Genfersee

Giovanni Gambini, 1761-1842, sizilianischer Politiker, Professor für Recht; wurde 1821 Genfer Bürger

André Chénier, 1762-1794, französischer Lyriker, 1883-1784 Reise durch die Schweiz

Johann Gottlieb Fichte, 1762-1814, deutscher Philosoph, in Zürich Hauslehrer 1788-1790 bei Rittmeister Anton Ott, dem das Hotel "Schwert" gehörte; 1793 Heirat der Tochter von Ott

Johann Gottfried Seume, 1763-1810, deutscher Schriftsteller, 1802 Schweizerreise (Bericht: "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802", 1803)

Johann Gottfried Ebel, 1764-1830, in Preussisch-Schlesien geboren, Medizinstudium in Frankfurt an der Oder, praktizierte aber nie, lebte in Frankfurt, Paris und in der Schweiz, wo er 1801 das helvetische Bürgerrecht erhielt, seit 1803 Bürger von Zürich, wo er ab 1810 dauernd wohnte; Reiseliteratur: "Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art in der Schweiz zu reisen" (1793; auch französisch und englisch); ferner das geologische Standardwerk  "Bau der Erde in dem Alpengebirge" (1808)

Jens Baggesen,1764-1826, dänischer Schriftsteller, konnte mit einem Stipendium eine Reise durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich machen (Reisebericht "Das Labyrinth"; 1792/93); heiratete 1790 die Bernerin Sophie von Haller (eine Enkelin Albrecht von Hallers); blieb Bern und den Berner Alpen ("Parthenäis oder Die Alpenreise", 1803) lebenslang verbunden

Wolfgang-Adam Toepffer, 1766-1847, in Genf geboren als Sohn eines Schneiders aus Schweinfurt, Lehre als Graveur in Genf und Lausanne, 1786-89 in Paris, seither wieder in Genf; heiratete 1793 hier, wobei er als "citoyen" bezeichnet wurde; hatte als Maler vor allem Erfolge in Paris

Nikolai Karamsin, 1766-1826, russischer Historiker und Schriftsteller, bereiste 1789-91 Deutschland, die Schweiz, Frankreich und England ("Briefe eines russischen Reisenden")

François René de Chateaubriand, 1768-1848, französischer Politiker und Schriftsteller, unternahm von 1805 bis 1833 zahlreiche Reisen in die Schweiz; Freund von Germaine de Staël, daher mehrmals in Genf (1805, 1831, 1832), Neuchâtel (1824) und Lausanne (1826); Schilderungen der Schweiz in den "Mémoires d'outre-tombe" (1848-1850), "Voyage en Suisse et en Italie" (1860)

Helen Maria Williams, 1769 (1761?)-1827, englische Lyrikerin und Schriftstellerin, seit 1790 in Frankreich; 1795 Schweizerreise mit John Hurtford Stone (Bericht: "Tour in Switzerland", 2 Bände 1796); später in Amsterdam

 

1770-1779

 

Georg Friedrich Wilhelm Hegel, 1770-1831, nach dem Studium von Philosophie und Theologie in Tübingen (1788-93) Hauslehrer in Bern und ab 1797 Frankfurt, nachher Professor in Jena, Nürnberg, Heidelberg und Berlin

William Wordsworth, 1770-1850, englischer Poet, pries in einem Gedicht "Prelude" (1805; veröffentlicht 1850) seine Schweizerreise von 1790; später auch Besuche im Berner Oberland (Grindelwald, Meiringen, Staubbachfall)

Friedrich Hölderlin, 1770-1843, deutscher Dichter, besuchte 1791 Lavater in Zürich, versah 1801 Januar bis April eine Hofmeisterstelle in Hauptwil

Heinrich (Johann Heinrich David) Zschokke, 1771-1848, deutscher Autor; Philosoph und Theologe; seit 1795 in der Schweiz, bekleidete während der Helvetischen Republik hohe politische Ämter; 1801 Gemeindebürger von Malans; seit 1802 in Aarau, auch als Volksaufklärer und Schulgründer tätig; 1803 Staatsbürgerschaft des Kantons Aargau, 1804 Bürger von Ueken, 1823 Bürger von Aarau; Ehrenbürger von Magdeburg (1830) und Lausen (1833)

John Mallord William Turner, 1775-1851, Landschaftsmaler, reiste ab 1802 in ganz Europa herum, zuerst in Frankreich, Savoyen und der Schweiz, 1836 und 1841-44 erneut in der Schweiz; "St. Gotthard" 1804, "Avalanche in the Grisons" 1810

Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, 1775-1854, deutscher Schriftsteller und Philosoph; starb während eines Kuraufenthaltes in Bad Ragaz

Johann Friedrich Herbart, 1776-1841, deutscher Philosoph und Pädagoge, 1797-1800 Erzieher in Bern, wo er mit Pestalozzi bekannt wurde, publizierte mehrere Schriften über Pestalozzi; 1805 Professor in Göttingen, 1809 Nachfolger Kants in Königsberg

Joseph Görres, 1776-1848, in Koblenz geboren, Autodidakt, Publizist, Gymnasiallehrer, 1806-06 Unterricht in Heidelberg, 1820-1821 in Aarau, wo er "Europa und die Revolution" schrieb; nachher in Strassburg, seit 1827 Professor in München

Niccolò Ugo Foscolo, 1878-1827, auf einer ionischen Insel als Sohn eines Venezianers geboren, Literatur- und Philosophiestudium, 1797 kurz Redaktor in Mailand; 1815-1816 in Lugano und Zürich; seither in London

Lorenz Oken, Naturforscher, 1779-1851, seit 1833 in Zürich Professor der Naturwissenschaften; erster Rektor der Universität

 

1780-1789

 

Friedrich Fröbel, 1782-1852, aus Thüringen, studierte Naturwissenschaften, besuchte nach 1805 mehrmals Pestalozzi, reformierte die Jugendbehandlung, richtete 1831 in Wartensee bei Luzern (später: Willisau) eine Erziehungsanstalt und 1835 in Burgdorf ein Waisenhaus ein, prägte 1840 den Begriff "Kindergarten"

Friedrich Knie, 1784-1850, in Wien geboren, Sohn des Hofarztes von Kaiserin Maria Theresia, gründete kurz nach 1803 ein Seiltänzer- und Künstlerunternehmen; 1814 erstes Gastspiel in der Schweiz; die Familie Knie hat seit 1900 das Bürgerrecht von Gerlikon bei Frauenfeld; 1919 Gründung des "Schweizer National-Circus Knie" und Wahl von Rapperswil als Winterquartier

Ludwig Snell, 1785-1854, Gymnasiallehrer aus dem Herzogtum Nassau, in den 1820er Jahren nach Zürich, Führer der Radikalen, 1831 Verfassungsentwurf für den Kanton Zürich, 1833 Professor für Philosophie an der Universität

Pellegrino Rossi, 1787-1848, italienischer Politiker, floh 1805 nach Frankreich, 1813 nach Genf, wo er Professor für Strafgesetz und Römisches Recht wurde; machte einen Vorschlag zur Neugestaltung der Schweiz ("Pacte Rossi", 1832), begab sich enttäuscht 1833 ans Collège de France

Percey Bysshe, 1788-1822, und Mary, 1797-1851, Shelley, englische Autoren; 1816 in der "Maison Chapuis" in Cologny, dort zusammen mit Lord Byron Inspiration zu "Frankenstein" (1818)

Lord George Gordon Noel Byron, 1788-1824, englischer Poet, 1805 erster Gedichtband, 1812 "Junker Harolds Pilgerreise", kam 1816 zu den Shelleys an den Genfersee ("Villa Diodati" in Cologny); 1823 als Freiheitskämpfer nach Griechenland

James Fenimore Cooper, 1789-1851, amerikanischer Schriftsteller; bereiste während seinem siebenjährigen Europaaufenthalt zweimal, 1828 (Bern) und 1832 (Vevey), auch die Schweiz ("Excursions in Switzerland", 1836), beobachtete in Glarus die Zigerherstellung

 

1790-1799

 

Alphonse de Lamartine, 1790-1869, französischer Politiker und Dichter, floh 1815 in die Schweiz (Château de Vincy), dann nach Savoyen

Johann Lukas Schönlein, 1793-1864, geboren in Bamberg, 1824 Medizinprofessor in Würzburg, kam 1833 an die neugegründete Universität Zürich; 1834 Ehrenbürger von Stäfa, ging 1840 an die Universität Berlin

John William Polidori, 1795-1821, als Sohn eines politischen Flüchtlings aus Italien in London geboren; studierte Medizin in Edinburgh und begleitete Lord Byron auf seiner Europareise; konzipierte im Sommer 1816 bei einem Besuch der Shelleys in der Villa Diodati bei Genf die Figur des "Vampir"

Robert Lucas Pearsall, 1795-1856, in Clifton (England) geboren; ursprünglich Jurist, seit 1825 Musiker und Komponist; lebte einige Zeit in Karlsruhe, seit 1843 Besitzer von Wartensee bei Rorschach; gestaltete die mittelalterliche Burganlage zum heutigen Schloss neugotischer Prägung um

Jean-Baptiste-Camille Corot, 1796-1875, französischer Maler (seine Mutter, Marie-Françoise Oberson, stammte aus dem Kanton Freiburg), besuchte drei Mal auf Reisen England, die Niederlande, Italien und die Schweiz 1825-28, 1834, 1843; vier Landschaftsgemälde im Schloss Gruyères

Pierre Leroux, 1797-1871, französischer Buchdrucker, Journalist, Sozialist; lebte nach dem Staatsstreich (1852) zuerst bei seiner Familie und später in Lausanne

Adam Mickiewicz, 1798-1855, polnischer Nationaldichter, 1823 zur Verbannung nach Russland verurteilt, 1829 in Berlin, später in Paris, 1839-1840 Literaturprofessor in Lausanne

Honoré de Balzac, 1799-1850, französischer Dichter, begegnete 1833 in Neuchâtel Madame Eveline Hanska, war 1845 mit ihr erneut in der Schweiz

Christian Friedrich Schönbein, 1799-1868, geboren in Metzingen; 1813-20 Lehre in einer Chemischen Fabrik, Studien in Erlangen und Tübingen, reiste 1826 nach England und 1827 nach Frankreich; seit 1828 an der Universität Basel, wo er 1835 Peter Merian als Inhaber des Lehrstuhls für Physik und Chemie ablöste (1840 eingebürgert); entdeckte das Ozon (1839) und der Schiessbaumwolle (1846); gilt auch als Pionier der Brennstoffzelle

 

1800-1804

 

Charles Joseph La Trobe, 1801-1875, in London als Sohn einer Hugenottenfamilie geboren, in der Schweiz aufgewachsen, 1824-1827 Hauslehrer in Neuenburg bei der Familie Pourtalès, traf hier seine künftige Frau Sophie de Montmollin (1809-1854) und schrieb "The Alpenstock" (1829); 1832-35 in USA, seit 1839 in Australien, 1851 erster Lieutenant-Governor von Victoria, malte auch Aquarelle; nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er in Neuenburg 1855 deren Schwester Rose Isabelle (1821-1883)

Ignaz Thomas Scherr, 1801-1870, Pädagoge aus Württemberg, kam 1825 nach Zürich, kreierte 1833 ein neues Schulgesetz, 1832-39 Seminardirektor, nach seiner Entlassung kurz in Winterthur und dann im Thurgau

Carlo Cattaneo, 1801-1869, in Mailand geboren, Jurist und Gymnasiallehrer, Zeitschrift "Il Politecnico" (1839-44, 1860-63/65); Propagandist des Fortschritts in der Lombardei, seit 1848 im Tessin (Castagnola) im Exil, 1852-65 Philosophielehrer in Lugano, 1858 Ehrenbürger des Kantons Tessin, politisch aktiv, publizistisch tätig

Alexandre Dumas (père), 1802-1870, französischer Schriftsteller, 1832 Schweizerreise, traf in Genf Chateaubriand (Bericht: "Impressions de Voyage - Suisse" ,1833)

Victor Hugo, 1802-1885, französischer Schriftsteller, 1825 in Genf, 1839 und 1869 in der Schweiz, Sommer 1883 in Villeneuve, 1884 erneut in der Schweiz

Edgar Quinet, 1803-1875, französischer Literaturprofessor, Patriot und Republikaner, 1851 nach Belgien geflohen, 1858-1870 in Veytaux-Montreux

Gottfried Semper, 1803-1879, Architekt aus Hamburg, 1834-1849 Professor der Baukunst an der Dresdener Kunstschule ,1854-1871 in Zürich, wo er das neue Polytechnikum (ETH) erbaute; 1861 Bürger von Affoltern am Albis; nachher in Wien, wo er die Hofburg, das Hofmuseum und das Burgtheater gestaltete

George Sand, 1804-1876, französische Schriftstellerin, traf auf einer Reise durch die Schweiz Franz Liszt und Marie Gräfin d'Agoult

 

1805-1809

 

Julius Fröbel, 1805-1893, im thüringischen Griesheim geboren, 1833 als Lehrer an die Kantonsschule Zürich, ein Jahr später Dozent für Mineralogie an der Universität; heiratete 1838 eine Zürcherin und erhielt das Zürcher Bürgerrecht; linksradikaler Agitator; 1846 nach Dresden; kehrte nach einem wechselvollen Leben 1888 nach Zürich zurück

Hans-Christian Andersen, 1805-1875, dänischer Schriftsteller, 1833, 1846, 1860-1862, 1873 Aufenthalte in Montreux; 1873 auch in Pontresina; sein längstes Märchen, „Die Eisjungfrau“ spielt zwischen Grindelwald und Genfersee

Giuseppe Mazzini, 1805-1872, italienischer Freiheitsheld, in Genua aufgewachsen, studierte Jurisprudenz und trat in die Geheimgesellschaft Carboneria ein; seit 1831 in Marseille im Exil (gründete "Giovine Italia", später auch "Giovine Europa, "Giovine Svizzera"); nachher in Genf, Lausanne und Bern; am 26. Mai 1836 wegen bewaffneter Verschwörung in Grenchen verhaftet, doch schon am nächsten Tag freigelassen (die Stimmberechtigten Grenchens nahmen ihn am 12. Juni 1836 ins Bürgerrecht auf, doch der Kleine Rat des amtierenden Vorortskantons hob am 9. Juli den Gemeindebeschluss auf; die Bürgergemeinde Grenchen hat ihren Entschluss jedoch nie revoziert), 1937-48 in London im Exil, Zug nach Rom, 1849-1850 Flucht über die Schweiz wieder nach London bis 1859, hernach immer wieder in Italien und England; seit 1837 hielt er sich mindestens 17 Mal in der Schweiz auf, oft während mehrerer Monate

Giuseppe Garibaldi, 1807-1882, italienischer Revolutionär, geboren in Nizza als Sohn eines italienischen Kapitäns, schloss sich 1833 dem Geheimbund"Giovine Italia", der Freiheitsbewegung Giuseppe Mazzinis, an; nahm an Aufständen 1834, 1848/49 und 1860 teil; ab 1874 als wichtigster Vertreter des "Risorgimento" im italienischen Parlament; floh im August 1848 für kurze Zeit in den Tessin

Ferdinand Hitzig, 1807-1875, aus dem Badischen, kam mit 26 Jahren als ordentlicher Professor für alttestamentliche Exegese an die Universität Zürich; 1861 nach Heidelberg

Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, deutscher Professor für Philosophie und Ästhetik, 1855-66 in Zürich

Anton Andreas Dietsch, 1807-1845, in Mülhausen geboren, liess sich 1836 in Zofingen, zwei Jahre später in Aarau nieder, 1843 sozialpolitische Utopie "Das tausendjährige Reich", deren Verwirklichung er in "Die Gründung von Neuhelvetia" erläuterte, führte 1844 eine Auswanderergruppe nach USA an

Charles-Louis-Napoléon Bonaparte, 1808-1873, Neffe von Napoleon I., in Paris geboren, seit 1820 im Schloss Arenenberg erzogen, erhält seine militärische Ausbildung unter anderem bei General Henri Dufour in Thun, Artilleriehauptmann im Thurgau, bleibt bis 1838 in Arenenberg; 1852 französischer Kaiser (Napoléon III.); 1864 erneut in Arenenberg; 1832 Ehrenbürger von Salenstein und des Kantons Thurgau

Wilhelm Weitling, 1808-1871, deutscher Revolutionär der Arbeiterbewegung, 1841-44 in Genf und Zürich

David Friedrich Strauss, 1808-1874, deutscher Theologe ("Das Leben Jesu" 1835) und Philosoph, wurde 1839 als Professor für Dogmatik und Kirchengeschichte an die Universität Zürich berufen, aber unter heftigen Volksprotesten sofort pensioniert; lebte von nun an als freier Schriftsteller ("Der alte und der neue Glaube" 1872) in Deutschland

Gérard de Nerval, 1808-1855, französischer Dichter, 1839 Reise durch die Schweiz und Österreich

Carl Spitzweg, 1808-1885, deutscher Maler, 1841 und 1844 Reisen in die Schweiz

Felix Mendelssohn-Bartholdy, 1809-1847; deutscher Musiker, seine Aquarelle von Schweizer Landschaften (1822; 1831) wurden von Richard Wagner bewundert; er beschrieb auch den Rigi

Johann Philipp Becker, 1809-1886, in der Pfalz geboren, Zigarrenproduzent, Journalist, floh 1838 aus politischen Gründen in die Schweiz; liess sich in Biel nieder, führte dort 1843 die Tabakindustrie ein und wurde 1847 eingebürgert; wegen politischer Agitation zweimal aus der Schweiz weg gewiesen; führend in der Arbeiterbewegung in der Schweiz und in Deutschland; starb in Eaux-Vives (Genf)

Ferdinand Redtenbacher, 1809-1863, in Steyr (Oberösterreich) geboren, studierte in Wien; 1835-1840 Professor für Mathematik und geometrisches Zeichnen an der höheren Industrieschule in Zürich, Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik Escher Wyss; wurde 1841 nach Karlsruhe berufen und begründete dort die Wissenschaft der technischen Mechanik

Nikolai Gogol, 1809-1852, ukrainischer Schriftsteller, begann 1836 in Vevey mit den "Toten Seelen"

 

1810-1814

 

Theodor Fröbel, 1810-1893, Kunstgärtner aus Thüringen, gründete, kurz nachdem ihn die Zürcher aus Deutschland geholt hatten, die erste Handelsgärtnerei der Stadt, später den botanischen Garten "Zur Katz"

Franz Liszt, 1811-1886, Komponist und Klaviervirtuose, in Ungarn als Sohn eines deutschen Rentmeisters geboren; lebt 1835-1839 mit der Gräfin Marie d'Agoult zusammen zeitweise in Genf; seit 1845 mehrmals in Zürich, unter anderem als Gast Richard Wagners; komponierte im Rahmen seiner Klavierwerke "Années de Pèlerinage" (1836-1877) "Première Année: Suisse"

Théophile Gautier, 1811-1872, französischer Dichter, 1865 à la Fête de Vignerons de Vevey

Wilhelm Adolf Schmidt, 1812-1887, Historiker, 1851-1860 an der Universität Zürich; anschliessend in Jena Nachfolger von Gustav Droysen

Alexander Herzen, 1812-1870, russischer Politiker; seit 1840 Freund von Bakunin, später auch von Proudhon, wurde 1851 Schweizer Bürger

Charles Dickens, 1812-1870, englischer Schriftsteller, weilte 1844-1847 mehrfach in Italien, Paris und in der Schweiz (Genf und Lausanne), begann 1847 in der Schweiz mit „Dombey and Son“

Richard Wagner, 1813-1883: Zürich 1849-1866, Tribschen (bei Luzern) 1866-1872, deutscher Komponist

Georg Büchner, 1813-1837, deutscher Dramatiker und Revolutionär, floh 1835 nach Zürich, promovierte hier zum Dr. phil. und schrieb "Woyzeck"

Eugène Viollet-le-Duc, 1814-1879, französischer Kunstgeschichtler und Architekturspezialist, 1836-37 in Italien, restaurierte viele Kirchen und Schlösser; seine Pläne zur Restauration der Kathedrale von Lausanne brachten ihm 1872 an der Wiener Weltausstellung eine Medaille ein; verbrachte die letzten Lebensjahre in Lausanne, wo er auch eine schottische Kirche baute

Mikhail Aleksandrowitch Bakunin, 1814-1876, russischer Anarchist, 1843 und wieder ab 1867 in der Schweiz, 1869-1874 in Minusio; 1975 musste er in Bern wegen seines schlechten Gesundheitszustandes hospitalisiert werden; er ist auf dem Bremgartenfriedhof in Bern begraben

 

1815-1819

 

Otto Friedrich Ludwig von Wesendonck, 1815-1896, deutscher Kaufmann, heiratete 1848 Mathilde Luckemeyer, 1828-1902; das Paar kam 1850 nach Zürich, wo er ein Seidengeschäft gründete, Bekanntschaft mit Richard Wagner, Häuserbau, 1858 reisen die Wagners verärgert ab, 1871 die Wesendoncks ("Tonhallekrawall")

Carl Vogt, 1817-1895, in Giessen geboren, studierte in Bern Medizin (1839 Doktorat); 1847 Lehrstuhl für Zoologie in Giessen, seit 1852 in Genf Professor für Geologie und Zoologie; erster Rektor der neuen Universität; 1861 Genfer Bürger; schrieb "Köhlerglaube und Wissenschaft" (1854), "Vorlesungen über den Menschen" (1863)

Gottfried Kinkel, 1815-1882, bei Bonn geboren, Theologiestudium, 1846 Professor für Kunst- und Literaturgeschichte in Bonn; ab 1866 an der ETH Zürich Professor für Archäologie und Kunstgeschichte

Georg Herwegh, 1817-1875, deutscher revolutionärer Lyriker, floh 1839 in die Schweiz, 1840 in Zürich, 1843 Heirat im Aargau und Bürgerrecht des Kantons Baselland; um 1855 wieder in Zürich; sein Grab ist in Liestal

Francesco de Sanctis, 1817-1883, italienischer Literaturhistoriker und -kritiker, 1856-1860 Professor für Ästhetik und italienische Literatur an der ETH Zürich; 1861 italienische Erziehungsminister

John Ruskin, 1819-1900, in London geboren, Kunstschriftsteller, seit 1833 zahlreiche (insgesamt 17) Reisen in die Schweiz (und häufig nach Chamonix); 1836-42 an der Universität Oxford, 1861-1862 in Mornex bei Genf

Gustave Courbet, 1819-1877, französischer Maler, zwischen 1853 und 1869 verschiedentlich in der Schweiz (Bern, Genf), kam nach dem Aufstand der Pariser Kommune 1873 nach La-Tour-de-Peilz, wo er auch starb

Marie Humbert, 1819-1888, in Stuttgart geboren, heiratete 1843 den Neuenburger Aimé Humbert, lebte kurz in Morges und in Bern, 1848-1858 im Schloss in Neuenburg, nachher wieder in Bern, seit 1866 wieder in Neuenburg, kämpfte gegen die Prostitution

 

1820-1824

 

Ludwig Binswanger, der Ältere, 1820-1880, in Bayern geboren, besuchte das Gymnasium in Augsburg, studierte zuerst Philosophie, hernach Medizin in Heidelberg und München, übernahm 1850 die Leitung der psychiatrischen Anstalt in Münsterlingen im Thurgau, gründete 1857 in Egelshofen am Bodensee das Sanatorium Bellevue; 1866 Bürger von Egelshofen, das später den Namen Kreuzlingen annahm;
sein Enkel Ludwig leitete das Sanatorium Bellevue von 1910-1956

Friedrich Engels, 1820-1895, deutscher "Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus"; flüchtet 1948 erstmals in die Schweiz, im Jahr darauf erneut, lebte nachher in England; weite im August 1893 am Internationalen Sozialistenkongress in Zürich

Fjodor Michailowitsch Dostojewski, 1821-1881, russischer Schriftsteller, 1862 erste Auslandreise (u. a. Genf), 1867 Flucht wegen Schulden ins Ausland (u. a. Basel und Genf), 1868 Geburt und Tod der Tochter Sofija in Genf

Gustave Flaubert, 1821-1880, französischer Dichter, 1845 in der Schweiz, 1874 auf Anraten des Arztes in der Schweiz

Carl Culmann, 1821-1881, deutscher Mathematiker und Brückenbauingenieur, seit 1855 Professor an der neugegründeten ETH Zürich, schuf die "graphische Statik" (1864-66); erwarb 1868 das Bürgerrecht von Zürich

Rudolf Immanuel Clausius, 1822-1888, in Ostpommern geboren, 1855 Physik-Professor an der ETH, zwei Jahre später auch an der Universität Zürich, bis 1867; nachher in Würzburg und Bonn

Jakob Moleschott, 1822-1893, in s'Herzogenbosch geboren, Professor der Physiologie in Zürich (1856), Turin (ab 1861) und Rom; wird 1866 italienischer Bürger

Theodor Kirchner, 1823-1903, sächsischer Komponist, seit 1843 Stadtorganist und Klavierlehrer in Winterthur; 1862-1872 in Zürich, u. a. Organist am St. Peter; nachher wieder in Deutschland

Peter Carl Fabergé, 1842-1920, in St. Petersburg geboren, wo sein Vater eine Goldschmiedewerkstätte betrieb; 1885 erhält er von Zar Alexander III. und Zarin Marija Fjodorovna den Titel eines königlichen Hofgoldschmieds; 1887-1903 Herstellung von 50 Schmuck-Ostereiern für die Zaren; nach der Oktoberrevolution 1917 Emigration nach Wiesbaden; 1920 mit seiner Frau im Hotel Bellevue Lausanne, wo er bald stirbt; seit 1929 mit seiner Frau in Cannes beigesetzt

 

1825-1829

 

Paul ("Ohm") Krüger, 1825-1904, politischer Führer Südafrikas, 1883 Präsident der unabhängigen Republik Transvaal, musste nach dem Zweiten Burenkrieg 1902 ins Exil nach Clarens (Villa Dubochet)

Lew (Leo) Nikolajewitsch Tolstoi, 1828-1910, russischer Schriftsteller, verbrachte fast sein ganzes Leben auf dem Landgut Jasnaja Poljana; im Sommer 1857 in Genf, Montreux, Luzern; kam nachher noch mehrmals in die Schweiz, u. a. nach Grindelwald

Friedrich Albert Lange, 1828-1875, deutscher Philosoph, in Wald (bei Solingen) geboren, ab 1840 in Zürich aufgewachsen, ab 1852 Gymnasiallehrer in Köln und Duisburg, 1855 Privatdozent in Bonn, 1866-1870 in Winterthur Redaktor des "Landboten", 1870-72 Philosophieprofessor in Zürich; erwarb 1868 das Bürgerrecht von Winterthur

Adolph (Eugen) Fick, 1829-1901, in Kassel geboren, studierte an den Universitäten Marburg und Berlin, kam 1852 nach Zürich zum Mediziner Carl Ludwig, wo er 16 Jahre blieb, bis er 1868 auf den Lehrstuhl für Physiologie der Universität Würzburg berufen wurde; Beiträge zur Kardiologie (1870); gilt als Erfinder der Kontaktlinsen (1887)

Franz Reuleaux, 1829-1905, in Eschweiler (Rheinland) geboren, stammt aus einer wallonischen Familie, studierte in Karlsruhe bei Ferdinand Redtenbacher Maschinenbau; 1856-1864 Professor für Maschinenlehre (angewandte Mechanik) an der ETH Zürich; nachher an der Gewerbeakademie (später Technische Hochschule) in Berlin

 

1830-1834

 

Elisée Reclus, 1830-1907, Geograph, Theoretiker des Anarchismus, floh nach dem Aufstand der Pariser Kommune 1871 in die Schweiz, lebte 1879-92 in der Villa "le Rivage" in Clarens, lehrte nachher an der Universität Brüssel

Julius Wilhelm Richard Dedekind, 1831-1916, deutscher Mathematiker, lehrte zuerst in Göttingen, 1858-1862 Professor für theoretische Mathematik an der ETH Zürich, hernach bis 1894 in Braunschweig, wo er auch starb

Leslie Stephen, 1832-1904, englischer Schriftsteller, Vater von Virginia Wolff; trat 1858 dem Londoner Alpenklub bei und wurde zum Bergsteiger, bestieg als erster das Schreckhorn (1861); beschrieb seine Touren in "The Playground of Europe" (1871)

Wilhelm Wundt, 1832-1910. deutscher Philosoph und Psychologe, 1974 ein Jahr als Professor für induktive Philosophie in Zürich, nachher 45 Jahre in Leipzig

Johannes Brahms, 1833-1897, deutscher Komponist; weilte wiederholt in der Schweiz und zwischen 1865 und 1895 öfters in Zürich

Léon Walras, 1834-1910, französischer Nationalökonom, lehrte 1870-1892 in Lausanne; lebte nachher zurückgezogen in Clarens

 

1835-1839

 

Mark Twain, 1835-1910, amerikanischer Schriftsteller, bestieg im August 1878 den Rigi ("A Summit Sunrise" in "A Tramp Abroad", 1880); 1891 erneut in der Schweiz, 1897 drei Monate Familienferien in Weggis in der Pension "Bühlegg"