HomeÜber 850 Ausländer, die in der Schweiz lebten oder wirkten

                    More than 850 famous foreigners in Switzerland

 

siehe auch:   Berühmte Schweizer und bemerkenswerte Schweizer, Teil I: Die ersten 1800 Jahre
               (hier weitere 70 Personen - dazu: Germanischer Adel in der Schweiz)

                        Schweizer Nobelpreisträger; Nobelpreisträger in der Schweiz

                        Swiss Hall of Fame

 

                        Dynastien des Mittelalters http://www.genealogie-mittelalter.de/

                        Heutige Dynastien: http://genealogy.euweb.cz

 

Definitionen:

Schweizer = bei der Geburt Schweizer Bürger

Ausländer = bei der Geburt nicht Schweizer Bürger

 

 

Inhalt

Römische Feldherren und Kaiser (44 v. Chr. – 275 n. Chr.)

Werkmeister - Unternehmer und Firmengründer (ab 1200)

Künstler, Schriftsteller, Gelehrte, Mystiker (ab 1000) und einige Feldherren
 - ab 1840 auch: Anarchisten, politische Persönlichkeiten

 

Literatur und Links separat

Interessante Links

 

Römische Feldherren und Kaiser

 

Lucius Munatius Plancus, gründet 44 v. Chr. die “Colonia Raurica“ in Augst oder Basel

Augustus, 27-23 v. Chr. in Gallien; danach seine Feldherren Drusus und Tiberius

Tiberius, bereits als Feldherr mehrmals in Gallien und Germanien; nach 14 Einrichtung von Vindonissa und Aventicum

Vespasianus, um 20 teilweise in Aventicum aufgewachsen;
sein Vater lässt sich hier ca. 42 nieder und beherbergt hier den Enkel Titus

Diokletian gestaltet um 300 das römische Reich energisch um und erlässt unter anderem eine umfassende Verwaltungsreform

Valentinian, sichert und befestigt 365-375 die Grenze am Rhein

 

Fortsetzung: Germanischer Adel in der Schweiz (250-1300)

Glaubensboten, Bischöfe und Äbte, Mönche und Gelehrte (100-1000):

siehe: Berühmte Schweizer und bemerkenswerte Schweizer

 

 

Werkmeister - Unternehmer und Firmengründer

 

1200-1299

 

Jean Cotereel, -1268, Werkmeister, und Pierre d'Arras, aus Nordfrankreich, Glasmaler, vor 1235 an der Kathedrale von Lausanne

Um 1260 arbeitet der Architekt Jacques de Saint-Georges an den savoyischen Burgen Yverdon und Chillon, 1271-75 als savoyischer Bauinspektor und ab 1278 als Burgenbauer im Dienste des englischen Königs in Wales

 

1300-1399

 

Johann von Gmünd, nach 1356 Werkmeister am Basler Münster (Wiederaufbau nach dem Erdbeben); auch Werkmeister am Münster zu Freiburg im Breisgau

Peter Parler (1330-1399) - oder Johannes Parler III. - erbaut um 1380 den Fischmarktbrunnen in Basel (überarbeitet 1468-80 durch Jakob Sarbach)

Der savoyische Hofarchitekt Jean de Liège baute in den 1380er Jahren die Franziskanerkirche in Lausanne um

 

1400-1449

 

Der Deutschordensbaumeister Johann von Ungarn plante und baute ab 1408 die Kartause in Basel

Ulrich von Ensingen, 1414 Entwurf des Basler Münsterturms

Aus dem savoyischen Piemont kommende Ziegelbrenner erbauen um 1420-30, zuletzt unter Antoine Carbo von Vigevano (I), das Schloss Vufflens und am ebenfalls savoyischen Schloss Chenaux in Estavayer-le-Lac das Vorwerk (châtelet, 1433-41)

Matthäus Ensinger, 1395-1463, Baumeister aus Ulm, 1420-1446 Vorsteher des Berner Münsterbaus; 1435 in den Berner Grossen Rat aufgenommen, 1446 als Werkmeister des Münsters von Ulm berufen;
seine Söhne Moritz (ca. 1430-1493) und Vinzenz (ca. 1430-1495) waren ebenfalls Werkmeister, an mehreren Orten, vor allem auch in Konstanz

Henri Emery, ca. 1400-1495/97, von Epagny (entweder Haute-Savoie oder Gruyère); seit 1439 Bürger von Genf, wurde reich durch Fernhandel, vor allem mit Spanien, versah verschiedene politische Ämter in Genf

Erhart Küng, 1420-1507, an der Dombauhütte in Köln ausgebildet; 1458-1507 massgeblich am Bau des Berner Münsters beteiligt; ca. 1485 Münsterportal

Stefan Hurder, -1469, aus Passau, 1453 zweiter Werkmeister am Berner Münster nach Matthäus Ensinger

Hans Felder, 1440-1504, aus Nördlingen, 1466-1477 städtischer Werkmeister in Luzern; 1475 Bürger von Zürich; beauftragt von Bürgermeister Hans Waldmann erbaute er 1479-1484 die Wasserkirche in Zürich auf einer Insel in der Limmat

Johannes Amerbach, 1440/45-1513, in Amorbach im Odenwald geboren, Studium in Paris, ab 1475 Drucker in Basel, 1484 Bürger von Basel; die Familie ist um 1600 ausgestorben

Johann Petri, 1441-1511, von Langendorf bei Hammelburg in Franken, Buchdrucker und Verleger in Basel (seit 1488 Bürger und Mitglied der Safranzunft); der Verlag wurde nach vielen Besitzerwechseln 1868 von Benno Schwabe übernommen

Der Bildhauer und Baumeister Asmus Grasser aus München baut ab 1487 das St. Galler Kloster Mariaberg-Rorschach

 

1450-1499

 

1451 stellte der Italiener Antonio Gallizani aus dem Piemont in Basel (als Konkurrent von Heinrich Halbisen) Kanzlei- und Druckpapier her

Berthold Ruppel, ?- ca. 1495, Geselle Gutenbergs, brachte die Buchdruckerkunst ca. 1468 nach Basel

Sigmund Rot (auch: Langschnider), Buchdrucker aus Lothringen, 1479 Bürger von Zürich, arbeitete dann in Heidelberg, 1484, Pescia, 1488, und Siena, 1489/90

Johannes Froben, 1460-1527, in Hammelburg geboren, ca. 1488 nach Basel, zwei Jahre später Basler Bürger, Buchdrucker, u. a. Werke von Erasmus von Rotterdam

Hans Niesenberger, 1487 Werkmeister in Basel, aus Graz

Albrecht von Nürnberg, seit 1492 in Bern erwähnt, nach 1532 gestorben; Holz- und Steinbildhauer; schuf 1496-98 die 9 m hohe Christoffel-Figur in Holz, zahlreiche weiter Figuren, auch Brunnen

Christoph Froschauer, 1490-1564, stammt aus der Nähe von Altötting in Bayern, liess sich als Buchdrucker in Zürich nieder, um Zwingli bei der Reformation zu helfen; erhielt 1519 von der Stadt das Bürgerrecht geschenkt; druckte gegen 1000 Bücher (1776: Füssli & Co.; 1798: Orell Füssli & Co.)

Hans Hager, ?-1538, ab ca. 1520 Buchdrucker in Zürich, druckte hauptsächlich Werke von Zwingli, Zwölfer zu Saffran 1522

 

1500-1599

 

Robert Estienne, 1503-1559, in Paris geboren, Verleger, floh 1550 mit seiner Familie nach Genf (wurde 1556 mit seinen Söhnen Genfer Bürger); sein Sohn Henri vollendete 1572 den "Thesaurus graecae linguae"

Jean Crespin, 1520-1572, in Arras geboren, studierte Recht in Löwen und Paris, floh über Strassburg 1548 nach Genf, wo er Buchdrucker wurde (Bürgerrecht 1555)

Conrad Badius (Bade), 1520-1569, in Paris als Sohn eines Buchdruckers geboren, kam 1549 nach Genf (1555 Bürger), wo der mit den andern Buchdruckern Etienne, Crespin und de Normandie zusammenarbeitete

Laurent de Normandie, 1520(?)-1569, Jurist und Gemeindepräsident von Noyon, flüchtete 1548 nach Genf, Mitarbeiter des Reformators Jean Calvin, 1552 in Paris zum Tode verurteilt, wurde 1555 Bürger von Genf, arbeitete hier als Buchhändler, Buchdrucker und Verleger

Daniel Heintz der Ältere, um 1530/35-1596, in Alagna (Valsesia, I) geboren, Walser, Mitglied der süddeutschen Steinmetzenbruderschaft; Kontakte zu Basler Sammlern und Gelehrten um Basilius Amerbach d. J. 1533-1591); Schöpfer der beiden bedeutendsten Basler Renaissancebauten: Zunfthaus zu Weinleuten und Spiesshof; 1571-74 zog er in Bern das Mittelschiffgewölbe des Münsters ein; 1575 Justitia-Figur am Münsterportal; 1588 endgültige Übersiedlung nach Bern und Übernahme des Werkmeisteramts;
sein Sohn, Daniel der Jüngere (1574-1633) wurde 1597 sein Nachfolger

Johann Anton Pestalozzi (eigentlich: Pestalozza; auch: Pestaluz), 1534-1604, aus Chiavenna, kam um 1555 zur kaufmännischen Ausbildung nach Zürich, wo er 1567 Bürger wurde; seine Nachkommen sind im Seidenhandel tätig (Garne und Florettseide)

Marie de Bourbon, 1539-1601, aus der französischen Adelsfamilie der Bourbon, seit 1573 Regentin; Wiederherstellung der fürstlichen Autorität und Sanierung der Finanzen in der Grafschaft Neuenburg; liess eigene Münzen prägen; 1592 Erwerb der Herrschaft Valangin

 

1600-1699

 

Ferdinand Wilhelm Eusebius von Schwarzenberg, 1652-1703, in Brüssel geboren, heiratete 1674 Maria Anna von Sulz, Landgräfin im Klettgau (1652-1698), welche von ihren Vorfahren ein unbefristetes Burgrecht mit Zürich besass (seit (1488); wird 1688 Graf von Sulz und 1698 gefürsteter Graf; er und seine Frau sterben in Wien

Caspar (Taufname: Andreas) Moosbrugger, 1656-1723, Vorarlberger Architekt, Lehre als Steinmetz; seit 1674 in Einsiedeln als Steinmetz tätig; 1682 Profess in Einsiedeln, wo er sich zum Architekten entwickelte; zeichnete die Pläne für die barocke Kirche von Muri (1695-98) und des Frauenklosters St. Lazarus in Seedorf (1695), um 1700 für die Klosteranlage und das Kloster Einsiedeln, die Benediktinerabtei Disentis sowie Kloster und Kirche der Zisterzienserinnenabtei Kalchrain bei Hüttwilen

Laurenz Bell, 1689-1759, ein aus Lothringen stammender Metzgergeselle, erwirbt 1718 in Kleinhüningen das Gasthaus "Zur Krone"; zwei Enkel sind 1806 Inhaber von Fleischbänken der "Neuen Schol" an der Weissen Gasse in Basel; der Sohn des einen, Samuel (1792-1851) erwirbt das Basler Bürgerrecht (1816) und etabliert sich 1834 als Metzger und Weinschenk am Barfüsserplatz; sein Enkel Samuel (1840-1920) eröffnet an der Streitgasse in Basel eine "Ochsenmetzg"

 

1700-1749

 

1723 zogen die Glasmacherbrüder Josef, Peter und Michael Siegwart von Windberg im Schwarzwald mit Familien und Mitarbeitern ins Entlebuch; in ihrer Glashütte im "Südel" auf der Hirsegg bei Sörenberg produzierten sie das "Flühli-Glas"; wegen Holzmangel 1817 Verlegung nach Hergiswil; 1975-88 von Roberto Niederer betrieben

Paul Coulon, 1731-1820, aus Aveyron (F), floh 1754 aus religiösen Gründen nach Genf, 1760 nach Neuenburg (seit 1767 Bürger); gründete 1796 eine Handelsbank mit Sitz in Paris (1813 geschlossen); auch seine Nachkommen waren im Bankgeschäft tätig

(Johann) Jacob Schweppe, 1740-1821, geboren in Witzenhausen (Hessen), kam mit 12 Jahren nach Genf, Uhrmacher und Amateurwissenschafter, erfand 1783 das Mineralwasser, baute - unterstützt von Jacques Paul und seinem Sohn Nicolas Paul sowie vom Holländer Henri-Albert Gosse (1753-1816, seit 1788 Bürger von Genf) - ab 1790 eine Fabrik zur Herstellung desselben in London ("Schweppe's Drury Lane factory"), 1798 verkaufte er drei Viertel des Geschäfts; fortan hiess das Getränk "Soda water" und die Firma "J. Schweppes & Co."; Jacob reist um 1800 über Deutschland zurück nach Genf, wo er auch starb

Johann Sebastian Clais, 1742-1809, in der Markgrafschaft Baden geboren, Lehre in Zürich, Weiterbildung in England, seit 1777 in der Schweiz, hauptsächlich in Winterthur (Bürger 1793); reorganisierte Bergwerke und Salinen; baute in Winterthur das Landhaus "Lindengut"; 1802 Gründer der Spinnerei Hard bei Wülflingen, der ersten mechanischen Grosspinnerei der Schweiz; sein Sohn übernahm sie 1841, eine der Enkelinnen war vermutlich das Vorbild von "Nettchen" in Gottfried Kellers Erzählung "Kleider machen Leute"

 

1750-1799

 

Johann Daniel Osterrieth, 1768-1839, Architekt aus Strassburg, Berner Stadtbaumeister, konzipierte 1798 für Aarau ein grosszügiges Regierungsviertel; Plan für den Wiederaufbau von Huttwil nach dem Brand von 1834

Heinrich Remigius Sauerländer, 1776-1847, in Frankfurt geboren, kam um 1800 nach Basel, wurde Teilhaber der "Flickschen Buchhandlung", deren Filiale in Aarau er einige Jahre später übernahm, sozial und politisch engagiert

Carl Christian Friedrich Glenck, 1779-1845, in Schwäbisch Hall geboren, studierte Jus, Geologie und Mineralogie und 1799/1800 an der Bergakademie in Freiberg; Bergingenieur, entdeckte 1830 bei Pohlitz eine ergiebige Sole-Lagerstätte und gründete an diesem Ort die Saline Heinrichshall; findet 1836 (nach 17 erfolglosen Bohrungen seit 1820) vor den Toren Basels mächtige Salzlager; 1890 wurde daraus die Firma Schweizerhall in Pratteln; 1900-45 Produktion von Dünger und Aufbau der Chemikalienverteilung für die Schweiz

Isaak Dreyfus, 1786-1845, aus Sierentz (Elsass), erhielt 1812 die Aufenthalts- und Handelsbewilligung der Stadt Basel; liess sich 1823 als Einzelfirma ins Basler Ragionenbuch eintragen; unter seinen Söhnen Samuel (1820-1905) und Leopold (1818-85) wurde die Firma 1849 in "Isaak Dreyfus Söhne" umbenannt und zur Privatbank

Louis Danzas, 1788-1862, Militärkarriere unter Napoléon, wird 1815 Mitarbeiter der (1806 gegründeten) elsässischen Transportfirma Michel l'Evêque in St. Louis; 1840 Gesellschafter; 1854 Tochtergesellschaft in Basel; nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1871 verlegt der Sohn Emile Jules Danzas (1836-1917) den Hauptsitz der Firma nach Basel; 1999 von der Deutschen Post übernommen

Johannes Baur, 1795-1865, aus dem Vorarlberg eingewanderter Bäcker, erbaute 1844 in Zürich das Hotel "Baur au Lac" als Feriendependance zum "Baur en Ville" (1838) am Paradeplatz (heute "Savoy"); erhielt 1859 das Zürcher Bürgerrecht

 

1800-1809

 

Alexander Clavel, 1805-1873, aus Lyon, seit 1838 Färber in Basel (1849 Bürger), 1854 Färberei; ab 1859 laufende Fabrikation des Anilinfarbstoffs Fuchsin; Vorläuferin der Firma CIBA (1884)

François-Joseph Burrus, 1805-1879, im Elsass geboren; übernahm mit 23 Jahren die von seinem Vater Martin (1775-1830), einem Weinbauern aus dem Elsass, 1814 in Boncourt gegründete Rollentabak-Manufaktur und baute sie zu einer modernen Fabrik aus; seit 1855 Produktion von Zigarren; 1871 Bürger von Seleute;
seine Söhne (ab 1887 in Boncourt eingebürgert) und weitere Nachkommen bauten das Unternehmen ständig aus; es wurde 1996 an die holländische Gruppe Rothmans International verkauft

Georg Philipp Heberlein, 1805-1888, deutscher Färbergeselle, seit 1825 in Wattwil; 1835 Kauf einer Liegenschaft, auf der er eine Färberei mit Wohnhaus errichtete; 1845 Bürger von Wattwil;
1931 übernahm die Firma Heberlein vom Schweizer Textiltechniker Rudolf H. Kägi (oft als Amerikaner bezeichnet) das Verfahren des Kräuselgarns und liess es patentieren ("Helanca"); 1929 Gründung der Gummiwerke Richterswil (Gurit)

Franz Saurer, 1806-1882, deutscher Bauernsohn aus Veringendorf bei Sigmaringen, 1821 Lehrstelle als Mechaniker in Neuhausen am Rheinfall, später in St. Georgen, begann 1853 Haushaltgegenstände aus Eisen zu giessen; erhielt 1854 das Bürgerrecht von Tablat im Tösstal; gründete 1863 in Arbon eine Firma, die gusseiserne Gegenstände herstellt;
sein Sohn Adolph (1841-1920) produziert schon kurz vor 1900 Autos, 1303 den ersten Lastwagen; 1908 entwickelte Hippolyt Saurer (1878-1936) den ersten Fahrzeug-Dieselmotor mit 30 PS unter persönlicher Mitwirkung von Rudolf Diesel

Thomas Cook, 1808-1882, baptistischer Prediger und Pionier des Tourismus; organisierte 1841 die erste Pauschalreise und 1845 das erste Reisebüro; 1850 erste Reise nach Paris. Im Sommer 1863 erste Reise in die Schweiz, Bericht einer Teilnehmerin: „Miss Jemima’s Swiss Journal“; heute gibt es eine „Via Cook“, die als Teilstück von Genf nach Kandersteg führt

 

1810-1819

 

Antoni Norbert Patek de Prawdzic, 1812-1877, polnischer Kavallerist, floh 1832 über Frankreich nach Genf, gründete 1839 mit dem polnischen Uhrmacher François Czapek eine Uhrenfabrik, wurde 1843 Bürger von Genf; tat sich 1845 mit Philippe zusammen

Matthäus Hipp, 1813-1893, in Württemberg geboren, Uhrmacherlehre, kommt nach Le Locle, entwirft 1834 in St. Gallen das elektrische Pendel für Uhren (engl. "Hipp toggle"; frz. "échappement à palette"), baut es aber erst 1842; 1835-41 in Saint-Aubin; 1852 Chef der Schweizer Telegraphenwerkstätte (später von Gustav Adolf Hasler übernommen); gründet 1860 in Neuenburg eine kleine Fabrik für elektrische Apparate (seit 1889 "Peyer et Favarger"); stellt 1866 einen selbstkonstruierten Elektromotor vor; die Psychologen verwendeten gerne das Hippsche Chronoskop

Henri Nestlé, 1814-1890, Apotheker aus Frankfurt, seit 1839 in Vevey, stellte dort seit 1843 Mineralwasser her; 1867 Kindermehl; seit 1874 Bürger von Vevey;
1938 "Nescafé" (von einem entlassenen Mitarbeiter, Dr. Max Morgenthaler, 1901-1980, entwickelt)

Jean Adrien Philippe, 1815-1894, Uhrmacher aus Eure-et-Loire (Frankreich), erfand 1842 die selbstaufziehende Pendeluhr, tat sich 1945 mit Patek in Genf zusammen; starb in Plainpalais bei Genf; seit ist die Firma 1905 in Besitz der Genfer Familie Stern

 

1820-1829

 

Oscar Miller, 1826-1893, in Heidenheim geboren, trat mit 14 Jahren in die dortige Papierfabrik ein; mit 21 Jahren Geschäftsführer einer Papierfabrik in Pfullingen, bald einer in Bautzen, und seit 1852 einer in Voltri bei Genua; seit 1862 Direktor, Erbauer und menschenfreundlicher Leiter der Papierfabrik Biberist; wurde 1876 Ehrenbürger daselbst; ab 1882 Bau einer Holzstofffabrik in Rondchâtel ob Biel, einer Cellulosefabrik in Biberist und einer Papierfabrik in Frinvillier;
Nachfolger wurde sein Sohn Oscar Miller (1862-1934), der auch als Kunstsammler, u. a. von Gemälden von Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler und Cuno Amiet (u. a. im Kunstmuseum Solothurn) und Mäzen wirkte;
von seinen zwei Söhnen Oscar (1888-1941) und Werner (1892-1959) war ersterer Fürsprech und Notar in Solothurn, letzterer Kunstmaler;
die Papierfabrik wurde 1996 an die Metsä-Serla Oy (seit 2001: M-real) verkauft

Charles Brown, 1827-1905, britischer Maschinenbauer, seit 1851 bei Gebrüder Sulzer in Winterthur, entwickelte die Sulzer-Dampfmaschine, gründete 1871 die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Winterthur

Wilhelm Rudolf Schoeller, 1827-1902, aus einer Industriellenfamilie im rheinischen Düren, gründete 1868 in Schaffhausen eine Kammgarnspinnerei für Webgarne; fabriziert Stoffe für den Massenmarkt

 

1830-1839

 

Léopold-Louis Dreyfus, 1833-1915, in Sierentz geboren, eröffnete 1851/2 in Basel eine Getreidehandel, bald auch in Zürich später in Frankreich;
Sohn: Louis Dreyfus, 1867-1940, in Zürich geboren; Bankier; in Cannes gestorben; die Familie durfte seit 1896 den Namen Louis-Dreyfus tragen;
Söhne: Jean (1908-) und François-Louis (1909-1958); Jean besitzt ein Haus in Davos

Jacques Didisheim, 1834-1889, im Elsass geboren, kam um 1850 in die Schweiz, zuerst nach Genf, dann nach St. Imier, wo er 1860 die Uhrenfabrik "Juvenia Goldschmidt" (nach dem Mädchennamen seiner Frau) eröffnete; seit 1882 in La Chaux-de-Fonds; 1988 von Asia Commercial übernommen

Frédéric-Auguste Bartholdi, 1834-1904, in Colmar (Elsass) geboren, studierte in den 1850er Jahren Bildhauerei in Paris; 1870-86 Freiheitsstatue in New York; ein zu Ehren der Stadt Strassburg geschaffenes Denkmal wurde 1895 in Basel aufgestellt; das Denkmal für die 1871 in Schinznach verstorbenen Soldaten der Bourbaki-Armee kam 1901 auf den Friedhof Birr

Daniel Peter, 1836-1919, aus dem Elsass, kombinierte Milchpulver (von seinem Nachbarn Henri Nestlé) und Kakao zur Milchschokolade (1875), gründete 1901 in Orbe eine Schokoladenfabrik

Louis Durand, 1837-1902, französischer Farbstoffchemiker; vor 1866 Chefchemiker bei der chemischen Fabrik La Fuchsine in Lyon, 1866-70 bei der Seidenfärberei und Anilinfarbenfabrik Clavel in Basel, danach bei F. Petersen & Sichler in Schweizerhalle; heiratete 1869 Catherine Koechlin, Tochter eines Färbereibesitzers in Mülhausen; ab 1871 mit seinem Schwager Daniel Edouard Huguenin-Koechlin Aufbau der "Durand & Huguenin" zur Herstellung von Baumwolldruck-Farben; Sanierungen 1922 und 1940; seit 1969 bei Sandoz

Charles Page, 1838-1873, gründete zusammen mit seinem Bruder George H. Page (1836-1899) 1866 in Zürich die "Anglo-Swiss Condensed Milk Co.", Produktion in Cham (In der "Milchsüüdi"), 1905 Fusion mit Nestlé; George P. gründete 1888 in den USA eine Filiale (Dixon, "Swissville"), die 1902 von Borden übernommen wurde

Franz Bauer, 1839-1908, in Mannheim geboren, Schulen und Schlosserlehre daselbst; ab 1861 in Zürich, ein Jahr später eigene Schlosserwerkstatt für feuerfeste Geldkassen im Haus des Schwiegervaters, ab 1866 als Einzelfirma mit wachsendem Erfolg. 1890 Bau einer Fabrik, Herstellung von Tresoranlagen; 1907 Umwandlung in "Kaba AG"; 1934 Erfindung des Wendeschlüssels

 

1840-1849

 

Wallrad Ottmar Bernhard, 1840-1905, in Rheinpfalz geboren, Kaufmann und Liqueurfabrikant in München; seit 1883 Bürger der Stadt Zürich, gründet 1886 mit seinem Bruder Philipp Emil in Rorschach die "Schweiz. Conservenfabrik Bernhard & Cie."; nach dem Verkauf 1914 Übergang in die 1916 gegründete "Conservenfabrik Rorschach AG" (ROCO)

Florentine Ariosto Jones, 1841-1916, Uhrenmacher aus Boston, Mass., gründete 1869 in Schaffhausen eine Uhrenfabrik, die International Watch Company (IWC)

Georg Wander, 1841-1897, in Osthofen (bei Worms) geboren, wurde 1863 Assistent des chemischen Laboratorium der Universität Bern, eröffnet 1865 im Sulgenbach in Bern ein "chemisch-technisches und analytisches" Laboratorium, das nach seinem frühen Tod von Sohn Albert (1867-1950) übernommen wurde; arbeitete seit 1867 mit Malzextrakten; seit 1873 eigene Produktionsstätte am Stadtbach; 1879 in der Stadt Bern eingebürgert (vermutlich zusammen mit seiner Familie); 1897 "Herbalpina"; 1904 erste Produktion von "Ovomaltine"; 1937 "Ovo Sport";
1967 von Sandoz übernommen; 1977 Isostar-Pulver, 1984 Isostar flüssig

Thomas Alva Edison, 1847-1931, amerikanischer Erfinder und Unternehmer, besuchte 1911 auf einer Europareise mit seiner Familie auch Bad Pfäfers

 

1850-1859

 

Maurice Koechlin, 1856-1946, geboren in Bühl (Elsass), besuchte die Schulen in Mülhausen, studierte 1873-77 bei Carl Culmann "Graphische Statik" am Polytechnikum in Zürich und erwarb 1876 des Zürcher Bürgerrecht, wird 1879 ,,Chef du bureau des études" der Konstruktionsfirma Gustave Eiffel in Levallois-Perret, der er lebenslang dient (seit 1900 ,,Administrateur-directeur", zuletzt Verwaltungsratspräsident der Firma sowie Präsident der Eiffelturmgesellschaft); Idee und Zeichnungen des Eiffelturms sind sein Werk; heiratete 1886 in Vevey Emma Rossier, erbaute 1900 in Veytaux ein Haus, in dem er auch starb

Rudolf Christian Karl Diesel, 1858-1923, in Paris von bayrischen Eltern geboren, arbeitete 1878-1880 als Mechaniker und Maschinenzeichner in den Sulzer Maschinenwerken in Winterthur; 1885-90 erstes Labor in Paris, nachher in Deutschland; seine Experimente wurden von der Familie Sulzer gefördert

Gustav Henckell, 1859-1942, geboren in Bodenfelde an der Weser, Schulen und Lehre in Hannover, seit 1886 in Lenzburg, wo er sofort mit seinem Schulkameraden Gustav Zeiler eine Konservenfabrik gründet, um Früchte und Gemüse möglichst schonend haltbar zu machen. 1889 nach dem Tode von Gustav Zeiler wurde die Firma in "Henckell und Roth", die damaligen Teilhaber, umbenannt; daraus entstand die Marke "HERO"; bald nach der Jahrhundertwende wurde die Konservenfabrik Frauenfeld gekauft; 1981 Übernahme der ROCO

 

1860-1869

 

Karl August Lingner, 1861-1916, deutscher Unternehmer, stellte seit 1892 in Dresden das Mudwasser Odol her; kaufte kurz vor seinem Tod die Ruine des mittelalterlichen Schlosses Tarasp, liess es wieder ausbauen und wohnmässig einrichten, mit in der Region eingekauftem, zum Teil antikem Mobiliar; vermachte es seinem Freund, Ernst Ludwig Grossherzog von Hessen-Darmstadt

Achille Ditesheim, 1862-?, aus Hegenheim (Elsass), gründet 1881 eine Uhrenfabrik in La Chaux-de-Fonds; seit 1906 "Movado"; 1969 Zusammenschluss mit Zenith

Heinrich Zoelly, 1862-1937, in Mexiko City als Sohn eines Deutschen und einer Zürcherin geboren; seit 1866 mit seinen Eltern in Zürich; studierte an der ETH Maschinenbau; seit 1888 Bürger von Fluntern; 1888-1931 technischer Leiter von Escher-Wyss; entwickelte 1903 die erste zweigehäusige industrielle Dampfturbine, die später unter seinem Namen bekannt und international produziert wurde; auch Konstruktion von Höchstdruckturbinen und Niederdruck-Wasserturbinen

Walter Boveri, 1865-1924, in Bamberg geboren, Maschineningenieur, seit 1885 bei der Maschinenfabrik Oerlikon; gründete mit dem Engländer Charles Eugen Lancelot Brown (1863-1924, Sohn von Charles Brown) 1891 in Baden die Firma "Brown, Boveri & Cie."; vier Jahre später die "Motor" Aktiengesellschaft für angewandte Elektrizität als Projektierungs- und Finanzierungsgesellschaft für elektrische Grossanlagen; seit 1893 Bürger von Baden; wurde zusammen mit Brown 1916 Ehrenbürger von Baden;
1967 fusionierte BBC mit der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO), 1969 mit Sécheron, 1988 mit der schwedischen ASEA

Ernest Carnot, 1866-1955, französischer Unternehmer, gründet 1905 auch in der Schweiz ein Unternehmen für die Fabrikation von Viskoseprodukten; erster Direktor Eduard von Goumoëns (1874-1959; aus einer alten Waadtländer Familie, in Bern und Schloss Worb aufgewachsen); 1922 Gründung einer unabhängigen Gesellschaft: "Société de la Viscose Suisse", später "Viscose Emmenbrücke" genannt (Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats: E. von Goumoëns); 1924 Werk Widnau

Walther Rathenau, 1867-1922, deutscher Industrieller, Politiker und Schriftsteller; begann nach dem Studium von Physik und Maschinenbau seine berufliche Laufbahn 1892 als technischer Beamter bei der Aluminium-Industrie AG in Neuhausen; sein Vater Emil Rathenau hatte 1862 an der ETH Zürich als Maschinenbauingenieur abgeschlossen; seine Schwester Edith (1883-1955) flüchtete 1939 mit ihrem Mann Fritz Andreae nach Zürich

Paul Ditisheim, 1868-1945, aus einer Elsässer Familie, die sich 1834 im Kanton Neuenburg niederliess und 1873 einbürgerte (sein Vater war Uhrenindustrieller); in La Chaux-de-Fonds geboren, besuchte hier die Uhrmacherschule, 1892 eigene Werkstatt, bald Produktion von Marinechronometern; 1917 Gründung der AG "Fabrique Solvil à Sonvilier"; nachher Forscher in Paris, Nizza und Genf

 

1870-1879

 

Otto Coninx, 1871-1956, in Friedrich-Wilhelms-Hütte bei Köln geboren; Ausbildung zum Bergbauingenieur an den Universitäten Jena und Berlin; 1906 vom Schwiegervater Wilhelm Girardet (1838-1918; aus dem Ruhrgebiet) als Verlagsleiter des "Tages-Anzeigers" (1893 gegründet) nach Zürich berufen; seit 1924 Bürger von Zürich

Franz Brozincevic, 1874-1933, in Kroatien geboren, kommt 1892 in die Schweiz zu Saurer, 1897-99 bei der neugegründeten Motorenfabrik Wetzikon angestellt, konstruiert Automotoren; gründete 1913 die "Automobilwerke Franz AG"; übernimmt 1916 die Motorenfabrik Wetzikon (ab 1918 FBW)

Max Emden, 1874-1940, deutscher Kaufhaus-König, zog nach dem Verkauf seines Unternehmens in die Schweiz und kaufte im November 1927 die Brissago-Inseln von der Baronesse Antoinette de Saint-Léger; verlor seit 1933 einen grossen Teil seines Vermögens und seiner Kunstsammlung; erwarb 1934 den Schweizer Pass

Eugenio Balzan, 1874-1953, italienischer Journalist und Verleger der Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“; auch Kunstsammler; verliess 1933 Italien und lebte seither in der Schweiz (Zürich, Pontresina und Lugano);
seine Tochter Angela Lina (1892-1957) richtete kurz vor ihrem Tod den Balzan-Preis ein

Léon Givaudan, 1875-1936, aus Lyon, studierte an der Universität und an der ETH Zürich Chemie, gründete mit seinem Bruder Xavier (1867-1966, Apotheker in Lyon) 1895 an der Weinbergstrasse in Zürich ein Unternehmen zur Herstellung von Riechstoffen (3 Jahre später nach Vernier verlegt)

Richard Doetsch, 1877-1958, in St. Tönis bei Krefeld geboren, Pharmaziestudium in Freiburg i .Br.; ab 1904 in Basel als Apotheker bei der Firma Nadolny tätig, die er später zusammen mit Oskar Grether übernahm und als Firma Doetsch Grether & Cie. zu einem Betrieb des pharmazeutischen Grosshandels entwickelte; seit 1922 Basler Bürger

Marc Birkigt, 1878-1953, in Genf als Sohn eines Deutschen geboren; Autokonstrukteur, Ausbildung am Technikum Genf (1898 eingebürgert); ging 1899 nach Barcelona, und baute dort zuerst einen elektrischen Autobus, 1904 Gründer der "Hispano-Suiza" in Genf, Autos mit Vierzylindermotoren; 1914 V8-Flugzeugmotor; eröffnet 1938 in Genf eine Werkzeug- und Waffenfabrik (20mm-Kanone)

 

1880-1889

 

Hans Wilsdorf, 1881-1960, geboren in Kulmbach (Nordbayern), mit 19 Jahren nach La-Chaux-de-Fonds ausgewandert; gründete 1905 in London einen Uhrengrosshandel (wurde 1912 britische Bürger), liess 1908 den Markennamen "Rolex" (abgekürzt aus horlogerie exquise) eintragen; 1912/4 verlegte er seinen Firmensitz nach Biel, 1919 nach Genf; erfand 1926 die erste wasserdichte Armbanduhr ("Oyster")

Otto Frank, 1889-1980, aufgewachsen in Frankfurt, 1933 Emigration nach Amsterdam und Aufbau eines Exportgeschäfts (Pektin); 1944 an die Gestapo verraten und mit der Familie nach Auschwitz deportiert; seine Tochter Anne Frank schrieb 1942-45 ein Tagebuch; Otto Frank lebte von 1952 bis an sein Lebensende mit seiner zweiten Frau Fritzi (Elfriede Markovitz) in Birsfelden, wo seine Mutter und eine Schwester wohnten

 

1890-1899

 

Emil Georg Bührle, 1890-1956, in Pforzheim geboren, Grossindustrieller und Kunstmäzen; studiert Kunstgeschichte und Germanistik in Freiburg i. Br. und München; 1924 Geschäftsleiter der Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon, 1937 Alleininhaber und Bürger von Zürich

Jacques Bogopolski, 1896-1962, in der Ukraine geboren, kommt nach Genf um Medizin zu studieren, gründet 1924 die BOL S. A. zur Produktion von Filmkameras, seit 1927 speziell für 16mm-Film unter der Bezeichnung "Bolex"; 1930 wird das Konkurs gegangene Unternehmen von Paillard übernommen; seit 1933 entwickelte B. die Fotokamera "Alpa", die 1942-1990 von Pignons in Ballaigues hergestellt wurde; B. ging 1940 nach USA

Louis Reard, 1896-1984, in Lille geboren, französischer Maschineningenieur, tätig bei der Autofirma Renault, fing Anfang der 1940er Jahre im Modeatelier seiner Mutter in Paris an, Badekleider zu entwerfen, stellte am 5. Juli 1946 im Pariser Schwimmbad „Molitor“ das „Bikini“ der Presse vor, wohnte seit 1981 mit seiner Frau in Lausanne (rue Beau-Séjour 14); begraben auf dem Cimetière de Bois-de-Vaux in Lausanne

Daniel K. Ludwig, 1897-1992, in Michigan geboren, Schiffsbauer und -eigner, baute die "Princess"-Hotelkette auf, gründete 1971 das "Ludwig Institute for Cancer Research", dessen Sitz lange in Zürich war

Gustav Tauschek, 1899-1945, Wiener Erfinder; meldete 1922 sein erstes Patent an (auf eine Guillochiermaschine zum Gravieren von Originaldruckplatten für die Herstellung von Wertpapieren); seit 1924 Verbesserung der Lochkartenmaschinen, seit 1926 für „Rheinmetall“ (bald von IBM übernommen); insgesamt 169 Patente wurden ihm von der IBM abgekauft; viele Reisen in Europa und nach Amerika; seit 1934 mit seiner Frau Maria und Sohn Gustav in der Schweiz, wo er in Zürich starb

 

1900-1909

 

John Pullman, 1900-?, lebte in Chicago, Kurier für Meyer Lansky; gab 1954 seine amerikanische Staatsbürgerschaft auf und wurde Kanadier, später Schweizer (laut der Genfer Einwohnerkontrolle jedenfalls nicht dort); Präsident der "Bank of World Commerce"

Ernst Göhner, 1900-1971, in Zürich geboren (sein Vater Gottlieb war 1888 aus Süddeutschland nach Zürich zugewandert und hatte im Seefeld eine Glaserei und Schreinerei aufgebaut; liess sich ca. 1913 einbürgern); Schulen in Zürich, tritt 1920 die Nachfolge seines Vaters an; 1932 Gründung der Tür- und Fensterfabrik (TUFA) Altstätten, 1934 der Autofirma Holka (Holz-Karosserie; bis 1945); seit 1940 markante Hochbauten in Zürich; 1950 Engagement in der Hochseeschifffahrt; seit 1957 Familienstiftung; ab 1965 Mietwohnungskomplexe (Hegnau, Greifensee, Benglen, Genf)

Marcel Breuer. 1902-1981, in Pécs geboren, 1920-24 Studium am Staatlichen Bauhaus in Weimar, hierauf Leiter der Tischlereiwerkstatt in dem nach Dessau umgezogenen Bauhaus und Experimente mit Stahlrohmöbeln, 1928 nach Berlin; in den 1930er Jahren mehrmals in der Schweiz (Entwürfe für Aluminiummöbel; Mitarbeit am Projekt der Doldertal-Häuser); seit 1937 in den USA als Architekt

Giuseppe Gherzi, 1902-1992, in Novara geboren, studierte in Genua, gründete 1928 die Gherzi Textile Development Co. in Boston, USA, kam ein Jahr darauf nach Zürich und gründete hier eine Beratungsfirma; lebte in Zollikon

Grete Weiss (geb. Löw-Beer), 1903-1970, aus einer Industriellenfamilie in Brünn, heiratete 1928 Fritz Tugendhat und erhielt von ihren Eltern ein Grundstück geschenkt, auf dem sie von Ludwig Mies van der Rohe eine Villa errichten liessen; 1938 Flucht in die Schweiz, 1941 nach Venezuela; seit 1950 zurück in der Schweiz (St. Gallen);
drei Kinder: Ernst (1930-), Ruth und Daniela (1946-)

Zino Davidoff, 1906-1994, in Kiew oder Noivgorod geboren, 1911 musste die Familie emigrieren; sie liess sich in Genf nieder, wo Vater Henri ein Zigarrengeschäft eröffnet; Zino lernte 1924-29 in Südamerika und Kuba das Handwerk, eröffnet nachher in Genf eine Cigarrenabteilung; seit 1953 Bürger von Genf; 1969 Eigenmarke "Davidoff", 1970 Verkauf des Geschäfts an Oettinger Imex, Basel; 1988 erstes Parfum: "Cool Water"

Aristoteles Onassis, 1906-1975, im türkischen Izmir als Sohn einer wohlhabenden griechischen Familie geboren, wanderte nach Argentinien aus, seit 1932 Reeder, besass eine Residenz bei Gland, weilte gerne in St. Moritz

Stavros Niarchos, 1908-1996, griechischer Reeder, geschäftete in Genf, wohnte in St. Moritz, starb in Zürich, ist im Familiengrab in Lausanne bestattet

Heinrich Marie Ledig-Rowohlt, 1908-1992, Verleger, wohnte in Château de Lavigny bei Lausanne, in dem heute eine Stiftung besteht

Helmut Horten, 1909-1987, in Bonn geboren, baute in den 1950er Jahren einen Warenhauskonzern auf, unter anderem durch den Ausbau eigener und den Erwerb fremder Waren- und Kaufhausunternehmen; eröffnete Ende der fünfziger Jahre den ersten deutschen Lebensmittel-Supermarkt; wandelte das Unternehmen 1968 in eine AG um und zog ins Tessin, nach Croglio, wo er auch starb; seine zweite Frau Heidi (geb. 1946) kehrte 2002 in ihre Heimatstadt Wien zurück

Friedrich Paulsen, 1909-1997, Kindheit und Studium der Medizin in Kiel, 1935 Flucht in die Schweiz, wo er an der Universität Basel die noch fehlenden Examen bestand; nachher in Schweden, wo er 1950 eine Firm für die Herstellung von Peptidhormonen gründete, später in Ferring umbenannt; verbrachte seinen Lebensabend auf Föhr; sein Sohn Frederick verlegte 2000 den Hauptsitz der Holding nach St-Prex bei Lausanne und nahm später auch in Lausanne Wohnsitz

 

1910-1919

 

Michael M. Paiste, 1910-1963, in St. Petersburg als Sohn eines estnischen Komponisten und Musikers geboren, übernahm 1928 das Musikaliengeschäft seines Vaters in Tallinn und entwickelte die Herstellung von Becken (engl. cymbals); errichtete 1957 den Hauptsitz der Firma in Nottwil;
nach seinem Tod übernahmen die Söhne Robert (1932-) und Toomas (1939-2002) das Geschäft; seit 2003 ist der Sohn des letzteren, Erik, Präsident der Paiste Holding

John Latsis, 1910-2003, griechischer Reeder, kaufte 1979 die Deposit Bank von der Familie Onassis in Genf; gründete hier weitere Banken

Alfons Müller Wipperfürth, 1911-1986, in Mönchengladbach geboren, baute nach dem Zweiten Weltkrieg in Wipperfürth eine Herrenhosenfabrikation auf, kaufte um 1955 eine Villa am Hang über dem Luganersee, liess in Lugano-Agno einen Flugplatz anlegen, um den er ein Hotel („La Perla“) und eine Villensiedlung gruppierte; verlegte 1959 aus Steuergründen die Konzernzentrale nach Lugano; produzierte im Tessin auch Hemden und Anoraks; 1982 wurde das Unternehmen liquidiert

Helmut Kindler, 1912-2008, deutscher Journalist und Verleger, gründete 1945 seinen Verlag und übersiedelte 1957 nach Zürich ("Die Psychologie des 20. Jahrhunderts", 16 Bände, 1976-1981), lebt in Küsnacht und bei Eckernförde

Octav Botnar, 1913-1998, in Czernowitz geboren, 1932-36 im Gefängnis, nachher und im Zweiten Weltkrieg in Frankreich, 1946-60 zurück in Rumänien, dann Flucht über Deutschland 1966 nach England , wo er 1970 "Nissan U. K." einrichtete, wohnte aber eher in der Schweiz, in Frankreich und Monaco; 1991 vor einer Polizeirazzia in die Schweiz geflohen; starb in Villars

Hans Liebherr, 1915-1993, Maurer und Konstrukteur; baute 1949 einen Turmdrehkran; damit wandelte er den elterlichen Baubetrieb in Kirchdorf an der Iller in einen Baumaschinenhersteller um; 1981 Umzug der Firma nach Bulle;
sein Sohn Hans (1945-) wurde 1997 Bürger von Bulle, verkaufte 1999 seine Antelie an den Bruder Willi und die Schwester Isolde Wagishauser-Liebherr und zog ein Jahr später nach Monaco um

Elise Goulandris, 1918-2000, griechische Kunstsammlerin und Mäzenin, Frau des Reeders Basil P. Goulandris; das Paar lebte seit 1965 in Paris, Lausanne und Gstaad

André Guelfi, 1919- in Marokko geboren, Unternehmer, lebt seit 1971 in Paris und 1975-2000 in Lausanne; seither in Malta

 

1920-1929

 

Carl W. Hirschmann, 1921-1995, gründete 1967 in Basel die Jet Aviation; Stiftung in Zug

Giovanni Agnelli, 1921-2003, Turiner Industrieller, seit 1963 Chef der von seinem Grossvater gegründete Autofabrik Fiat, hatte sei ca. 1970 ein Haus bei St. Moritz, wo er häufig in den Ferien weilte

Pierre Cardin, 1922-, bei Treviso als Sohn französischer Eltern geboren, seit 1945 Modeschöpfer in Paris, wohnte lange in Genf, seit 1999 wieder in Paris

Nessim David Gaon, 1922-, in Bendar (Sudan) geboren, Finanzier in Genf, seit 1969 Bürger von Genf

Baruch (Bruce) Rappaport, 1922-, in Haifa von russischen Eltern geboren, seit den 1950er Jahren in der Schweiz, Unternehmer, Banker; seit 1971 Bürger von Genf; seit 1997 in Monaco

Lilliane Bettencourt, 1922-, Tochter des Gründers der Kosmetik-Gruppe L'Oréal (1909) Eugène Schueller (1881-1957), lebt mit ihrem Mann André (1919-), Anwalt und Politiker, zeitweise in Genf

Rainier III, 1923-2005, in Monaco geboren, Schulen in England (Summerfields, Hastings) und in der Schweiz ("Le Rosey"); wird 1949 Fürst von Monaco, heiratet 1956 die Filmschauspielerin Grace Kelly (1929-1982)

Ibn Abdu Azis Fahd, 1923-2005, seit 1982 König von Saudi Arabien, besass ein Anwesen in Collonge-Bellerive

Alfred Henry Heineken, 1923-2002, holländischer Bier-Baron, lebte zeitweise in St. Moritz und Perroy

Friedrich Jahn, 1923-1998, in Linz geboren, Kellner, gründete 1955 die Restaurantkette "Wienerwald", 1982 Liquiditätsprobleme; starb in Zürich

Giuseppe Panza di Biumo, 1923-2010, Graf, in Mailand geboren, Ausbildung als Jurist; sammelt seit 1954/56 zeitgenössische Kunst, die er u. a. seit 1969 in der Familienvilla in Varese ausstellt, lebte in Massagno-Lugano

Birgit Rausing, 1924-, Kunsthistorikerin, Unternehmerin (Tetra Pak, gegründet 1954 von ihrem Mann Gerd, 1922-2000), Kunstsammlerin; lebt in Montreux

Otto Beisheim, 1924-2013, deutscher Unternehmer; seit 1970 mit der Holding Metro International AG (MIAG) in Baar, wo er 1988 eingebürgert wurde

Karl-Heinz Kipp, 1924-, in der Pfalz geboren, Speditionskaufmann, erwirbt 1948 die Trierer Trachten- und Bänderhandlung Alfred Massa; 1965 erster Massa-Verbrauchermarkt; 1987 Verkauf der Massa-Discountkette; lebt in Arosa und Ascona; kauft Schweizer Hotels

Donald Hillsdon Ryan, 1924-2005, geboren in Petersburg, Virginia, besuchte die Harvard Business School, eröffnete 1957 in Belgien eine Handelskette, später Fabriken für Schuhreparatur-Maschinen ("Mister Minit"); lebte am Genfersee und in London; Schweizer Bürger

Curt Glover Engelhorn, 1926-, in München geboren, studierte in Austin, Texas, Chemie-Ingenieurwesen, 1955-90 bei der C. F. Boehringer & Söhne, Mannheim; 1997 Verkauf an Hoffmann-La Roche; lebt in Gstaad

Edmond de Rothschild, 1926-1997, in Paris geboren; Unternehmer in Genf; baute sich eigene Finanzinstitute in der Schweiz und Frankreich auf, Finanzierung von Städtebauprojekten und Tourismusanlagen, Ausbau von Mégève zu einem Wintersportort;
sein Sohn Benjamin (1963-) lebt mit Frau Ariane im Château de Pregny

Ingvar Kamprad, 1926-, schwedischer Unternehmer, Gründer von IKEA, wohnt seit 1976 in Epalinges bei Lausanne

George Livanos, 1926-1997, in New Orleans geboren, in Griechenland aufgewachsen; gründete 1949 die Ceres Schifffahrtsgesellschaft; wohnte u. a. in Lausanne und St. Moritz

Nicolas G. Hayek, 1928-2010, in Beirut als Sohn eines Amerikaners und einer Libanesin geboren; in Frankreich Abitur und Studium; seit 1949 in der Schweiz, heiratete hier 1951 Marianne Mezger; 1964 Bürgerrecht der Einwohnergemeinde Meisterschwanden; rettete die Schweizer Uhrenindustrie mit seiner "Swatch" (1983); 2004 Ehrenbürger von Biel; 2007 Ehrenbürger von Meisterschwanden

Branco Weiss, 1929-2010, in Zagreb geboren, 1951 ETH-Diplom, gründete 1959 "Kontron", seit 1980 Berater für Venture Capital, Kunstsammler

Stefan Kudelski, 1929-, in Warschau geboren, 1943 in die Schweiz geflohen, studierte an der EPUL Lausanne, entwickelte 1951 das ersten tragbare Tonbandgerät ("Nagra"; die Version III mit Transistoren wurde von 1958-1968 gebaut); Schweizer Bürger

 

1930-1939

 

Jaime Ortíz Patiño, 1930-, in Paris als Enkel eines brasilianischen Zinnmagnaten geboren, besuchte das Internat "Le Rosey", studierte an der Universität Lausanne, guter Tennisspieler, später Golfspieler, lebt zeitweise in der Schweiz

Bernie Ecclestone, 1930-, in Ipswich geboren, Automobilrennfahrer, kaufte 1972 das Brabham-Team, wohnt seit 1990 in Gstaad

August von Finck, 1930-, deutscher Banker und Unternehmer (kaufte 1991 von Ueli Prager "Mövenpick"), lebt seit 1998 auf Schloss Weinfelden

Zaki Ahmed Yamani, 1930-, in den 1970er Jahren Ölminister von Saudi Arabien, lebt in Genf, hat ein Haus im Wallis; ist Präsident des Centre for Global Energy Studies in London

Vittorio Ghidella, 1931-, geboren in Vercelli (It), machte als Ingenieur Karriere bei Fiat und RIV-SKF, seit 1979 Generaldirektor bei Fiat; beteiligte sic h1992 an Sauer; lebt seit ca. 1989 im Tessin, wo er das Schweizer Bürgerrecht erwarb

Frank Stronach, 1932-, in Österreich geboren, Werkzeugmacher, kam 1954 nach Kanada, drei Jahre später eigene Firma; Ende 1960er Jahre Fusion mit Magna Electronics; lebt in Kanada, USA und in Zug

Edmond Safra, 1932-1999, Bankier aus dem Libanon, seit 1956 in Genf, wo er sofort eine Bank gründete; meldete sich gegen Ende 1999 nach Monaco ab

Gunter Sachs, 1932-2011, in Mainberg geboren, kam 1935 mit seiner Mutter, Elinor von Opel, in die Schweiz; im Bündnerland aufgewachsen, besuchte das Lyceum Alpinum in Zuoz und das Institut auf dem Rosenberg, St. Gallen, studierte an der Universität Lausanne Mathematik, erbte nach dem Tod des Vaters zusammen mit seinem Bruder Ernst Wilhelm (kam 1977 in einer Lawine um) die Firma "Fichtel & Sachs", häufig an der Côte d'Azur und in Gstaad; 1966-69 verheiratet mit Brigitte Bardot (hatte damals eine kleine Villa in Pully), seither mit Mirja; seit 1977 Bürger von Surcuolm ob Ilanz; beerdigt in Saanen

Johann Rupert, 1933-, südafrikanischer Unternehmer, in Zug (Rothmans, Cartier, Mont Blanc)

Léonard A. Lauder, 1933-, in New York geboren als ältester Sohn von Estée Lauder, nach Ausbildung als Ökonom seit 1958 im elterlichen Geschäft, lebt in Lachen;
auch der jüngere Sohn, Ronald S. Lauder (1944-), ebenfalls studierter Manager, residiert in Lachen

Hermann C. Goldkamp, 1933-, gründete 1975 in Zürich Phoenix Mecano

Marc David Rich (Reich), 1934-, geboren in Antwerpen, 1942 nach Amerika geflohen, gründete 1973 seine eigene Firma, seit 1983 in der Schweiz; wohnt in Meggen

Pincus Green, 1934-, in Brooklyn aufgewachsen, Partner von Marc Rich, seit 1983 in der Schweiz; wohnt in Walchwil; Bürger von Walchwil

Scheich Abdulaziz Al Suleiman, 1934-, Vize-Öl- und Finanzminister Saudi-Arabiens, lebt in Jeddah, Genf und Paris; Schweizer Bürger

Ralph Sonnenberg, 1934-, Industrieller, Besitzer von Hunter Douglas, wohnt in Meggen

Prakash P. Hinduja, 1936-, indischer Unternehmer in Genf; seit 2000 mit seiner Familie Bürger von Genf;
Kinder Ajay P., Ramkrishan (Remi) und Renuka

Klaus J. Jacobs, 1936-2008, in Bremen geboren, 1974 Vorstandsvorsitzender der Jacobs AG in Zürich; 1982 Fusion von Suchard-Tobler mit Jacobs Kaffee, 1990 an Kraft General Foods verkauft; 1984 eingebürgert, lebte bis 2002 in Küsnacht, hernach in Newsells Park (Hertfordshire)

Klaus Michael Kühne, 1937-, in Hamburg geboren, Unternehmer (Kühne & Nagel); zuerst in Pfäffikon, dann Schindellegi

Klaus Schwab, 1938-, geboren in Ravensburg, Sohn eines deutschen Vaters und einer Schweizer Mutter, studierte an der Universität Freiburg i. Ue., an der ETH Zürich und in Harvard, seit 1972 Professor für Management an der Universität Genf, gründete 1971 das World Economic Forum in Davos; Ehrenbürger von Davos

Karl Scheufele, 1938-, aus Pforzheim, Enkel eines Herstellers von Schmuckuhren, kauft 1963 die darniederliegende Genfer Uhrenfirma Chopard; Sponsor der Mille Miglia 1999;
seine Tochter Caroline (geb. 1961, verheiratet mit Fawaz Gruosi) ist ebenfalls in der Geschäftsleitung

Theo Müller, 1938-, übernahm 1971 die 1896 von seinem Grossvater gegründete Molkerei und baut sie als Firma zur Herstellung von Milchfrischprodukten aus; wohnt seit 2003 mit seiner Familie in Erlenbach

Claus Hipp, 1938-, in München geboren, studierte Jura, seit 1968 persönlich haftender Gesellschafter der väterlichen Firma (Hipp KG, seit 1956 Bio-Landbau; Bébé-Nahrung); Bürger von Solothurn; beteiligt an bio-famila Sachseln

Dimitri Sturdza, 1938-, in Jassy (Rumänien) geboren, rumänischer Prinz, Tennisprofi, studierte Atomphysik, gründete 1971 das Kosmetikunternehmen Déesse; seit 1988 neuer Firmensitz in Oetwil am See

Daniel Hechter, 1938-, in Paris geboren, begann 1957 mit Modekreationen, erfand "ready-to-wear", später auch Sportkleidung und Parfüms, seit 1997 in Genf

Francesco Zefferino Sbarro, 1939-, in Puglia (Süditalien) geboren, seit 1957 in Neuenburg, Automobilkonstrukteur; eröffnete ab 1992 mehrere Schulen für Konstrukteure

Asher Edelman, 1939-, Financier aus New York, seit 1988 in Lausanne; stiftete ein Museum in Pully; Schweizer Bürger

 

1940-1949

 

Gianluigi Aponte, 1940-, in Sorrent geboren; gründete 1970 die "Mediterranean Shipping Company" (MSC); Hauptsitz in Genf, auch beteiligt am Hafen von Neapel; wohnt bei Genf

Bertil Hult, 1941-, in Stockholm aufgewachsen, gründete 1965 in Lund die Sprachschule EF; wohnt 1978-1983 und seit 2000 in Luzern

Anton Wolfgang, Graf von Faber-Castell, 1941-, lebt in Küsnacht

Paul Fentener van Vlissingen, 1941-, holländischer Unternehmer (SHV); lebt in Flims

Jean-Claude Killy, 1943-, französischer Skirennfahrer, seit 1969 in Genf, wo er ein Geschäft für Sportbekleidung aufbaute

Madeleine Schickedanz, 1943-, in Nürnberg als Tochter von Gustav Schickedanz, Gründer des Versandhauses "Quelle", geboren; lebt in St. Moritz

Willy Strothotte (1944-), in Borken, Westfalen, geboren; Ausbildung als Handelskaufmann; Rohstoffhändler; wohnt seit 1979 in der Schweiz, seit 1985 in Feusisberg

Ulrich Leo Bettermann, 1946-, Enkel von Franz Bettermann, der 1911 im Sauerland ein Unternehmen gründete (1952 OBO = ohne bohren); seit 1968 in der Geschäftsleitung des Familienunternehmens; 1985 Alleininhaber; 1986 erste Tochtergesellschaft in der Schweiz; 2000 eingebürgert in Buochs

Roger Zannier, 1946-, französischer Unternehmer (Kinderbekleidung), lebt seit 1998 in Genf

Bruno Bich, 1946-, französischer Unternehmer (BIC)

Spiro Latsis, 1946-, griechischer Reeder und Bankier, wohnte lange in Genf, seit 2005 in Monaco

Robert Louis-Dreyfus, 1946-2009, in Paris geboren (Sohn von Jean Louis-Dreyfus), verbrachte einen grossen Teil seiner Kindheit im Haus seines Vaters in Davos; MBA (Harvard 1973), Unternehmer (Adidas), Sitze in Davos, am Zürichsee (Zollikon) und im Tessin; erhielt 1995 das Schweizer Bürgerrecht

Corinne Bouygues, 1947-, Tochter des französischen Industriellen Francis Bouygues, 1987-97 bei der Fernsehstation T1, seither in Genf

Alain Afflelou, 1948-, in Algerien geboren, seit 1962 in Paris, Aufbau einer Kette von Optikerläden, lebt seit 1998 in Genf

Kjeld Kirk Kristiansen, 1948-, in Dänemark geboren, Studien in Aarhus und Lausanne (IMEDE); verlegte 1973 den Hauptsitz der Firma LEGO nach Baar

Otto Bernhard Happel, 1948-, studierte Wärmetechnik, Unternehmer in Luzern

Jørgen Jesper Bodum, 1948-, in Dänemark geboren, übernahm mit 26 Jahren das Familienunternehmen, das Geräte und Gläser für Haushalt und Küche herstellt, und verlegte den Firmensitz bald nach Triengen; erwarb 2006 das Bürgerrecht von Horw

Paloma Picasso, 1949-, in Frankreich geboren, Geschäftsfrau (Kleider, Parfums), lebt seit 2001 bei Lausanne

Carsten Jørgensen, 1949-, dänischer Designer der Marke "Bodum", lebt seit ca. 1984 mit seiner Frau Bodil in der Nähe von Luzern; die beiden erwarben das Schweizer Bürgerrecht

 

1950-1959

 

Yeslam Bin-Laden, 1950-, Halbbruder von Osama, studierte Wirtschaftswissenschaften in Schweden und in den USA, wohnt seit 1973 in Genf; war mit einer Schweizerin verheiratet; wurde im Mai 2001 hier eingebürgert; leitet die Saudi Investment Co. (SICO)

Dirk-Gerrit van Riemsdijk, 1952-, Gymnasialabschluss 1971 in Zürich, studierte and der Hochschule St. Gallen Ökonomie und an der Universität Zürich Sprachen; nachher Finanzausbildung bei der UBS in Zürich und Lazard Frères in New York; Bürger von Uitikon; langjährige Tätigkeit bei der Bank Cantrade; 1992 Mitbegründer von Swisspartners Investment Network

Francesco Illy, 1953-, in Triest geboren, baute den Schweizer Ableger der von seinem Grossvater 1933 gegründeten Kaffeefabrik Illycaffè auf (1987: „Amici Caffè“; 1994: Design-Espressomaschine „FrancisFrancis!“); mit einer Schweizerin verheiratet, Schweizer Bürger, lebte bis 2000 in Küssnacht am Rigi, seither in der Toscana

Rolf Gerling, 1954-, in Köln geboren, Studium der Betriebswirtschaft in Zürich und der Tiefenpsychologie am C.G. Jung-Institut in Küsnacht; Vorsitzender des Aufsichtsrats des Gerling-Konzerns, Köln, sowie der Gerling Akademie für Risikoforschung, Zürich

Gildo Zegna, 1955-, und Cousin Paolo Zegna (1956-); Enkel von Ermengildo Zegna; das 1899 gegründete Unternehmen verlegte 1977 einen Teil der Produktion in den Tessin; wohnen am Luganersee

Bruno Bencivenga, 1956-, bei Neapel geboren, kam 1966 mit seinen Eltern in die Schweiz, eröffnete 1991 eine Schuhboutique und -produktion, Marke: "Navyboot"

Ivan Glasenberg (1957-), in Johannesburg geboren, Rohstoffhändler, reiste 1991 in die Schweiz ein, wohnt seit 1994 in Rüschlikon und wurde 2010 daselbst eingebürgert

Viktor Vekselberg (1957-) in der Ukraine geboren; Mathematikstudium; als Ingenieur tätig; seit 1993 Verwaltungsratspräsident der Renova, 1996 Verwaltungsrat der Moskauer Tyuman Oil (TNK); lebte 2004-10 im Kanton Zürich, seither im Kanton Zug; Sitz der Renova ist Zürich

Guido Barilla, 1958-, studierte zwei Jahre in den USA, besuchte auch Kurse in Philosophie, seit 1982 im Familienunternehmen, seit 1993 Präsident des Verwaltungsrats, lebt teilweise in der Schweiz

 

1960ff

 

Tally (ursprünglich: Ravital) Elfassi-Weijl, 1960 als Tochter eines holländischen Vaters und einer rumänischen Mutter in Tel Aviv geboren; in Israel aufgewachsen; kam mit 16 Jahren nach Holland; Kunstgeschichte-Studium in Paris, wo sie den Schweizer Beat Grüring kennenlernte, wurde durch Heirat Bürgerin von Biel, kam in die Schweiz und entwarf 1984 ihre erste Modekollektion

Bettina Würth, 1961-, in Schwäbisch Hall geboren, Ausbildung zur Industriekauffrau; 2006 Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe für Befestigungs- und Montagetechnik; seit ca. 1990 durch Heirat Bürgerin von Appenzell

Ernesto Bertarelli, 1965-, in Rom geboren, kam mit 7 Jahren nach Genf und besuchte hier die Schulen bis zur Matur; hernach Ausbildung in USA, Bachelor of Science (Babson College, Boston, Mass.), MBA (Harvard); seit 1985 bei der väterlichen Firma Ares-Serono (Firmensitz seit 1977 in der Schweiz); seit 1989 Schweizer Bürger; passionierter Segler; wohnt in Gland ("La Bergerie") und Gstaad („L’Ourse“)

Georg von Opel, 1966-, in Kronberg geboren, ab 1984 Wirtschaftsstudium in den USA; lässt sich 1989 einen Teil des Familienvermögens auszahlen; übernimmt 1996 die Beteiligungsgesellschaft Hansa aus Familienbesitz; wohnt in der Schweiz und in London

Hesham Amin El-Nasharty, 1967-, ägyptischer Unternehmer

 

 

Künstler, Schriftsteller, Gelehrte, Mystiker - ab 1840 auch: Anarchisten, politische Persönlichkeiten

siehe auch: Berühmte Schweizer und bemerkenswerte Schweizer, Teil I (500 v. Chr. – 1300)

z. B. viele Glaubensboten, Bischöfe und Äbte, ferner

Winithar (gest. 775), Hartpert (gest. 970)

 

1000-1199

 

Bukko von Oltigen, gest. 1089, Bischof von Lausanne, Reichskanzler in Italien

Bernold von Konstanz (oder St. Blasien), 1054-1100, besuchte die Domschule Konstanz; Kanonist und Chronist im Kloster Allerheiligen in Schaffhausen; verfasste auch eine Reihe von Streitschriften

Wido, ?-1122, Domherr in Augsburg, 1096 als Nachfolger Ulrichs II. von Tarasp Bischof von Chur; stand den Gregorianern nahe; weihte 1109 das Kloster Zwiefalten und 1113 das Kloster St. Peter im Schwarzwald; sehr umfangreicher Briefwechsel; gründete das urkundlich 1186 erstmalig genannte Hospiz auf dem Septimerpass

Bernhard von Clairvaux, 1091-1153, rief im Dezember 1146 auch in Zürich zu einem Kreuzzug auf

Arnold von Breschia (1100-1155), Anhänger Abaelards, Gottesprediger und Bekämpfer des Papsttums, weilt 1142/43 in Zürich; wird vom Stadtpräfekten Roms hingerichtet

Frowin von Engelberg, gest. 1178, vermutlich im Schwarzwald geboren, Mönch in St. Blasien und Einsiedeln; 1147 zweiter Abt der Klosters Engelberg; gründete, wie schon in Einsiedeln, eine Schreibschule; schrieb und illustrierte selber auch Bücher

Graf Rudolf II. von Neuenburg, gest. vor 1196, Minnesänger

Rudolf von Ems, um 1190/1200-1254, in Hohenems (Vorarlberg) geboren, stammte aus einem Ministerialengeschlecht der Herren von Montfort, schreibt um 1225 die christliche Legende "Barlaam und Josaphat"; verfasste und illustrierte, vermutlich in Zürich, eine "Weltchronik" (um 1250), begraben in Bruck an der Mur

 

1200-1399

 

Konrad von Würzburg, ca. 1220/30-1287, in Würzburg geboren, epischer Dichter in Strassburg und in den 1260er Jahren in Basel, in Basel gestorben

Elisabeth von Ungarn, 1293-1336, geboren in Buda, Tochter von König Andreas III. von Ungarn, schon als Kind verlobt mit dem späteren König von Böhmen, Wenzel III.; lebte seit 1309 im Dominikanerinnenkloster Töss

Johannes Tauler, 1300-1361, Mystiker aus Strassburg, in Basel 1339-1343/7 (Kreis der "Gottesfreunde" von Heinrich von Nördlingen)

Rulman Merswin, 1302-1382, aus Strassburg, Sohn eines Bankiers, um 1340 im Kreis der "Gottesfreunde" in Basel

Johannes von Rheinfelden, 1340-?, in Freiburg i. Br. geboren, gehörte wahrscheinlich dem Dominikanerkonvent in Basel an; verfasste 1377 einen Traktat "De moribus et disciplina humanae conversationis id est ludus cartularum" (eine moralische Auslegung des Kartenspiels), und bietet die älteste kurze Beschreibung der Spielkarten in Europa

Konrad Witz, um 1400-1447, Maler aus Rottweil, ab 1431 in Basel, wo er vier Jahre später ins Bürgerrecht aufgenommen wurde ("Fischzug Petri" 1444)

 

1400-1449

 

Enea Silvio Piccolomini, 1405-1464, italienischer Theologe, Dichter, Staatsmann, Historiker, 1432 Sekretär des Konzils zu Basel, kam um 1437 nach Wien, wurde 1456 Kardinal und 1458 als Pius II. Papst; der Basler Bischof Johannes V. von Venningen (1458-1478) ersuchte ihn um die Gründung einer Universität (1460 konnte er sie einweihen); Pius II. stiftete eine "Universitäts-Monstranz"

Petrus Antonius Finariensis, ca. 1440-1512, aus Final (an der genuesischen Riviera), 1464-1465 Poet an der neugegründeten Universität Basel, nachher in Heidelberg; Verfasser von Lobschriften auf Basel (1464), Friedrich I. („De principum dignitate“), Karl den Kühnen und Johann I. von Cleve; später in der Würde eines Domprobstes von Worms Kanzler der Universität Heidelberg

Georg Schongauer, 1440/45-1514, in Colmar geboren, Bruder des Malers Martin, Goldschmied, schuf um 1490 die Turmmonstranz für den Basler Münsterschatz

 

1450-1499

 

Johannes Reuchlin, 1455-1522, deutscher Humanist, studierte 1474-1477 in Basel

Sebastian Brant, 1458-1521, deutscher Autor, studierte ab 1475 zuerst Philosophie, dann Rechtswissenschaft in Basel und begann ab 1484 zu lehren, wurde Dekan (Rechtslehrer) der juristischen Fakultät, auch als Richter tätig; seit 1500 in Strassburg; Verfasser von Flugblättern und Moralschriften sowie einer Zeitsatire ("Das Narrenschiff" 1494)

Desiderius Erasmus (von Rotterdam), 1466 (oder 1469)-1536, niederländischer Gelehrter, entwarf auf einer Reise von Italien nach Hause auf der Splügenpasshöhe das "Lob der Torheit" ("Encomium moriae", 1509); seit 1514 bis zu seinem Tod mit Unterbrechungen in Basel

Thomas Murner, 1475-1537, elsässischer Gelehrter und Satiriker, in Strassburg aufgewachsen, studierte an mehreren Universitäten, 1518 Doktor der Rechte in Basel, Gegner Luthers, 1523 in England, nachher Flucht nach Luzern; Gegner Zwinglis; nach dem ersten Kappelerkrieg (1529) zurück ins Elsass

Valerius Anshelm, ca. 1475-1547, in Rottweil geboren, nach Lehr- und Wanderjahren 1505 in Bern, Schulmeister, Stadtarzt, Berner Chronik

Konrad Pellikan, 1478-1556, im Elsass geboren, 1502 Lektor im Franziskanerkloster in Basel, 1523-25 Professor für Altes Testament in Basel, hernach in Zürich Hebräist und Mitarbeiter Zwinglis

Mathurin Cordier, 1479-1564, Priester in Rouen, ab 1514 unterrichtet er an Pariser Collèges, 1523 war Jean Calvin sein Schüler, der ihn 1536 nach Genf ans Collège de Rive berief; 1539-45 Betreuung der Schulen in Neuenburg, nachher Rektor des Collège in Lausanne, 1559 zurück in Genf; einflussreiches Lehrgespräch "Colloquiorum scholasticorum libri quatuor" (1564)

Pamphilus Gengenbach, ca. 1480-1524/25, in Basel geboren als Sohn eines Druckers aus Gengenbach (nach anderen Angaben: in Nürnberg geboren, kam um 1500 als Druckergeselle nach Basel), wurde Besitzer einer eigenen Druckerei und 1511 Basler Bürger; dichtete Lieder und Schauspiele; bekannt ist sein Meisterlied „Der alt Eydgenoss“ (1514)

Balthasar Hubmaier, 1480-1527, in Friedburg (Bayern) geboren, studierte an der Universität Freiburg i. Br., kam 1523 in Zürich mit Zwingli in Kontakt, veröffentlichte 1525 ein Buch über die Erwachsenentaufe, 1526 aus Zürich ausgewiesen, 1527 in Wien gefangengenommen und auf dem Scheiterhaufen verbrannt

Johannes Ökolampadius (Johannes Husschin), 1482-1531, deutscher Theologe, in Basel 1522-1531, wo er 1529 die Reformation einführte

Leo Jud, 1482-1542, Elsässer, lernte während des Studiums in Basel Zwingli kennen und unterstützte ihn seit 1522 in Zürich; Bibelübersetzer, Verfasser eines Katechismus

Andreas Bodenstein von Karlstadt, 1486-1541, studierte in Erfurt, Köln und Wittenberg Theologie; stand zunächst Luther nahe, bekämpfte die Kindertaufe sowie Bilder und Symbole und löste mit seinen Schriften den Abendmahlstreit aus; wurde 1530 mit Zwinglis Unterstützung Pfarrer am Zürcher Grossmünsterstift, ab 1534 durch Bullingers Vermittlung Theologieprofessor in Basel

Bernardino Ochino, 1487-1564, in Siena geboren, italienischer Reformator, floh 1542 nach Genf, wo er drei Jahre lang blieb und schrieb, nachher über Basel, Augsburg, Strassburg nach London (1547-53) und Polen

Ulrich von Hutten, 1488-1523, Humanist aus fränkischem Ritteradel, 1517 von Kaiser Maximilian I. zum Dichter gekrönt, erhielt 1520 von Ulrich Zwingli Asyl auf der Insel Ufenau

Guillaume Farel, 1489-1565, französischer Reformator, ca. 1518 in Basel, 1526 in Bern, 1526 Aigle, 1530 Neuenburg (Einführung der Reformation), ab 1532 in Genf, sechs Jahre später mit Calvin von dort verjagt; seither wieder in Neuenburg

Claudius Cantiuncula (Claude Chansonnette), 1490-1549, in Metz geboren und aufgewachsen; studierte ab1517 in Basel Jura und lehrte 1519-1524 als Professor für römisches Recht (1519-20 Rektor); verliess dann als Gegner der Reformation Basel; seither ständig auf Reisen und in diplomatischen Reisen unterwegs (Spanien, Deutschland, Österreich)

Ambrosius Blarer, 1492-1564, studierte in Tübingen, kennen, wurde Mönch und Prior in Alpirsbach, wandte sich dann der Reformation zu und kehrte nach Konstanz zurück; führte ab 1522 hier und in ganz Württemberg die Reformation ein, nach 1548 in Winterthur Pfarrer, wo er auch starb

Berchtold Haller, 1492-1536, aus Rottweil, ab 1520 Chorherr und Leutpriester am Berner Münster ,wo er 1528 die Reformation einführte

François Bonivard, 1493-1570, in Seyssel (Savoyen) geboren, studierte in Turin und Freiburg i. Br., 1530-36 gefangen im Schloss Chillon, nachher in Genf (wurde 1537 Bürger), wo er auch starb

Simon Grynäus (eigentlich: Griner), 1493-1541, in Veringendorf in Schwaben geboren, studierte in Wien klassische Sprachen, war Rektor in Ofen, 1524-26 Professor der griechischen Sprache in Heidelberg, 1534 in Tübingen, seit 1536 Professor der Philosophie und Theologie in Basel, wo er an der Pest starb

Johannes Zwick, 1496-1542, in Konstanz geboren, studierte Jura und wurde Rechtsgelehrter in Basel, dann 1522 Priester in Riedlingen; ab 1525 Reformator in Konstanz; für den Unterricht mit der Jugend verfasste er Schriften zur Erläuterung des Glaubens, dazu Lieder und Gebete; starb an der Pest in Bischofszell

Hans Holbein der Jüngere, 1497-1543, deutscher Maler, in Augsburg geboren, in Basel 1514 und 1519-1526 (Mitglied der Malerzunft und 1520 Bürger), 1528-31, seit 1532 in London, Hofmaler von Henry VIII.

Wolfgang Musculus, 1497-1563, deutscher Theologe und Reformator, 1531 nach Augsburg berufen; musste sich 1548 ins Exil begeben; 1949 nach Bern berufen; publizistisch tätig

Pietro Paolo Vergerio (der Jüngere), 1498-1565, in Capodistria geboren, Jurist in Padua, Verona und Venedig, ab 1530 in kirchlichen Diensten, seit 1539 Beschäftigung mit der reformatorischen Theologie, 1549 Flucht in die Schweiz, bis 1553 evangelischer Prediger in Graubünden, besonders auch im Engadin und dessen Untertanenland Veltlin, hernach in Württemberg, starb in Tübingen

Peter Martyr Vermigli, 1499-1562, Augustiner-Chorherr aus Florenz, floh über Zürich und Basel nach Strassburg, 1548-53 Lehrer in Oxford; erneute Flucht wieder nach Strassburg und seit 1556 bis zu seinem Tod Lehrer am Grossmünsterstift (Carolinum) in Zürich

Bartholomäus Westheimer, 1499-1567, in Pforzheim geboren, besuchte die Lateinschule in Schlettstadt, studierte (vermutlich) in Heidelberg, Anhänger der Reformation, 1527-1547 in Basel als Korrektor und Drucker, Verfasser theologischer Schriften; wurde 1531 ins Basler Bürgerrecht aufgenommen; ab 1547 Pfarrer im Elsass (Mühlhausen und Horburg bei Colmar)

 

1500-1549

 

Johannes Stumpf, 1500-1578, in Bruchsal geboren, Priester des Johanniterordens, kam 1522 in die Schweiz und schloss sich der Reformation an; setzte die "Schwytzer Chronica" seines Schwiegervaters Heinrich Brennwald fort (1536 fertiggestellt; 1548 bei Froschauer gedruckt), erhielt dafür das Zürcher Bürgerrecht; 1543-62 Pfarrer in Stammheim

Celio Secondo Curione, 1503-1569, Sohn eines piemontesischen Adeligen, bei Turin geboren und dort aufgewachsen, schloss sich der Reformation an, unterrichtete 1536-39 an der Universität Padua; 1542 aus Italien verbannt, zuerst in Lausanne, seit 1546 Professor für Rhetorik in Basel

Giulio da Milano (della Rovere), 1504-1581, in Mailand geboren, italienischer Prediger und Reformator, 1543 Flucht aus Venedig, 1546 in Vicosoprano im Bergell, 1547-1578 als Prediger in Poschiavo; daneben auch im Veltlin

John Knox, 1505-1579, schottischer Reformator, 1556-1559 in Genf im Exil

Jean (Johannes) Calvin, 1509-1564, französischer Theologe, 1533-35 auf der Flucht, unter anderem in Basel; in Genf 1536- 1538 und 1540-1564; 1559 eingebürgert

Michael Servetus, 1509/11-1553, spanischer Märtyrer, kam 1530 zu Oekolampad nach Basel, 1531 nach Strassburg, wo er "De Trinitatis Erroribus" publizierte, floh nachher nach Paris, verraten durch Calvin wurde er 1553 in Genf gefangengenommen und auf dem Scheiterhaufen verbrannt; gilt als einer der Begründer der Unitarians; entdeckte beinahe den Blutkreislauf

Jean Budé, 1515-1587, Sohn des bekannten französischen Humanisten Guillaume Budaeus (1467-1540), flüchtete 1549 nach Genf und erhielt dort 1555 das Bürgerrecht; seine Nachkommen stellten viele Ratsmitglieder und besassen die Herrschaften Vérace, Boisy (Savoyen) und Ferney (Pays de Gex), im 17. Jh. auch die Herrschaft Aclens-Romanel [-sur-Morges] in der Waadt

Andreas Vesalius, 1515-1564 flämischer Anatom, geboren in Brüssel, studierte 1533-36 an der Universität Paris, nachher in Padua, "De Humani Corporis Fabrica" wurde in 7 Bänden 1543 in Basel gedruckt; Vesalius war nachher Leibarzt von Kaiser Karl V. und von dessen Sohn Philipp II. in Madrid

Kaspar Brusch, 1518-1557, böhmische Humanist und Lindauer Lateinschulmeister, Verfasser zahlreicher Chroniken und Berichte (auch über eine Schweizerreise, um 1550)

Théodore de Bèze (Beza), 1519-1605, in Vezelay (Burgund) geboren, calvinistischer Theologe und Humanist, floh 1548 nach Lausanne (bis 1558) und Genf; erhielt 1559 hier das Bürgerrecht und wurde erster Rektor der Genfer Akademie

Petrus Canisius, 1521-1597, in Nijmegen geboren und aufgewachsen, studierte in Köln Philosophie und Theologie, 1543 Eintritt in die Societas Jesu, ab 1549 stärkster Förderer der katholischen Reform in Deutschland; seit 1580 in Freiburg (wo er auch starb); schrieb viel Bücher, unter anderem über Schweizer Heilige, sowie Katechismen (1555), die jahrhundertlang in Gebrauch waren (der sog. "Canisi" bis 1970 in der Schweiz)

Joachim du Bellay, 1522-1560, französischer Humanist, juristisches Studium, Lyriker, 1553 nach Rom, Reisebeschreibung der Schweiz ("Les Regrets", 1558)

François Hotman, 1524-1590, Seigneur et Marquis de Villiers St. Paul, in Paris geboren, Jurist, Buchautor ("Francogallia" 1573), lehrte in Lyon, Genf, Lausanne, Strassburg, Valencia, Bourges und Basel

Laelius Socinus, 1525-1562, italienischer religiöser Reformer, floh 1544 vor der Inquisition in die Schweiz, lebte seit 1548, mit Unterbrüchen, in Zürich und wurde ein guter Freund von Heinrich Bullinger

Michel de Montaigne, 1533-1592, in Bordeaux geboren, französischer Schriftsteller, 1580-81 Reisen in der Schweiz und Deutschland, 1581 Bürgermeister von Bordeaux

Carlo Borromeo, 1538-1581, Mailänder Erzbischof, Reformkatholik, reiste 1570 in die Schweiz, gründete das Collegio Papio in Ascona und 1579 in Mailand ein Schweizer Kolleg ("Collegium Heveticum") für die Ausbildung von Priestern

Giordano Bruno, 1548-1600, italienischer Philosoph; 1578 in Genf verhaftet, 1591 zu Besuch auf Schloss Elgg (bei Hans Heinrich und Hans Ludwig Heinzel); als Ketzer lebendigen Leibes verbrannt

 

1550-1599

 

Théodore-Agrippa d'Aubigné, 1552-1630, französischer Schriftsteller, Dichter und Historiker ("Historie universelle", 1619-20); 1565-1566 Schüler bei Théodore Béza in Genf; studierte in Lyon; Ritter bei Henri de Navarre, floh 1620 nach Jussy bei Genf, wo er das Château du Crest baute; weitere Tätigkeit als Ingenieur und Festungsbauer (gemäss dem "Historisch-Biographischen Lexikon der Schweiz" erwarb er das Genfer Bürgerrecht - allerdings nur in der deutschsprachigen Version; die "Archives d'Etat" von Genf wissen auch nichts Genaueres)

Wilhelm Fabry, 1560-1634, von Hilden (bei Düsseldorf), Wundarzt, 1602-1611 Stadtarzt in Payerne, 1614-1634 Stadtarzt in Bern; zahlreiche medizinische Schriften, 600 Krankengeschichten

Jakob Gretser (auch Gretscher, Grether), 1562-1625, in Markdorf am Bodensee geboren, seit 1578 Jesuit, unterrichtete zwei Jahre in Freiburg i. Ue., verfasste über 300 fachtheologische Schriften und 23 Dramen; starb in Ingolstadt

Johannes Buxtorf der Ältere, 1564-1629, geboren in Westfalen, nach dem Studium an der reformierten Hochschule zu Herborn (1585-88) und in Basel (1588-90): 1591-1629 Professor der Hebraistik (und 1614-15 Rektor) an der Universität Basel; einer der Begründer der orientalistischen Sprachforschung

Franz von Sales, 1567-1622, auf Schloss Sales bei Annecy in der Diözese Genf geboren; studierte vom 12.-18. Lebensjahr in Paris am Jesuitenkollegium Philosophie und Theologie, von 1584-88 in Padua Rechtswissenschaften; 1593 Domprobst in Annecy/ Genf; nachher Missionsprediger im Chablais (Südufer des Genfersees); leitete von 1602 bis zu seinem Tod die Diözese Genf, residierte aber in seiner Heimatstadt Annecy; Vertreter des mystischen Quietismus; 1610 Mitbegründer des Ordens der Salesianerinnen

Thomas Coryate, 1577-1617, englischer Dandy, reiste 1608 durch Frankreich und Italien, die Schweiz, Deutschland und Holland (Bericht: "Coryats Crudities", 1611); 1612-16 Reise nach Indien

Markus Roy (Pater Fidelis), 1577-1622, in Sigmaringen geboren, Studium der Rechte und später der Theologie (in den Klöstern Konstanz und Frauenfeld); Prediger in Rheinfelden und Freiburg i. Ue.; 1621 Guardian des Klosters Feldkirch; im April 1622 nach einer Predigt in der Kirche von Seewis von Bauern erschlagen

Johann Benn, ca. 1590-1660 aus Messkirch (Baden-Württemberg), Organist, 1638 auf Empfehlung des Bischofs von Konstanz Wahl zum Organisten an St. Leodegar in Luzern, wurde 1644 für seine "Missae concertatae" geehrt, ab 1655 im Kloster Muri

 

1600-1649

 

Edmund Waller, 1606-1687, englischer Lyriker, 1643 wegen Verschwörung angeklagt und ausgewiesen, nachher in Paris; mehrere Reisen durch Italien und die Schweiz, bis er 1652 nach England zurückkehren durfte

John Milton, 1608-1674, in London geboren, englischer Dichter, 1638-1639 Reise durch Westeuropa, besucht seinen Schulfreund Charles Diodati in Cologny bei Genf

Edmund Ludlow, 1617-1692, in Wiltshire geboren, in Oxford geschult, aktiv im Bürgerkrieg, Gegner von Cromwell, 1660 Flucht über Frankreich in die Schweiz, wo er Asyl suchte, 1688 kurz zurück in England; starb in Vevey

Robert Boyle, 1627-1691, englischer Chemiker, in Eaton erzogen, 1637-1644 Bildungsreise durch Frankreich, die Schweiz und Italien; nachher meist in Stalbridge

Pierre Bayle, 1647-1706, französischer Philosoph, Calvinist, musste 1670 nach Genf flüchten, wo er Studien in Theologie unternahm und sich bis 1674 als Hauslehrer durchschlug, nachher in Rouen, Paris und Sedan; seit 1681 bis zu seinem Tod Philosophie- und Geschichtslehrer in Rotterdam; Verfasser des „Dictionnaire historique et critique“ (1697)

 

1650-1699

 

Henri Duquesne, 1656-1722, Marquis, aus einem Schiffergeschlecht der normannischen Küste, flüchtete aus Frankreich und kaufte 1685 die Baronie Aubonne (die er 1701 an Bern verkaufte), zeichnete Pläne für den Hafen von Morges (1691-96), liess sich in Genf nieder (1704 Bürgerrecht; vorher Bürgerrecht von Bern), religiöser Schriftsteller

Etienne Ronjat, 1657-1737, französischer Wissenschafter und Arzt, kam 1720 nach Vevey

Joseph Addison, 1672-1719, englischer Schriftsteller, 1699-1702 "Continental tour" durch Frankreich und Italien, Heimweg über die Schweiz und Deutschland ("Remarks on several parts of Italy" 1705); Mitarbeiter des "Tatler"

Jean Barbeyrac, 1674-1744, aus dem Languedoc, Schulen in Montpellier und nach der Flucht wegen der Aufhebung des Edikts von Nantes 1686-1692 in Lausanne; nachher in Frankfurt an der Oder und in Berlin, seit 1710 auf dem Lehrstuhl für Recht und Geschichte der Universität Lausanne, ab 1717 in Groningen; Begründer des reformatorisch inspirierten Naturrechts im französischen Sprachraum

Firmin Abauzit, 1679-1767, französischer Universalgelehrter; 1689-1698 in Genf, nachher in Holland und England; zurück in Genf trug er viel zum Aufbau einer gelehrten Gesellschaft bei, galt als "le Socrate genevois"; wurde 1727 mit der Erteilung des Genfer Bürgerrechts geehrt

Voltaire, 1694-1778, französischer Philosoph; 1754-1778 in Genf (zuerst im Landgut „Les Délices“, dann in Ferney)

Antoine de Court, 1695-1760, französischer protestantischer Prediger, 1718-1722 in Genf, richtete 1729 in Lausanne ein Seminar zur Ausbildung von protestantischen Pfarrern ein und lebte bis zu seinem Tod in Lausanne

Pierre Louis Moreau de Maupertuis, 1698-1759, französischer Mathematiker, Astronom und Philosoph, der zu vielen Schweizer Gelehrten Kontakt pflegte; reiste im Herbst 1744 erstmals nach Basel, zog nach wissenschaftlichen Auseinandersetzungen 1756 endgültig nach Basel, wo er auch, im Hause von Johann Bernoulli, starb

 

1710-1709

 

Johann Castillion, 1704-1791, in Castiglione (Toskana) geboren, kam nach dem Mathematikstudium in Pisa in die Schweiz und änderte hier seinen Namen (Giovanni Francesco Melchiore Salvemini) unter Verwendung seiner Geburtsstadt; lehre in Lausanne und Bern, 1751 in Utrecht, ab 1764 als Astronom in Berlin

 

1710-1719

 

Guillaume Thomas François Raynal, 1713-1796, Prediger und Redaktor, 1780 aus Frankreich verbannt, nachher in Petersburg, Berlin und in der Schweiz (Lausanne); 1784 nach Frankreich zurück

Ewald Christian von Kleist, 1715-1759, deutscher Dichter, kam 1751 nach Zürich, um Soldaten anzuwerben, doch bald darauf wiesen ihn die Behörden aus der Stadt, was er in bösen Worten kommentierte

Horace Walpole, 1717-1797, englischer Schriftsteller, 1739-1740 mit Thomas Grey auf Grosser Tour durch Europa (Frankreich, Schweiz, Italien)

Antoine Court de Gébelin, 1719-1784, als Sohn eines französischen protestantischen Predigers in Genf geboren (unter dem Namen: Antoine Corteiz); kam 1730 zu seinem Vater nach Lausanne, wo er später an der Universität studierte und 1754 in Theologie doktorierte; ging 1763 nach Frankreich, seit 1771 Freimaurer, Esoteriker, Wiederentdecker des Tarot; Hauptwerk "Le Monde Primitif" (1773-82)

 

1720-1729

 

Johann Gerhard Reinhard Andreae, 1724-1773, aus Hannover, königlicher Hofapotheker, schrieb 40 Briefe über seine Reise durch die Schweiz 1763 nach Hause

Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724-1803, deutscher Dichter, reiste im Sommer 1750 zu Johann Jakob Bodmer nach Zürich und dichtete hier Anfang August die Ode "Der Zürichsee"; ab Frühling 1751 am dänischen Hof bis 1770, nachher in Hamburg

Georges-Louis Le Sage, 1724-1803, in Genf geboren, studierte 1744-47 Medizin in Basel und Paris, war aber nachher in den Bereichen Mathematik und Physik forschend und publizierend tätig; erhielt erst 1770 das Bürgerrecht von Genf

Giacomo Girolamo Casanova, 1725-1798, venezianischer Abenteurer und Schriftsteller, hielt sich 1750 in Genf auf, 1760 fünf Monate an verschiedenen Orten der Schweiz, 1761 in Basel und 1762 wieder in Genf, 1769 drei Monate in Lugano

Johann Heinrich Lambert, 1728-1777, Philosoph aus Mühlhausen (damals zugewandter Ort der Alten Eidgenossenschaft; daher bezeichnete sich Lambert selbst als „Muelhusinus-Helveticus“), 1745-56 in Basel und Chur, mehrmals noch in Chur und Zürich, Begründer der Systematologie (1764/71), Semiotik, Phänomenologie, Photometrie

Alexander Suworoff, 1729-1800, russischer Feldmarschall, zog im Herbst 1799 mit seinem Heer die Leventina hinauf, hernach über den Pragelpass nach Elm und dann über den Panixerpass nach Chur

 

1730-1739

 

Oliver Goldsmith, 1730-1774, irischer Schriftsteller, 1755-1756 Reise durch Frankreich, di Schweiz und Italien; schrieb "The Vicar of Wakefield" (1766) und das Gedicht "The Deserted Village" (1770)

Christoph Martin Wieland, 1733-1813, deutscher Autor, 1752-1759 Hauslehrer in Zürich

Franz Anton Mesmer, 1734-1815, in Iznang am Bodensee geboren, doktorierte in Wien (1776), Arzt, schrieb 1776 "De planetarum influxu" und 1779 "Mémoire sur la découverte du magnétisme animal"; 1778-85 in Paris; Wanderjahre; 1794 aus Österreich ausgewiesen; erwarb im selben Jahr das thurgauische Bürgerrecht; 1798-1803 erneut in Frankreich, seither in Frauenfeld, ab 1812 in Konstanz und seit 1814 in Riedetsweiler über Meersburg, wo er auch starb

Edward Gibbon, 1737-1794, englischer Schriftsteller ("Decline and Fall of the Roman Empire" 1776ff), besuchte die Schulen in Lausanne 1753-1758, kehrte 1783 nach Lausanne zurück

Graf Karl von Zinzendorf, 1739-1813, 1764 "handelspolitische Studienreise durch die Schweiz"

 

1740-1749

 

Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt Dessau, 1740-1817, Reformer, liess Landschaftsgärten errichten; zwischen 1763 und 1785 vier Reisen (1765-67 die Grand Tour) nach Belgien, Niederlande, Frankreich, Österreich, Schweiz, Schottland, viermal nach England und einmal nach Italien

James Boswell, 1740-1795, schottischer Jurist (Lord Auchineck) und Schriftsteller, 1764-66 Reise durch Deutschland die Schweiz, Italien, Korsika und Frankreich

Isabelle de Charrière (Isabella-Agneta-Elisabeth van Tuyll van Serooskerken), 1740-1805, auf Schloss Zuylen bei Utrecht geboren, Schriftstellerin, 1750 erstmals in der Schweiz, heiratete 1771 den Schweizer Charles-Emmanuel Charrière, seither im Manoir du Pontet bei Colombier, häufig auch in Genf

Angelika Kauffmann, 1741-1807, Porträt- und Historienmalerin, in Chur geboren (der Vater stammte aus Schwarzenberg im Bregenzer Wald), Ausbildungs- und Wanderjahre mit ihrem Vater im Bodenseeraum und in Norditalien, ab 1763 in Rom, 1766-81 in London (Golden Square), seither - über Venedig (1781-82) - in Rom (Haus und Atelier auf Trinità dei Monti)

Jean Paul Marat, 1743-1793 (sein Vater stammte aus Cagliari und wurde 1765 Bürger von Boudry; seine Mutter war eine französische Hugenottin), in Boudry geboren, verliess mit 16 Jahren die Schweiz und zog nach Frankreich, um sich in Medizin zu bilden; 1765-1776 in England und Schottland wo er anfing Bücher zu schreiben und seine Ausbildung zum Arzt abschloss; nachher in Paris publizistisch und als Naturforscher tätig; Wortführer der sansculottes in der Französischen Revolution, von Charlotte Corday im Bad erstochen
(Vater und Sohn Marat kommen in keinem biographischen Nachschlagewerk Italiens vor, auch nicht im dreibändigen „Dizionario biografico degli uomini illustri di Sardegna“, 2001)

Thaddäus Kościusko, 1746-1817, polnischer Freiheitskämpfer; 1775-84 Ingenieur und General in der amerikanischen Armee; nachher in seiner Heimat Kampf gegen die Russen; 1797-1814 in Fontainebleau, kam 1816 nach Solothurn, wo er ein Jahr später starb

Johann Michael Afsprung, 1748-1808, in Ulm geboren, Lehrer und Publizist in Wien, Ungarn, Amsterdam, Deutschland und in der Schweiz; Hauptwerk: "Reise durch einige Cantone der Eidgenossenschaft" (1784); 1798 Aufnahme in das in das Bürgerrecht der Helvetischen Republik

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Dichter, reiste dreimal durch die Schweiz: 1775 (wo er in Zürich bei Johann Caspar Lavater logierte, das Gedicht "Auf dem See" verfasste und den Rigi bestieg); 1779 brachte er zu Pferd in 30 Tagen 1500 Kilometer hinter sich; und 1797 ("Reise in die Schweiz 1797", 1823/24)

(Johann) Valentin Sonnenschein, 1749-1828, in Stuttgart geboren, Stuckator und Bildhauer, stand als Hofkünstler in Diensten des württembergischen Herzogs Carl Eugen; später Flucht in die Schweiz: Stuckdekoration im "Haus zum Kiel" in Zürich (1775-79), wirkte auch in der Porzellanmanufaktur

 

1750-1759

 

John Webber, 1751-1793, in London geboren, kommt im Alter von sechs Jahren zu seiner Tante nach Bern; mit 16 nimmt der Landschaftsmaler Ludwig Aberli ihn in seine Schule auf; 1770 nach Paris, sechs Jahre später kehrt er als Student der Royal Academy nach London zurück; Zeichner der dritten Südsee-Expedition von James Cook

Friedrich Maximilian Klinger, 1752-1831, deutscher Dichter; besuchte 1779 seinen Jugendfreund Philipp Christoph Kayser in Zürich; wohnte im Sommer 1780 in Pratteln und verfasste mit Lavater und Jacob Sarasin (1742-1802) die Satire "Plimplamplasko, der hohe Geist (heut Genie)" auf Christoph Kaufmann; dieser Winterthurer "Kraftapostel" hatte Klingers Stück "Der Wirrwarr" (1776) in "Sturm und Drang" umgetauft und damit dieser Epoche einen Namen verliehen; umfangreicher Briefwechsel, unter anderem mit Goethe

Joseph de Maistre, 1753-1821, in Savoyen geboren (das damals zum Königreich Piemont-Sardinien gehörte, Jurist, Seantor, Gelehrter, 1793-1797 diplomatisch und publizistisch in Lausanne tätig, von 1803-17 in St. Petersburg

Jean-Anthelme Brillat-Savarin, 1755-1826, Jurist und Gastronom, floh 1789 in die Schweiz (Lausanne, Moudon), wenig später nach den USA, 1795 zurück in Frankreich, Richter; verfasste 1794 ein Rezept für das Käsegericht Fondue (Gruyère, Eier und Butter)

Elisabeth Louise Vigée Le Brun, 1755-1842 französische Malerin, Portätistin, reiste viel in ganz Europa, 1808-1809 in der Schweiz, malte Madame de Staël

Wolfgang Amadeus Mozart, 1756-1791 (seine Grossmutter väterlicherseits war die Webertochter Anna Maria Sulzer aus Winterthur), österreichischer Musiker und Komponist, reiste im August-September 1766 auf dem Rückweg von Paris nach Salzburg durch die Schweiz, gab im Lausanner Rathaus zwei Konzerte und konzertierte zweimal in Zürich bei der Gesellschaft "ab dem Musiksaal"

André Masséna, 1758-1817, französischer Marschall, führte im Dezember 1798 die französische Armee in die Schweiz, eroberte Graubünden, kämpfte im Juni und September 1799 bei Zürich, besetzte grosse Teile der Schweiz; wurde Ende 1799 ohne seine Armee nach Oberitalien versetzt

Napoleon I., Bonaparte, 1759-1821, reiste im November 1797 durch die Schweiz und bereitete Eroberungspläne vor; liess im Frühling 1798 den helvetischen Einheitsstaat aufbauen; überschritt im Sommer 1800 den Grossen St. Bernhard; 1902 Mediationsakte; schlug 1910 das Wallis zu Frankreich und liess das Tessin besetzen; Ende 1813 hob die Tagsatzung die Mediationsverfassung auf

Friedrich Schiller , 1759-1805, deutscher Dramatiker, war nie in der Schweiz; Schrieb sein Theaterstück "Wilhelm Tell" (1804) in sechs Wochen, nachdem er - wie Goethe berichtet - die Zimmerwände mit Spezialkarten der Schweiz beklebt, Reisebeschreibungen und Geschichtsbücher über die Schweiz studiert hatte; stützte sich stark auf Johann Jakob Scheuchzer

William Beckford, 1759-1844, englischer Schriftsteller, bereiste ganz Europa, 1777-1778 in Genf, 1783-1786 mit seiner frisch angetrauten Frau Lady Margaret Gordon erneut in der Schweiz

 

1760-1769

 

Johann Peter Hebel, 1760-1826, in Basel als Sohn deutscher Eltern geboren; verbrachte Kindheit und Jugend zur Hälfte in dieser Stadt, zur andern in Hausen im Wiesental; 1772-74 Gymnasium am Münsterplatz; wirkte als Lehrer und Diakon; seit 1791 bis zu seinem Tod in Karlsruhe; schrieb „Alemannische Gedichte“ (1803) und zahlreiche „Kalendergeschichten“ für den „Rheinländischen Hausfreund“

August von Kotzebue, 1761-1819, deutscher Dramatiker, 1804 in Zürich und am Genfersee

Giovanni Gambini, 1761-1842, sizilianischer Politiker, Professor für Recht; wurde 1821 Genfer Bürger

André Chénier, 1762-1794, französischer Lyriker, 1883-1784 Reise durch die Schweiz

Johann Gottlieb Fichte, 1762-1814, deutscher Philosoph, in Zürich Hauslehrer 1788-1790 bei Rittmeister Anton Ott, dem das Hotel "Schwert" gehörte; 1793 Heirat der Tochter von Ott

Johann Gottfried Seume, 1763-1810, deutscher Schriftsteller, 1802 Schweizerreise (Bericht: "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802", 1803)

Johann Gottfried Ebel, 1764-1830, in Preussisch-Schlesien geboren, Medizinstudium in Frankfurt an der Oder, praktizierte aber nie, lebte in Frankfurt, Paris und in der Schweiz, wo er 1801 das helvetische Bürgerrecht erhielt, seit 1803 Bürger von Zürich, wo er ab 1810 dauernd wohnte; Reiseliteratur: "Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art in der Schweiz zu reisen" (1793; auch französisch und englisch); ferner das geologische Standardwerk  "Bau der Erde in dem Alpengebirge" (1808)

Jens Baggesen,1764-1826, dänischer Schriftsteller, konnte mit einem Stipendium eine Reise durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich machen (Reisebericht "Das Labyrinth"; 1792/93); heiratete 1790 die Bernerin Sophie von Haller (eine Enkelin Albrecht von Hallers); blieb Bern und den Berner Alpen ("Parthenäis oder Die Alpenreise", 1803) lebenslang verbunden

Wolfgang-Adam Toepffer, 1766-1847, in Genf geboren als Sohn eines Schneiders aus Schweinfurt, Lehre als Graveur in Genf und Lausanne, 1786-89 in Paris, seither wieder in Genf; heiratete 1793 hier, wobei er als "citoyen" bezeichnet wurde; hatte als Maler vor allem Erfolge in Paris

Nikolai Karamsin, 1766-1826, russischer Historiker und Schriftsteller, bereiste 1789-91 Deutschland, die Schweiz, Frankreich und England ("Briefe eines russischen Reisenden")

François René de Chateaubriand, 1768-1848, französischer Politiker und Schriftsteller, unternahm von 1805 bis 1833 zahlreiche Reisen in die Schweiz; Freund von Germaine de Staël, daher mehrmals in Genf (1805, 1831, 1832), Neuchâtel (1824) und Lausanne (1826); Schilderungen der Schweiz in den "Mémoires d'outre-tombe" (1848-1850), "Voyage en Suisse et en Italie" (1860)

Helen Maria Williams, 1769 (1761?)-1827, englische Lyrikerin und Schriftstellerin, seit 1790 in Frankreich; 1795 Schweizerreise mit John Hurtford Stone (Bericht: "Tour in Switzerland", 2 Bände 1796); später in Amsterdam

 

1770-1779

 

Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1770-1831, nach dem Studium von Philosophie und Theologie in Tübingen (1788-93) von Oktober 1793 bis Dezember 1796 Hauslehrer bei der Familie des Berners Patrizier Carl Friedrich von Steiger und ab 1797 Frankfurt, nachher Professor in Jena, Nürnberg, Heidelberg und Berlin

William Wordsworth, 1770-1850, englischer Poet, pries in einem Gedicht "Prelude" (1805; veröffentlicht 1850) seine Schweizerreise von 1790; später auch Besuche im Berner Oberland (Grindelwald, Meiringen, Staubbachfall)

Friedrich Hölderlin, 1770-1843, deutscher Dichter, besuchte 1791 Lavater in Zürich, versah 1801 Januar bis April eine Hofmeisterstelle in Hauptwil

Heinrich (Johann Heinrich David) Zschokke, 1771-1848, deutscher Autor; Philosoph und Theologe; seit 1795 in der Schweiz, bekleidete während der Helvetischen Republik hohe politische Ämter; 1801 Gemeindebürger von Malans; seit 1802 in Aarau, auch als Volksaufklärer und Schulgründer tätig; 1803 Staatsbürgerschaft des Kantons Aargau, 1804 Bürger von Ueken, 1823 Bürger von Aarau; Ehrenbürger von Magdeburg (1830) und Lausen (1833)

John Mallord William Turner, 1775-1851, Landschaftsmaler, reiste ab 1802 in ganz Europa herum, zuerst in Frankreich, Savoyen und der Schweiz, 1836 und 1841-44 erneut in der Schweiz; "St. Gotthard" 1804, "Avalanche in the Grisons" 1810

Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, 1775-1854, deutscher Schriftsteller und Philosoph; starb während eines Kuraufenthaltes in Bad Ragaz

Johann Friedrich Herbart, 1776-1841, deutscher Philosoph und Pädagoge, 1797-1800 Erzieher in Bern, wo er mit Pestalozzi bekannt wurde, publizierte mehrere Schriften über Pestalozzi; 1805 Professor in Göttingen, 1809 Nachfolger Kants in Königsberg

Joseph Görres, 1776-1848, in Koblenz geboren, Autodidakt, Publizist, Gymnasiallehrer, 1806-08 Unterricht in Heidelberg, von Dezember 1820 - Oktober 1821 in Aarau, wo er "Europa und die Revolution" schrieb; nachher in Strassburg, seit 1827 Professor in München

Niccolò Ugo Foscolo, 1878-1827, auf einer ionischen Insel als Sohn eines Venezianers geboren, Literatur- und Philosophiestudium, 1797 kurz Redaktor in Mailand; 1815-1816 in Lugano und Zürich; seither in London

Lorenz Oken, Naturforscher, 1779-1851, seit 1833 in Zürich Professor der Naturwissenschaften; erster Rektor der Universität

 

1780-1789

 

Friedrich Fröbel, 1782-1852, aus Thüringen, studierte Naturwissenschaften, besuchte nach 1805 mehrmals Pestalozzi, reformierte die Jugendbehandlung, richtete 1831 in Wartensee bei Luzern (später: Willisau) eine Erziehungsanstalt und 1835 in Burgdorf ein Waisenhaus ein, prägte 1840 den Begriff "Kindergarten"

Friedrich Knie, 1784-1850, in Wien geboren, Sohn des Hofarztes von Kaiserin Maria Theresia, gründete kurz nach 1803 ein Seiltänzer- und Künstlerunternehmen; 1814 erstes Gastspiel in der Schweiz; die Familie Knie hat seit 1900 das Bürgerrecht von Gerlikon bei Frauenfeld; 1919 Gründung des "Schweizer National-Circus Knie" und Wahl von Rapperswil als Winterquartier

Ludwig Snell, 1785-1854, Gymnasiallehrer aus dem Herzogtum Nassau, in den 1820er Jahren nach Zürich, Führer der Radikalen, 1831 Verfassungsentwurf für den Kanton Zürich, 1833 Professor für Philosophie an der Universität

Pellegrino Rossi, 1787-1848, italienischer Politiker, floh 1805 nach Frankreich, 1813 nach Genf, wo er Professor für Strafgesetz und Römisches Recht wurde; machte einen Vorschlag zur Neugestaltung der Schweiz ("Pacte Rossi", 1832), begab sich enttäuscht 1833 ans Collège de France

Percey Bysshe, 1788-1822, und Mary, 1797-1851, Shelley, englische Autoren; 1816 in der "Maison Chapuis" in Cologny, dort zusammen mit Lord Byron Inspiration zu "Frankenstein" (1818)

Lord George Gordon Noel Byron, 1788-1824, englischer Poet, 1805 erster Gedichtband, 1812 "Junker Harolds Pilgerreise", kam 1816 zu den Shelleys an den Genfersee ("Villa Diodati" in Cologny); 1823 als Freiheitskämpfer nach Griechenland

James Fenimore Cooper, 1789-1851, amerikanischer Schriftsteller; bereiste während seinem siebenjährigen Europaaufenthalt zweimal, 1828 (Bern) und 1832 (Vevey), auch die Schweiz ("Excursions in Switzerland", 1836), beobachtete in Glarus die Zigerherstellung

 

1790-1799

 

Alphonse de Lamartine, 1790-1869, französischer Politiker und Dichter, floh 1815 in die Schweiz (Château de Vincy), dann nach Savoyen

Johann Lukas Schönlein, 1793-1864, geboren in Bamberg, 1824 Medizinprofessor in Würzburg, kam 1833 an die neugegründete Universität Zürich; 1834 Ehrenbürger von Stäfa, ging 1840 an die Universität Berlin

John William Polidori, 1795-1821, als Sohn eines politischen Flüchtlings aus Italien in London geboren; studierte Medizin in Edinburgh und begleitete Lord Byron auf seiner Europareise; konzipierte im Sommer 1816 bei einem Besuch der Shelleys in der Villa Diodati bei Genf die Figur des "Vampir"

Robert Lucas Pearsall, 1795-1856, in Clifton (England) geboren; ursprünglich Jurist, seit 1825 Musiker und Komponist; lebte einige Zeit in Karlsruhe, seit 1843 Besitzer von Wartensee bei Rorschach; gestaltete die mittelalterliche Burganlage zum heutigen Schloss neugotischer Prägung um

Karl Follen, 1796-1840, in Hessen geboren, Jurist und aktiv in den deutschen Burschenschaften; 1820-24 in der Schweiz, zuerst als Lehrer an der Kantonsschule Chur, dann an der Universität Basel; floh im November 1924 nach Amerika und wurde kurz darauf Professor in Harvard für deutsche Sprache und Literatur; bekämpfte die Sklaverei

Jean-Baptiste-Camille Corot, 1796-1875, französischer Maler (seine Mutter, Marie-Françoise Oberson, stammte aus dem Kanton Freiburg), besuchte drei Mal auf Reisen England, die Niederlande, Italien und die Schweiz 1825-28, 1834, 1843; vier Landschaftsgemälde im Schloss Gruyères

Pierre Leroux, 1797-1871, französischer Buchdrucker, Journalist, Sozialist; lebte nach dem Staatsstreich (1852) zuerst bei seiner Familie und später in Lausanne

Charles Lyell, 1797-1875, in Schottland geboren, in der Nähe von Southampton aufgewachsen, 1816-19 Studium am Exeter College in Oxford, nachher tätig als Jurist und Geologe; 1818 Reise durch Frankreich und die Schweiz nach Italien, besuchte unter anderem die Schlösser Clarens und Chillon und das Bergsturzgebiet von Arth Goldau; 1832 Hochzeitsreise von Bonn rheinaufwärts durch die Schweiz zum Lago Maggiore; 1835 Aufenthalt im Berner Oberland; 1857 Exkursion in die Schweiz, um Beweise für die eiszeitliche Vergletscherung der Schweiz zu finden; im Sommer 1865 in den Alpen, u. a. Besichtigung des Aletschgletschers; 1873 Besuch des Paläontologen Oswald Heer in Zürich

Adam Mickiewicz, 1798-1855, polnischer Nationaldichter, 1823 zur Verbannung nach Russland verurteilt, 1829 in Berlin, später in Paris, 1839-1840 Literaturprofessor in Lausanne

Honoré de Balzac, 1799-1850, französischer Dichter, begegnete 1833 in Neuchâtel Madame Eveline Hanska, war 1845 mit ihr erneut in der Schweiz

Christian Friedrich Schönbein, 1799-1868, geboren in Metzingen; 1813-20 Lehre in einer Chemischen Fabrik, Studien in Erlangen und Tübingen, reiste 1826 nach England und 1827 nach Frankreich; seit 1828 an der Universität Basel, wo er 1835 Peter Merian als Inhaber des Lehrstuhls für Physik und Chemie ablöste (1840 eingebürgert); entdeckte das Ozon (1839) und der Schiessbaumwolle (1846); gilt auch als Pionier der Brennstoffzelle

 

1800-1804

 

Charles Joseph La Trobe, 1801-1875, in London als Sohn einer Hugenottenfamilie geboren, in der Schweiz aufgewachsen, 1824-1827 Hauslehrer in Neuenburg bei der Familie Pourtalès, traf hier seine künftige Frau Sophie de Montmollin (1809-1854) und schrieb "The Alpenstock" (1829); 1832-35 in USA, seit 1839 in Australien, 1851 erster Lieutenant-Governor von Victoria, malte auch Aquarelle; nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er in Neuenburg 1855 deren Schwester Rose Isabelle (1821-1883)

Ignaz Thomas Scherr, 1801-1870, Pädagoge aus Württemberg, kam 1825 nach Zürich, kreierte 1833 ein neues Schulgesetz, 1832-39 Seminardirektor, nach seiner Entlassung kurz in Winterthur und dann im Thurgau

Carlo Cattaneo, 1801-1869, in Mailand geboren, Jurist und Gymnasiallehrer, Zeitschrift "Il Politecnico" (1839-44, 1860-63/65); Propagandist des Fortschritts in der Lombardei, seit 1848 im Tessin (Castagnola) im Exil, 1852-65 Philosophielehrer in Lugano, 1858 Ehrenbürger des Kantons Tessin, politisch aktiv, publizistisch tätig

Alexandre Dumas (père), 1802-1870, französischer Schriftsteller, 1832 Schweizerreise, traf in Genf Chateaubriand (Bericht: "Impressions de Voyage - Suisse" ,1833)

Victor Hugo, 1802-1885, französischer Schriftsteller, 1825 in Genf, 1839 und 1869 in der Schweiz, Sommer 1883 in Villeneuve, 1884 erneut in der Schweiz

Edgar Quinet, 1803-1875, französischer Literaturprofessor, Patriot und Republikaner, 1851 nach Belgien geflohen, 1858-1870 in Veytaux-Montreux

Gottfried Semper, 1803-1879, Architekt aus Hamburg, 1834-1849 Professor der Baukunst an der Dresdener Kunstschule ,1854-1871 in Zürich, wo er das neue Polytechnikum (ETH) erbaute; 1861 Bürger von Affoltern am Albis; nachher in Wien, wo er die Hofburg, das Hofmuseum und das Burgtheater gestaltete

George Sand, 1804-1876, französische Schriftstellerin, traf auf einer Reise durch die Schweiz Franz Liszt und Marie Gräfin d'Agoult

 

1805-1809

 

Julius Fröbel, 1805-1893, im thüringischen Griesheim geboren, 1833 als Lehrer an die Kantonsschule Zürich, ein Jahr später Dozent für Mineralogie an der Universität; heiratete 1838 eine Zürcherin und erhielt das Zürcher Bürgerrecht; linksradikaler Agitator; 1846 nach Dresden; kehrte nach einem wechselvollen Leben 1888 nach Zürich zurück

Hans-Christian Andersen, 1805-1875, dänischer Schriftsteller, 1833, 1846, 1860-1862, 1873 Aufenthalte in Montreux; 1873 auch in Pontresina; sein längstes Märchen, „Die Eisjungfrau“ spielt zwischen Grindelwald und Genfersee

Giuseppe Mazzini, 1805-1872, italienischer Freiheitsheld, in Genua aufgewachsen, studierte Jurisprudenz und trat in die Geheimgesellschaft Carboneria ein; seit 1831 in Marseille im Exil (gründete "Giovine Italia", später auch "Giovine Europa, "Giovine Svizzera"); nachher in Genf, Lausanne und Bern; am 26. Mai 1836 wegen bewaffneter Verschwörung in Grenchen verhaftet, doch schon am nächsten Tag freigelassen (die Stimmberechtigten Grenchens nahmen ihn am 12. Juni 1836 ins Bürgerrecht auf, doch der Kleine Rat des amtierenden Vorortskantons hob am 9. Juli den Gemeindebeschluss auf; die Bürgergemeinde Grenchen hat ihren Entschluss jedoch nie revoziert), 1937-48 in London im Exil, Zug nach Rom, 1849-1850 Flucht über die Schweiz wieder nach London bis 1859, hernach immer wieder in Italien und England; seit 1837 hielt er sich mindestens 17 Mal in der Schweiz auf, oft während mehrerer Monate

Giuseppe Garibaldi, 1807-1882, italienischer Revolutionär, geboren in Nizza als Sohn eines italienischen Kapitäns, schloss sich 1833 dem Geheimbund"Giovine Italia", der Freiheitsbewegung Giuseppe Mazzinis, an; nahm an Aufständen 1834, 1848/49 und 1860 teil; ab 1874 als wichtigster Vertreter des "Risorgimento" im italienischen Parlament; floh im August 1848 für kurze Zeit in den Tessin

Ferdinand Hitzig, 1807-1875, aus dem Badischen, kam mit 26 Jahren als ordentlicher Professor für alttestamentliche Exegese an die Universität Zürich; 1861 nach Heidelberg

Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, deutscher Professor für Philosophie und Ästhetik, 1855-66 in Zürich

Anton Andreas Dietsch, 1807-1845, in Mülhausen geboren, liess sich 1836 in Zofingen, zwei Jahre später in Aarau nieder, 1843 sozialpolitische Utopie "Das tausendjährige Reich", deren Verwirklichung er in "Die Gründung von Neuhelvetia" erläuterte, führte 1844 eine Auswanderergruppe nach USA an

Charles-Louis-Napoléon Bonaparte, 1808-1873, Neffe von Napoleon I., in Paris geboren, seit 1820 im Schloss Arenenberg erzogen, erhält seine militärische Ausbildung unter anderem bei General Henri Dufour in Thun, Artilleriehauptmann im Thurgau, bleibt bis 1838 in Arenenberg; 1852 französischer Kaiser (Napoléon III.); 1864 erneut in Arenenberg; 1832 Ehrenbürger von Salenstein und des Kantons Thurgau

Wilhelm Weitling, 1808-1871, deutscher Revolutionär der Arbeiterbewegung, 1841-44 in Genf und Zürich

David Friedrich Strauss, 1808-1874, deutscher Theologe ("Das Leben Jesu" 1835) und Philosoph, wurde 1839 als Professor für Dogmatik und Kirchengeschichte an die Universität Zürich berufen, aber unter heftigen Volksprotesten sofort pensioniert; lebte von nun an als freier Schriftsteller ("Der alte und der neue Glaube" 1872) in Deutschland

Gérard de Nerval, 1808-1855, französischer Dichter, 1839 Reise durch die Schweiz und Österreich

Carl Spitzweg, 1808-1885, deutscher Maler, 1841 und 1844 Reisen in die Schweiz

Felix Mendelssohn-Bartholdy, 1809-1847; deutscher Musiker, seine Aquarelle von Schweizer Landschaften (1822; 1831) wurden von Richard Wagner bewundert; er beschrieb auch den Rigi

Johann Philipp Becker, 1809-1886, in der Pfalz geboren, Zigarrenproduzent, Journalist, floh 1838 aus politischen Gründen in die Schweiz; liess sich in Biel nieder, führte dort 1843 die Tabakindustrie ein und wurde 1847 eingebürgert; wegen politischer Agitation zweimal aus der Schweiz weg gewiesen; führend in der Arbeiterbewegung in der Schweiz und in Deutschland; starb in Eaux-Vives (Genf)

Ferdinand Redtenbacher, 1809-1863, in Steyr (Oberösterreich) geboren, studierte in Wien; 1835-1840 Professor für Mathematik und geometrisches Zeichnen an der höheren Industrieschule in Zürich, Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik Escher Wyss; wurde 1841 nach Karlsruhe berufen und begründete dort die Wissenschaft der technischen Mechanik

Nikolai Gogol, 1809-1852, ukrainischer Schriftsteller, begann 1836 in Vevey mit den "Toten Seelen"

 

1810-1814

 

Theodor Fröbel, 1810-1893, Kunstgärtner aus Thüringen, gründete, kurz nachdem ihn die Zürcher aus Deutschland geholt hatten, die erste Handelsgärtnerei der Stadt, später den botanischen Garten "Zur Katz"

Franz Liszt, 1811-1886, Komponist und Klaviervirtuose, in Ungarn als Sohn eines deutschen Rentmeisters geboren; lebt 1835-1839 mit der Gräfin Marie d'Agoult zusammen zeitweise in Genf; seit 1845 mehrmals in Zürich, unter anderem als Gast Richard Wagners; komponierte im Rahmen seiner Klavierwerke "Années de Pèlerinage" (1836-1877) "Première Année: Suisse"

Théophile Gautier, 1811-1872, französischer Dichter, 1865 à la Fête de Vignerons de Vevey

Wilhelm Adolf Schmidt, 1812-1887, Historiker, 1851-1860 an der Universität Zürich; anschliessend in Jena Nachfolger von Gustav Droysen

Alexander Herzen, 1812-1870, russischer Politiker; seit 1840 Freund von Bakunin, später auch von Proudhon, wurde 1851 Schweizer Bürger

Charles Dickens, 1812-1870, englischer Schriftsteller, weilte 1844-1847 mehrfach in Italien, Paris und in der Schweiz (Genf und Lausanne), begann 1847 in der Schweiz mit „Dombey and Son“

Richard Wagner, 1813-1883: Zürich 1849-1866, Tribschen (bei Luzern) 1866-1872, deutscher Komponist

Georg Büchner, 1813-1837, deutscher Dramatiker und Revolutionär, floh 1835 nach Zürich, promovierte hier zum Dr. phil. und schrieb "Woyzeck"

Eugène Viollet-le-Duc, 1814-1879, französischer Kunstgeschichtler und Architekturspezialist, 1836-37 in Italien, restaurierte viele Kirchen und Schlösser; seine Pläne zur Restauration der Kathedrale von Lausanne brachten ihm 1872 an der Wiener Weltausstellung eine Medaille ein; verbrachte die letzten Lebensjahre in Lausanne, wo er auch eine schottische Kirche baute

Mikhail Aleksandrowitch Bakunin, 1814-1876, russischer Anarchist, 1843 und wieder ab 1867 in der Schweiz, 1869-1874 in Minusio; 1875 musste er in Bern wegen seines schlechten Gesundheitszustandes hospitalisiert werden; er ist auf dem Bremgartenfriedhof in Bern begraben

 

1815-1819

 

Otto Friedrich Ludwig von Wesendonck, 1815-1896, deutscher Kaufmann, heiratete 1848 Mathilde Luckemeyer, 1828-1902; das Paar kam 1850 nach Zürich, wo er ein Seidengeschäft gründete, Bekanntschaft mit Richard Wagner, Häuserbau, 1858 reisen die Wagners verärgert ab, 1871 die Wesendoncks ("Tonhallekrawall")

Carl Vogt, 1817-1895, in Giessen geboren, studierte in Bern Medizin (1839 Doktorat); 1847 Lehrstuhl für Zoologie in Giessen, seit 1852 in Genf Professor für Geologie und Zoologie; erster Rektor der neuen Universität; 1861 Genfer Bürger; schrieb "Köhlerglaube und Wissenschaft" (1854), "Vorlesungen über den Menschen" (1863)

Gottfried Kinkel, 1815-1882, bei Bonn geboren, Theologiestudium, 1846 Professor für Kunst- und Literaturgeschichte in Bonn; ab 1866 an der ETH Zürich Professor für Archäologie und Kunstgeschichte

Georg Herwegh, 1817-1875, deutscher revolutionärer Lyriker, floh 1839 in die Schweiz, 1840 in Zürich, 1843 Heirat im Aargau und Bürgerrecht des Kantons Baselland; 1851-1866 wieder in Zürich; sein Grab ist in Liestal; seine Frau Emma (1817-1904), die ihn um 29 Jahre überlebte und in Paris lebte, ist ebenfalls in Liestal begraben

Francesco de Sanctis, 1817-1883, italienischer Literaturhistoriker und -kritiker, 1856-1860 Professor für Ästhetik und italienische Literatur an der ETH Zürich; 1861 italienische Erziehungsminister

John Ruskin, 1819-1900, in London geboren, Kunstschriftsteller, seit 1833 zahlreiche (insgesamt 17) Reisen in die Schweiz (und häufig nach Chamonix); 1836-42 an der Universität Oxford, 1861-1862 in Mornex bei Genf

Gustave Courbet, 1819-1877, französischer Maler, zwischen 1853 und 1869 verschiedentlich in der Schweiz (Bern, Genf), kam nach dem Aufstand der Pariser Kommune 1873 nach La-Tour-de-Peilz, wo er auch starb

Marie Humbert, 1819-1888, in Stuttgart geboren, heiratete 1843 den Neuenburger Aimé Humbert, lebte kurz in Morges und in Bern, 1848-1858 im Schloss in Neuenburg, nachher wieder in Bern, seit 1866 wieder in Neuenburg, kämpfte gegen die Prostitution

 

1820-1824

 

Ludwig Binswanger, der Ältere, 1820-1880, in Bayern geboren, besuchte das Gymnasium in Augsburg, studierte zuerst Philosophie, hernach Medizin in Heidelberg und München, übernahm 1850 die Leitung der psychiatrischen Anstalt in Münsterlingen im Thurgau, gründete 1857 in Egelshofen am Bodensee das Sanatorium Bellevue; 1866 Bürger von Egelshofen, das später den Namen Kreuzlingen annahm;
sein Enkel Ludwig leitete das Sanatorium Bellevue von 1910-1956

Friedrich Engels, 1820-1895, deutscher "Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus"; flüchtet 1948 erstmals in die Schweiz, im Jahr darauf erneut, lebte nachher in England; weite im August 1893 am Internationalen Sozialistenkongress in Zürich

Fjodor Michailowitsch Dostojewski, 1821-1881, russischer Schriftsteller, 1862 erste Auslandreise (u. a. Genf), 1867 Flucht wegen Schulden ins Ausland (u. a. Basel und Genf), 1868 Geburt und Tod der Tochter Sofija in Genf

Gustave Flaubert, 1821-1880, französischer Dichter, 1845 in der Schweiz, 1874 auf Anraten des Arztes in der Schweiz

Carl Culmann, 1821-1881, deutscher Mathematiker und Brückenbauingenieur, seit 1855 Professor an der neugegründeten ETH Zürich, schuf die "graphische Statik" (1864-66); erwarb 1868 das Bürgerrecht von Zürich

Rudolf Immanuel Clausius, 1822-1888, in Ostpommern geboren, 1855 Physik-Professor an der ETH, zwei Jahre später auch an der Universität Zürich, bis 1867; nachher in Würzburg und Bonn

Jakob Moleschott, 1822-1893, in s'Herzogenbosch geboren, Professor der Physiologie in Zürich (1856), Turin (ab 1861) und Rom; wird 1866 italienischer Bürger

Theodor Kirchner, 1823-1903, sächsischer Komponist, seit 1843 Stadtorganist und Klavierlehrer in Winterthur; 1862-1872 in Zürich, u. a. Organist am St. Peter; nachher wieder in Deutschland

Peter Carl Fabergé, 1842-1920, in St. Petersburg geboren, wo sein Vater eine Goldschmiedewerkstätte betrieb; 1885 erhält er von Zar Alexander III. und Zarin Marija Fjodorovna den Titel eines königlichen Hofgoldschmieds; 1887-1903 Herstellung von 50 Schmuck-Ostereiern für die Zaren; nach der Oktoberrevolution 1917 Emigration nach Wiesbaden; 1920 mit seiner Frau im Hotel Bellevue Lausanne, wo er bald stirbt; seit 1929 mit seiner Frau in Cannes beigesetzt

 

1825-1829

 

Paul ("Ohm") Krüger, 1825-1904, politischer Führer Südafrikas, 1883 Präsident der unabhängigen Republik Transvaal, musste nach dem Zweiten Burenkrieg 1902 ins Exil nach Clarens (Villa Dubochet)

Alexander Spengler, 1827-1901, in Mannheim geboren, floh nachdem er als Jurastudent in Heidelberg am Märzaufstand beteiligt war im Juli 1849 nach Zürich und studierte hier Medizin; seit 1853 Landschaftsarzt in Davos; wurde zwei Jahre später im Nachbardorf Wiesen eingebürgert, damit er die Tochter des lokalen Zuckerbäckers heiraten konnte; beginnt Tuberkulosetherapien zu erproben und eröffnet 1868 mit dem holländischen Bankier Willem Jan Hosboer eine Höhenklinik für Schwindsüchtige („Curhaus“)

Lew (Leo) Nikolajewitsch Tolstoi, 1828-1910, russischer Schriftsteller, verbrachte fast sein ganzes Leben auf dem Landgut Jasnaja Poljana; im Sommer 1857 in Genf, Montreux, Luzern; kam nachher noch mehrmals in die Schweiz, u. a. nach Grindelwald

Friedrich Albert Lange, 1828-1875, deutscher Philosoph, in Wald (bei Solingen) geboren, ab 1840 in Zürich aufgewachsen, ab 1852 Gymnasiallehrer in Köln und Duisburg, 1855 Privatdozent in Bonn, 1866-1870 in Winterthur Redaktor des "Landboten", 1870-72 Philosophieprofessor in Zürich; erwarb 1868 das Bürgerrecht von Winterthur

Adolph (Eugen) Fick, 1829-1901, in Kassel geboren, studierte an den Universitäten Marburg und Berlin, kam 1852 nach Zürich zum Mediziner Carl Ludwig, wo er 16 Jahre blieb, bis er 1868 auf den Lehrstuhl für Physiologie der Universität Würzburg berufen wurde; Beiträge zur Kardiologie (1870); gilt als Erfinder der Kontaktlinsen (1887)

Franz Reuleaux, 1829-1905, in Eschweiler (Rheinland) geboren, stammt aus einer wallonischen Familie, studierte in Karlsruhe bei Ferdinand Redtenbacher Maschinenbau; 1856-1864 Professor für Maschinenlehre (angewandte Mechanik) an der ETH Zürich; nachher an der Gewerbeakademie (später Technische Hochschule) in Berlin

 

1830-1834

 

Elisée Reclus, 1830-1907, Geograph, Theoretiker des Anarchismus, floh nach dem Aufstand der Pariser Kommune 1871 in die Schweiz, lebte 1879-92 in der Villa "le Rivage" in Clarens, lehrte nachher an der Universität Brüssel

Julius Wilhelm Richard Dedekind, 1831-1916, deutscher Mathematiker, lehrte zuerst in Göttingen, 1858-1862 Professor für theoretische Mathematik an der ETH Zürich, hernach bis 1894 in Braunschweig, wo er auch starb

Leslie Stephen, 1832-1904, englischer Schriftsteller, Vater von Virginia Wolff; trat 1858 dem Londoner Alpenklub bei und wurde zum Bergsteiger, bestieg als erster das Schreckhorn (1861); beschrieb seine Touren in "The Playground of Europe" (1871)

Wilhelm Wundt, 1832-1910. deutscher Philosoph und Psychologe, 1974 ein Jahr als Professor für induktive Philosophie in Zürich, nachher 45 Jahre in Leipzig

Johannes Brahms, 1833-1897, deutscher Komponist; weilte wiederholt in der Schweiz und zwischen 1865 und 1895 öfters in Zürich

Léon Walras, 1834-1910, französischer Nationalökonom, lehrte 1870-1892 in Lausanne; lebte nachher zurückgezogen in Clarens

 

1835-1839

 

Mark Twain, 1835-1910, amerikanischer Schriftsteller, bestieg im August 1878 den Rigi ("A Summit Sunrise" in "A Tramp Abroad", 1880); 1891 erneut in der Schweiz, 1897 drei Monate Familienferien in Weggis in der Pension "Bühlegg"

Eberhard Schrader, 1836-1908, in Braunschweig geboren, Assyrologe, lehrte 1862-1870 an der Universität Zürich, machte hier bedeutende Beiträge zur Entzifferung der Keilschrift

Elisabeth von Habsburg (Sissi), 1837-1898, wohnte 1867 im Seidenhof in Zürich und speiste im "Baur au Lac"; seit 1893 häufig am Genfersee (Territet, Genf, Caux), am 10.9.1898 in Genf ermordet

Eduard Hitzig, 1838-1907, in Berlin geboren, Psychiater, 1870 mit Gustav T. Fritsch Begründer der Elektrophysiologie, kam 1875 an die Universität Zürich, wegen einer Hetzkampagne 1878 als Direktor der Zürcher Irrenanstalt Burghölzli zurückgetreten; nachher in Halle

Léon Gambetta, 1838-1882, französischer Politiker, verbrachte das Jahr 1871 in Clarens

Franz Brentano, 1838-1917, deutscher Philosoph, 1874 Ordinarius für Philosophie in Wien; 1896 wird ihm eine ordentliche Professur in Zürich angeboten, doch er geht nach Florenz und wird italienischer Staatsbürger; lässt sich im Mai 1915 in Zürich nieder, wo er auch stirbt; sein Grab befindet sich in Aschaffenburg

 

1840-1844

 

Hermann Götz, 1840-1876, in Königsberg geboren, Pianist und Komponist, seit 1863 Organist an der Winterthurer Stadtkirche; Neujahrsspiel "Die heiligen drei Könige" (1866); 1870 nach Zürich

Peter Tschaikowsky, 1840-1893, russischer Komponist; 1877-1979 drei Kompositionsurlaube in der "Pension Richelieu" in Clarens

Alphonse Daudet, 1840-1897, französischer Dichter, weilte 1884 in Montreux, wo er einige Kapitel von "Tartarin sur les Alpes" schrieb

August Bebel, 1840-1913, Mitbegründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands, lebte sei 1894 in Zürich und Küsnacht ("Villa Julie")

John Addington Symonds, 1840-1893, bei Bristol geboren, seit 1877 aus Gesundheitsgründen in Davos; beschreibt und preist die Homosexualität (u. a. "A Problem in Greek Ethics" 1873, "The Model" 1887; "Swiss Athletic Sport" 1891

Hermann Goertz, 1840-1876, deutscher Komponist aus Königsberg, ging nach Berlin, nach Winterthur in der Schweiz und dann nach Hottingen, wo er vor der Vollendung seiner zweiten Oper starb; schrieb die Oper "Der Widerspänstigen Zähmung" (1874)

Peter Kropotkin, 1842-1921, russischer Anarchist, in Moskau geboren, Geograph; in Aigle 1877-1881, nach einem Aufenthalt in einem französischen Gefängnis (1883-86) in England bis 1917, starb bei Moskau

Hermann Greulich, 1842-1925, aus Breslau, seit 1865 in Zürich, .Redaktor, Pionier der schweizerischen Arbeiterbewegung

Joseph Viktor Widmann, 1842-1911, in Mähren geboren, kam jung in die Schweiz, studierte hier, reiste nach Italien, 1868 Schuldirektor in Bern, journalistisch und schriftstellerisch tätig (" Spaziergänge in den Alpen" 1885)

Karl May, 1842-1912, deutscher Schriftsteller, im Sommer 1893 in Böningen am Brienzersee, 1899 Durchfahrt (Gedichte: "Am Gotthard", "San Salvatore", "Am Vierwaldstädter See" und "Auf Rigi-Kulm"), 1901 in Einsiedeln und erneut auf Rigi-Kulm

William James, 1842-1910, amerikanischer Psychologe, Begründer des Pragmatismus; besuchte mehrere Privatschulen in Amerika, England und Frankreich, 1855 eine in Genf und 1859-1860 eine „Academy“ in Genf; wurde Mitglied bei der Zofingia; auch sonst häufig in Europa

Richard Avenarius, 1843-1896, deutscher Philosoph, seit 1877 Professor für induktive Philosophie in Zürich

Henry James, 1843-1916, amerikanischer Schriftsteller, der ständig zwischen Europa und Amerika pendelte, lebte schon in seiner Jugend in Genf, beschrieb in "Daisy Miller" (1879) Montreux und Schloss Chillon

Friedrich Wilhelm Nietzsche, 1844-1900, deutscher Philosoph, in Basel 1869-1879; wurde 1870 Basler Bürger; verbrachte 1881-1888 sieben Sommer in Sils-Maria im Haus des Dorfkrämers Gian Durisch

Sarah Bernhardt, 1844-1923, französische Theaterschauspielerin, 1897und 1898 in Montreux

Jekaterina Breschko-Breschkowskaja, 1844-1934, "Grossmutter der russischen Revolution, verliess Russland 1902 und pendelte seither ständig zwischen Genf, Bern und Zürich hin und her; unterstützte in Russland nach der Februarrevolution 1917 die bürgerliche Provisorische Regierung, emigrierte vor ihrem Tod erneut

 

1845-1849

 

Ludwig II. von Bayern, 1845-1886, seit 1864 König von Bayern; 1863 im Zürcher "Baur au Lac"; 1865 und 1881 in der Innerschweiz: das erste Mal wollte er das Rütli kaufen, das zweite Mal bewegte er sich mit dem Schauspieler Josef Kainz auf den Spuren Wilhelm Tells

Joseph-Samuel Farinet, 1845-1880, im Aostatal geboren, 1869 wegen Diebstahl verurteilt, 1871 von der Walliser Kantonalbank wegen Falschmünzerei angezeigt und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, nach mehreren Ausbruchsversuchen von der Polizei erschossen

Nikola Paschitsch (Pašić), 1845-1926, jugoslawischer Staatsmann, studierte in Belgrad und von 1868-1872 an der ETH Zürich; gründete 1881 die Radikale Partei; als mehrmaliger Regierungschef an der Gestaltung der Innen- und Aussenpolitik Serbiens und später Jugoslawiens massgeblich beteiligt; bereitete 1917 mit den Kroaten die Gründung des jugoslawischen Staates vor

Sergej Gennadjewitsch Netschajew, 1847-1882, russischer Revolutionär, traf 1869 in Genf Bakunin und verfasste darauf den „Katechismus des Revolutionärs“; floh kurz darauf, nachdem er in Moskau einen Mitstreiter ermordet hatte, wieder in die Schweiz und wurde 1872 von Zürich nach St. Petersburg ausgeliefert; gilt als Begründer des Terrorismus

Wilhelm Windelband, 1848-1915, deutscher Philosoph, 1876-1877 in Zürich

Vilfredo Pareto, 1848-1923, italienischer Nationalökonom aus einer Genueser Patrizierfamilie, lehrte seit 1893 als Nachfolger von Léon Walras in Lausanne, kaufte 1900 die "Villa Angora" bei Genf; auf dem Friedhof von Céligny begraben

James William Sullivan, 1848-?, New Yorker Typograph, besuchte 1891 den alten Pionier der Zürcher Sozialdemokratie, Karl Bürkli, und schrieb hierauf das Buch "Direct Legislation by the Citizenship Through the Initiative and Referendum" (1892), das die Idee der Volksrechte in den USA lancierte, beispielsweise in Kalifornien (durch Hiram Johnson) und Oregon (durch William U'Ren)

Georg Ferdinand Frobenius, 1849-1917, in Charlottenburg geboren, studierte in Göttingen und Berlin Mathematik, 1875-1892 Professor für Mathematik an der ETH Zürich; nachher in Berlin

Hermann Ludwig Eichhorst, 1849-1921, in Königsberg geboren, studierte in Königsberg und Berlin Medizin, nachher in Jena und Göttingen, seit 1884 Direktor der medizinischen Klinik in Zürich

August Strindberg, 1849-1912, in Stockholm geboren, Schriftsteller und Dramatiker, 1883 und 1884 in Ouchy; 1886-1887 in Othmarsingen, Weggis, Gersau und Lindau

Wera Iwanowna Sassulitsch (Zazulic oder Zasulich), 1849 (oder 1851, 1853)-1919; russische Revolutionärin; flüchtet, nachdem sie 1878 den Stadthauptmann von St. Petersburg erschossen hatte in die Schweiz und gründete 1883 in Genf die erste marxistische Gruppe, „Befreiung der Arbeit“, innerhalb der russischen Arbeiterpartei; gab ab 1900 zusammen mit Lenin die Zeitschrift „Iskra“ heraus; kehrte 1905 nach Russland zurück

 

1850-1854

 

Thomas Garrigue Masaryk, 1850-1937, tschechischer Gelehrter, flüchtete im Ersten Weltkrieg nach Genf, erster Präsident der Tschechoslowakischen Republik 1918-35

Ludwig Tetmajer von Przerwa, 1850-1905, in Krompach (Ungarn) geboren, lehrte von 1873-1900 an der ETH Zürich; seit 1877 Bürger von Wipkingen; Pionier der Materialprüfung und -forschung, ergriff 1879 die Initiative zu einem Institut, das zur Eidgenössischen Materialprüfanstalt (EMPA) wurde; seit 1901 an der K. K. Technischen Hochschule in Wien, daselbst Rektor

Eduard Bernstein, 1850-1932, Bankangestellter in Berlin, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, 1879-1888 in Zürich im Exil, nach der Ausweisung bis 1901 in London; dann wieder in Deutschland, Pazifist

Herbert Horatio Kitchener, 1850-1916, in der irischen Grafschaft Kerry geboren, besuchte ca. 1862-1868 die Schulen in Genf, 1899 Generalgouverneur des Sudans, 1902-09 Befehlshaber in Indien, 1914 englischer Kriegsminister

Ivan Vazow, 1850-1921, bulgarischer Dichter, verarbeitete Eindrücke seiner mehrmaligen Schweizaufenthalte kritisch in seinem schriftstellerischen Werk

Max Schoenfeld, 1850-1911, preussischer Textilkaufmann; besuchte die USA und eröffnete in Philadelphia ein Textilgeschäft; kam 1872 nach Europa zurück, zuerst nach St. Gallen, dann nach Rorschach, wo er eine grosse Textilproduktion, hauptsächlich Stickereien, für den amerikanischen Markt aufbaute

Minnie Hauk (eigentlich Mignon Hauck), 1851-1929, amerikanische Opernsängerin; sang in London, Paris Brüssel, Moskau und Berlin; bekannt für ihre Carmen und Manon; zog sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere mit ihrem Mann in das Haus von Richard Wagner in Tribschen zurück

Vera Figner, 1852-1943, russische Revolutionärin, studierte 1872-73 in Zürich, hernach zwei Jahre in Bern Medizin, kam nach über 20 Jahren in russischen Gefängnissen wieder in die Schweiz

Constantin von Monakow, 1853-1930, in Russland geboren, mit 10 Jahren mit der Familie nach Dresden emigriert, studierte in Zürich Medizin; 1882 gelang ihm der Nachweis, dass die von der Netzhaut zum kortikalen Sehzentrum führende Nervenbahn im Zwischenhirn eine Umschaltung erfährt; gründete 1891 das Hirnanatomische Institut in Zürich; 1894 Professor für Neurologie

 

1855-1859

 

Carl Schröter, 1855-1939, in Esslingen geboren, seit 1868 Bürger von Zürich, lehrte Botanik an der ETH Zürich von 1878-1925; starb in Zürich; Pionier der Pflanzengeographie, führte 1902 die Begriffe Aut- und Synökologie ein

Georgij Walentinowitsch Plechanow, 1856-1918, russischer Sozialist, ab 1880 im Exil, gründete 1883 in Genf die erste marxistische Gruppe; wurde 1889 aus Genf weg gewiesen, lebte hernach fünf Jahre in Frankreich, dazwischen in London; Ende 1894 wurde ihm die Rückkehr nach Genf erlaubt, wo er fortan blieb und intensiven Kontakt mit den russischen Emigranten in Bern und Zürich pflegte; kehrte nach der Revolution 1917 nach Russland zurück

Robert Louis Stevenson, 1856-1894, englischer Autor, in Davos 1880-1882

Woodrow Wilson, 1856-1924, amerikanischer Präsident, schlug 1918 die Bildung einer "General Association of Nations" vor und bestimmte im Jahr darauf Genf als Sitz dieses "Völkerbundes"; wurde 1919 Ehrenbürger der Stadt Lausanne

Joseph Conrad (eigentlich: Józef Theodor Konrad Nalecz Korzeniowski), 1857-1924, als Sohn polnischer Adeliger in der Ukraine geboren, bereiste im Sommer 1873 mit seinem Privatlehrer, dem Medizinstudenten Adam Pulman, die Schweiz; fuhr im Jahr darauf nach Marseille, um Seemann zu werden; 1880 Offizier der britischen Handelsmarine, 1888 Kapitän des Zweimasters „Otago“; begann im Jahr darauf Romane zu schreiben; wegen Krankheiten Kuraufenthalte 1891, 1894, 1895 und 1907 in Champel bei Genf

Ruggero Leoncavallo, 1857-1919, in Neapel geboren, Komponist, nach mehreren Aufenthalten am Lago Maggiore (Cannero), 1904 definitiv nach Brissago (1904 Ehrenbürger), wo er sich eine Villa ("Myriam") bauen lässt; seit 1914 in der Toskana, in Brissago begraben

Clara Zetkin, 1857-1933, deutsche Politikerin und Frauenrechtlerin, arbeitet 1882 am Parteiorgan "Der Sozialdemokrat" in Zürich mit; nachher in Paris, seit 1891 wieder in Deutschland

Giovanni Segantini, 1858-1899, in der trientinischen Kleinstadt Arco am Gardasees als österreichischer Staatsbürger geboren, wird Schuhmacher, besucht 1874-79 Malkurse in Mailand, seit 1886 in Savognin, 1894 in Maloja; 1902 wurde die Famile (Gottardo war gerade 20 Jahre alt) in Samedan und im Kanton Graubünden eingebürgert

Ludwig Stein, 1859-1930, in Erdö-Benye (Ungarn) geboren, Philosoph, lehrte lange in Bern, zusammen mit Hermann Diels und Eduard Zeller 1888 Begründer und Herausgeber des "Archivs für Geschichte der Philosophie"; später in Berlin

Adolf Hurwitz, 1859-1919, aus Hildesheim, 1884-92 Professor in Königsberg, seither Mathematiker an der ETH Zürich

Aurel Stodola, 1859-1942, aus Ungarn, 1892-1929 Professor für Maschinenbau und Maschinenkonstruktion in Zürich an der ETH, verbesserte Dampfturbinen; seit 1905 Bürger von Zürich

Arthur Ignatius Conan Doyle, 1959-1930, aus einer irischen Familie, in Edinburgh geboren, schrieb Kurzgeschichten, unter anderem mit der Figur von Sherlock Holmes, mehrfach in der Schweiz: Reichenbachfälle ("The Final Problem" 1893), Davos (1894: the "new" art of skiing)

Wilhelm II., 1859-1941, seit 1888 deutscher Kaiser, besuchte am 3. September 1912 Zürich

 

1860-1864

 

Marianne von Werefkin, 1860-1938, Malerin aus Russland, studierte in Moskau und St. Petersburg, 1896 nach München, seit 1914 in der Schweiz, 1917 in Zürich bei der Dada-Bewegung, 1924 bei der Gruppe "Der grosse Bär", starb in Ascona

Ignacy Ian Paderewski, 1860-1941, polnischer Pianist und Komponist, seit 1897 meistens in der Schweiz (wo er die Villa "Riond-Bosson" in Morges bei Lausanne kaufte), 1918-20 zurück in Polen (als Premierminister); sammelt Geld für die Renovation der Kathedrale von Lausanne, Abdankungsmesse in St. Patrick's Cathedral in New York

Gustav Störring, 1860-1946, deutscher Psychologe und Philosoph, lehrte 1902-1911 an der Universität Zürich

Rudolf Steiner, 1861-1925, in Kroatien geboren, österreichischer Philosoph und Esoteriker, Schulen und Studium in Wien, 1897 nach Berlin, 1913 Gründung der "Anthroposophischen Gesellschaft" und 1914 des Goetheanums Dornach; lebte seit 1913 in der „Villa Hansi“ in Dornach

Lou Andreas-Salomé, 1861-1937, in St. Petersburg als Tochter eines deutsch-baltischen Generals geboren, Schriftstellerin, studierte 1880 zwei Semester Religionsgeschichte in Zürich, verbunden u. a. mit Nietzsche, Rilke und Freud, eröffnete 1915 eine psychoanalytische Praxis in Göttingen

Ernst Meumann, 1862-1915, Deutscher Psychologe, begründete die experimentelle Pädagogik, lehrte 1897-1905 an der Universität Zürich

Friedrich Schumann, 1863-1940, in Hildesheim geboren, Philosoph und Psychologe, Privatdozent in  Göttingen (1892) und Berlin (1894); 1905-1910 Ordinarius für Systematische Philosophie, Pädagogik und experimentelle Psychologie an der Universität Zürich, 1910-1929 Leiter des Instituts für Psychologie der Universität Frankfurt

Hermann Kutter, 1863-1931, als Sohn eines pietistischen Pfarrers deutscher Herkunft in Bern geboren, 1898-1926 an der Neumünster-Kirche in Zürich als Pfarrer tätig, zahlreiche Kampfschriften

Pierre de Coubertin, 1863-1937, in Paris geboren, in der Normandie aufgewachsen, Verfechter der olympischen Idee, lebte seit 1917 in Lausanne (Ehrenbürger 1937), starb in Genf

Ricarda Huch, 1864-1947, in Braunschweig geboren, studierte 1887-1891 in Zürich: Dissertation "Die Neutralität der Eidgenossenschaft" (1892); bis 1896 Sekretärin in der Zentralbibliothek Zürich; seither Schriftstellerin in Triest, München und Braunschweig und Jena (Erinnerungen an die Zürcher Zeit: "Frühling in Zürich", 1938)

Richard Strauss, 1864-1949, in München geboren, Komponist, dirigierte 1917, 1918 und 1932 in Zürich; lebte 1945-1949 in der Schweiz (Baden, Ouchy, Montreux), verbrachte den Winter 1947/48 im Hotel Saratz in Pontresina

Eugene D'Albert, 1964-1932, in Glasgow geboren, in London erzogen, Klavierspieler und Opernkomponist ("Tiefland" 1903), lebte in Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz, starb in Riga, ist begraben in Morcote

Frank Wedekind, 1864-1918, Dichter und Schriftsteller, in Hannover geboren, verbrachte seine Jugend (ab 1872) auf Schloss Lenzburg, später lebte er in Berlin, München, Paris und mehrmals in Zürich; arbeitete 1886/87 im Reklamebüro der Firma Maggi ("Das wissen selbst die Kinderlein: Mit Würze wird die Suppe fein. Drum holt das Gretchen munter die Maggi Flasch' herunter")

 

1865-1869

 

Gottlob Friedrich Lipps, 1865-1931 (Bruder von Theodor Lipps), zuerst Lehrer, seit 1904 habilitiert für Philosophie, seit 1911 an der Universität Zürich Professor der Philosophie und Pädagogik sowie Direktor des Psychologischen Instituts bis zu seinem Tod

Max Askanazy, 1865-1940, in Ostpreussen geboren, studierte Medizin an der Universität von Königsberg, wo er ab 1890 in Pathologie forschte und lehrte, 1905 -1939 Professor für allgemeine Pathologie in Genf; Ehrenbürger von Genf 1935

Richard Beer-Hofmann, 1866-1945, österreichischer Schriftsteller und Dramaturg, floh 1939 über die Schweiz (wo seine Frau Ende Oktober in Zürich starb) nach New York

Leon Gomberg, 1866-1933, aus Tscherkassy (Russland), 1902 in St. Gallen eingebürgert, Lehrtätigkeit an der Handelsakademie St. Gallen

Arthur Wreschner, 1866-1932, in Breslau geboren, doktorierte 1891 in Berlin in Philosophie und 1900 in Giessen in Medizin; habilitierte sich 1900 an der Universität Zürich, 1903 an der ETH Zürich; seit 1910 Professor für "physiologische Psychologie" an der Universität Zürich bis zu seinem Tod

Ferruccio Busoni, 1866-1924, bei Florenz geboren, seit 1888 in ganz Europa als Pianist lehrend, 1915-1920 in Zürich, hernach in Berlin

Lily Reiff-Sertorius, 1866-1958, in Bamberg geboren, Klavierstudium in München, seit 1891 in Zürich, Komponistin, heiratete 1914 Hermann Reiff und führte ein gastliches Haus für Künstler und Schriftsteller

Emil Nolde, 1967-1956, deutscher Maler und Grafiker, 1892-1998 in St. Gallen

Ignacy Moscicki, 1867-1943, bei Warschau geboren, Chemiestudium in Riga, floh über London 1897 in die Schweiz, 1900-02 an der Universität Freiburg, bis 1913 Chemiker in der Industrie; 1908 eingebürgert in Chandon bei Avenches; 1926-39 Präsident der polnischen Republik, dann über Rumänien in die Schweiz geflüchtet, starb in Versoix

Gustav Mannerheim, 1867-1951, finnischer Staatsmann und General, lebte nach 1946 in Valmont, wo er seine Memoiren schrieb; starb in Lausanne

Albert Bassermann, 1867-1952, deutscher Theater- und Filmschauspieler, 1933-1939 in der Schweiz, hernach bis 1946 in den USA

David Farbstein, 1868-1953, aus Warschau, 1897 in Affoltern bei Zürich eingebürgert, Jurist, Sozialist, Essayist

Stefan George, 1868-1933, deutscher Lyriker, betreute 1892-1919 die "Blätter für die Kunst"; zog sich gegen Ende seines Lebens nach Locarno-Minusio zurück, wo er auch starb

Harry Graf Kessler, 1868-1937, in Paris als Sohn eines Hamburger Bankiers geboren, Jurastudium, Redaktor, Museumsdirektor, Herausgeber; wirkte 1916-1918 als Diplomat in der Schweiz; nachher Einsatz für den Frieden; Memoiren ("Gesichter und Zeiten," 1935); umfangreiche Tagebücher

Else Lasker-Schüler, 1869-1945, deutsche expressionistische Dichterin, 1933-1939 in Zürich (von Anfang an Schreibverbot; Ausreisebefehl im März 1937; hernach Juni-August in Palästina), nach der dritten Palästinareise im April 1939 wurde ihr das Wiedereinreise-Visum in die Schweiz verweigert; daher blieb sie in Jerusalem

Felix Salten (Siegmund Rosenblum), 1869-1945, Sohn eines ungarischen Ingenieurs, geboren in Budapest, in Wien aufgewachsen, arbeitete als Journalist in Berlin und Wien, schrieb "Josephine Mutzenbacher" (1906) und "Bambi" (1923); emigrierte 1939 nach Zürich, wo er an der Wilfriedstrasse 4 wohnte und auch starb; ruht auf dem Israelitischen Friedhof Unterer Friesenberg

Friedrich Wilhelm Foerster, 1869-1966, Pädagoge und Philosoph, 1898 bis 1912 Privatdozent für Philosophie und Moralpädagogik an der Universität Zürich und an der ETH Zürich, 1913-14 Professor für Pädagogik an der Universität Wien, dann bis 1920 Professor für Pädagogik im München, 1920-26 wieder in Zürich, 1940-63 in New York, seit 1963 in Kilchberg, wo er auch starb und begraben ist

 

1870-1874

 

Wladimir Iljitsch Uljanow, 1870-1924, besuchte Genf 1895, 1900, 1907-1909, lebte in Zürich 1914-1917

Paul Geheeb, 1870-1961, deutscher Reformpädagoge, gründete 1910 die Odenwaldschule für die Koedukation von Mädchen und Buben; emigrierte 1934 mit seiner Frau Edith (1884-1982) in die Schweiz, um eine übernationale Schule aufzubauen, zuerst am Genfersee, 1939-46 in Schwarzsee, hernach in Hasliberg-Goldern

Franz Blei, 1871-1942, in Wien geboren, Maturität in Zürich, Studium der Politikwissenschaft, Wirtschaft und Literaturwissenschaft an den Universitäten Zürich (1890-1893) und Genf (beschrieben in seiner Autobiographie); 1898-1900 in den USA, hernach in München und Berlin, Literaturkritiker und Schriftsteller; 1938 über Italien und Frankreich nach New York

Guglielmo Ferrero, 1871-1942, italienischer Historiker und politischer Essayist; seit 1930 bis zu seinem Tod Professor an der Universität Genf

Rosa Luxemburg, 1871-1919, in Polen geboren, floh Anfang 1889 nach Zürich; studierte hier 1890-1897 Staatswissenschaften und Nationalökonomie; promovierte mit „magna cum laude“; seit 1898 in Berlin, seit 1916 mehrmals mit Karl Liebknecht zu Gefängnis verurteilt; ermordet

Franziska zu Reventlow, 1871-1818, auf Schloss Husum geboren, Schriftstellerin, lebte im Schwabing des "fin de siècle" (beschrieben in "Herrn Dames Aufzeichnungen", 1913); lebte 1910-1916 in Ascona, hernach in Muralto, starb nach einem Sturz vom Fahrrad in Locarno, auf dem dortigen Friedhof der Kirche Santa Maria in Selva begraben

Margarete Susman, 1872-1966, in Hamburg geboren, Schriftstellerin und Lyrikerin, verbrachte einen Teil ihrer Jugend und die Jahre seit 1934 in Zürich; schrieb mehrere religionsphilosophische Werke

Eugenie Schwarzwald, 1872-1940, studierte 1895-1900 in Zürich Philosophie und heiratete den Juristen Hermann Schwarzwald, gründete in Wien Schulanstalten und Erziehungsheime, gründete 1922 das "Schwarzwaldsche Wohlfahrtswerk"; auch feuilletonistisch tätig; floh 1938 nach Zürich, wo sie  ein Jahr nach ihrem Mann starb

Alfred Mombert, 1872-1942, in Klarsruhe geboren, ab 1899 in Heidelberg als Rechtsanwalt tätig; seit 1907 widmete er sich nur noch seiner Dichtung und seinen Studien; viel Reisen in die Alpen (beschrieb Pontresina in "Die Blüte des Chaos", 1905) und an alle Küsten des Mittelmeeres; 1940 verhaftet und in das KZ Gurs im eroberten Südfrankreich gebracht; Freunden des Dichters gelang es, im September 1941 seine Entlassung und Einreisegenehmigung in die Schweiz zu erwirken, wo er ein Jahr später in Winterthur starb

Luigi Bertoni, 1872-1947, italienischer Typograph, Anarchist und Schriftsteller, von 1990 bis zu seinem Tod Redaktor der zweisprachigen anarchistischen Revue "Il Risveglio/Le Réveil" in Genf; Mitarbeiter der "Voix du Peuple"; mehrfach inhaftiert

Alfred Polgar, 1873-1955, österreichischer Schriftsteller und Kritiker, 1925-33 in Berlin, dann in Wien; 1938 Flucht über die Schweiz, Frankreich und Spanien in die USA, in Zürich gestorben

Rudolf Kassner, 1873-1959, in Mähren geboren, studierte in Wien und Berlin; Kulturphilosoph und Schriftsteller, deutete die Welt physiognomisch; lebte seit 1945 in der Schweiz, seit 1946 in Siders, wo er auch starb

Sergej Rachmaninow, 1873-1943, zog 1931 in die Schweiz, baute ein Häuschen in Hertenstein bei Weggis, zwei Jahre später die "Villa Senar"

Alberto Santos Dumont, 1873-1932, Flugzeugkonstrukteur und Pilot, 1927-1932 in der Klinik Val Mont in Montreux-Glion

Winston Churchill,1874-1965, britischer Staatsmann, weilte 1946 in der Schweiz in den Ferien, hielt am 19. September an der Universität Zürich eine Rede, in der der eine Aussöhnung von Frankreich mit Deutschland sowie die Schaffung der "Vereinten Staaten von Europa" forderte; 1966 wurde in Zürich die Schweizerische Winston-Churchill-Stiftung gegründet

Eugenio Balzan, 1874-1953, italienischer Journalist, seit 1903 Chef und Mitbesitzer des "Corriere della Sera"; kam 1933 wegen des Faschismus in die Schweiz, zuerst in Zürich ,dann im Tessin; starb in Locarno; seine Tochter Angela Lina Balzan richtete 1956 die Internationale Stiftung "Premio Eugenio Balzan" ein

Karl Kraus, 1874-1936, in Böhmen geboren, ab 1877 in Wien, ab 1899 Herausgabe der Zeitschrift "Die Fackel", ab 1915 mehreren Reisen mit Sidonie Nádherný in die Schweiz, wiederholte Aufenthalte im Thierfehd am Tödi, er beendete hier "Die letzten Tage der Menschheit"

Johanna van der Meulen, 1874-1959, in Amsterdam geboren, christliche Mystikerin; Schülerin von Rudolf Steiner, schrieb vier Bände "Intermediarius" (1914-23, 2. Aufl. 1932/33), in Locarno-Monti gestorben

Bertha Eckstein-Diener, 1874-1948, in Wien geboren, Schriftstellerin ("Die Kegelschnitte Gottes", 1920) und Übersetzerin (Prentice Mulford: "Der Unfug des Lebens"; "Das Ende des Unfugs"), wohnte seit 1920 am Genfersee; schrieb unter dem Pseudonym Sir Galahad "Mütter und Amazonen" (1932) die "erste weibliche Kulturgeschichte"

 

1875-1879

 

Anna Tumarkin, 1875-1951, in Russland geboren, kam 1893 an die Universität Bern, studierte Philosophie und habilitierte sich 1898 in diesem Fach, 1909 ausserordentliche Professorin; erste Dozentin Europas, die berechtigt war, Prüfungen abzunehmen und Doktoranden zu betreuen; wurde 1921 Bürgerin von Bern

Aleister Crowley, 1875-1947, englischer Gelehrter, Bergsteiger und Esoteriker, kletterte von 1894-1899 jedes Jahr in den Schweizer Alpen; 1895 bestieg er Eiger, Eigerjoch und Jungfraujoch, Mönch und Mönchsjoch, die Jungfrau vom Rottal-Sattel aus und die Wetterlücke; 1898 studierte er in Zermatt die „Kabbalah Denudata“ von Knorr von Rosenroth und machte die Bekanntschaft des Alchemisten Julian Baker, der ihn mit einem Vertreter des „Golden Down“, George Cecil Jones, bekannt machte; 1911 verbracht er die erste gemeinsame Nacht mit Mary D’Este Sturges im National-Hotel in Zürich, worauf ihm die Vision „Ab-ul-Diz“ erschien

Ernst Ferdinand Sauerbruch, 1875-1951, deutscher Art, wirkte von 1910-1918 als Professor in Zürich, verbesserte mit dem ETH-Professor Aurel Stodola 1915/16 die Hand-Prothese

Rainer Maria Rilke, 1875-1926, kam 1919 nach Raron im Wallis, seit 1923 mehrere Kuren in der Klinik Valmont bei Montreux, wo er auch stirbt

Ludwig Klages, 1875-1956, deutscher Psychologe und Graphologe, seit 1915 in der Schweiz, bald in Kilchberg (C. F. Meyer-Haus)

Rafael Sabatini, 1875-1950, italienischer Schriftsteller ("Scaramouche" 1921); ging in Zug zur Schule, seit 1892 in England, seit 1931 in "Clock Mill", nahe der Grenze zu Wales; kam immer wieder nach Adelboden in die Skiferien, wo er auch starb und begraben ist

Bruno Walter, 1876-1962, in Berlin geboren, deutscher Kapellmeister und Dirigent, 1938-1939 in Lugano, hernach in Beverly Hills; 1961 publiziert das Goetheanum Dornach seinen letzten Essay: "Mein Weg zur Anthroposophie"; starb in Beverly Hills, wollte aber in Gentilino bei Lugano begraben werden

Pablo Casals, 1876-1973, spanischer Cellist aus Katalanien, kam 1899 nach Paris, erste US-Tournee 1901, spielte 1908 im Basler Münster, lebte im Ersten Weltkrieg in New York, 1920 eigenes Orchester in Barcelona, floh 1939 aus Spanien nach Frankreich, von wo aus er auch in der Schweiz Konzerte gab; führte in den 1960er Jahren auch Meisterklassen in der Schweiz (Zermatt)

Joseph Anton Schneiderfranken (Bô Yin Râ); 1876-1943, in Aschafffenburg geboren, Ausbildung als Maler in Frankfurt, München, Paris und Wien, bereiste Schweden und Griechenland, seit 1922 in Capri; esoterischer Schriftsteller ("Das Buch vom Glück" 1920); starb in Massagno

Sultan Mahomed Shah Aga Khan III., 1877-1957, geboren in Karachi, spiritueller Führer der Ismaeliten (einer muslimischen Sekte), juristische Ausbildung in Cambridge, Präsident des Volkerbundes in Genf 1934-37; seine dritte Frau, Prinzessin Yvonne Labrousse (1906-2000), die er 1944 in Vevey heiratete, wurde bekannt als "Begum" und lebte meist in Cannes (Schloss "Yakimour"); Aga Khan besass die iranische und britische Staatsbürgerschaft, er starb in Versoix bei Genf und ist begraben in einem Mausoleum bei Assuan;
Sohn Ali Khan (1911-1960) heiratete 1949 für kurze Zeit Rita Hayworth (Tochter: Yasmina), war dann mit Gene Tierney und dem Model Bettina liiert und starb bei einem Autounfall in der Nähe von Paris; Sohn Sadruddin arbeitet für die UNO; Alis Sohn Karim Aga Khan ist seit 1957 Führer der Ismaeliten

Isabelle Eberhardt, 1877-1904, als Tochter eines Armeniers und einer Deutschen in Genf geboren und dort aufgewachsen, ging mit 20 Jahren nach Algerien, konvertierte zum Islam, schrieb Berichte und Romane

Gertrud Johanna Woker, 1878-1968, in Bern geboren (ihr Vater stammte aus Westfalen und liess sich 1895 mit der Familie in Kirchberg einbürgern); in Bern und Erfurt aufgewachsen; Studium in Bern und Berlin; Doktorat 1903 in Bern; seit 1907 Dozentin für Chemie an der Universität Bern, daselbst seit 1911 Leiterin des Instituts für physikalisch-chemische Biologie, 1933 ausserordentliche Professorin für Biochemie; seit 1915 engagiert in der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit

Angelica Balabanoff, 1878-1965, in Kiew geboren und aufgewachsen, studierte in Brüssel, Leipzig, Berlin und Rom, kam 1902 als Marxistin in die Schweiz, wo sie insgesamt 15 Jahre agitatorisch tätig war, 1917 ausgewiesen, später in Paris, Wien und USA; starb in Italien

Franz Carl Endres, 1878-1954, philosophischer und freimaurerischer Schriftsteller („Die Symbolik des Freimaurers“, 1930), von 1926-1938 in Küssnacht, dann bis zu seinem Tod in Muttenz; 1939 Bürger von Muttenz

Alfred Döblin, 1878-1957, deutscher Schriftsteller, floh im März 1933 mit seiner Familie in die Schweiz, wo er bis Ende Jahr in Zürich an seinem Roman „Babylonische Wandrung“ schrieb; nachher über Frankreich (1936 französischer Staatsbürger), Spanien und Portugal 1940 nach Hollywood; kehrte 1945 nach Deutschland zurück

Georg Kaiser, 1878-1945, deutscher Dramatiker ("Die Bürger von Calais" 1917), in Magdeburg aufgewachsen, 1898-1901 in Buenos Aires, 1921-1938 zurückgezogenes Leben in der Nähe von Berlin, seither im Schweizer Exil an verschiedenen Orten, in Ascona gestorben, in Morcote begraben

Paul Robert Bing, 1878-1956, in Strassburg geboren, studierte Medizin an der Universität Basel (Bürger seit 1894), liess sich 1905 als Nervenarzt in Basel nieder, lehrte seit 1907 Neurologie an der Universität Basel; "Lehrbuch der Nervenkrankheiten" (1913)

Rudolf Laban von Váralya, 1879-1958, deutscher Tänzer und Choreograph, praktizierte auf den Monté Verità bei Ascona neue Arten von Körperausdruck ohne Musik

Paul Klee, 1879-1940, geboren in Münchenbuchsee bei Bern als Sohn einer Schweizerin und eines Deutschen (Hans Klee, 1849-1940, arbeitete als Musiklehrer am Bernischen Staatsseminar in Hofwil); nach der Matura in Bern (1898) vor allem in München, Maler und Zeichner; 1920 Professor am Bauhaus in Dessau, 1921 in Weimar; seit 1933 wieder in Bern; vergebliche Bemühungen um das Schweizer Bürgerrecht; starb in Locarno-Muralto

Alexander Moissi, 1879-1935, albanischer Theaterschauspieler, kam mit 20 Jahren nach Wien, später in Prag und Berlin, spielte seit 1910 häufig in Zürich, begraben in Morcote

Leo Trotzki (Leo Dawidowitsch Bronstein), 1879-1940, in der Ukraine geboren, 1898 im Gefängnis von Odessa, 1905 in St. Petersburg in Haft, kam 1914 nach Zürich und war bald aktiv beim Arbeiterverein "Eintracht", blieb bis 1917 in der Schweiz (Zimmerwald), 1928 Verbannung nach Sibirien; in Mexiko ermordet

Joseph Wirth, 1879-1956, deutscher Politiker, studierte Mathematik und arbeitete von 1906-1913 als Mathematiklehrer, nachher Reichstagsabgeordneter und Finanzminister, 1921-22 Reichskanzler, emigriert 1933 nach Wien, 1935 nach Paris und 1939 in die Schweiz, wo er bis 1948 bleibt, stirbt in Freiburg im Breisgau

 

1880-1884

 

Waldemar Pabst, 1880-1970, deutscher Berufsoffizier, veranlasste am 15. 1.1919 die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht; beteiligt am Kapp-Putsch, danach 1920-30 in Österreich; dann in Deutschland als Waffenexporteur tätig; 1943 Flucht in die Schweiz (1948 als politischer Flüchtling anerkannt, 1953 Niederlassungsbewilligung) und hier bis 1955 Leiter der Waffenfabrik Solothurn, hernach in Düsseldorf weiter tätig; in Muri beerdigt

Eberhard Grisebach, 1880-1945, in Hannover geboren, lehrte seit 1913 Philosophie in Jena, seit 1931 bis zu seinem Tod an der Universität Zürich Philosophie und Psychologie

Hans Purrmann, 1880-1966, deutscher Maler, 1921-26 Winteraufenthalte in Ischia, Sorrent und Rom; 1935 Direktor der Villa Romana in Florenz, 1943 Flucht in die Schweiz, zuerst in Castagnola, ab 1944 in der Casa Camuzzi in Montagnola; malt immer wieder auf Ischia; stirbt in Basel; sein Grab ist in Langenargen

Ernst Ludwig Kirchner, 1880-1938, deutscher Maler, studierte an der Technischen Hochschule Dresden Architektur, bildete 1905 die Künstlergruppe "Die Brücke", seit 1917 in Davos, Therapie in der Psychiatrischen Klinik Kreuzlingen; Briefwechsel mit dem Winterthurer Kunstsammler Georg Reinhart

Robert Musil, 1880-1942, österreichischer Schriftsteller; 1935 drei Lesungen aus dem "Mann ohne Eigenschaften" in Zürich und Basel; 1938-1942 in der Schweiz (Zürich, Genf)

Stefan Zweig, 1881-1942, in Wien geboren, studierte in Berlin und Wien, Dichter; 1917-1918 eineinhalb Jahre in Zürich, 1918 hier die Uraufführung des Dramas "Jeremias"; weilte vielfach in Pontresina (beschrieben in "Rausch der Verwandlung"); 1941 nach Brasilien

Emil Ludwig, 1881-1948, in Breslau geboren, Schriftsteller, kam 1906 in die Schweiz; 1932 Schweizer Bürger; schrieb Biographien: "Goethe" (1920), "Bismarck" (1922-24), "Napoleon"(1825), "Michelangelo" (1930), "Cleopatra" (1937); 1940-45 in USA, starb in Moscia bei Ascona

Rudolf Pannwitz, 1881-1969, deutscher Kulturphilosoph und Pädagoge, lebte seit 1948 im Tessin (Ciano/Carona)

Ludwig Rubiner, 1881-1920, deutscher Schriftsteller, Literaturkritiker und Pazifist; zog 1915 mit seiner Frau Frida Ischak (die an der Universität Zürich Mathematik studiert hatte) nach Zürich; verliess Ende 1918 die Schweiz, um der Ausweisung zuvorzukommen und trat in die neu gegründete kommunistische Partei Deutschlands ein; starb bei einer Grippeepidemie, seine Frau erst 1952 in der DDR

Hans Kelsen, 1881-1973, in Prag geboren, kam mit 2 Jahren nach Wien; Staats- und Verwaltungsrechtler, 1919-1930 Professor in Wien, 1933-1935 Professor für Völkerrecht in Genf; 1940 Emigration in die USA; starb in Berkeley

Ludwig von Mises, 1881-1973, in Lemberg geboren, Schulen und Studium in Wien; veranstaltete als ökonomischer Publizist 1920-34 in der Wiener Handelskammer ein Privatseminar; lehrte von 1934-1940 am Genfer Institut de Hautes Etudes Internationales; hernach Emigration nach New York, wo er bis zu seinem Tod schrieb und Vorlesungen hielt

Georges Baklanoff, 1882-1938, russischer Bariton, studierte Jura in Kiew, seit 1910 in Westeuropa und Amerika, von 1912-1938 dauernd ans Stadttheater Basel verpflichtet, lebte seit 1932 in Basel, auf dem Friedhof Morcote begraben

James Joyce, 1882-1941, irischer Schriftsteller, lebte 1915-1919 in Zürich, wo er grosse Teile von "Ulysses" schrieb

Igor Strawinsky, 1882-1971, russischer Komponist, 1910-1915 in Clarens und Montreux, 1915-1920 in Morges

Hanns In der Gand, 1882-1947, als Ladislaus Krupski als Sohn eines polnischen Landarztes in Vernaz (Savoyen) geboren; in Uri aufgewachsen; besuchte das Gymnasium in Luzern; 1902 mit seinem Vater in Schleinikon eingebürgert; Ausbildung zum Sänger in Deutschland; kehrte im Ersten Weltkrieg in die Schweiz zurück und begann in allen Landessprachen Volks- und Soldatenlieder sowie Instrumente zu sammeln und zu erforschen; komponierte „Gilberte de Courgenay“ (1917)

Ernst Toller, 1883-1939, in Polen geboren, deutscher Schriftsteller, hauptsächlich in München und Berlin, 1933 ausgebürgert; Aufenthalt in der Schweiz; dann über London in die USA

William Carlos Williams, 1883-1963, amerikanischer Lyriker und Schriftsteller "Autobiography", 1951), 1897-1899 Schulbesuch im Château de Lancy bei Genf, nachher Ausbildung zum Arzt; seit 1910 Praxis in Rutherford, New Jersey; 1927 Europareise

Karl Jaspers, 1883-1969, deutscher Philosoph, seit 1948 in Basel; 1967 erwarb er das Basler Bürgerrecht und gab den deutschen Pass zurück

Thea Sternheim, 1883-1971, deutsche Autorin, geborene Bauer, verheiratet mir Arthur Loewenstein (1901-06) und Carl Sternheim (1907-27), lebte 1929-1932 in der Schweiz, ab 1963 bis zu ihrem Tod bei ihrer ersten Tochter in Basel; verfasste 1903-71 Tagebücher

Gabrielle (Coco) Chanel, 1883-1971, französische Modeschöpferin, eröffnete 1909 ein Hutgeschäft und 1913 ihre erste Boutique in Deauville; 1945-1954 in Lausanne, begraben auf dem Lausanner Friedhof Bois-de-Vaux

Hossein Kaazemzadeh Iranschähr, 1884-1962, persischer Schriftsteller, Psychologe, Pädagoge, Seher und Mystiker, in Deutschland wirkend, zuletzt in der Schweiz; gründete eine "Mystisch-esoterische Schule" und zahlreiche "Lichtkreise" und gab die Zeitschrift "Welt-Harmonie" heraus; begraben in Herisau

Emil Jannings (Theodor Friedrich Emil Janenz), 1884-1950, in Rorschach als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren, deutscher Schauspieler, 1906 von Max Reinhart nach Berlin zum Theater gebracht, nachher von Ernst Lubitsch zum Film; 1926-30 in Hollywood; dann unter anderem "Staatsschauspieler" in Deutschland

Wilhelm Backhaus, 1884-1969, in Leipzig geboren, Pianist, seit 1900 Konzerttourneen, lebte seit 1931 bei Lugano (Villa "Wellingtonia"), wurde Schweizer Bürger; gestorben in Villach, begraben in Köln

Llewelyn Powys, 1884-1939, englischer Schriftsteller, 1909-1911 in Davos, 1914-19 in Kenya; 1936-1939 erneut in Davos, wo er auch starb

Ralph Benatzky; 1884-1957, in Mährisch-Budwitz geboren, Musikstudium in Prag, München und Wien, seit 1927 in Berlin; Lieder- und Operettenkomponist („Im weissen Rössl am Wolfgangsee“, 1930), 1932-1938 in der Schweiz (Thun); nach einem kurzen Abstechen in die USA beantragt er vergeblich die Schweizer Staatsbürgerschaft; daher 1940-1946 in den USA (wo er am Ende die amerikanische Staatsbürgerschaft erwirbt), hernach nochmals kurz in Thun, seit 1948 in Zürich, wo er auch starb; in St. Wolfgang begraben

Gregor Rabinovitch (Grigori Rabinowitsch), 1884-1958, in Oranienbaum bei St. Petersburg geboren; studierte ab 1904 Grafik in München, Architektur in St. Petersburg und doktorierte 1911 in Rechtswissenschaft an der Universität Moskau; 191214 in Paris, seither in der Schweiz; erhielt 1929 das Bürgerrecht der Stadt Zürich; schrieb fürs „Volksrecht“ und zeichnete für den „Nebelspalter“; auf dem Friedhof Enzenbühl begraben; sein umfangreicher Nachlass wird von der Zentralbibliothek Zürich betreut

 

1885-1889

 

Ernst Bloch, 1885-1977, deutscher Philosoph, 1917-1919 Exil in der Schweiz, 1933 erneut Emigration in die Schweiz, 1938-48 in den USA; nachher Professor für Philosophie in Leipzig; 1961 Professor in Tübingen

Herbert Constam, 1885-1973, als Sohn eines amerikanischen Vaters aus New York und einer St. Galler Mutter in Zürich geboren; wurde hier 1908 Bürger, studierte Rechtswissenschaft und machte im Militär Karriere und lehrte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule; im Zweiten Weltkrieg Korpskommandant

Emile Guyénot, 1885-1963, studierte Medizin in Besançon, Militärarzt 1914-18, seither Professor an der Universität Genf, Arbeiten auf dem Gebiet der Evolutionstheorie, Entwicklungslehre und Endokrinologie

Otto Klemperer, 1885-1973, in Breslau (Polen) geboren, studierte in Deutschland, seit 1906 Dirigent und Kapellmeister, 1933 Emigration nach USA, 1949-72 Dirigent in London, in Zürich gestorben

Hermann Weyl, 1885-1955, deutscher Mathematiker, 1913-1930 Professor an der ETH Zürich, 1950-1955 erneut in Zürich

Edoardo (Dino) Alfieri 1886-1966, italienischer faschistischer Politiker; unter Mussolini Propaganda- und Kulturminister; Botschafter in Berlin; unterstützte den Staatsstreich 1943 gegen Mussolini und floh anschliessend in die Schweiz, wo er bis 1948 bleiben durfte, da er in Italien in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden war

Alfonso Maria von Spanien, von Orléans-Bourbon, 1886-1975, heiratete 1909 Beatrice Leopoldine von Sachsen-Coburg-Gotha; das Paar verbrachte viel Zeit in der Schweiz

Günter-Oskar Dyhrenfurth, 1886-1972, in Breslau geboren, Geologe, 1907-1914 Mitarbeiter an der Geologischen Karte der Schweiz, 1933 in die Schweiz (Bürger von Wassen 1933); 1930 Himalaya-Expedition, 1934 Karakorum-Expedition;
Sohn Norman Günther (1918-), ebenfalls Bergsteiger, vorwiegend im Himalaya, zog 1937 in die USA und war auch als Kameramann tätig

Walter Schottky, 1886-1976, in Zürich geboren (sein Vater Friederich war von 1882-1892 Professor für höhere Mathematik an der ETH Zürich), Ausbildung zum Physiker; 1923-27 an der Universität Rostock, nachher bei der Firma Siemens & Halske in Berlin und Pretzfeld (Bayern); betrieb Grundlagenforschung im Bereich der Halbleiterphysik und Elektronik („Schottky-Effekt; „Schottky-Diode“)

Rudolf Frank, 1886-1962 (1979), deutscher Schauspieler, Regisseur und Autor; studierte unter anderem in Zürich (1905/06) Staatswissenschaften; emigrierte 1936 nach Wien, im Mai 1938 in die Schweiz, verstiess 1943 gegen das ihm von den Asylbehörden auferlegte Arbeitsverbot; lebte seit 1944 in Baselland, starb in Basel

Gottfried Benn, 1886-1956, in Brandenburg geboren (seine Mutter, Caroline Jequier, stammte aus Fleurier im Val-de-Travers), Besuch des Gymnasiums in Frankfurt, 1905-10 Medizinstudium in Berlin; 1912 erschien sein erster Gedichtband; 1933/34 Aufgabe der Arztpraxis und Schreibverbot (bis 1948); 1948 erschien durch Vermittlung seines Schweizer Freundes Erhard Hürsch (1920-) im Schweizer Arche-Verlag der Band „Statische Gedichte“, in den Jahren darauf „Goethe und die Naturwissenschaften“ und „Dr. Rönne“; seine letzte Reise führte in die Schweiz

Albert Ehrenstein, 1886-1950, österreichischer Schriftsteller; 1916-18 in der Schweiz, Sekretär des "Vereins für Individualpsychologie" in Zürich; 1932-1941 in Brissago; dann in New York

Arthur Kronfeld, 1886-1941, deutscher Psychiater, kritisierte 1912 die Psychoanalyse, seit 1919 beim Sexualforscher Magnus Hirschfeld in Berlin, 1926 eigene Praxis, 1931 ausserordentlicher Professor in Berlin; floh 1935 in die Schweiz, wo ihm das Asyl verwehrt wurde; nahm 1936 deshalb eine Forschungsprofessur in Moskau an

Wilhelm Furtwängler, 1886-1954, in Berlin geboren, in München aufgewachsen, Pianist und Dirigent, 1945 auf Vermittlung von Ernest Ansermet mit seiner Frau in die Schweiz gekommen, zuerst in Paul Niehans' Villa "L'Empereur", nachher in "Basset Coulon" in Clarens

Oskar Kokoschka, 1886-1980, österreichischer Maler, lebte in Prag und London (wo er 1947 die englische Staatsbürgerschaft erhielt), seit 1953 in Villeneuve

Mary Wigman, 1886-1973, in Hannover geboren, Tänzerin und Choreographin; studierte 1910-11 bei Emile Jacques Dalcroze, danach bei Rudolf von Laban, ca. 1913-1918 mit ihm auf dem Monte Verità; seit 1920 eigene Schule in Dresden, 1942-50 in Leipzig, hernach in Berlin

Hugo Ball, 1886-1927, in Pirmasens geboren, Autor und Schauspieler, 1915 mit seiner Frau Emmy Hennings (1885-1948) in die Schweiz emigriert, gründete 1916 das "Cabaret Voltaire" in Zürich, begründete "Dada"; berichtete darüber in "Die Flucht aus der Zeit"; starb in Gentilino bei Lugano

Hans Arp, 1887-1966, Bildhauer und Dichter aus Strassburg, lebte 1908-1911 zwischen Weggis und Greppen, dann in München und Berlin; flüchtete 1914 in die Schweiz und gründete zwei Jahre später mit Hugo Ball das "Cabaret Voltaire", 1919 nach Köln, heiratete 1922 die Malerin Sophie Taeuber, lebte seit 1926 meist bei Paris; Anschluss an die Surrealisten; seit 1941 wieder in Zürich, seit 1959 in Locarno (1965 Ehrenbürger)

Ernst Wiechert, 1887-1950, deutscher Schriftsteller, seit 1948 in Uerikon am Zürichsee, in Stäfa begraben

George Polya, 1887-1985, Mathematiker, 1914-1940 an der ETH Zürich

Julius Pokorny, 1887-1970, in Prag geboren; studierte an der Universität Wien und lehrte dort bis 1920; hernach bis 1935 auf dem Lehrstuhl für Keltische Philologie an der Universität Berlin; 1943 emigrierte er in die Schweiz und lehrte bis 1959 an den Universitäten Bern und Zürich; nachher zeitweise Professor in München; Autor des „Indogermanischen etymologischen Wörterbuchs“; starb in Zürich

Arthur Rubinstein, 1887-1982, in Lódz (Polen) geboren, war um 1904 Gast bei Paderewski in Morges, Pianist, wurde 1946 US-Bürger, in Genf gestorben

Arthur Ney, 1887-1963, in Potsdam geboren, seit 1914 in der Schweiz; 1920 Schweizer Bürger; Dirigent, komponierte Märsche

Pierre-Jean Jouve, 1887-1976, französischer Dichter und Romancier, Lyriker und Musikkritiker, im Ersten Weltkrieg in der Schweiz

Victoria Eugenie Julia von Battenberg, 1887-1969, heiratete 1906 Alfonso III, König von Spanien und wurde damit Königin "Ena"; lebte nach 1931 in Ouchy

Karl Franz Josef von Habsburg-Lothringen, 1887-1922, heiratete 1911 Zita von Bourbon-Parma (1892-1989), erbte 1916 den Thron der österreichisch-ungarischen Monarchie, musste ihn aber zwei Jahre später schon wieder abgeben; verbrachte 1919-1921 im Exil in der Schweiz (Schloss Wartegg, Villa Prangins, Schloss Hertenstein), wo unter anderem auch sein ältester Sohn, Otto (1912-2011), dabei war; nach einem missglückten geheimen Flug am 20. Oktober 1921 von Dübendorf nach Ungarn wurde er mit seiner Familie nach Madeira verbannt; sein Herz wurde von Zita bis 1971 im Reisegepäck mitgeführt; es ruht nun über dem seiner Gattin in der Loretokapelle in Muri

Vaslav Fomich Nijinsky, 1888-1950, in Kiew geboren, Balletttänzer und Choreograph, 1909 erste Erfolge in Paris, im Ersten Weltkrieg interniert in Ungarn, geriet in geistige Verwirrung, 1919 in St. Moritz und Zürich ("Diary" 1936), Eugen Bleuler diagnostizierte Schizophrenie

Alexander I. Karadjordjevic, 1888-1934, besuchte die Schulen u. a. in der Schweiz, 1912 König der Serben, Kroaten und Slowenen

Paul Morand, 1888-1976, französischer Schriftsteller und Diplomat, 1944 Botschafter der Vichy-Regierung in Bern, hernach in Montreux; seit 1947 im Château de l'Aile in Vevey, wo er auch starb; Ehrenbürger von Vevey

Hans Richter, 1888-1976, in Berlin geboren und aufgewachsen, 1916 als Kriegsverwundeter in der Schweiz, Dadaist, arbeitete bei der Central-Film in Zürich, 1933 nach Frankreich, 1941-56 in New York, starb in Minusio bei Locarno

Friedrich Schnack, 1888-1977, deutscher Naturschriftsteller, lebte zeitweise in Montagnola

Richard Katz, 1888-1968, in Prag geboren und aufgewachsen, Reiseschriftsteller (unter vielen anderen: "Heitere Tage mit braunen Menschen", 1930), 1919-1933 in Berlin, hernach bis 1941 in Locarno-Monti, dann Flucht nach Brasilien, 1956 zurück in der Schweiz

Adolf Hitler, 1889-1945, deutscher Politiker österreichischer Herkunft; wurde im August 1923 von Ulrich Wille Junior in seine Villa Schönberg in Zürich zu einem Vortrag eingeladen; die anschliessende Kollekte ergab 30 000 Franken, welche Hitler zur Vorbereitung seines Münchner Putschs vom 8. November 1923 nutzte

Charles Spencer Chaplin, 1889-1977, englischer Filmregisseur und -schauspieler, seit 1953 in Corsier (bei Vevey)

Marcel Moyse, 1889-1984, französischer Flötist, 1932-1940 Professor für Flöte am Konservatorium in Paris und gleichzeitig am Konservatorium von Genf, 1935 erster Flötist des Orchestre de la Suisse Romande

Richard Seewald, 1889-1976, Maler ("Frühling am Lago Maggiore", 1927), Grafiker und Schriftsteller, lebte in Ronco und ist auch dort begraben

Frans Masereel, 1889-1972, belgischer Maler und Zeichner, 1909 nach Paris, 1915-1921 in Genf, Einsatz für den Frieden

Erich Brock, 1889-1976, in London geboren (sein Vater, ein Deutscher, starb vor seiner Geburt); verbrachte die Jugend hauptsächlich in Berlin, lernte durch seinen Stiefvater schon früh die Schweiz kennen, Philosophiestudium, politische Journalistik, seit 1925 in der Schweiz (seit 1935 Bürger von Zumikon); Heirat mit der Zürcher Romanistin, Gymnasiallehrerin und Theaterkritikerin Elisabeth Sulzer (1903-1981); 1951 Habilitation an der Universität Zürich, seither Lehrtätigkeit für Philosophie bis zu seinem Tode

Sophie Taeuber-Arp (eigentlich: Täuber), 1889-1943, in Davos geboren (ihr Vater kam 1875 aus Preussen nach Heiden, heiratete dort 1882 die Tochter des Apothekers, Sophie Katharina Krüsi, und starb an einer Lungenkrankheit 1891); 1891-1908 in Trogen aufgewachsen (1905 in Gais eingebürgert); Textilkünstlerin und Tänzerin, schuf auch Collagen und Skulpturen; heiratete 1922 Hans Arp und gestaltet 1926-28 in dessen Heimatstadt Strassburg das futurstische Vergnügungszentrum "Aubette", erwarb 1926 mit ihrem Mann die französische Staatsbürgerschaft; 1940 Flucht über Grasse nach Zürich

 

1890-1894

 

Mark Tobey, 1890-1976, amerikanischer Maler des „abstrakten Expressionismus“, unternahm 1934 eine Reise nach China und Japan, was ihn zu seinen „White Writings“ inspirierte; nachdem die Galerie Beyeler in Basel zahlreiche Werke von ihm gekauft hatte, liess er sich 1960 in dieser Stadt nieder, wo er auch starb

Josef Kastein (eigentlich: Julius Katzenstein), 1890-1946, deutscher Schriftsteller, verfasste "Eine Geschichte der Juden" (1931), verbrachte Anfang der 1930er Jahre im Tessin, wanderte 1935 nach Palästina aus, wo er am unteren Carmel lebte und auch starb

Kurt Tucholsky, 1890-1935, deutscher Schriftsteller, Satiriker und Zeitkritiker, studierte im Sommer 1901 Jura in Genf, wohnte 1932-1933 in Zürich an der Florhofgasse

Alfred Henschke (Klabund), 1890-1928, in der Nähe von Frankfurt an der Oder geboren, studierte in München, Berlin und Lausanne, lebt seit 1912 als freier Schriftsteller in Berlin und München; 1916-1918 wegen Tuberkulose in Davos, nachher immer wieder Kuraufenthalte in Davos, stirbt hier an Schwindsucht

Bohuslav Martinu, 1890-1959, tschechischer Komponist, 1923-40 in Paris, hernach mit Unterstützung von Paul Sacher und Ernest Ansermet nach USA, seit 1953 in Nizza, 1958 von Sacher nach Schönenberg eingeladen, starb im Spital Liestal

Erich Kleiber, 1890-1956, Dirigent, geboren in Wien, gestorben in Zürich

Jolande Jacobi, 1890-1973, Schulen in Budapest, Studium der Psychologie in Wien, seit 1938 in Zürich, Mitbegründerin des C. G. Jung-Instituts

Yvan Goll, 1891-1950, in Lothringen geboren, Schulbesuch in Metz, doktorierte 1912 an der Universität Strassburg in Philosophie; Lyriker; 1914-1919 in der Schweiz (Zürich, Lausanne, Ascona), wo er die deutsche Lyrikerin und Schriftstellerin Claire (geb. Klara Aischmann, 1890-1977; 1911-17 verheiratet mit dem Schweizer Heinrich Studer) kennenlernte, die seit 1916 an der Universität Genf studierte;
1919 zogen beide nach Paris und heirateten zwei Jahre später; 1939-47 verbrachten sie im Exil in New York

Mary Lavater-Sloman, 1891-1980, deutsche Schriftstellerin, besuchte die Schulen in Hamburg, heiratete 1912 in St. Petersburg den Schweizer Ingenieur Emil Lavater, lebte dann ein Jahr in Winterthur, hernach bis 1918 in Moskau, floh wegen der Revolution in die Schweiz, 1920-21 in Athen, ab 1922 definitiv in der Schweiz (Winterthur, Ascona, Zürich)

Ferdinand Bruckner, 1891-1958, österreichischer Journalist und Schriftsteller, Dramatiker und Dramaturg; 1915 wegen eines Lungenleidens in der Schweiz; floh 1933 über Zürich und Prag nach Paris; nachher in den USA;

Hans Kayser, 1891-1964, deutscher Privatgelehrter aus Württemberg, arbeitete auf dem Gebiet der Harmonik, lebte seit 1933 in der Schweiz, in Bollingen bei Bern

Max Ernst, 1891-1976, in Brühl bei Köln geboren, Studien an der Universität Bonn, beteiligt sich 1917 an der "2. Sturm-Ausstellung in der Galerie Dada in Zürich; seit 1922 in Frankreich, 1941 Flucht in die USA, 2 Jahre verheiratet mit Peggy Guggenheim, 1953 zurück in Paris

Eugen Lennhoff, 1891-1944, in Basel als Sohn eines deutschen Kaufmanns geboren; 1896 übersiedelte die Familie nach Zürich und wurde dort 10 Jahre später eingebürgert; Studium an den Universitäten Zürich und Berlin; seit 1914 Journalist und später Chefredaktor von Zeitungen in Wien; 1938 Flucht über Ungarn nach London, wo er für die BBC tätig war; Verfasser wichtiger Bücher zur Freimaurerei

Al Dubin, 1891-1945, in Zürich als Sohn eines russischen Arztes geboren, kam 1893 nach Philadelphia, schrieb seit 1916 unzählige Schlager (z. B. "Tip-toe Through the Tulips" 1929) und Musik für Filme, insbesondere für Busby-Berkely-Tanzfilme, zuletzt für "Never Say Good-Bye" (1946 mit Errol Flynn); als Texter verfasste er von 1930-45 pro Jahr durchschnittlich 60 Songs

Hermann Scherchen, 1891-1966, Berliner Musiker und Dirigent; 1922 von Werner Reinhart nach Winterthur zum Musikkollegium geholt, wo er die Leitung des Stadtorchesters bis 1950 übernahm; 1944-1950 auch musikalischer Leiter bei Radio Beromünster; nachher in Gravesano bei Lugano und in Deutschland weiterer Einsatz für die Neue Musik

Richard Neutra, 1892-1970, Ausbildung als Architekt an der Technischen Universität Wien (1910-18); besuchte 1919 das Entwurfsseminar von Karl Moser an der ETH Zürich und arbeitete nachher beim Landschaftsgärtner Gustav Ammann und im Architekturbüro Wernli & Staeger; lernte in Zürich seine künftige Frau, die Cellistin Dionne Niedermann, kennen, mit der er 1923 nach den USA auswanderte; baute um 1965 auch Villen in der Schweiz zusammen mit Ernst Cramer, einem Schüler Ammanns; wohnte 1966-69 wieder in Wien und starb auf einer Vortragsreise in Deutschland

Wolfram von den Steinen, 1892-1967, in Alsen am Wannsee geboren; doktorierte 1921 in mittelalterlicher Geschichte in Marburg, habilitierte sich 1930 an der Universität Basel; daselbst Mediävist („Notker“, 1948; „Der Kosmos des Mittelalters“, 1959); 1950 eingebürgert in Riehen

Werner Bergengruen, 1892-1964, baltischer Erzähler, Lyriker und Übersetzer, lebte von 1946-1958 bei Freunden in Zürich

Helmuth Plessner, 1892-1985, deutscher Philosoph, ca. 1965 Lehrauftrag an der Universität Zürich, wo er bis ca. 1972 lehrte

Walter Benjamin, 1892-1940, deutscher Kritiker und Schriftsteller, lebte in den 1920er Jahren als Flüchtling in Basel, seit 1933 in Paris, später in Spanien

Darius Milhaud, 1892-1974, französischer Musiker und Komponist, seit 1971 in Genf, wo er auch gestorben ist

Josef Szigeti, 1892-1973, ungarischer Violinvirtuose, wohnte in Baugy/ Montreux

Richard Hülsenbeck, 1892-1974, in Frankenau geboren, 1916 Mitbegründer des Dada in Zürich, nachher Begründer der Berliner Dada-Bewegung, später Psychoanalytiker in New York

Werner Kollath, 1892-1970, deutscher Arzt; 1935-45 Professor für Hygiene und Bakteriologie an der Universität Rostock; 1947 Berater des Hannoverschen Keksfabrikanten Bahlsen; Verfechter der Vollwerternährung; verbrachte die letzten 11 Jahre seines Lebens in Porza über Lugano, wo er auch begraben ist

Zita von Bourbon-Parma, 1892-1989, verheiratet mit Karl I., letztem Kaiser von Österreich, Mutter von Otto von Habsburg; lebte seit1962 im Salis Schloss in Zizers, wo sie auch starb; ihr Körper ist in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt, ihr Herz in der Familiengruft der Habsburger im Kloster Muri, in der Loretokapelle unter dem Herzen ihres Gatten Karl I.

Allen Welsh Dulles, 1893-1969, in Watertown, New York, geboren, trat nach seinem Studium in Princeton 1916 in den diplomatischen Dienst und begann ihn in der Schweiz; 1927 Direktor des Council on Foreign Relations, nachher mit Geheimdienstaufgaben in Deutschland betraut; von November 1942 bis Mai 1945 in der Schweiz, Hauptquartier am Hirschengraben in Zürich, vor allem Geheimverhandlungen mit dem deutschen Oberkommando in Italien (Bericht: „Verschwörung in Deutschland“, 1948); 1953-61 Direktor der CIA; nachher bei der „Warren Commission“

Leopold Szondi, 1893-1986, ungarischer Psychiater, Ende 1944 Flucht in die Schweiz, seit 1946 in Zürich; wurde 1959 Schweizer Bürger, starb in Küsnacht

Carola Giedion-Welcker, 1893-1979, in Köln geboren als Tochter eines deutschen Bankiers und einer Amerikanerin, studierte Kunstgeschichte bei Heinrich Wölfflin in München, wo sie ihren künftigen Ehemann, den Schweizer Siegfried Giedion (1888-1968), kennenlernte; sie heiratete ihn 1922 und lebte mit ihm seit 1925 zuerst bei Zürich, später in den von ihnen erbauten Doldertalhäusern in Zürich; ihr Heim war Treffpunkt vieler Künstler, Schriftsteller und Architekten

Benito Mussolini, 1883-1945, bei Forli geboren und aufgewachsen, 1902-1904 an verschiedenen Orten in der Schweiz (wird nacheinander aus den Kantonen Waadt, Zürich, Bern und Genf ausgewiesen; hörte in Lausanne bei Vilfredo Pareto einige Vorlesungen), sammelt 1919 die ersten "Fasci di Combattimento"; 1922 Marsch auf Rom und Übernahme der Regierung, 1926 "Duce", 1945 auf der Flucht in die Schweiz von Partisanen erschossen; erhielt 1937 den Ehrendoktor der Universität Lausanne

Bertold Brecht, 1893-1956, deutscher Dramatiker,1947-1948 in Zürich und Herrliberg, 1949 nochmals drei Monate in Zürich

Leopold Biberti 1894-1969, in Berlin geboren, Theaterausbildung in Berlin, 1920 in Bern eingebürgert; vielfach in Bern, Zürich, Basel und anderen deutschsprachigen Städten sowie im Welschland als Schauspieler tätig; seit 1937 in Schweizer Filmen z. B. „Landammann Stauffacher“ 1940; „die letzte Chance“, 1945; „Uli der Pächter“, 1955; SOS Gletscherpilot“, 1959)

Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, Graf, 1894-1972, in Tokio als Sohn eines Wiener Diplomaten und einer Japanerin geboren; in Böhmen aufgewachsen; politisch aktiver Schriftsteller; begründete 1922 den Paneuropa-Gedanken und in Einklang mit Alfred Hermann Frieds pazifistischen Ideen die „Paneuropäische Union“; im Sommer 1931 kauften er und seine Frau Ida Roland ein altes Bauernhaus in Gruben zwischen Saanenmöser und Gstaad, das sie acht Jahre lang umbauten und erweiterten; 1941-46 Exil in den USA; nachher bis 1968 wieder in Gruben; 1969 Heirat der Witwe des Komponisten Ralph Benatzky (Melanie Hoffmann, 1909-1983) und Umzug nach Witikon; begraben in Gruben

Lisa Tetzner, 1894-1963, deutsche Märchenerzählering und Schriftstellerin, heiratete 1924 Kurt Held (eigentlich: Kurt Klaeber; 1897-1959; erhielt 1948 die Schweizer Staatsbürgerschaft), 1933 flüchten beide in die Schweiz, nach Carona („Casa Pantrovà“); Kurt Held veröffentlichte unter ihrem Namen "Die schwarzen Brüder" (1941), unter seinem eigenen das Jugendbuch "Die rote Zora" (1941)

 

1895-1899

 

Paul Eluard, 1895-1952, französischer Poet, in Paris aufgewachsen, kam mit 16 Jahren aus gesundheitlichen Gründen (Tuberkulose) nach Davos, wo er eineinhalb Jahre verbrachte und Gala (Helena Deluvina Diarkinoff, 1894-1982) kennenlernte, die er 1917 heiratete; nachher wieder in Paris

Marcel Janco, 1895-1984, in Bukarest geboren, kam 1912 mit Tristan Tzara zusammen, 1916 Mitbegründer des Dada in Zürich, schuf Plakate und Dekorationen; 1922 zurück nach Bukarest, 1941 Flucht nach Israel, wo er Pionier der modernen Kunst wurde

Albert Cohen, 1895-1981, auf Korfu geborener französischer Novellist und Journalist, seit 1900 in Marseille aufgewachsen, studierte Jus in Genf und wurde 1919 hier Bürger; lebte fast immer in Genf

Max Horkheimer, 1895-1973, deutscher Philosoph, in Stuttgart aufgewachsen, doziert in Frankfurt am Main (1925-33; 1949-60), 1933 Emigration in die Schweiz, hernach nach USA, 1949 zurück in Frankfurt, seit 1959 in Montagnola; in Bern-Wankdorf begraben

Jacques Feyder, 1885-1948, belgischer Filmregisseur, seit 1914 hauptsächlich in Frankreich, 1929-33 in den USA; später auch in England und Deutschland; seit 1940 mit seiner Frau, der Schauspielerin Françoise Rosay (1891-1974) in der Schweiz, wo er unter anderem „Une femme disparaît“ drehte und auch starb

Liane Haid, 1895-2000, Wiener Stummfilmdiva, zuerst in Wien, ab 1922 in Berlin, seit 1942 in der Schweiz, heiratete den Schweizer Arzt Carl Spycher, lebte in Bern

Clara Haskil, 1895-1960, Pianistin, erhielt 1942 in der Schweiz (Vevey) Asyl, lebte später in Cornaux bei Chamby; erhielt 1949 die Schweizer Staatsbürgerschaft

Paul Hindemith, 1895-1963, deutscher Komponist, 1938-40 in der Schweiz; 1946 Bürger der USA; seit 1950 erneut in der Schweiz, Professor für Musikwissenschaft an der Universität Zürich, seit 1953 in Blonay

Luigi Zanini, 1896-1968, Zürcher Künstler italienscher Abstammung, schuf viele Skulpturen an öffentlichen Orten, insbesondere Schulhäusern; schuf unter anderem den Storch beim Zürcher "Storchen"

Scott Fitzgerald, 1886-1940, amerikanischer Schriftsteller; seine Frau Zelda kam im Mai 1930 wegen psychischer Probleme nach Glion, dann nach Prangins; Scott verbrachte die Zeit bis im September 1931 vorwiegend am Genfersee und in Gstaad; hernach kehrten beide nach USA zurück, wo Zelda fast laufend unter ärztlicher Betreuung stand (sie starb 1948)

Rudolf Nissen, 1896-1981, in Neisse (Oberschlesien) als Sohn eines Chirurgen geboren, Medizinstudium in Breslau, 1922-33 bei Ferdinand Sauerbruch in München und an der Charité In Berlin, hernach bis 1939 Ordinarius für Chirurgie an der neuen Universität in Istanbul, 1939-52 in New York, nachher an der Universität Basel; 1967 emeritiert; starb in Riehen

Michael Balint, 1896-1970, in Budapest geboren, Medizinstudium in Budapest, 1919 bei Sandor Ferenczi, 1922 Doktorat in Biochemie in Berlin, 1924 als Psychoanalytiker zurück in Budapest, 1939 nach England, entwickelt 1949 mit seiner späteren Frau Enid das Prinzip der Balint-Gruppen; leitete 1964-1970 die Studienwochen der Schweizerischen Gesellschaft für psychosomatische Medizin in Sils

Walter Mehring, 1896-1981, in Berlin geboren und aufgewachsen, Schriftsteller, seit 1922 immer wieder in Paris, 1941-53 in den USA, seither im Tessin, in München und in Zürich

Werner Richard Heymann, 1896-1961, deutscher Operetten- und Filmkomponist, emigriert 1933 über Paris nach Hollywood, wo er bis 1950 bleibt: lebt nachher in München, Salzburg und Locarno

Wladimir Vogel, 1896-1984, geboren in Moskau als Sohn eines Deutschen und einer Russin, Komponist, 1918-33 in Berlin, seither meistens in der Schweiz, wurde 1954 Bürger von Ascona, seit 1964 in Zürich, wo er auch starb

Olga Baclanova, 1896-1974, russische Schauspielerin; spielte seit 1927 in den USA in Filmen und auf der Bühne, zwischendurch auch in London; starb in Vevey

Lazar Wechsler, 1896-1981, Filmproduzent, in Polen geboren, 1818 ETH-Diplom, gründete 1924 zusammen mit dem Schweizer Flugpionier Walter Mittelholzer die Präsens-Film AG

Carl Zuckmayer, 1896-1977, deutscher Dramatiker ("Der Hauptmann von Köpenick" 1931), seit 1933 in Österreich, 1938 erstmals in die Schweiz emigriert, 1939 nach USA (Hollywood, Vermont); nach 1946 häufig wieder in Deutschland, seit 1958 in Saas-Fee; hier auch Ehrenbürger; 1966 Schweizer Bürger

Tristan Tzara (Samuel Rosenstock), 1896-1963, in Rumänien geboren, 1916 Mitbegründer von "Dada" in Zürich, seit 1920 in Paris, wo er sich 1929 den Surrealisten anschloss

Robert Neumann, 1897-1975, österreichischer Lyriker und Dramatiker, Publizist und Schriftsteller, ab 1933 in London, seit 1959 in Locarno

Thornton Wilder, 1897-1975, amerikanischer Schriftsteller, schrieb in den 1930er Jahren "Our Town" in Zürich

Károly Kerényi, 1897-1973, klassischer Philologe und Religionswissenschafter; emigrierte 1940 in die Schweiz, wo er seit 1943 in Ascona wohnte (eingebürgert 1962), 1944-1947 Gastprofessor für ungarische Sprache in Basel, 1948 Forschungsleiter und Mythenforscher am C. G. Jung-Institut

Manes Kartagener, 1897-1975, in Przemysl geboren und aufgewachsen, kam 1916 in die Schweiz, studierte in Zürich Medizin, seit 1950 Professor an der Universität Zürich

Gotthard Schuh, 1897-1969, Maler und Photograph, seit 1926 in der Schweiz

Elisabeth Haich, 1897-1994, in Budapest geboren, studierte Musik und Bildhauerei, baute nach dem Zweiten Weltkrieg in Zürich mit Selvarajan Yesudian (gestorben 1998) eine Schule auf, die bis 1989 in Hatha-Yoga einführte; schrieb "Die Einweihung" (1954) sowie mit Yesudian "Sport und Yoga" (1952)

Paul Brunton, 1898-1981, in London geboren, Schriftsteller, Mystiker und Philosoph; reiste 1930 erstmals nach Indien („A Search in Secret India“, 1934), schrieb teilweise in der Schweiz „The Quest of the Overself“ (1937); lebte seit 1966 in der Schweiz (Zollikerberg, Villars, Castagnola, La Tour de Peilz)

Therese Giehse, 1898-1975, deutsche Theater- und Filmschauspielerin, 1933-1953 am Schauspielhaus Zürich

Lotte Lenya (Karoline Blamauer), 1898-1981, in Wien geboren, 1914-1921 Ausbildung in Tanz und Schauspiel in Zürich, 1921 nach Berlin, 1926-33 und 1936-50 verheiratet mit Kurt Weill, 1928 "Dreigroschenoper"; seit 1935 in New York, 1951-57 verheiratet mit George Davis, 1962-69 mit dem Maler Russell Detwiler; nach Mitte der 50er Jahre wieder häufig in Deutschland

Jakob Haringer, 1898-1948, deutscher Schriftsteller, lebte vorwiegend in Salzburg, Berlin, Wien; 1936 aus dem Deutschen Reich ausgebürgert; 1938 und 1939 Flucht in die Schweiz, hier in verschiedenen Arbeits- und Internierungslagern; seit 1946 in Köniz, starb bei einem Besuch in Zürich

Sergei Mikailovitch Eisenstein, 1898-1948, in Riga geboren, russischer Filmregisseur; reiste zusammen mit seinen Mitarbeitern Grigori Aleksandrov und Eduard Tissé 1929 über die Schweiz, Paris und London nach Hollywood, 1931 nach Mexiko; seit 1932 zurück in Russland; das Team betreute bei seinem Aufenthalt in der Schweiz (Ende August bis Ende November 1929, mit Unterbrüchen) den für dieses Land ersten bedeutenden Film „Frauennot-Frauenglück“ (1930; zum Thema Abtreibung)

Erich Maria Remarque (Erich Paul Remark), 1898-1970, deutscher Schriftsteller («Im Westen nichts Neues» 1929), lebte seit 1929 meist im Ausland, u. a. seit 1931 im Tessin und in den USA (wo er 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhält), seit 1948 definitiv im Tessin; mehrere Jahre in der ehemaligen Böcklin-Villa in Ascona, dann in Porto Ronco (Ehrenbürger 1968), wo er auch begraben ist

Maurits Corneli(u)s Escher, 1898-1972, holländischer Zeichner, lebte von 1922-35 in Italien, heiratete dort 1924 die Tochter eines Schweizer Industriellen, Jetta Umiker, floh im Sommer 1935 mit ihr nach Château-d’Oex; lebte von Ende 1937 bis Anfang 1941 in Belgien, hernach in Holland; erste öffentliche Anerkennungen um 1955

Wladimir Sagalowitz (seit 1940: Sagal), 1898-1969, in Witebsk geboren; Porträtist und Pressezeichner; floh wegen der russischen Pogrome nach Paris und 1943 in die Schweiz; studierte in Zürich Medizin und heiratete eine Schweizerin; 1957 eingebürgert

Alja Rachmanowa, 1898-1991, russische Schriftstellerin, flüchtete 1917 vor der Revolution nach Sibirien, 1925 Ausweisung, seit 1927 in Salzburg, 1945 Flucht in die Schweiz; lebte seit 1949 in Ettenhausen im Thurgau

Gertrud Isolani, 1899-1988, in Dresden als Tochter des Schriftstellers E. Isaacsohn geboren, Journalistin und Schriftstellerin; 1940 ins Fraueninternierungslager von Gurs deportiert (Bericht als Roman: "Stadt ohne Männer"); 1942 Flucht mit ihrem Mann in die Schweiz, wo sie bis zu ihrem Tod blieb; erhält 1964 das Bürgerrecht von Binningen

Wilhelm Röpke, 1899-1966, in der Lünebürger Heide geboren, studierte Ökonomie und Soziologie an der Universität Marburg, wurde 1924 als jüngster deutscher Professor nach Jena berufen; lehrte nachher in Graz, Marburg und Frankfurt Nationalökonomie, 1933-37 an der neuen Universität von Istanbul, nachher bis zu seinem Lebensende am Institut Universitaire de Hautes Etudes Internationales in Genf; 1947 Mitbegründer der „Mont Pelerin Society“

Vladimir Nabokow, 1899-1977, russischer Autor ("Lolita" 1959), emigrierte 1919, ging 1940 in die USA, wohnte seit 1961 in Montreux

Noel Coward, 1899-1973, englischer Theaterautor, Komponist und Schauspieler, lebte seit 1958 in Les Avant bei Montreux

Jorge Louis Borges, 1899-1986, argentinischer Schriftsteller, 1914-19 in Genf wo er Französisch und Deutsch lernte, nachher in Buenos Aires, kehrte viel später nach Genf zurück; begraben auf dem Friedhof Plainpalais

Ernest Hemingway, 1899-1961, amerikanischer Schriftsteller, verbrachte 1922 drei Ferienaufenthalte in der „Pension de la forêt“ in Chamby oberhalb Montreux und nahm im November als Journalist an der Friedenskonferenz Griechenland-Türkei in Lausanne teil; beschrieb im „Toronto Star“, wie er bei Les Avants schlittelte; weitere Beschreibungen in „A Farewell to Arms“ (1929; dt.: „In einem anderen Land“, 1930)

Robert Gilbert (eigentlich: Robert David Winterfeld), 1899-1978, deutscher Schlagerkomponist und -texter, emigriert über Wien und Paris nach New York, wird amerikanischer Staatsbürger, 1949 zurück in Deutschland, seit 1954 im Tessin; stirbt in Locarno

Erich Kästner, 1899-1974, in Dresden geboren, Studium in Leipzig, seit 1920 Zeitungsveröffentlichungen, nachher Gedichtbände (1928-32), Kinder- und Jugendbücher ("(Emil und die Detektive" 1928) und Romane ("Fabian", 1931); 1926 erste Reise in die Schweiz und nach Italien, im Februar 1933 in Zürich, 1936 Reise nach Davos, 1957 Reise zum Internationalen PEN-Kongress in Zürich, 1962-1964 Sanatoriumsaufenthalte im Tessin (Agra); ab 1933 erschienen seine Bücher im Atrium-Verlag, den der antifaschistische Verleger Kurt. L. Maschler in Mährisch-Ostrau und Basel gegründet hatte; die "Drei Männer im Schnee" (1933) erschienen im Zürcher Rascher-Verlag

 

1900-1904

 

Eugen Dollmann, 1900-, deutscher Archäologe, SS-Standartenführer, wurde Himmlers persönlicher Beauftragter in Italien und beim Vatikan; in Spionage verwickelt, nach dem Krieg von den Amerikanern gefangen genommen; fand 1951 im Kapuzinerkloster Lugano unter falschem Namen Unterschlupf, im Februar 1952 ausgewiesen

Paul Klecki, 1900-1973, in Lodz geboren, seit 1920 Komponist und Dirigent in Berlin, seit 1933 auf der Flucht, im Zweiten Weltkrieg in der Schweiz; nachher internationale Dirigententätigkeit, seit 1967 - als Nachfolger Ernest Ansermets - Leiter des Orchestre de la Suisse Romande

Willem A. Visser't Hooft, 1900-1985, in Haarlem geboren, Theologe, seit 1924 im Dienst der ökumenischen Bewegung, hauptsächlich in Genf, im Zweiten Weltkrieg Flüchtlingshilfe von Genf aus; 1966 Ehrenbürger von Genf

Valentin Gitermann, 1900-1965, aus der Ukraine, Historiker ("Geschichte der Schweiz", 1941; "Geschichte Russlands" 1944)

Robert Siodmak, 1900-1973, geboren in Dresden, Filmregisseur („Menschen am Sonntag“ 1930; „Nachts, wenn der Teufel kam“, 1957), Autor, Schauspieler, 1933-39 in Paris, 1939-51 in USA; lebte seit 1955 in Ascona, starb in Locarno

Hermann Kesten, 1900-1996, in der Ukraine geboren in Nürnberg aufgewachsen; deutscher Schriftsteller, emigrierte 1933 aus Deutschland nach Frankreich und Amsterdam, 1940 nach New York; lebt 1953-77 hauptsächlich in Rom, seit 1980 in Riehen bei Basel

Ignazio Silone (eigentlich: Secondino Tranquilli), 1900-1978, italienischer Schriftsteller, floh 1929 nach Davos, 1930-1944 in Zürich, wo er unter anderem "Brot und Wein" und "Die Schule der Diktatoren" verfasste

Albert Nicholas, 1900-1963, Jazzmusiker (Klarinette) in Basel

Ernst Krenek, 1900-1991, österreichischer Komponist, lebte 1924, unterstützt von Georg Reinhart, in Zürich und komponierte hier eine Violinsonate; seit 1938 im amerikanischen Exil

Julius Hay, 1900-1975, ungarischer Schriftsteller, vorübergehend Asyl in der Schweiz

Marc Allégret, 1900-1973, in Basel geboren (Vater: ein Pfarrer aus der Dauphiné; Mutter: aus Schiltigheim im Elsass); der Vater war viel im Dienste der Mission unterwegs, die Mutter kehrte bald nach Paris zurück, wo Marc und seine Geschwister aufwuchsen; drehte rund 80 Filme, entdeckte viele Schauspieler; Onkel von Catherine Allégret

Erich Fromm, 1900-1980, in Frankfurt am Main geboren und aufgewachsen, 1926-29 Studium der Psychologie und Psychiatrie in München; 1932 fast ein volles Jahr wegen einer Tuberkulose-Erkrankung in Davos; 1934-1949 in den USA, hernach in Mexiko; seit 1974 in Muralto, wo er bereits zahlreiche Sommeraufenthalte verbracht hat

Rudolf Caracciola, 1901-1959, als Sohn italienischer Eltern in Remagen geboren, gewann 1923 seine ersten Autorennen, gewann 1929 die Tourist Trophy in Nordirland und 1931 die Mille Miglia; verbrachte den Zweiten Weltkrieg im Exil in Lugano

Wolfgang Langhoff, 1901-1966, in Berlin geboren, 1916-18 zur See, Schauspieler, als Agitator 1933 verhaftet, 1934 Flucht in die Schweiz (schrieb "Die Moorsoldaten", 1935), bis 1945 Schauspieler und Regisseur am Zürcher Schauspielhaus; seit 1946 Leitung des Deutschen Theaters im sowjetisch besetzten Sektor Berlins

Bernard von Brentano, 1901-1964, deutscher Lyriker und Dramatiker, 1933-1945 als Emigrant in der Schweiz

Alfons Rosenberg, 1901-1985, in München geboren, Theologe und Kulturhistoriker; floh 1935 in die Schweiz; lebte seither in Küsnacht und zeitweise auf dem Monte Bré; nach dem Krieg Publikations- und Vortragstätigkeit vorwiegend in Deutschland; seit 1958 Schweizer Bürger; auf dem Maneggfriedhof in Zürich begraben

Gustav Knuth, 1901-1987, deutscher Theaterschauspieler, kam 1946 nach Zürich

Charles Lindbergh, 1902-1974, amerikanischer Flugpionier, verbrachte seit 1960 die meisten Sommer in Corsier, wo er oben am Mont Vuarat zwei Chalets gebaut hatte

Leopold Lindtberg (eigentlich: Lemberger), 1902-1984, in Wien geboren, Film- und Theaterregisseur, seit 1932 am Zürcher Schauspielhaus; drehte 1938 einen der ersten grossen Schweizer Filme "Füsilier Wipf", später weitere zu Schweizer Themen

Gustav Fröhlich, 1902-1987, deutscher Filmschauspieler („Metropolis“, 1927; „Was Frauen träumen“, 1933; „Die Sünderin“, 1951), lebte seit 1956 bis zu seinem Tod in Lugano

Curt Riess, 1902-1993, deutscher Schriftsteller, in Würzburg geboren, 1933-1945 in USA, seither in Zürich

Josef Innocentius Maria Bochenski, 1902-1995, polnischer Philosoph und Logiker, 1946 Professor für Philosophie der Gegenwart an der Universität Freiburg i. Ue.

Jo Mihaly (eigentlich: Elfriede Kuhr), 1902-1989, deutsche Tänzerin und Schriftstellerin, emigrierte 1933 mit ihrem Mann, dem Schauspieler Leonhard Steckel, in die Schweiz und lebte in Zürich bis 1949, seither in Ascona; erwarb nach 1949 das Schweizer Bürgerrecht

Josef Krips, 1902-1974, österreichischer Dirigent, verbrachte die letzten Jahre in Territet

Jan (Iwan) Tschichold, 1902-1974, deutscher Kalligraph und Schriftenentwerfer; Vertreter der Neuen Typographie; floh 1933 in die Schweiz und lehnte fortan die Neue Typographie ab; wurde Schweizer Staatsbürger; arbeitete unter anderem für den Birkhäuser Verlag (Basel), die Penguin Books (London) und Hoffman-La Roche (Basel); lebte später in Berzona und starb in Locarno

Georges Simenon, 1903-1989, belgischer Schriftsteller, seit 1923 in Paris, 1945-55 in den USA, seit 1957 in der Schweiz, zuerst im Schloss Echandens in der Nähe von Lausanne, ab 1963 in dem von ihm selbst gebauten Haus in Epalinges, seit 1972 in Lausanne

Albert Vigoleis Thelen, 1903-1989, deutscher Schriftsteller und Übersetzer, seit 1954 in Ascona, 1960 in Blonay, 1973-1986 in Lausanne

Theodor W. Adorno, 1903-1969, deutscher Musikkritiker und Ideologiekritiker, lebte zuerst in Frankfurt und Wien; 1934-37 in Oxford, 1938-49 in den USA (wurde amerikanischer Staatsbürger), nachher wieder in Frankfurt: verbringt seine Ferien oft im Engadin; stirbt während eines Ferienaufenthalts in Visp

Bartel Leendert Van der Waarden, 1903-1996, holländischer Mathematiker, seit 1951 Professor in Zürich

Carl Meffert, 1903-1988, in Koblenz geboren, zuerst Dekorationsmaler, im Berliner Künstlermilieu (Linolschnitte Fürsorgeerziehung, 1928), floh 1933 in die Schweiz und nannte sich fortan Clement Moreau; ausgewiesen, Exil in Argentinien, Patagonien, Uruguay; 1963 zurück in der Schweiz wo er bis zu seinem Tod in Zürich und St. Gallen lebt

(Henry) Graham Greene, 1904-1991, englischer Journalist und Schriftsteller, verbrachte die letzten Lebensjahre in Corseaux; starb in Vevey; ruht auf dem Friedhof Corseaux

Walter Heitler, 1904-1981, Professor für theoretische Physik in Zürich

Josef Schmidt, 1904-1942, rumänischer Sänger, studierte in Wien und Berlin, sang auch in Rundfunk und Film ("Ein Lied geht um die Welt" 1933), 1933 emigriert, gastierte in vielen Ländern, floh 1942 in die Schweiz, wo er im Zürcher Oberland (Gyrenbad) starb, begraben auf den Friedhof Zürich-Friesenberg

Ernst Ginsberg, 1904-1964, in Berlin geboren, Schauspieler und Regisseur, floh 1933 über Wien nach Zürich, spielte hier am Schauspielhaus, auch Rezitator; in Zürich gestorben

Moshe Feldenkrais, 1904-1984, Ingenieur, in Polen (Ukraine?) geboren, 1929 in Paris; entwickelte "Higher Judo" (um 1940) und eine Bewegungstherapie; 1974 Gründung des Feldenkrais Instituts in Zürich (mit Franz Wurm)

Peter Lorre (eigentlich: László/ Ladislav Löwenstein), 1904-1964, im ungarischen Rószahegy (Rosenberg) geboren, in Berlin aufgewachsen, erste Schauspielerfahrungen in Zürich, 1929 in Berlin von Bertold Brecht für das Theater entdeckt, bald auch Filmschauspieler; emigriert 1933 über Wien und Paris nach England, seit 1934 in Hollywood

Coleman Hawkins, 1904-1969, amerikanischer Jazz-Saxophonist, spielte 1934-1939 in Europa, unter anderem im Orchester des Engländers Jack Hylton und im „Hot Club de France“; mit dem Zürcher Bandleader Ernest Berner und seinen „Berries“ bestritt er die Wintersaison in St. Moritz, wo er auch Skifahren lernte

 

1905-1909

 

Peter Kreuder, 1905-1981, deutscher Pianist, Komponist und Dirigent; weilte 1947 auf Tournee in der Schweiz und führte im Zürcher Corso-Theater Ralph Benatzkis Operette "Kleinstadtzauber" auf, lernte hier Evita Perón kennen, die ihn nach Südamerika mitnahm, wo er bis 1955 blieb

Enrico Bignami, 1905-1993, in Lugano geboren (sein Vater Enrico, ein italienischer Pazifist, kam 1898 nach Lugano), 1926-69 bei Nestlé, gründete 1957 in Lausanne das Institut pour l'Enseignement des Méthodes de Direction de l'Entreprise (IMEDE - 1990 Fusion mit IMI, Genf, zum International Institute for Management Development, IMD) sowie das Institut de Hautes études en administration publique (IDHEAP)

Jean Gebser, 1905-1973, in Posen (Polen) geboren als Sohn preussischer Eltern, Schriftsteller und Philosoph, seit 1939 in der Schweiz, seit 1948 in Burgdorf; "Ursprung und Gegenwart" (1949-52); 1951 Schweizer Bürger; in Wabern begraben

Erika Mann, 1905-1969, in München geboren, Schauspielerin, gründete Anfang 1933 in München das Kabarett "Pfeffermühle" und kam mit ihm schon zwei Monate später in die Schweiz, ging 1936 in die USA, kam 1952 mit ihren Eltern zurück in die Schweiz, zuerst nach Erlenbach, seit Anfang 1954 in Kilchberg

Manès Sperber, 1905-1984, aus Ostgalizien, kam mit 11 Jahren nach Wien; Schriftsteller, Psychologe, Kulturphilosoph, 1927-33 in Berlin, nachher in Frankreich, 1942-1945 als Flüchtling in der Schweiz (in Zürich und im Lager Girenbad), nachher bis zu einem Tod in Paris

Walter Sorell, 1905-1997, in Wien geboren, musste 1939 nach New York emigrieren, wirkte als Übersetzer, Tanz- und Theaterkritiker, als Lyriker, Dramatiker, Regisseur und Maler, unterrichtete an amerikanischen Hochschulen; lebte mit seiner Frau in den letzten 25 Jahren in den Sommermonaten in Zürich; starb in New York

Brigitte Helm, 1906-1996, in Berlin geboren, Schauspielerin im Stummfilm, lebte seit ca. 1965 in Ascona

George Sanders, 1906-1972, in St. Petersburg geboren, seit 1911 in England, später in Hollywood, Filmschauspieler, lebte einige Zeit vor seinem Tod in Lausanne

Michael Jary (eigentlich: Maximilian Michael Andreas Jarczyk), 1906-1988, in Oberschlesien geboren, besuchte das Konservatorium in Kattowitz und die Musikhochschule Berlin; seit 1935 als Musikbearbeiter und Komponist beim deutschen Film tätig, leitete Orchester und schrieb Chansons (u. a. für Heinz Rühmann und Zarah Leander); zog 1963 mit seiner Frau ins Tessin, an den Luganersee

Anton Stankowski, 1906-1998, deutscher Grafiker und Fotograf, entwickelte von 1929-1934 in Zürich die „konstruktive Grafik“; entwarf nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1948 zahlreiche Logos, Zeichen und visuelle Erscheinungsbilder für deutsche Firmen und Organisationen

Marie-José, 1906-2001, Königin von Italien für fünf Wochen 1946); in Belgien aufgewachsen, heiratete 1930 Prinz Umberto (später: König Umberto II. von Italien); liess sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Schloss Merlinge bei Genf nieder

Oskar R. Schlag, 1907-1990, in Osterhofen (Bayern) geboren, kommt 1929 in die Schweiz; Ausbildung zum Psychoanalytiker, Medium, Vorträge über Parapsychologie, verkehrt in esoterischen Gemeinschaften

Joe Turner, 1907-1990, amerikanischer Jazzpianist, 1949-1962 in der Schweiz (u. a. im "Africana" in Zürich), seither in Paris

Sándor Veress, 1907-1992, in Ungarn geboren, in Budapest aufgewachsen und zum Pianisten (bei Béla Bartók) und Komponisten (bei Zoltán Kodály) ausgebildet; emigrierte 1949 nach Bern und bildete seither eine ganze Generation von Schweizer Komponisten aus; erhielt 1991 das Schweizer Bürgerrecht

Hans Mayer, 1907-2001, deutscher Literaturwissenschafter und Ideologiekritiker, floh 1933 über Frankreich in die Schweiz, hier 1942 für zweieinhalb Jahre in ein Arbeitslager gesteckt, 1948-63 an der Leipziger Universität, hernach an der Technischen Hochschule Hannover und in Tübingen

Edith Wilhelmine Oppenheim-Jonas, 1907-2001, in Oberursel geboren; die Familie Jonas kam 1910 nach Baden; als ihr Vater im Ersten Weltkrieg im Elsass Dienst tun musste, folgte sie ihm; lebte nachher fast ihr ganzes Leben in Baden und Ennetbaden; Besuch der Handelsschule und von Kunstkursen; wurde 1932 durch die Heirat mit dem Ingenieur J. E. (Eric) Oppenheim Engländerin; zeichnete im Zweiten Weltkrieg für den „Nebelspalter und erfand 1952 die Figur des Papa Moll“ für den Comic in der Jugendzeitung „Junior“; ab 1975 Bücher im Globi-Verlag

Mascha Kaléko, 1907-1975, Lyrikerin, in Galizien als Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren, kam in den 1920er Jahren nach Berlin, 1938 Emigration nach New York, später in Jerusalem; stirbt während eines Europaaufenthaltes in Zürich

Zoltan Kemény, 1907-1965, ungarischer Bildhauer, lebte von 1930-42 in Paris; wurde 1957 Schweizer

Fritz Wotruba, 1907-1975, Wiener Bildhauer, floh im September 1938 nach Zürich und lebte 1939-1945 mit seiner Frau Marian Fleck in Zug im Exil

Kurt Pahlen, 1907-2003, in Wien geboren, Musikwissenschafter, Dirigent und Komponist, 1939 nach Buenos Aires, lebt seit den 1970er Jahren in der Schweiz (Männedorf) und wurde 1982 Schweizer Bürger; schrieb "Musikgeschichte der Welt" 1947; "Oper der Welt" 1963

Frithjof Schuon, 1907-1998, in Basel als Sohn eines Deutschen und einer Elsässerin geboren, in Basel aufgewachsen, kam nach dem Tod des Vaters nach Mulhouse und wurde französischer Bürger; ab 1932 mehrmals in Nordafrika, 1939 in Indien; ersuchte im Zweiten Weltkrieg um Asyl in der Schweiz und wurde Schweizer Bürger; nach seiner Heirat mit einer Schweizerin (1949) erhielt er ein Stück Land in Pully, wo er ein Haus baute; zahlreiche Reisen; 1980 Emigration nach den USA

Hans Weigel, 1908-1991, österreichischer Schriftsteller, floh 1938 in die Schweiz und lebte von 1939-1945 in Basel; seither zurück in Wien als Literat und Theaterkritiker

Mary Frances Kennedy (M. F. K.), 1908-1992, amerikanische Schriftstellerin, heiratete 1929 Alfred Young Fisher (geschieden 1938), schrieb zahlreiche Kochbücher, zuerst "Serve ith Forth" (1937); verbrachte einige Jahre in Montreux

John Kenneth Galbraith, 1908-2006, kanadischer Ökonom, wurde 1937 amerikanischer Bürger, lehrte seit 1939 in Princeton und seit 1949 in Harvard; verbrachte soviel Winter in Gstaad, dass ihm die Gemeinde das Ehrenbürgerrecht verlieh

Balthus, 1908-2001, polnischer Maler, als Graf Balthazar Klossowski de Rola in eine polnische Adelsfamilie Paris geboren, 1917-21 Kindheit und Jugend in der Schweiz (Zürich, Bern, Beatenberg, Genf), künstlerische Ausbildung in Paris, 1930-31 Militärdienst in Marokko, heiratete 1937 die Bernerin Antoinette de Watteville, 1942-46 und 1953-61 erneut in der Schweiz, seit 1977 definitiv im Grand Chalet im waadtländischen Rossinière

Giovanni Guareschi, 1908-1968, italienischer Schriftsteller ("Don Camillo"), lebte am Schluss seines Lebens in Cademario

Leo Henryk Sternbach, 1908-2005, als Sohn eines polnischen Apothekers und einer Ungarin in Opatija (Kroatien) geboren, studierte zuerst Pharmazie, später organische Chemie in Krakau, kam 1937 als Assistent zu Leopold Ruzicka an die ETH Zürich; seit 1941 beim Schweizer Chemiekonzern Roche in den USA tätig; entwickelte unter anderem die Tranquilizer Librium (1960) und Valium (1963), Lexotanil (1974) und Rohypnol (1975)

Golo Mann, 1909-1994, in München geboren, besuchte das Internat Schloss Salem am Bodensee, studierte Geschichte, Philosophie und Altphilologie in Berlin und Heidelberg und promovierte bei Karl Jaspers; verliess 1933 Deutschland und lehrte an französischen Schulen, 1937-1940 Redaktor der Zeitschrift "Mass und Wert" in Zürich; 1940-58 mit Unterbrechungen in den USA; 1936 tschechischer Staatsbürger, 1943 amerikanischer Staatsbürger; verbrachte seit 1958 den Sommer im väterlichen Haus in Kilchberg bei Zürich, seit 1964 die ganze Zeit; erhielt Anfang 1969 das Bürgerrecht von Kilchberg

James Mason, 1909-1984, britischer Theater- und Filmschauspieler ("Odd Man Out" 1947; "Julius Caesar" 1953); seit 1962 in Corseaux, starb in Lausanne

Eric Ambler, 1909-1998, in London geboren, schrieb seit 1936 19 Spionage-Romane, ging 1937 nach Paris, lebte seit 1968 für 16 Jahre in Clarens; nachher wieder in London

Ossip K. Flechtheim, 1909-1998, in Nikolajew (Russland geboren), kam schon mit 1 Jahr nach Deutschland, trat 1927 der KPD bei, promovierte 1934 in Köln zum Dr. iur., musste ein Jahr später über Belgien in die Schweiz fliehen, wo er in Genf als Assistent arbeitete; emigrierte 1939 in die USA, wo er 1942 die Futurologie begründete; kehrte seit 1946 mehrmals vorübergehend, 1955 definitiv nach Deutschland zurück

 

1910-1914

 

Django Reinhardt, 1910-1953, in Belgien geboren, in einem Zigeunerlager bei Paris aufgewachsen, Jazzmusiker, gründete 1934 mit dem Geiger Stephane Grappelli das "Quintet du Hot Club de France"; wollte 1943 vor den Deutschen in die Schweiz flüchten, wurde aber an der Grenze abgewiesen

Max Lichtegg, 1910-1992, Operettentenor und Kammersänger; stammte aus Polen; wurde 1949 Schweizer; gehörte 1940-1972 zum Ensemble des Zürcher Opernhauses; sang auch in Buenos Aires und Kalifornien

Jeanne Hersch, 1910-2000, Philosophin, als Tochter polnischer Immigranten in Genf geboren, studierte in Genf, Paris, Heidelberg und Freiburg i. Br.; seit 1931 Bürgerin von Genf; lehrte 1956-1977 als Professorin für systematische Philosophie an der Universität Genf; leitete 1966-68 die Abteilung für Philosophie bei der Unesco in Paris

Walter Hermann Jonas, 1910-1979, in Oberursel geboren; unmittelbar nach seiner Geburt zog die Familie nach Baden; nach der Matur Besuch der Kunstschule Reimann in Berlin (1929-32), nachher drei Jahre in Paris, seit 1935 in Zürich als Maler und Grafiker; zahlreiche Auslandreisen, stellte 1962 das Architekturprojekt „Intrapolis – Vision einer Stadt“ (Trichterstadt) vor; auch als Kunstkritiker tätig

Friedrich Weinreb, 1910-1988, Ökonom und Philosoph, in Lemberg geboren, 1916 nach Holland, 1932-42 am Niederländischen Ökonomischen Institut in Rotterdam, hernach im Widerstand, 1947 wegen Kollaboration angeklagt, 1952-64 u. a. Lehrtätigkeit in Djakarta, Kalkutta und Ankara, Tätigkeit als Experte am Internationalen Arbeitsamt und bei den Vereinten Nationen in Genf; "Die Bibel als Schöpfung" (1963); zahlreiche Vorträge in der Schweiz, z. B. 1984-1986 in der freien Evangelischen Schule in Zürich, in Zürich gestorben

David Niven, 1910-1983, schottischer Filmschauspieler, lebte in Château-d'Oex

Jean Anouihl, 1910-1987, französischer Theaterautor, verbrachte die letzten Jahre in der Schweiz (Rivaz), starb in Lausanne

Ulrich Becher, 1910-1990, in Berlin geboren als Sohn eines deutschen Rechtsanwalts und einer Schweizer Pianistin, 1928-1932 Jurastudium in Berlin und Genf; seither Novellist, Journalist und Dramatiker; 1933 Übersiedlung nach Wien, Heirat der Tochter von Alexander Roda Roda und österreichische Staatsbürgerschaft, 1938 erste Emigration in die Schweiz, nachher nach New York (wo Sohn Martin Roda Becher 1944 geboren wurde); seit 1954 erneut in der Schweiz (Basel)

Paul Dickopf, 1910-1973, studierte einige Semester Jura und trat 1937 in die Kriminalpolizei ein; 1939 SS-Untersturmführer; während des Kriegs bei der Militärische Abwehr; floh im Juli 1943 in die Schweiz, wo er bis Februar 1947 blieb; 1952 Chef des deutschen Interpol-Zentralbüros, 1965-71 Präsident des Bundeskriminalamtes; 1968 Präsident von Interpol

Hans Habe, 1911-1977; als Jean Bekessy in Budapest geboren, in Wien aufgewachsen, seit 1931 Journalist und Schriftsteller ("Drei über die Grenze" 1937), flieht 1939 über die Schweiz nach Frankreich und dann in die USA; lebte seit 1953 in Ascona ("Wie einst David" 1972)

Fritz Hochwälder, 1911-1986, österreichischer Dramatiker, seit 1938 in Zürich

Paulette Goddard, 1911-1990, amerikanische Schauspielerin, verheiratet mit Charles Chaplin (1936-42) und Erich Maria Remarque (1958-1970); mit letzterem lebte sie in Ronco, wo sie auch eine Gedenkstätte hat

Maria Stader, 1911-1999, in Budapest geboren, kam mit acht Jahren in die Schweiz und wurde bald von der Familie Stader adoptiert, Gesangsunterricht in der Schweiz, Deutschland und Italien; spezialisiert als Interpretin von Mozart und Bach; lehrte am Zürcher Konservatorium

Jean Améry (eigentlich: Hans Maier), 1912-1978, in Wien geboren (sein Vater stammte aus dem Vorarlberg), Buchhandelslehre und Studien in Wien, im Winter 1938/39 Flucht nach Antwerpen, 1940-45 in verschiedenen Lagern; 1945 zurück in Belgien, seither häufig in der Schweiz (mitunter monatelang in Zürich, z. B. im „Hotel Urban“), schrieb 20 Jahre lang Essays und Rezensionen ausschliesslich für Schweizer Publikationen, nachher auch für deutsche

Karl W. Deutsch, 1912-1992, in Prag geboren, flüchtete 1938 in die USA und wurde amerikanischer Bürger, 1958-67 Professor in Yale, 1967-83 in Harvard; unterrichtete als Gastprofessor an der Abteilung für Politologie der Universität Genf 1970-72, 1974-75, 1978; veröffentlichte 1967 die Studie "Die Schweiz als ein paradigmatischer Fall politischer Integration"

Heinrich Harrer, 1912-2006, in Kärnten geboren, durchstieg im Juli 1938 zusammen mit Anderl Heckmair, Fritz Kasparek und Ludwig Vörg als erster die Eigernordwand; berichtete darüber 1958 in "Die Weisse Spinne"; floh 1944 aus einem Internierungslager nach Tibet; berichtete darüber in "Sieben Jahre in Tibet" (1952)

Otto von Habsburg, 1912-2011, Kronprinz Österreichs seit 1916, Kaiser seit 1922; Exil in der Schweiz 1919-22 (Schloss Wartegg, Villa Prangins)

Mwami Bangiricenge Mwambutsa IV, 1912-1977, König von Burundi (1915-1966), wohnte in Genf und Pully

Nikita Magaloff, 1912-1992, russischer Pianist, seit 1948 in Genf, 1959 Bürger von Céligny, seit 1974 in Vevey

Igor Markevitch, 1912-1983, in Kiew geboren, zwei Jahre später flüchtete die Familie nach Paris und liess sich 1916 in La-Tour-de-Peilz nieder; später Komponist in Paris; heiratet 1936 Kyra, die Tochter von Vaslav Nijinski, und lebt mit ihr in Corsier, 1940 als Staatenloser in Italien; hört ein Jahr später auf zu komponieren, wird 1947 italienischer Staatsbürger

Georg Solti, 1912-1997, geboren in Budapest, Pianist, Dirigent; 1939-1946 im Exil in Zürich; nachher musikalische Aufbauarbeit an den Opernhäusern von München und Frankfurt; seit 1961 Dirigent der Londoner Covent Garden Opera, 1969-92 Musikdirektor des Chicago Symphony Orchestra, 1972 britische Staatsbürgerschaft

Walter Smetak, 1913-1984, in Zürich als Sohn tschechischer Eltern geboren, studierte Cello in Salzburg, 1937 Auswanderung nach Brasilien, seit 1957 in Salvador de Bahia, Musiker und Komponist, Erbauer phantastischer Instrumente und Skulpturen („Plasticas sonoras“)

Benjamin Britten, 1913-1976, englischer Musiker und Komponist, weilte häufig in Château-d'Oex

Andor Foldes, 1913-1992, Konzertpianist, in Budapest geboren, 1948 amerikanischer Staatsbürger, seit 1961 in der Schweiz

Jan Balet, 1913-2009, in Bremen geboren; Besuch der Kunstgewerbeschule in Berlin und München sowie der Kunstakademie München; 1938-65 in USA als Werbegrafiker und Illustrator vor allem für Zeitschriften und Bücher tätig; wurde amerikanischer Bürger; schrieb auch selber Bücher („What makes an orchestra?“, 1951) und mehrere Kinderbücher; lebte seit 1978 in Estavayer-le-Lac am Neuenburgersee

Stewart Granger, 1913-1993, englischer Theater- und Filmschauspieler, lebte einige Zeit in Genf

Robert Jungk, 1913-1994, in Berlin geboren und aufgewachsen, Journalist und Fachautor; 1933-36 im Exil in Paris und Barcelona, 1937-38 in Prag; kommt nach kurzem Aufenthalt in Paris im Mai 1939 nach Zürich; schreibt für die "Weltwoche", 1943 Ausweisung und Internierung; 1944-1945 erneut in der Schweiz; seit 1948 in USA, seit 1957 in Wien, wo er 1964 das "Institut für Zukunftsfragen" gründet; seit 1970 in Salzburg

Meret Oppenheim, 1913-1985, Malerin, Plastikerin, Dichterin, in Berlin geboren, in Steinen (Lörrach; wo ihr Vater als Arzt praktizierte), Delsberg (woher ihre Mutter stammte) und Basel aufgewachsen, 1932-37 in Paris, schuf 1936 die „Pelztasse“; nachher in Basel; 1949 Heirat mit dem Basler Wolfgang La Roche, lebte mit ihm bis zu seinem Tod 1967 in Bern; arbeitete seit 1972 abwechselnd in Bern und Paris; in Carona (dem Sommerwohnsitz der mütterlichen Familie) begraben

Kurt Leibbrand, 1914-1985, in Berlin geboren und aufgewachsen, Bauingenieurstudium in Stuttgart und Berlin, Mitglied der SS, 1943 Habilitation über Verkehrsfragen in Berlin; 1950-1963 Professor für Eisenbahn- und Verkehrswesen an der ETH Zürich; verlor seinen Lehrstuhl wegen eines seit 1961 laufenden Kriegsverbrecherprozesses

Emilio Pucci, 1914-1992, Skifahrer und Bomberpilot aus altem italienischem Adel; 1943-1946 als politischer Flüchtling in der Schweiz interniert, zuerst im Spital in Bellinzona, nachher in Estavayer le Lac, wo er Schüler in Französisch und Englisch unterrichtete; von Ende 1944 bis Anfang 1946 in Zermatt, hernach bis September 1946 in Lausanne; im Januar 1947 fotografierte ihn Toni Frissell in einem eigenen Skianzug in Zermatt; der Abdruck des Bildes in „Harper’s Bazaar“ im Dezember 1948 leitete seine Karriere als Modeschöpfer ein; für seine erste Sportkollektion verwendete er Helanca

Alfred Andersch, 1914-1980, deutscher Schriftsteller, in München geboren, 1947 Gründungsmitglied der "Gruppe 47", seit 1958 in Berzona; erwarb dort 1972 die Schweizer Staatsbürgerschaft

Rafael Kubelik, 1914-1996, bei Prag geboren, Dirigent, 1967 Schweizer Bürger, in Kastanienbaum gestorben

Will Quadflieg, 1914-2003, deutscher Theaterschauspieler und Rezitator, spielte seit 1948 auch am Schauspielhaus Zürich

Witold Malcuzynski, 1914-1977, polnischer Pianist, wohnte in Sonzier/ Montreux

Louis Napoléon-Bonaparte, 1914-1997, Prinz, lebte in Prangins

 

1915-1919

 

Åke Senning, 1915-2000, 1961-1985 Ordinarius für Chirurgie und Direktor der Universitätsklinik Zürich, Herzchirurg

Otto Wilhelm (O. W.) Fischer, 1915-2004, österreichischer Schauspieler, debütierte 1936 am Theater in der Josephstadt in Wien, lebte seit 1985 im Tessin, in Vernate ("Castello dei Pescatori")

Stephan Hermlin, 1915-1997, deutscher Schriftsteller, emigrierte 1936 über Palästina nach Frankreich, 1943 Flucht in die Schweiz; 1945 zurück nach Deutschland, 1947 in die SBZ (Sowjetische Besatzungszone)

Roland Barthes, 1915-1980, französischer Gelehrter, kurierte 1945-1946 seine Tuberkulose in Leysin

Olga Maria Elisabeth Frederike Schwarzkopf, 1915-2006, in Jarocin (Polen) geboren, sang 1928 bereits in der ersten Oper; 1934 Hochschule für Musik in Berlin; 1935-1946 an der Deutschen Oper in Berlin; seither internationale Auftritte; heiratete 1943 den Musikproduzenten Walter Legge (1906-1979); lebt und lehrt seit dessen Tod in Zürich, wohnte 1982-2002 in Zumikon, nachher in Schruns; in Zumikon begraben

Marie-Louise von Franz, 1915-1998, geboren als Tochter eines österreichischen Barons in München, seit 1918 in der Schweiz, 1932 eingebürgert; Promotion in klassischer Philologie an der Universität Zürich. Ab 1934 Zusammenarbeit mit C. G. Jung bis zu dessen Tod 1961; Gründungs der Stiftung für Jung’sche Psychologie 1974

Fernando Corena, 1916-1984, in Carouge als Sohn eines türkischen Vaters und einer italienischen Mutter geboren, studierte zuerst Theologie in Fribourg; Gesangsausbildung; Début 1933; weitere Gesangsaubildung und Auftritte als Bassist in Mailand; im Zweiten Weltkrieg bei Radio della Svizzera Italiana, hernach auf allen Bühnen Europas sowie in Nord- und Südamerika; seit 1951 in Castagnola

Ray Conniff, 1916-2002, in Massachusetts geboren, Chordirigent, Arrangeur und Komponist, verheiratet mit der Schweizerin Vera Schmidheiny, lebte zeitweise in Baselland

Yehudi Menuhin, 1916-1999, in New York als Sohn russischer Juden geboren, mit 7 Jahren erster Auftritt als Violinist, 1935 erste Welttournee, 1949 Aufnahmen mit dem Luzerner Festspielorchester; seit 1956 Festival in Gstaad; gründete mehrere Musikschulen, darunter diejenige in Gstaad (1977); 1967 Ehrenbürger von Grenchen, 1970 Ehrenbürger von Gstaad, 1985 britischer Bürger

Ahmed Ben Bella, 1916-, algerischer Staatsmann, Ministerpräsident 1962-65; hernach von Houari Boumedienne unter Hausarrest gestellt; lebte nach seiner Entlassung 1980 in Lausanne

Jürgen Thorwald, 1916-2006, deutscher Schriftsteller und Fachbuchautor, lebte in Ruvigliana

Peter Weiss, 1916-1982, deutscher Schriftsteller, Maler und Filmemacher; musste 1934 Deutschland verlassen, lebt dann kurz zuerst in England und in der Tschechoslowakei, besucht 1937 und 1938 Hermann Hesse in Montagnola; seit 1939 in Schweden; stirbt in Stockholm

Madeleine Robinson, 1916-2004, französische Theater- und Filmschauspielerin, lebte in Genf

Fred Wander, 1917-2006, Wiener Reporter und Schriftsteller; floh 1938 über die Schweiz nach Frankreich, wurde dort mehrmals verhaftet, versuchte 1940, sich in die Schweiz abzusetzen, wurde jedoch von der Schweizer Polizei aufgegriffen und in Ketten an die französische Vichy-Polizei ausgeliefert; nachher in Auschwitz und Buchenwald; 1956-1984 Schriftsteller und Publizist in der DDR; seither in Wien

William Holden, 1918-1981, amerikanischer Filmschauspieler, lebte in Saint-Prex

Norman Granz, 1918-2001, in Los Angeles geboren, Promotor von Jazz-Konzerten ("Jazz at the Philharmonic" seit 1944), seit 1960 in der Schweiz

Alfred Weidenmann, 1918-2000, in Stuttgart geboren, Filmregisseur ("Canaris" 1954), schrieb auch Jugendbücher, seit 1984 in der Schweiz

Alexander Solschenitzyn, 1918 -2008, russischer Schriftsteller, veröffentlichte im November 1962 in einer Moskauer Zeitschrift die Erzählung „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“; 1968 erschienen „Krebsstation“ und „Im ersten Kreis der Hölle“, was ihm 1970 den Nobelpreis eintrug; nach dem Erscheinen des ersten Bandes von „Archipel Gulag“ (dt. 1973) wurde er in den Westen abgeschoben und lebte vom 15. Februar 1974 bis August 1976 in Zürich, hernach 18 Jahre in Cavendish (Vermont), wo er das mehrbändige Werk „Das Rote Rad“ schrieb, kehrte 1994 nach Russland zurück

Heidemarie Hatheyer-Riess, 1919-1990, geboren in Villach (Kärnten), Schauspielerin im Theater und Film ("Geyer-Wally" 1940); am Schauspielhaus Zürich; verheiratet mit Curt Riess

Patricia Highsmith, 1919-1995, amerikanische Kriminalschriftstellerin, Schulen in New York, 1950 "Strangers on a Train"; verliess 1963 die USA und richtete sich zunächst in Suffolk, hernach in Frankreich ein, 1982 in der Nähe von Locarno; sie wurde an ihrem letzten Wohnort, in Tegna, beigesetzt

Muhammad Reza Pahlevi (auch: Pahlavi), Shahnshah, 1919-1980, besuchte 1931-1936 dass Internat "La Rosey", 1941-1979 Schah von Persien

Ota Šik, 1919-2004, in Pilsen geboren, beschäftigte sich zuerst als Maler, fünf Jahre in Mauthausen eingekerkert, nachher Ausbildung zum Wirtschaftswissenschafter und politische Karriere bis zum Vizeministerpräsidenten der Tschechoslowakei 1968; seit 1970 in der Schweiz, lehrte an der Hochschule St. Gallen, wurde 1983 Schweizer Bürger

 

1920-1924

 

Hans Gugelot, 1920-1965, in Indonesien als Sohn eines holländischen Arztes geboren; 1934 übersiedelt die Familie nach Davos; Ausbildung zum Architekten an der ETH Zürich, seit 1950 eigenes Büro; Entwicklung von Möbelprogrammen („M 125“), ab 1955 Gestaltung von Radio-, Phono- und Fernsehgeräten für die deutsche Firma Braun; seit 1959 auch für andere Firmen technische Designaufträge, 1963 für Kodak „Carousel“-Projektor

Arturo Benedetto Michelangeli, 1920-1995, in Brescia geboren, Klaviervirtuose, 1939 erster Preis im internationalen Pianistenwettbewerb in Genf; lebte seit 1968 in der Schweiz (zuerst bei Zürich, seit 1969 im Tessin, zuerst in Massagno, seit 1979 in Pura); starb in Lugano und ist begraben in Pura

Javier Pérez de Cuéllar, 1920-, geboren in Lima, 1982-1991 fünfter Generalsekretär der UNO, lebt in Genf

Antonio Samaranch, 1920-2010, spanischer Politiker, 1980 zum Präsidenten des Internationales Olympischen Komitees gewählt, wohnt seither in Lausanne; die Ehrenbürgerschaft wurde ihm 2001 verweigert

Peter Viertel, 1920-2007, in der Künstlerkolonie Hellerau bei Dresden aufgewachsen, 1920-50 in Kalifornien Drehbuchautor; kam bald nach 1950 nach Klosters

Michele Sindona ("The Shark"), 1920-1986, in Sizilien geboren, studierte Jurisprudenz an der Universität Messina, 1946 nach Mailand als Managementberater, Mitglied der Mafia, von Papst Paul VI. als Finanzberater angestellt, floh 1974 nach Genf, 1980 zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt (David Yallop behauptet in seinem Buch "Im Namen Gottes", 1984, Sindona sei 1974 bereits in Genf einbürgert gewesen - die dortige Einwohnerkontrolle weiss nichts davon.)

Maria Becker, 1920-2012, in Berlin geboren als Tochter eines Schauspielers, seit 1938 am Zürcher Schauspielhaus; 1945 in Quarten eingebürgert; gründet 1956 mit ihrem Mann Robert Freitag und Will Quadflieg ein eigenes Tournee-Theater, die Schauspieltruppe Zürich

Gert Westphal, 1920-2002, in Dresden geboren, Schauspieler und Regisseur, gab 1955 zusammen mit Joachim Ernst Behrendt die Schallplatte "Jazz und Lyrik" heraus; 1957-1980 Mitglied des Ensembles des Schauspielhauses Zürich, auch als "König der Vorleser" bezeichnet; 1960 Schweizer Bürger

Helmut Zacharias, 1920-2001, geboren in Berlin, Jazz-Geiger, Dirigent und Komponist ("Wenn der weisse Flieder wieder blüht", ca. 1955, "Tokyo Melody" 1964), seit 1960 in der Casa "La Campanella" auf dem Monte Verità bei Ascona

Hans Josephsohn, 1920-2012, in Königsberg geboren, floh 1938 nach Zürich; Ausbildung beim Bildhauer Otto Müller; seit 1943 eigenes Atelier; schuf neben liegenden und stehenden Plastiken auch monumentale Halbfiguren und Reliefs; 1964 Zürcher Bürger

Melina Mercouri, 1920-1994, griechische Schauspielerin und Sängerin, lebte 1967-1974 im Exil in Lausanne; 1981-1989 und 1993/94 griechische Kulturministerin

Deborah Kerr, 1921-2007, in Schottland geboren, kam 1940 in England und 1947 in den USA zum Film, heiratete 1960 in Klosters den deutschen Drehbuchautor und Schriftsteller Peter Viertel und lebte seither hier und in Marbella; als sich ihre Parkinson-Krankheit verschlimmerte zog sie in die Nähe ihrer Töchter nach England

Géza Anda, 1921-1976, in Budapest aufgewachsen, Pianist, seit 1942 in der Schweiz, seit 1955 Bürger von Zürich, heiratete 1964 Hortense Bührle (1926-)

Tibor Varga, 1921-2003, im ungarischen Györ geboren, studierte in Budapest; Violinist, Dirigent und Musikpädagoge, kam 1946 nach Deutschland, 1956 in die Schweiz; gründete 1963 eine Sommerakademie in Sitten, die zu einem Musikfestival wurde

Peter Ustinow, 1921-2004, englischer Autor, Filmregisseur und -schauspieler; lebt seit 1959 am Genfersee, seit 1971 im "Clos du Château" in Bursins

Paul Watzlawick, 1921-2007, in Villach geboren, Philosophie-Studium in Venedig; 1950-1954 Ausbildung am C. G. Jung-Institut in Zürich, Psychotherapeut und Buchautor; seit 1960 in Kalifornien

Jacques Martin, 1921-2010, in Strassburg geboren, Comic-Zeichner, lebte seit 1984 in Pully

Michael von Rumänien, 1921-, in Sinaia (Rumänien) geboren; mit sechs Jahren zum König von Rumänien erklärt, lebt seit 1956 bei Genf im Exil

Hans Heinrich von Thyssen-Bornemisza, 1921-2002, in Den Haag geboren, Kunstsammler, sein Vater erwirbt 1932 die Villa Favorita in Castagnola und bringt dort eine Kunstsammlung unter; nach seinem Tod (1947) macht Hans Heinrich sie der Öffentlichkeit zugänglich, verlegt sie 1988-92 nach Madrid; seit 1950 Schweizer Bürger

Melinda Esterhazy-Ottrubay, 1921-, ungarische Primaballerina, heiratete 1946 den österreichischen Fürsten Paul Esterhazy, lebt in Zürich

Nicholas Romanovich, 1922-, Prinz, Chef des Hauses Romanov, lebt in Rougemont

Georg Kreisler, 1922-2011, in Wien geboren, musikalische Ausbildung, 1938 nach Hollywood, seit 1943 amerikanischer Staatsbürger, 1946 als Kabarettist in New York, 1955 zurück nach Wien; lebte 1992-2007 in Basel, hernach in Salzburg

Alistair McLean, 1922-1987, schottischer Schriftsteller und Drehbuchautor ("H. M. S. Ulysses"; The Guns of Navarone"); begraben in Céligny

Ivan Desny, 1922-2002, in Peking geboren, russischer Herkunft, französischer Filmschauspieler seit 1950; lebte seit 1977 in Ascona, wo er auch starb

Marc Camoletti, 1923-2003, als Sohn italienischer Eltern in Genf geboren, kam schon als Kind nach Paris, wo er zuerst als Maler, dann als Theaterautor und -leiter tätig war; wurde französischer Bürger; schrieb 1960 das Lustspiel "Boeing-Boeing"

Pinkas Braun, 1923-2008, in Zürich geboren (sein Vater war 1904 von Galizien nach Zürich gekommen), Ausbildung zum Schauspieler am Schauspielhaus Zürich, wo er auch von 1948-1956 engagiert war, seither spielte an Bühnen in Deutschland, Österreich und Israel sowie seit 1954 in zahlreichen deutschen Spielfilmen und Fernsehserien; lebte später in München

Erwin Leiser, 1923-1996, in Berlin geboren, floh 1928 nach Schweden, Publizist, Redaktor, Filmregisseur, seit 1961 in Zürich

Alice Miller, 1923--2010, geboren als Alicja Rostowska in Lwow (Lemberg, das damals zu Polen gehörte), besuchte Mittelschule und Universität in Warschau, kam 1946 als Gaststudentin der Akademischen Nachkriegshilfe nach Basel, wo sie, nach der Heirat mit Andrzej (später: Andreas) Miller (1923-1999) und Übersiedlung nach Rapperswil, 1953 in Philosophie doktorierte; wirkte als Psychotherapeutin („Das Drama des begabten Kindes“, 1979); starb, nachdem sie die letzten Jahre in der Provence verbracht hatte, in Saint-Rémy de Provence

Radha Sri Ram, 1923-, in Adyar als Tochter eines Theosophen geboren, lernte klassichen indischen Tanz und Sanskrit; spielte eine Tänzerin im Film von Jean Renoir „The River“ (1951), wurde zur selben Zeit durch Heirat mit dem Photographen Raymond Burnier (1912-1968) Schweizerin; seit 1980 Präsidentin der Adyar-TG (Theosophischen Gesellschaft); Freimaurerin im „Droit Humain“, dort abgespalten 2003 zur Grand Lodge of Freemasonry for Men and Women

André Gorz (eigentlich: Gerhard Hirsch), 1923-2007, in Wien geboren; besuchte ab 1939 ein katholisches Internat in Lausanne und studierte nachher Chemie an der ETH Lausanne; daneben bereits schriftstellerische und journalistische Tätigkeit; 1949 Übersiedlung nach Paris; Redaktor an verschiedenen Organen; 1964 Mitbegründer des Nachrichtenmagazins „Le Nouvel Observateur“; zahlreiche Publikationen, u. a. „Adieux au prolétariat“ (1980)

Arno Gruen, 1923-, Psychoanalytiker und Schriftsteller; in Berlin geboren, emigrierte 1936 in die USA, lebt seit 1979 in der Schweiz, seit 1990 in Zürich

Bernard Clavel, 1923-, französischer Schriftsteller, lebt im Waadtland; seit 1985 Ehrenbürger von Reverolle

Truman Capote, 1924-1984, amerikanischer Schriftsteller, besuchte jedes Jahr Europa, besass ein Ferienhaus in Verbier, wo er mehrere Jahre an seinem Bestseller „In Cold Blood“ (1965) schrieb

Ephraim Kishon (Ferenc Hoffmann), 1924-2005, in Budapest geboren, Schriftsteller, Humorist („Drehn Sie sich um, Frau Lot!“, 1961); seit 1949 in Israel, erwirbt 1981 ein Haus in Meistersrüte bei Appenzell

Johannes Mario Simmel, 1924-1.1.2009, Schriftsteller, in Wien als Sohn preussischer Eltern geboren, lebte seit ca. 1983 in Zug

Charles Aznavour, 1924-, armenischer Sänger, lebte lange in Paris, seit 1976 in der Schweiz (Cologny)

Paul Karl Feyerabend, 1924-1994, österreichischer Philosoph, 1959-90 Professor an der University of California in Berkeley 1979-1991 ordentlicher Professor für Philosophie der Wissenschaften an der ETH Zürich mit halber Lehrverpflichtung; wohnte und starb in Meilen

Robert Frank, 1924-, in Zürich als Sohn eines Deutschen und einer Schweizerin geboren, erhielt 1945 nach langem Verfahren mit seinem Bruder das Zürcher Bürgerrecht (sein Vater nicht); Photograph, seit 1947 in USA („Les Américains“, 1958), Paris und Nova Scotia, drehte auch Filme („Pull My Daisy“, 1958); US-Bürgerrecht seit 1963

James Clavell, 1924-1994, in Sidney geboren, Schriftsteller, Filmregisseur und Produzent; 1963 amerikanischer Bürger; schrieb „Shogun“ (1975); starb nach kurzer Krankheit in Gstaad

Maurice Jarre, 1924-, französischer Filmkomponist („Lawrence of Arabia“, „Dr Schiwago“), seit 1962 häufige Aufenthalte in St. Moritz; seit 1964 in den USA; lebt heute zeitweise in Kalifornien und zeitweise in Silvaplana

 

1925-1929

 

Peter Thomas, 1925- in Breslau geboren; zuerst Arrangeur, seit 1960 Fernseh- und Filmkomponist, lebt in Castagnola

Richard Burton (Richard Walter Jenkins), 1925-1984, walisischer Bühnen- und Filmschauspieler ("Cleopatra" 1963), lebte - zeitweise mit seiner Frau Elizabeth Taylor (1932-2011; mit Burton verheiratet 1964-1974 und 1975-1976) - in Céligny, wo er auch begraben ist

Hildegard Knef, 1925-2002, in Ulm geboren, Berliner Schauspielerin und Autorin ("Der geschenkte Gaul" 1970), lebte 1947-50 in Hollywood, zeitweise in Samedan und Pontresina, verheiratet mit dem britischen Regisseur David Cameron; 1969/70 in St. Moritz, seit 1977 mit Paul von Schell verheiratet

Othella Dallas, 1925-, in Memphis, Tennessee aufgewachsen, lernte mit zehn Jahren Steptanzen, kam in die Schule und später auch in die Truppe von Katherine Dunham in New York; lernte auf einer Europatournee den Zürcher Ingenieur Peter Wydler kennen und heiratete ihn 1949 in Paris; nach vielen Auftritten in Europa und USA liess sie sich 1970 in Binningen nieder und eröffnete fünf Jahre später eine Tanzschule in Basel; tritt auch als Jazz- und Bluessängerin auf

Ingeborg Bachmann, 1926-1973, in Klagenfurt geboren, Schriftstellerin ("Das dreissigste Jahr" 1961) lebte 1958-1963 während ihre Beziehung zum Schweizer Schriftsteller Max Frisch abwechselnd in Zürich und Rom, seit Ende 1965 erneut in Rom

Anneliese Rothenberger, 1926-2010, in Mannheim geboren und aufgewachsen, Gesangsaubildung bei Erika Müller-Seeger; 1948-56 an der Hamburger Staatsoper; zahlreiche Auftritte in Radio, Film und seit 1956 Fernsehen (z. B. „Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre“, 1971-81); wohnte seit 1966 bis zu ihrem Tod in der Schweiz am Bodensee, seit Dezember 1972 in der neuerbauten Villa „Quellenhof“ in Salenstein

Joan Sutherland, 1926-2010, australische Sopranistin, seit 1951 in London, wo sie 1959 mit der Titelrolle der „Lucia di Lammermoor“ den internationalen Durchbruch erzielte; erwarb in den frühen 1960er Jahren ein Haus in Les Avant, wohin sie sich nach ihrem letzten Auftritt 1990 zurückzog

Johannes Geiss, 1926-, in Pommern geboren, studierte in Göttingen Physik, seit 1960 Extraordinarius, 1965-1991 Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Bern und seit 1995 Mitdirektor des International Space Science Institute (ISSI) in Bern, an zahlreichen Weltraum-Programmen beteiligt, unter anderem am Sonnensegel bei der Mondlandung (zusammen mit seinen Assistenten Peter Eberhardt und Peter Signer)

Hermann Lübbe, 1926-, aus Ostfriesland, 1956-1969 Dozent und Professor für Philosophie an mehreren Universitäten in Deutschland, seither ordentlicher Professor für Philosophie und politische Theorie an der Universität Zürich

Peter Alexander (eigentlich: Peter Alexander Maximilian Ferdinand Neumeyer), 1926-, in Wien geboren, Entertainer, Theater- und Filmschauspieler, Klavierspieler und Sänger, Operettenstar, lebte 1959-1990 in der „Casa la Sorgente“ in Morcote, seither in Wien

Dietmar Schönherr, 1926-, in Innsbruck geboren, Theater- und Filmschauspieler, moderierte 1969-71 mit seiner Frau Vivi Bach die Fernsehsendung "Wünsch dir was"; wohnt seit ca. 1978 in Kaiserstuhl

Martin Böttcher, 1927-, in Berlin geboren, Musiker, Filmkomponist (Edgar Wallace, Karl May) und Fernsehkomponist (vor allem für Serien); seit ca. 1963 in Lugano

Bhumibol Adulyadej, Rama IX, 1927-, in Cambridge, Massachusetts geboren, seit 1946 Staatsoberhaupt und religiösen Oberhaupt Thailands; wohnte (unter dem Namen Pumipol Mahidol) mit seiner Mutter Sangwan Mahidol und seinen Geschwistern 1933-35 in Lausanne (zuerst an der av. Ruchonnet, dann an der av. Tissot), hernach bis Ende 1951 in Pully (route de Chamblandes-Dessus 51); besuchte 1935-45 die Schule "Ecole nouvelle de la Suisse romande" in Chailly sur Lausanne; nach dem „baccalauréat ès lettres“ setzte er seine Studien an der Universität Lausanne ( Faculté des sciences, später Faculté de droit) fort; kehrte nach einem kurzen Aufenthalt in Bangkok im Frühling 1950 (für Heirat und Krönung) zurück, um sein Studium zu beenden;
die erste Tochter, Ubol Ratana, wurde im April 1951 in Lausanne geboren; im September 2007 wurde ein thailändischer Freundschaftspavillon im Parc du Denantou in Lausanne erstellt

Roger Moore, 1927-, englischer Filmschauspieler, wohnt in Crans-Montana und ist häufig in Gstaad

Henry (Karl-Heinz) Jaeger, 1927-2000, in Frankfurt geboren, ab 1956 in Freiburg i. Br. im Gefängnis, wo er begann, Romane und Krimis zu schreiben ("Die Festung", 1962), seit ca. 1970 in Ascona

Hugo Pratt, 1927-1995, italienischer Illustrator und Comic-Zeichner, Schriftsteller; zahlreiche Reisen in aller Welt; lebte seit 1984 in Grandvaux

Maurice Béjart (eigentlich: Maurice-Jean Berger), 1927 (oder 1924)-2007, in Marseille geboren, französischer Tänzer und Choreograph, seit 1987 in Lausanne; im Dezember 1996 Ehrenbürger der Stadt Lausanne; erhielt 2006 in drei Schritten die Schweizer Staatsbürgerschaft (September: Lausanne; 29. November: Kanton Waadt; 16. Dezember: „autorisation fédérale“)

Mstislav Rostropovich, 1927-2007, in Baku geboren, kam mit 16 Jahren ans Moskauer Konservatorium, seit 1945 bekannt als Cellist; verliess 1974 die Sowjetunion und dirigierte überall auf der Welt; wurde nach dem Entzug der russischen Staatsbürgerschaft (1978) zusammen mit seiner Frau Galina Wischnewskaja Schweizer Bürger; seit 1999 Leiter der Menuhin School; spiele mehrfach in Gstaad

Rosmarie Metzenthin, 1927-, (Vater: Elsässer; Mutter: Zürcherin) erlebt den Zweiten Weltkrieg in Lindau; seit 1945 in Zürich, wo sie 1951 mit 25 Kindern ein Kindertheater und zwei Jahre später den Kinderzirkus „Ullalla-Bassissi“ gründet; 1978 Gründung des Musisch-Pädagogischen Seminars für Erwachsene

Dennis Armitage, 1928-2005, in Yorkshire geboren und aufgewachsen; Pianist (und Tenorsaxophonist), Komponist, Arrangeur; 1951 von Hazy Osterwald in sein Orchester nach Zürich geholt, mit einer Urnerin verheiratet, spielte 20 Jahre in der Big Band des Schweizer Radio; schrieb 1993 eine Ballade für Alphorn und Blasorchester

Karlheinz Böhm, 1928-, in Darmstadt geboren, in Dresden und Hamburg aufgewachsen, 1939-1946 im Exil in der Schweiz (besuchte hier das Lyceum Alpinum Zuoz), hernach in Österreich, Theater und Filmschauspieler; gründete 1981 in Deutschland die Hilfsorganisation "Menschen für Menschen"

Ruth Westheimer, 1928-, in Frankfurt geboren, Sexualtherapeutin, 1938-1945 als Flüchtling in Heiden, seit 1956 in den USA

Helen Vita (Helene Reichel), 1928-2001, im Allgäu geboren, in Genf aufgewachsen, Schauspielerin in Theater, Film, Kabarett, 1947-60 am Schauspielhaus Zürich, 1950/51 "Cabaret Fédéral"

Nadja Tiller, 1929-, österreichische Schauspielerin, lebte mit ihrem Mann, dem deutschen Schauspieler Walter Giller (1927-2011), 1958-2008 in Lugano; seither in Hamburg

Audrey Hepburn, 1929-1993, in Brüssel geboren, Filmschauspielerin, lernte 1948 in London tanzen, 1951 nach USA, lebte seit 1954 in der Schweiz, zuerst auf dem Bürgenstock (heiratet 1954 ihren ersten Mann, Mel Ferrer, in Buochs), dann 1963-1969 in Tolochenaz (Villa „la Paisible“); gebar Sohn Sean Ferrer 1960 in Luzern, Sohn Luca Dotti 1970; lebte seit 1975 wieder in Tolochenaz und ist dort begraben

Paul Nizon, 1929-, als Sohn eines russischen Chemikers und einer Bernerin in Bern geboren, studierte und doktorierte in Kunstgeschichte, seit 1962 freier Schriftsteller, lebt seit 1977 in Paris

Nikolaus Harnoncourt, 1929-, in Berlin geboren, in Graz aufgewachsen, 1952 von Wiener Symphonie Orchester aufgenommen; bemüht sich seither, alte Musik authentisch aufzuführen; dirigiert seit 1970 international, unter anderem in Zürich den Monterverdi-Zyklus, auch sonst häufig in Zürich, lebt seit 1984 in Kilchberg

 

1930-1934

 

Nikki de Saint Phalle, 1930-2002, als Tochter eines Bankiers mit dem Namen Catherine Marie-Agnes Fal de Saint Phalle in Neuilly-sur-Seine geboren, 1933-51 in USA, seither meist in Frankreich, modelliert seit 1965 "Nanas", heiratet 1971 Jean Tinguely, seither häufig in der Schweiz

Erica Pedretti, 1930-, in Sternberg (Tschechoslowakei) geboren, seit 1945 in der Schweiz, unterbrochen von zwei Jahren New York (1950-52) als Silberschmiedin; Schriftstellerin ("Harmloses, bitte", 1970)

Jean-Luc Godard, 1930-, Filmregisseur, in Paris geboren als Sohn eines französischen Arztes (dessen Mutter, Louise Baeschlin, eine Schweizerin war) und einer französischen Bankierstochter, die angefangen hatte Medizin zu studieren (Odile Monod, deren Familie ursprünglich aus der Schweiz kam); aufgewachsen in Nyon am Genfersee (wohin seine Eltern gut zwei Jahre nach seiner Geburt gezogen waren), seit 1946 am Lycée Buffon in Paris (wo er sich in die Filmwelt einlebte), 1949 an der Sorbonne eingeschrieben, wo er 1952 ein Diplom in Ethnologie erhielt; im Frühling 1953 Kameramann beim Schweizer Fernsehen in Zürich; nach einem Klinikaufenthalt 1953-54 Bauarbeiter und Telephonist an der Staumaurer von Grande Dixence, erster grosse Spielfilm 1959: „A bout de souffle“; 1956-1973 in Paris; nach gut einem Jahr in Grenoble in Villeneuve, ab 1977 in Rolle (mit seiner Begleiterin Anne-Marie Miéville seit 1971, die aus einer Neuenburger Familie stammt); 1953 (3.12.51?) eingebürgert in Gland (weil er nicht für Frankreich als Soldat nach Indochina einrücken wollte)

Rudolf Emil Kálmán, 1930-, in Budapest geboren; akademische Ausbildung in den USA (MIT, Columbia University); Professor in Stanford und Gainesville; seit 1973 auch Professor für mathematische Systemtheorie an der ETH Zürich, lebt in Zürich und in Florida

Daniel Spoerri, 1930-, in Galati, einem rumänischen Hafen an der Donau, geboren, Tänzer, Schriftsteller, Künstler, seit 1942 mit seiner Mutter, einer Schweizerin, in Zürich, in den 1950er Jahren häufig in Paris, 1964-66 in New York, seit 1992 in der Toscana

Sergius Golowin, 1930-2006, in Prag als Sohn eines russischen Künstlers und einer Schweizer Lyrikerin (Alla von Steiger) geboren; kam mit drei Jahren mit seiner Mutter nach Bern; 1957-1968 Archivar in Burgdorf; 1971-1980 Berner Grossrat; publizierte seit 1959 zu volkskundlichen Themen und Esoterik

Carlos (Karl Ludwig) Kleiber, 1930-2004, als Sohn des österreichischen Dirigenten Erich Kleiber und einer Slowenin in Berlin geboren; 1935 emigrierte die Familie nach Buenos Aires; kurze Zeit (1949-1950) Chemiestudium an der ETH Zürich, seit 1954 Engagements als Kapellmeister in Deutschland (zuerst unter dem Pseudonym Karl Keller), 1964-1966 am Opernhaus Zürich; nachher in Stuttgart und München; dirigierte auch in Bayreuth, Wien und Mailand, England und USA

Mario Adorf, 1930-, in Zürich geboren (Sohn eines italienischen Vaters), da die deutsche Mutter ausgewiesen wird, in der Eifel aufgewachsen; nach Stationen in Mainz und Zürich Schauspielausbildung in München; 1955-62 hier an den Kammerspielen; seit 1957 auch im Film

Baudouin, 1930-1993, bei Brüssel geboren, Prinz von Belgien, 1945-1950 lebte die Familie in der Schweiz (in der Villa "Le Reposoir" in Pregny), Baudouin besuchte die Schule in Genf; seit 1951 bis zu seinem Tod König von Belgien

Angel Duarte (y Jiménez), 1930-, in Spanien geboren, aufgewachsen in Madrid; Bildhauer und Maler; kam 1954 nach Paris, seit 1961 in Sitten; gründete 1967 die „Gruppe Y“, die sich kinetischen Versuchen widmete

Sese Seko Mobutu, 1930-1997, Diktator von Zaire, besass ein Haus in Savigny bei Lausanne

Joakim Bonnier, 1930-1972, schwedischer Autorennfahrer, lebte in der Nähe von Nyon

Anita Ekberg, 1931-, schwedische Filmschauspielerin, seit 1963 in Genf, seit ca. 1975 in Rom

Caterina Valente, 1931-, italienische Tänzerin, Sängerin, vor allem in Deutschland und in der Schweiz; wurde bei einem Zirkusauftritt 1953 durch Walo Linder von Radio Zürich „entdeckt“; lebte viele Jahre in Lugano, nun in Castagnola

Viktor Kortschnoi, 1931-, Schachgrossmeister, zweimal Vizeweltmeister, emigrierte 1976 aus der Sowjetunion in die Schweiz

Rolf Hochhuth, 1931-, deutscher Schriftsteller und Theaterautor ("Der "Stellvertreter" 1963), seit 1963 in Basel und Riehen

John Le Carré (David Cornwell), 1931-, englischer Schriftsteller, studierte 1948-1949 Germanistik und Neue Sprachen an der Universität Bern, wurde 1963 mit seinem Spionageroman „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (1965 verfilmt) berühmt und vermögend, kaufte hernach ein Grundstück in Wengen und liess darauf ein Chalet bauen

Bill Ramsay, 1931-, aus Cincinnati, Ohio, Sänger, TV- und Radio-Moderator, Komponist, 1968-72 Programmdirektor der Televico AG in Zürich

Freddy Quinn, 1931-, in Wien geboren, startet 1951 seine Musikkarriere in der Washington-Bar auf St. Pauli, lebt in Hamburg und im Tessin

Ted Scapa (Eduard Schaap), 1931-, in Amsterdam geboren, kam 1945 in die Schweiz und ging hier zur Schule; Cartoonist, leitete über 30 Jahre den Benteli-Verlag, seit 1972 Schweizer; lebt am Murtensee

Walter Burkert, 1931-, in Bayern geboren, Studium der Klassischen Philologie, Geschichte und Philosophie in Erlangen und München; hernach Assistent und Dozent in Erlangen; 1969-1996 Professor der Klassischen Philologie an der Universität Zürich

Petula Clark, 1932-, englische Sängerin, lebt seit 1968 in Cologny

Saul Friedländer, 1932-, in Prag geboren, überlebte das Dritte Reich unter falschem Namen in einem katholischen Internat in Frankreich; 1938 Auswanderung nach Israel; Professor in Genf (Institut de Hautes Etudes Internationales), Tel Aviv und Los Angeles; Holocaustforscher

Paul Emil Erdman, 1932-2007, in Stratford, Ontario, geboren, Bachelor an der School of Foreign Service, Georgetown University; doktorierte 1960 an der Universität Basel; Ökonom, Investment-Spezialist, gründete eine Bank in der Schweiz; lebt seit ca. 1970 in Nord-Kalifornien; Autor von Büchern, in denen die Schweizer Bankiers und Banken vorkommen ("The billion dollar sure thing" 1973; "The set-up" 1997)

Soraya Esfandiari Bakhtiari, 1932-2001, Tochter eines persischen Fürsten und einer in Moskau geborenen Deutschen; besuchte ein Internat am Genfersee, lebte kurz in Zürich, 1951-58 verheiratet mit dem Schah von Persien

Yoko Ono, 1933-, japanische Sängerin und Malerin, Witwe von John Lennon, lebt seit 1988 in Genf

Saddrudin Aga Khan, 1933-2003, in Paris geboren, Prinz, studierte in Harvard, seit 1958 im Dienste der UNESCO, seit 1962 auch der UNO, seit etwa 1968 im Schloss Bellerive, gründete 1977 die "Bellerive Foundation" und 1990 die "Alp Action"; hatte einen französischen, einen iranischen und einen Schweizer Pass; Ehrenbürger von Genf

Claudio Abbado, 1933-, in Mailand geboren, Dirigentenausbildung in Wien, seit 1966 Dirigent bei den Berliner Philharmonikern, 1968-1986 musikalischer Direktor der Mailänder Scala, nachher der Wiener Staatsoper; seit 1966 immer wieder als Dirigent an den Internationalen Musikfestwochen in Luzern tätig, 2003 Mitbegründer des neuen Lucerne Festival Orchestra, daher 2005 Ehrenbürger von Luzern

Ingo Potrykus, 1933-, in Hirschberg (Schlesien) geboren, studierte Biologie an der Universität Köln, ab 1976 am Friedrich-Miescher-Institut in Basel Aufbau der Abteilung für Pflanzengenetische Forschung, 1987-1999 Professor für Pflanzenwissenschaft an der ETH Zürich

Horst Buchholz, 1933-2003, in Berlin geboren, Theater- und Filmschauspieler ("Die Halbstarken" 1956), lebte abwechselnd in Paris und auf der Lenzerheide

Helmut Lohner, 1933-, österreichischer Schauspieler

Marianne Hold, 1933-1994 (eigentlich Marianne Weiss); geboren in Johannisburg (Ostpreussen), Filmschauspielerin, zuerst bei Louis Trenker, hernach in Deutschland vor allem im sog. Heimatfilm (z. B. „Die Fischerin vom Bodensee“, 1956); heiratete 1964 Friedrich Strobl von Stein, der unter dem Namen Frederick Stafford (1928-1979) als Schauspieler anfängt; sie lebte seit 1973/79 in Lugano; beide sind in Witikon begraben

Nina Simone, 1933-2003, amerikanische Jazz- und Soul-Sängerin; Bürgerrechtlerin; kam Mitte der 1970er Jahre nach Europa, wohnte einige Zeit in der Schweiz, hernach in Frankreich

Capucine (Germaine Lefebvre), 1933 (1931)-1990, französisches Model und Schauspielerin, lebte seit 1962 in Lausanne

Udo Jürgens, 1934-, österreichischer Komponist und Sänger, lebt in Zürich und Zumikon; erhielt im Juni 2007 das Bürgerrecht von Zumikon

Adolph Johannes „Dollar“ Brand, 1934-, in Kapstadt geboren, kam 1962 nach Zürich, wo er ein Jahr später von Duke Ellington im Café „Africana“ als Jazzpianist entdeckt wurde; 1968 Konvertierung zum Islam und Annahme des Namens „Abdullah Ibrahim“; 1973-76 vorläufige Rückkehr nach Südafrika, 1990 definitiv

Nana (Jeanne) Mouskouri, 1934-, griechische Sängerin, um 1960 erste Erfolge, lebt seit 1974 in Genf

Sophia Loren (Sofia Villani Scicolone), 1934-, italienische Filmschauspielerin, wurde 1950 von Carlo Ponti (1912-2007) entdeckt und heiratete ihn 1957 in Mexiko (ungültig) und 1966 in Paris, nachdem beide die französische Staatbürgerschaft angenommen hatten; lebt seither zeitweise in Genf und in einem Chalet auf dem Bürgenstock

König Albert II, von Belgien, 1934-, in Brüssel geboren; seine Mutter, Königin Astrid, starb 1935 bei einem Autounfall in Küssnacht; 1945-1950 in Genf, wurde nach dem Tod seines älteren Bruders Baudouin 1993 König

 

1935-1939

 

Edward, 1935-, seit 1942 Duke of Kent, besuchte u. a. das Internat "Le Rosey"; lernte in der Schweiz gut Skifahren

Alain Delon, 1935-, französischer Schauspieler, gründete 1978 in Genf die "Alain Delon Diffusion SA", lebt seit 1985 bei Genf, erhielt 1999 das Bürgerrecht von Chêne-Bougeries

Dieter Forte, 1935-, in Düsseldorf geboren, Dramatiker und Drehbuchautor, lebt seit 1970 in Basel

Agota Kristof, 1935-, in Ungarn geboren, floh 1956 in die welsche Schweiz, wo sie zuerst als Arbeiterin in einer Fabrik ihren Lebensunterhalt verdiente; nachdem sie deutsch gelernt hatte, fing sie an, Gedichte, Theaterstücke und Romane zu schreiben; sie lebt in Neuchâtel

Karim Aga Khan IV., 1936-, in Genthod bei Genf geboren, besuchte 9 Jahre lang das Internat "Le Rosey", seit dem Tod seines Grossvaters (1957) Führer der Ismaeliten-Gemeinschaft, studierte in Harvard fertig (1959); lebt bei Genf und hat ein Chalet in Gstaad; ist britischer Staatsbürger wie schon sein Grossvater; 1969-95 verheiratet mit Begum Salimah (der Engländerin Sarah Crocker-Poole), 1998 Heirat mit Begum Inaara (die deutsche Prinzessin Dr. Gabriele zu Leiningen)

Vittorio Emanuele, Prinz von Savoyen, 1937-, von Herbst 1943 bis Anfang 1945 mit seiner Mutter Marie-José und seinen Geschwistern als Flüchtling in der Schweiz, zuerst in Montreux, dann in Oberhofen; seit 1946 in Genf

Ursula Andress, 1936-, in Bern als Tochter einer Schweizerin und eines Deutschen geboren; wuchs mit fünf Geschwistern in Ostermundigen auf; Schauspielerin im amerikanischen Film ("Dr. No", 1962; "What's New, Pussycat?, 1965; "Blue Max" 1966), 1957-66 mit John Derek verheiratet, 1978-82 mit Harry Hamlin zusammen; im Schweizer Film "D'Klassezämekunft" (1988), lebt in Rom; 2006 Ehrenbürgerin von Ostermundigen

Vladimir Ashkenazy, 1937-, russischer Pianist und Dirigent, floh 1963 in den Westen nach London, seit 1982 in der Schweiz (Meggen); 1987-94 musikalischer Direktor des Royal Philharmonic Orchestra of London, seit 1989 Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin

Roberto Blanco, 1937-, in Tunis als Sohn kubanischer Eltern geboren, in Beirut und Madrid aufgewachsen, seit 1957 Sänger in Deutschland; lebt zeitweise in Zürich

Simon Estes, 1938-, aufgewachsen in Centerville, Iowa; Opernsänger, feierte 1965 an der Deutschen Oper in Berlin sein Debut; seit 1994 Schweizer, wohnte am Zürichsee (Feldmeilen); seit 2005 wieder in den USA

Juan Carlos, 1938-, seit 1975 König von Spanien, 1946-1948 in "Villa St. Jean International School" in Freiburg i. Ue.

Christiane Hörbiger, 1938-, in Wien geboren, Schauspielerin in Film und Fernsehen, 1.8.1967 verheiratet mit dem Schweizer Journalisten und Redaktor Rolf R. Bigler (1930-1978); seit 1985 liiert mit Gerhard Tötschinger, lebt seit 2002 in Baden bei Wien

Elisabeth Teissier (Germaine Elisabeth Hanselmann), 1938-, geboren in Algier, Photomodell, Astrologin; seit 1981 liiert mit Gerhard Hynek, wohnt in Genf und Paris

Tina Turner (geboren: Anna Mae Bullock), 1939-, amerikanische Sängerin, seit 1986 in der Schweiz; Manager: Erwin Bach; wohnt seit 1997 in Küsnacht, wo sie Anfang 2013 das Bürgerrecht erhielt

Vince Taylor, 1939-1991, englischer Sänger, seit 1946 in den USA, seit 1983 in der Schweiz (Epalinges, Lutry)

Jackie (John Young) Stewart, 1939-, schottischer Autorennfahrer, 1965-73 Formel 1; lebte 1969-1997 in Begnins (Clayton House), seither in Aylesbury (Buckinghamshire)

Marie Laforêt, 1939-, französische Filmschauspielerin und Sängerin aus armenischer Familie, lebt seit 1978 in Genf, heiratete 1984 Eric de Lavandeyra; seit 1994 in Trennung begriffen

Andreas Roland Grüntzig, 1939-1985, deutscher Mediziner, 1969 bis 1980 am Kantonsspital Zürich, erfand hier 1974 den Ballonkatheter zunächst für Beinarterien; 1977 erste erfolgreiche Ballonerweiterung verengter Herzkranzarterien; wechselte 1980 an die Emory University in Atlanta

James Galway, 1939-, in Belfast geboren, Flötist, wohnt seit 1977 in Meggen

 

1940-1944

 

Anna Maria Mazzini 1940-, im Varese geboren und in Cremona aufgewachsen; seit 1958 erfolgreiche italienische Schlagersängerin unter dem Namen „Mina“, sang auch auf Deutsch (u. a. „Heisser Sand“, 1962); seit 1979 in Lugano, erwarb 1989 das Schweizer Bürgerrecht

Moritz de Hadeln, 1940-, in Exeter geboren, in Florenz aufgewachsen, gründete 1969 mit seiner Frau Erika das Dokumentarfilmfestival in Nyon, das er bis 1979 leitete, 1972- 1977 auch Leiter des Filmfestivals Locarno, nachher Leiter der Berliner Filmfestspiele; wurde 1986 Schweizer Bürger, 2002 Direktor des Filmfestivals Venedig

Michael Nobel, 1940-, Nachkomme von Alfred Nobel, in Schweden geboren, seit 1970 in der Schweiz, doktorierte an der Universität Lausanne in Psychopädagogik, Schweizer Bürger

Youri Messen-Jaschin, 1941-, in Arosa geboren, lettischer Künstler im Bereich Op Art, kinetische Kunst und Body Art; Ausbildung in Paris und an der Ecole des Beaux Arts in Lausanne (1962-1965); nachher tätig in Genf und Zürich, Göteborg, Hamburg und New York; lebte von 1970-1982 in Bern, hernach zwei Jahre in Caracas, seither ansässig in Lausanne

Klaus J. Stöhlker, 1941-, in Ludwigshafen geboren, seit 1970 PR-Berater in der Schweiz, seit 1987 Schweizer Bürger

Martha Argerich, 1941-, in Buenos Aires geboren, Pianistin; war von 1969-73 mit dem Dirigenten Charles Dutoit verheiratet, wodurch sie Schweizerin und Bürgerin von Moudon wurde; wohnt in Genf

Patricia Neary, 1942-, in Miami geboren, 1960 von George Balanchine ans New York City Ballet engagiert, hörte 1968 mit Tanzen auf, baute hernach fünf Jahre lang in Genf eine Ballett-Truppe auf, leitete 1978-1985 das Zürcher Ballett; nachher Ballettchefin an der Mailänder Scala und in Vancouver, seither aktiv im Balanchine Trust

Willy Bogner, 1942-, deutscher Skirennfahrer und Filmer („Fire and Ice“, 1986), übernahm 1977 die Sportmodefirma seines Vaters; die Familie besitzt seit ca. 1960 ein Haus in St. Moritz

Manolo Blahnik, 1942-, auf den Kanarischen Inseln als Sohn eines Tschechen und einer Spanierin geboren, besuchte ein Internat in der Schweiz und studierte einige Zeit an der Universität Genf internationales Recht; seit 1970 in London, wo er 1973 die erste Boutique für seine Schuhkreationen eröffnete

Jochen Rindt, 1942-1970, in Mainz geboren, in Graz aufgewachsen, Autorennfahrer, lebte in Paris und zuletzt am Genfersee

Alfred Hofkunst, 1942-2004, in Wien geboren; 1948 zog die Familie nach Zürich; nach einer Typographen-Lehre Arbeit am Stadttheater Bern (196-64); seither freier Künstler (Gemüseuhren für Swatch; fotorealistische Bleistiftzeichnungen; Skulpturen aus „Mehl“); wohnte seit 1970 im Welschland

George Harrison, 1943-2001, Musiker ("The Beatles"), kaufte wenige Monate vor seinem Tod ein Haus in Montagnola

Billy Cobham, 1944-, in Panama geboren und in New York aufgewachsen; Schlagzeuger, 1971-73 im „Mahavishnu Orchestra“; komponierte „Spectrum“ (1973) und „Crosswinds“ (1974): lebt seit 1981 in der Schweiz (zuerst in Zürich, dann in Schüpfen)

Ronnie Peterson, 1944-1978, schwedischer Autorennfahrer, lebte am Genfersee

 

1945-1949

 

Annie-Fried (Frida) Lyngstad, 1945-, Sängerin der Schwedischen Gruppe ABBA, lebt seit 1986 im Schloss ihres Mannes, des italienischen Prinzen Ruzzo Reuss (gestorben 1999), in Rechthalten bei Freiburg

Rita Pavone, 1945-, italienische Sängerin, lebt seit 1968 mit ihrem Manager und Mann Teddy Reno bei Chiasso und in Ariccia bei Castelgandolfo

Jean Nouvel, 1945- in Fumel, Frankreich, geboren, seit 1970 Arbeiten im Bereich Design, Architektur (1990-93 Cartier-Fabrik in Saint-Imier; 1990-99 Kultur- und Kongresszentrum KKL Luzern), Bühnenbild

Alexander II, 1945-, Kronprinz von Jugoslawien, in London geboren, besuchte das Internat le Rosey

Emerson Fittipaldi, 1946-, brasilianischer Autorennfahrer, wohnte in den 1970er Jahren am Genfersee

Freddie Mercury, 1946-1991, in Sansibar als Sohn persischer Eltern geboren, Sänger bei den "Queens" und Musiker, kaufte 1978 ein Appartement in Territet; starb in London

Silvester Stallone, 1946-, amerikanischer Filmschauspieler und -regisseur, besuchte das "American College in Switzerland" in Leysin

David Bowie, 1947-, englischer Pop-Star, lebt seit 1982 bei Lausanne im "Château du Signal"

Barbara Hendricks, 1948-, amerikanische Opernsängerin, studierte zuerst Chemie und Mathematik an der Universität von Nebraska; debütierte 1974 im San Francisco Opera House; lebt seit 1977 in Europa, ist mit einem Schweden verheiratet; wohnt seit 1994 in der Schweiz, zuerst in Verbier, dann in Clarens

Robert Palmer, 1949-2003, englischer Sänger, lebte seit 1987 am Luganersee; seine Urne ist in Lugano

 

1950-1959

 

Santiago Calatrava, 1951-, geboren bei Valencia, Spanien, studierte 1975-1981 Bauingenieur an der ETH Zürich, seither als Architekt und Ingenieur tätig, Arbeiten und Ausstellungen weltweit

Phil Collins, 1951-, in London geboren, Schlagzeuger bei "Genesis" 1970-96; auch Sänger und Komponist; seit 1994 in der Schweiz; lernte damals am Paléo Festival de Nyon Orianne Cevey (1973-) aus Nyon kennen, wohnte ab 1997 mit ihr in der Villa „Clayton House“ von Jackie Stewart in Begnins und heiratete sie 1999 (die Scheidung erfolgte 2006-08); seit November 2006 in Féchy

Ahmad Fu'ad II, 1952-, geboren in Kairo, König von Ägypten (1952-53) und Sudan, besuchte dei Primarschule von Cully

Nina Corti, 1953-, Flamencotänzerin; in Zürich geboren und aufgewachsen, Vater spanisch-italienischer Herkunft, Mutter russisch-polnischer Herkunft, Musikerfamilie, in Madrid und Sevilla ausgebildet

Jamal-Aldin Samir, 1955-, geboren in Bagdad als Sohn einer Schweizerin und eines Iraki, seit 1961 in der Schweiz; Lehre als Typograph in Zürich und Ausbildung zum Kameramann; seit 1986 Regisseur von Spiel-, Fernseh- und Dokumentarfilmen („Forget Baghdad“, 2002); Bürger von Wohlenschwil

Henri Luxembourg, 1955-, studierte an der Universität Genf Ökonomie und politische Wissenschaften (Lizenziat 1980), heiratete 1981 die langjährige Studienkollegin Maria Teresa Mestere (1956 in Kuba geboren; kam mit 9 Jahren mit ihrer Familie nach Genf, wuchs dort auf und wurde Schweizerin); seit 2000 Grossherzog von Luxemburg

Alain Prost, 1955-, französischer Autorennfahrer, seit 1983 in Vaux-sur-Morges, seit 2000 in Nyon

Isabelle Adjani, 1955-, französische Schauspielerin, lebt seit 1996 in Genf

Mohamed (Dodi) Fayed, 1955-1997, in Alexandria als ältester Sohn von Mohamed Al-Fayed geboren, besuchte das Internat Le Rosey, 1997 befreundet mit der Prinzessin von Wales ("Lady Diana"), starb mit ihr bei einem Autounfall in Paris

Tim Berners-Lee, 1955-, in London geboren (seine Eltern waren beide Mathematiker und arbeiteten für den ersten englischen Computer 1980 und erneut seit 1984 als Softwareingenieur am CERN in Genf, schrieb Spezifikationen für http und html (1989) und 1991 für das WWW (world wide web) für das Internet;
zusammen mit dem Belgier Robert Cailliau schrieb er den ersten WWW Client und den ersten WWW Server

Patrick Mimran, 1956-, in Paris geboren, Maler und Musiker, lebt in der Schweiz und USA

Christopher Lambert, 1957-, bei New York als Sohn französischer Eltern geboren, 1959-1975 in Genf aufgewachsen; nachher in London und Paris; Schauspieler im französischen und amerikanischen Film („Greystoke“, 1984; „Highlander“, 1986; „Knight Moves“, 1992)

 

1960-1969

 

Yannik Noah, 1960-, in Sedan geboren (Vater aus Kamerun, Mutter Französin), Tennisspieler und Sänger, lebt in Montreux

Nastassja Kinski, 1961-, deutsche Schauspielerin, seit 1986 in Genf, später in Prez-vers-Noréaz

Tariq Ramadan, 1962- in Genf als Sohn eines islamischen Gelehrten und spirituellen Führers aus Ägypten geboren, studierte Philosophie und französische Literatur; nachher muslimischer Prediger und Gelehrter, lehrte am Collège de Genève und an der Universität Freiburg i. Ue.

Brigitte Nielsen, 1963-, Filmschauspielerin, geboren in Kopenhagen, 1985 nach USA, 1993-2005 mit dem Schweizer Raoul Meyer Ortolani verheiratet; lebte anfänglich mit ihm in Mendrisio

Anne-Sophie Mutter, 1963-, in Rheinfelden (Baden) geboren, Geigerin, studierte in Winterthur in der Meisterklasse bei Aida Stucki, 1977 Début mit den Berlinern Philharmonikern, unterstützt von Paul Sacher; 2002-06 verheiratet mit dem Komponisten und Dirigenten André Previn (1929-)

Henri Leconte, 1963-, französischer Tennisspieler, lebt seit 1995 in Cologny

Vincent Perez, 1964-, in Lausanne geboren als Sohn eines spanischen Vaters und einer deutschen Mutter, Theaterausbildung in Genf, seit 1984 in Paris als Filmschauspieler; dreht auch selber Kurzfilme

Jean Alesi, 1964-, als Sohn sizilianischer Eltern bei Avignon geboren, 1989-1997 Autorennfahrer in der Formel 1, lebte in Nyon, später in Genf

Guy Forget, 1965-, marokkanischer Tennisspieler, lebt in Mies, unweit Genf

Vesselina Kasarova, 1965 in Bulgarien geboren, 1984-89 Gesangsausbildung in Sofia, seither am Opernhaus Zürich; lebt in Zollikon

Shania Twain (Eileen Edwards), 1965-, kanadische Countrysängerin, lebt seit 2000 im Château de Sully in La-Tour-de-Peilz

Mike Horn, 1966-, in Johannesburg geboren, Extremsportler und Abenteurer, seit 1993 in der Schweiz, lebt in Château-d'Oeux

Irène Jacob, 1966-, bei Paris geboren, kam mit 3 Jahren nach Genf, verliess die Stadt 1984 wieder, um in Lyon, dann Paris Theater zu spielen, seit 1987 auch im Film ("Au revoir les enfants")

Patricia Kaas, 1966-, in Forbach im nördlichsten Elsass geboren, französische Sängerin, seit 2000 in Zürich

Cecilia Bartoli, 1966-, in Rom als Tochter eines Sängerehepaars geboren, mit 19 Jahren von Riccardo Muti entdeckt, bald auch von Daniel Barenboim gefördert; Mezzosopranistin an führenden Opernhäusern; lebt seit mehreren Jahren in Zürich

Marie-Chantal Claire Miller, 1968-, in Hongkong aufgewachsen, besuchte das Internat le Rosey (1977-1982), studierte nachher in Paris und New York, heiratete 1995 Kronprinz Pavlos von Griechenland

Michael Schumacher, 1969-, deutscher Autorennfahrer, seit 1991 Formel 1, lebte 1996-2006 in Vufflens-le-Château, seit Herbst 2006 in Gland

Arnaud Boetsch, 1969-, elsässischer Tennisspieler, heiratete 1991 eine Schweizerin und lebt seither in Genf

Marc Forster, 1969-, in Ulm geboren (als Sohn eines deutschen Arztes und einer Schweizer Mutter), in Davos aufgewachsen, besuchte sechs Jahre lang das „Institut Montana“ auf dem Zugerberg bis zur Matur; ging 1990 in die Filmschule der Universität von New York; drehte 2001 mit Halle Berry „Monster’s Ball“, 2004 „Finding Neverland“, 2008 den James-Bond-Film „Quantum of Solace“; 2007 Ehrenbürger von Davos, 2008 Bürger von Davos

 

1970ff

 

Zahra Aga Khan, 1970-, Prinzessin, in Genf geboren, besuchte das Internat Le Rosey, studierte hernach in Harvard

Jacques Villeneuve, 1971-, kanadischer Autorennfahrer, besuchte 1983-1989 das "Collège Beau-Soleil" in Villars, wo er auch heute zeitweise lebt

Pasquale Aleardi, 1971-, in Zürich geboren als Sohn eines Italieners und einer Griechin; in Dietikon aufgewachsen, Filmschauspieler, zuerst in der Schweiz („Tschäss“, 1994), dann in Deutschland, lebt in Berlin, spielte in „Resident Evil“ (2002)

Emanuele Filiberto, Prinz von Savoyen, 1972-, in Genf als Enkel von Marie-José von Italien sowie Sohn von Vittorio Emanuele (1937-) und der Schweizerin Marina Ricolfi Doria (1935-) geboren; Bürger von Cologny, Internat "Le Rosey", studierte in Lausanne und Genf, seit 1996, Investmentbanker, lebt am Genfersee, in Vésenaz

Carlos Moya, 1976-, spanischer Tennisspieler, lebt seit 2000 in Genf

Nick Heidfeld, 1977-, in Mönchengladbach geboren, Autorennfahrer; wohnt in Stäfa

Kimi Räikkönen, 1979-, finnischer Autorennfahrer, besitzt ein Haus in Wollerau

Athina Roussel, 1985-, Enkelin von Aristoteles Onassis, Besuch der Schulen in Lausanne, lebte mit ihrem Vater Thierry Roussel in Lussy-sur-Morges; heiratete im Dezember 2005 Alvaro de Miranda und wohnt seither in Sao Paolo

 

Literatur und Links separat

 

Links zum Schweizer Bürgerrecht:

http://www.hls-dhs-dss.ch/index.php

Suchwort: Bürgerrecht

 

Weitere interessante Links:

 

Über 150 ausländische Berühmtheiten in der Schweiz

http://switzerland.isyours.com/d/Beruehmtheiten/index.html

 

Ausländer und Flüchtlinge in Genf seit 1536 (40 Persönlichkeiten und Familien)

http://www.droitshumains.org/Refug/GE_refug/Menu.htm

http://www.ville-ge.ch/it/decouvrir/sdn/refugies_500.htm (pdf; auch englische Texte)

 

Berühmte Ausländer am Genfersee

http://www.canoe.ca/TravelAustriaSwitzerland/geneva_010604-sun.html

 

Besucher von Montreux und Umgebung (unter:"Histoire", Personnalités)

http://www.montreux.ch/commune/

 

Fribourg vu par les écrivains (suchen mit dem Stichwort: écrivains)

http://admin.fr.ch/ww/fr/pub/functions/search.cfm

 

Besucher von Locarno seit 1869

http://www.pardo.ch/1997/history/history.html

 

200 Persönlichkeiten, die auf Zürcher Friedhöfen begraben sind

http://www.limmatverlag.ch/sachbue/foppa/Foppa%20Grabliste.htm

 

Reiche Unternehmer in der Schweiz

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/dgs-mills/wealth/reichtum.html

 

Österreichische Dichter und Theaterleute im Schweizer Exil

http://www.literaturepochen.at/exil/

http://www.literaturepochen.at/exil/articles.pdf

 

Liste bekannter deutschsprachiger Emigranten und Exilanten (1933–1945)

http://de.wikipedia.org/wiki

 



 

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