HomeMehr als 700 berühmte Schweizer und bemerkenswerte Schweizer

                    More than 700 famous Swiss people and notable Swiss people

 

separat: über 400 Schweizer, die im Ausland wirkten - über 150 Schweizer in USA und Kanada/ Amerikaschweizer

separat: more than 400 Swiss abroad - more than 150 Swiss in USA and Canada/ Swiss Americans

 

(fast ohne Politiker und Sportler - hardly any politicians and athletes;

bis ca. 1300 sowohl Schweizer als auch Ausländer - till 1300 Swiss as well as foreigners)

 

siehe auch:    Über 350 Firmengründungen in der Schweiz

                        500 Schweizer Erfindungen und Entdeckungen

                        Schweiz: Rund um die Nobelpreisträger

                        Swiss Hall of Fame

                        Ausländer in der Schweiz

                        Schweizer im Ausland (ohne USA und Kanada)

                        Schweizer in USA und Kanada

 

Definitionen:

Schweizer = bei der Geburt Schweizer Bürger

Ausländer = bei der Geburt nicht Schweizer Bürger

 

Inhalt

Teil I: Die ersten 1800 Jahre

            Namen aus der frühen Schweizergeschichte (500 v. Chr.-1300)

            Die Schweiz in wechselnder Zugehörigkeit zu Herrschaftsbereichen (58 v. Chr. -1500)

Germanischer Adel in der Schweiz: einzelne Namen (250-1300)

            Städtegründer des 12. und 13. Jahrhunderts

            Hoher Adel im „Genealogischen Handbuch zur Schweizer Geschichte“ (ab ca. 880)

Teil II: Schweizer, die im Lande blieben

            Schweizer Autoren (ab 600)

            Schweizer Künstler (ab 800)

            Schweizer Gelehrte, Geistliche und Mystiker (ab 900)

            Schweizer Mechaniker und Ingenieure, Architekten und Designer (ab 1400)

            Schweizer Unternehmer und Firmengründer (ab 1150)

 

Literatur und Links separat

besonders wichtig:

Traugott Bautz: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

http://www.bautz.de/bbkl/

Historisches Lexikon der Schweiz

http://hls-dhs-dss.ch/

 

 

Teil I: Die ersten 1800 Jahre

 

Namen aus der frühen Schweizergeschichte (500 v. Chr.-1300)

 (ca. 60 "Schweizer" - ohne Adel - und ca. 70 "Ausländer")

 

Vor der Zeitwende

 

5. Jh. v. Chr.   Auf einem Grabmal, das in Davesco im Tessin gefunden wurde, finden sich die Namen Tisiois Piuotialos und Slania Uerkala.
Ein ähnlicher Stein wurde in Stabio für Minukos, Sohn des Komoneos gesetzt.

 

um 400 v. Chr.   Der Helvetier Helico ist als Handwerker/ Bildhauer/ Schmied ("Gastarbeiter") in Rom beschäftigt; er kehrt, versorgt mit Feigen und getrockneten Trauben, Öl und Wein in seine Heimat zurück (siehe Plinius: Naturalis Historia, Liber XII, ii 5)und soll die Keltenwanderungen am Ende des vierten (oder: im frühen) 4. Jh. v. Chr. mitausgelöst haben - eine Legende?
Auf einem Grabstein, der südlich des Monte Ceneri gefunden wurde, steht in einem etruskischen Alphabet: "Kuasoni pala Terialui" ("Grab für Kuason, Sohn des Terios").

 

um 300 v. Chr.   In einem Graffito auf einer in Norditalien (Mantua) gefundenen, schwarz glasierten Schale ist in etruskischen Zeichen geschrieben: „Eluveitie" („Ich gehöre einem Helvetier“/ "Ich bin der Helvetier").

 

111 v. Chr.   zogen junge Helvetier aus dem Stamm der Tiguriner zusammen mit germanischen Kimbern, Ambronen und Teutonen nach Südfrankreich, 107 v. Chr. besiegten sie unter dem jungen Anführer Divico ein römisches Heer unter dem Konsul Lucius Cassius in Agen an der Garonne bei Toulouse. Die überlebenden römischen Soldaten mussten unter dem Joch durch. - Fünf Jahre später wendete sich das Blatt.

 

100 v. Chr.   Ein in Port (nahe Biel) gefundenes Schwert ist auf der Klinge mit einer Schlagmarke versehen; darauf steht in einem griechischen Schriftzug der Name Korisios

 

58 v. Chr.     Der Proconsul Julius Caesar schlägt die Helvetier (und die sie begleitenden Rauriker) bei Bibracte. Dieser Stamm der Kelten aus dem schweizerischen Mittelland wollte unter Führung von Orgetorix (60 v. Chr. wegen Herrschsucht zum Feuertod verurteilt) und des greisen Divico nach Südfrankreich (Gallien) auswandern. Sie mussten zurückkehren und lebten bis ca. 400 n. Chr. unter römischer Besatzung (anfänglich als "foederati") im schweizerischen Mittelland.
[Die geographische Bezeichnung „Helvetia“ taucht um 1550 auf. Die ersten Schriften mit dem Titel „Helvetia“ erschienen im 17. Jahrhundert (Matthäus Merian: „Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae“, 1642; „Helvetia sacra“, 1642; Helvetia sancta“ ,1648, sowie der Reisebericht durch „Heutelia“ (=Helvetia“) des Hans Franz Veiras, 1638/58).
Die Allegorie der „Helvetia“, einer Frauenfigur, wurde 1672 geschaffen. Die offiziellen Bezeichnungen für das schweizerische Staatswesen stammen erst aus dem 19. Jahrhundert: „Schweizerische Eidgenossenschaft“ (1803; der Begriff geprägt von Johannes von Müller 1786) und „Confoederatio Helvetica“ (1848).]

 

1. Jh. v. Chr. Neben Divico und Orgetorix sind folgende Helvetier namentlich bekannt: die beiden Edelleute Nammeius und Verucloetius sowie Vatico und Ninno.

 

                      In Genf ist der Namenswandel in einer Familie über die Generationen von rein keltischen zu rein römischen Namen zu verfolgen: Troucetes (Vater) – Trouceteius Vepus (Sohn) – Publius Decius Esunertunus (Enkel) – Sextus Decius (Urenkel)

 

44 v. Chr.     Der römische Feldherr Lucius Munatius Plancus besiegt in einer Schlacht die Räter und gründet, vermutlich in Basel (vielleicht auf dem Münsterhügel), die „Colonia Raurica“, eine Veteranenkolonie

 

43 v. Chr.     Ein Keltenführer aus der (späteren) Familie der Camilli in Aventicum ist vermutlich an der Ermordung des Decimus Brutus beteiligt

 

ab 24 v. Chr. Kaiser Augustus gründet nach der Vernichtung der Salasser Aosta (Augusta Praetoria) und lässt nach und nach die Pässe des Kleinen und Grossen St. Bernhard in Besitz nehmen;
ca. 17 v. Chr. wird das Wallis eingenommen

 

15 v. Chr.     Im Auftrag ihres Stiefvaters Kaiser Augustus unterwerfen die römischen Feldherren Drusus und Tiberius die Stammesgebiete der Räter und Vindeliker (die Ostschweiz, Vorarlberg, Tirol und das Alpenvorland zwischen Inn, Bodensee und Donau);
um 50 wurde Augsburg (Augusta Vindelicum) zum Hauptort;
um 300 Abtrennung der Provinz „Raetia prima“ mit dem Hauptort Chur (daher spricht man später von Churrätien); bald darauf Bildung des Bistums Chur

 

Nach der Zeitwende

 

1-299

 

14                 Der Feldherr Tiberius wird zum 2. römischen Kaiser (Caesar Augustus) gewählt; er richtet das Legionslager Vindonissa ein - um die Rheingrenze zu sichern - und vermutlich auch Aventicum (vielleicht: „Forum Tiberii“) als Hauptstadt der Helvetier

 

ca. 20           Titus Flavius Vespasianus (9-79) verbringt einen Teil seiner Jugend in Aventicum;
als römischer Kaiser (69-79) lässt er die Stadt grosszügig ausbauen; sie ist "civitas foederata"; die Helvetier sind eine Gemeinde "formae barbarae";
Vespasians Vater (Titus Flavius Sabinus V.) ist ein vermöglicher Bankier (d. h. er lieh Geld auf Zinsen aus) in Helvetien, wo er auch starb

Die Stadt Aventicum setzt ihrem "hochangesehenen Bürger Gaius Julius Camillus" einen Stein mit Ehreninschrift. Die Familie der Camilli spielte eine wichtige Rolle im Stamm der Helvetier. Sie stammte aus der örtlichen Aristokratie, war seit Beginn des 1. Jh. n. Chr. im Besitz des römischen Bürgerrechts und vollkommen romanisiert. Ritter Gaius Julius hatte in der 4. makedonischen Legion, die von 39-69 n. Chr. an in Mainz stationiert war, als Tribun gedient. Nachher verrichtete er in seiner Heimatgemeinde den Kaiserkult.
Seine Tochter Julia Festilla war Kaiserpriesterin. Sie stiftete einen dem Apollo geweihten Altar in Baulmes und besass Güter in der Gegend um Yverdon, bei dessen Einwohnern sie in hohem Ansehen stand.

 

gest. 112     Beatus aus Britannien, erster, legendärer Glaubensbote der Schweiz im Berner Oberland (Beatushöhlen)

 

1. Jh.            Namen helvetischer Reiter, die in römischem Dienst gestanden sind: Licinus, Rufus, Cattaus Iulius Ingenius, Claudius Novanus

 

                      Auf einem Altarstein aus Aventicum heisst es: „Dem Genius des tigurinischen Gaues hat Publius Graccius Paternus dies durch Testament aufzustellen angeordnet. Scribonia Lucana, seine Erbin, hat es ausführen lassen.
Auf einem silbernen Fingerring aus Vindonissa heisst es: „Drutos machte mich für Ixutios Tocna“.

 

                      Abucinus, angesehene Familie in Aventicum, vermutlich einheimischen Ursprungs und früh mit dem römischen Bürgerrecht ausgezeichnet;
Tiberius Iulius Abucinus ist Duumvir, Vorsteher für das Bauwesen, und Kaiserpriester, wirkte auch als erster öffentlicher Schutzherr (patronus publicus) und Wohltäter

 

                      Marcus Afranius Professus ist Besitzer einer Ziegelei in Aventicum und stiftet für den Ort das Rathaus (curia)

 

                      Lucius Iulius Brocchus Valerius Bassus bekleidet von ca. 40-70 hohe Ämter nicht nur in Vienne (Lyon), sondern auch in Genf und Nyon; die Familie Iulius ist vermutlich allobrogischer Herkunft

 

                      Marcus Pansius ist Bürgermeister (duumvir) und Kaiserpriester (flamen) im Wallis; auch seine Frau Iulia Decumina ist Kaiserpriesterin

 

                      Die Familie Petronius besitzt (vermutlich) ein Gut bei Ligornetto; eine Grabinschrift nennt Caius Petronius Crescens (gehörte zur lokalen Oberschicht, versah auch Ämter in Como), seine Gattin Pupa, die Söhne Petronius Exoratus und Petronius Aquila

 

180-240       In Baden (Aquae Helveticae) lebt und wirkt der gallorömische Bronzeschmied Gemellianus; seine Produkte sind im ganzen Römischen Reich begehrt

 

2. Jh.            Macrius, angesehene Familie in Aventicum;
für den Bürgermeister Quintus Cluvius Macer beschloss der Stadtrat die Erstellung einer Ehrenhalle (schola) und von Statuen

 

                      Otacilii, ursprünglich aus Italien eingewanderte römische Familie in Aventicum, gehobene Schicht; zahlreiche Vertreter bekannt;
der reiche und angesehene Freigelassene Marcus Otacilius lässt für seine Frau Otacilia Faventina noch zu Lebzeiten eine Grabstein aufstellen;
Quintus Otacilius Pollinus ist Unternehmer und Politiker, Lobbyist von Fern- und Sklavenhändlern, von Kaiser Hadrian (um 130) mit Steuerprivilegien ausgestattet

 

um 200         Unio, Vorsteher der Zollstation von Turicum (Zürich), und seine Frau Aelia beklagen den Tod ihres Söhnchens Lucius Aelius Urbicus (auf einer Grabstele)
Das römische Ehepaar Julius Marcellus und Valeria Sancta setzt der Schwiegermutter resp. Mutter Flavia Sacrilla einen Denkstein in Zürich

 

                      Aus den verschiedenen Provinzen des Römischen Reiches kamen manche Zuwanderer in das Gebiet der Schweiz, insbesondere Veteranen, die nach 25 Jahren Wehrdienst vom Staat in den eroberten Ländern ein grosses Landstück erhielten. Daneben zog das entwicklungsfähige Land auch Beamte, Gutsbesitzer, Händler und Handwerker an.

 

                      Aventicum, die Hauptstadt der helvetischen Provinz, hat rund 20 000 Einwohner, es ist eine blühende Stadt mit guten Verkehrs- und Handelsverbindungen zum römischen Reich.

 

ab ca. 280   Die Familien der Campanii (ursprünglich aus Capua), Cominii, Nitonii, Numidii und Vinelii aus dem Wallis stellen mehrere Senatoren in Rom

 

um 280         Titus Campanius Priscus Maximianus aus dem Wallis ist Senator (vir consularis) in Rom; seine Mutter Numidia Openda Valeriana lässt seine Leiche nach Sitten überführen

 

3. Jh.             Die Familie Nitonius ist im Wallis ansässig; sie ist einheimischer Herkunft und in den Senatorenstand aufgestiegen; namentlich bekannt sind Nitonius Severus und sein in Rom verstorbener Sohn Nitonius Vegetinus

 

300-399

 

um 300         Der römische Kaiser Diokletian gestaltet das römische Reich energisch um und erlässt unter anderem eine umfassende Verwaltungsreform

302               Die thebäische Legion, vom römischen Kaiser Maximian in den Krieg nach Gallien geschickt, sollte wegen ihres christlichen Glaubens im unteren Wallis hingerichtet werden. Der Führer der Legion, Mauritius (später mit dem Zunamen: von Agaunum; "St. Maurice", nach einigen Quellen aus Ägypten, wird oft als Mohr dargestellt), riet dem Soldaten Felix und dessen Schwester Regula zu fliehen. Die beiden wanderten mit ihrem Diener Exuperantius (in der Legende erst im 13. Jh. hinzugefügt; zürichdeutsch: "Häxebränz") über Furka, Urnerland und Glarnerland nach der "Burg Turicum am Fluss Limmat", wo sie enthauptet wurden.

                      Es gab zahlreiche weitere Angehörige der thebäischen Legion, darunter: Urs und Viktor von Solothurn

-304/351      Kunigunde, der Legende nach eine der Begleiterinnen der Ursula (von Köln); starb auf dem Rückweg von der Wallfahrt von Rom in Rapperswil

-304              Pantalus, soll einer späteren Legende zufolge ein Begleiter der Ursula gewesen sein; angeblich auch erster Bischof von Basel

-304              Gaudenz (Gaudentius), Missionar in Graubünden (Bergell); soll dort den Märtyrertod gefunden haben

300-350       Verena von Zurzach, fromme Jungfrau und Heilige, stammt aus Ägypten, bekehrte viele Alemannen

346               Justinianus, erster namentlich fassbarer Bischof in der Schweiz: Bischof der Rauriker (Sitz in Augst; „Augusta Raurica“)

4.-6. Jh.        Aventicum ist Bischofssitz

4. Jh.             Kirchen in Zillis, Schiers und Chur archäologisch nachgewiesen; ferner in Sitten, Martigny und St. Maurice sowie Genf

360               Theodor (St. Theodule), “d’origine orientale“, stiftet Kapelle in St. Maurice (Agaunum)

374               Der römische Kaiser Valentinian überwacht persönlich den Bau römischer Befestigungen am Rhein und hält sich in der Nähe von Basel auf

377               Pontius Asclepiodotus, Regierungsstatthalter (praeses) in Sitten, lässt am Regierungsgebäude eine Inschrift anbringen, die mit dem Monogramm Christi (in Form der griechischen Buchstaben Chi und Rho) verziert wurde

381               Theodor, erster Bischof in Martigny (Octodurus); unterschreibt 381 die Dekrete des Konzils von Aquileja, 390 diejenigen des Konzils von Mailand;
um 565/585 wird unter Bischof Heliodor der Sitz des Bistums nach Sitten verlegt

 

400-499

 

um 400         Isaac, erster sicher bezeugter Bischof von Genf

400-460       Salonius, Sohn des Eucher de Lyon, in der Abtei Lérins (bei Cannes) erzogen, 441- ca. 460 Bischof von Genf

435               Valentin von Rätien wird Missionarsbischof von Passau; da erfolglos, wird er Wanderbischof im Alpenvorland; starb 475 in Meran

5./.6. Jh.       Lucius (Luzius) von Chur, der Legende nach König von Britania (im späten 2. Jh. n. Chr.), der seine Heimat verliess, um in der Gegend um Augsburg, dann in Rätien das Evangelium zu verkünden, möglicherweise als Begleiter des Valentin von Rätien; vielleicht erster Bischof von Chur; seine Schwester Emerita begleitete ihn;
nach andern Angaben gehörte Luzius dem Stamm der Pritanni an, die im Prättigau lebten

451               Bischof Asinio von Chur

um 450         Romanus und sein Bruder Lupicinus gründen das Kloster Condat im Burgund, das Frauenkloster La Beaume und, der Legende nach, auch das Kloster Romainmôtier bei Orbe

 

500-599

 

6. Jh.             Bischof Valentinian (gest. 548) von Chur stiftet die Priesterschule St. Luzi

530-594       Marius (Maro, "St. Maire"; aus Autun), 573 Bischof von Avenches, verlegt 585 den Bischofssitz nach Lousonna; verfasst eine Geschichte der Zeit von 455-481; kunstreicher Goldschmied

ca. 550-850 Die Familie der Viktoriden (nach Ihrem Begründer auch Zacconen genannt) hat über zehn Generationen die höchsten weltlichen und geistlichen Ämter in Chur resp. Churrätien inne; bekannt sind die Churer Bischöfe Viktor I. und Viktor II. um 700 und Viktor III. um 800

 

600-699

 

610               Immer (Himerius), Missionar und Heiliger, soll nach Palästina gepilgert sein; nachher im Jura, im Tal der Suze; das Gebiet, wo er 610 starb, wird "St. Imier" genannt

610-675       Germanus (aus Trier), erster Abt des Klosters Moutier-Grandval; wurde ermordet

um 612         Die irischen Mönche Columban d. J. (ca. 530/60-615) und Gallus (gälisch: Kallech; ca. 550/60-612/50) bringen zum zweiten Mal das Christentum in die Schweiz (Das erste Mal waren es im 4. Jh. die Römer)

615               Johannes von Chur (auch: Johannes diaconus), ein Rätier, vermutlich in St. Luzi ausgebildet, Schüler von Gallus (er hat ihn in Grabs getroffen), wird 615 (nach anderer Analyse der Quellen erst zwischen 635-650) Bischof von Konstanz; war sehr belesen und gelehrt (edoctus) und "scripsit adversus haereses insigne opus"

620               Ursicinus, irischer Mönch (oder: aus fränkischem Adel), im Kloster Luxeuil ausgebildet) und Missionar im Berner Jura, in Tal des Doubs ("St. Ursanne"), gestorben; Germanus errichtete ihm zu Ehren 675 bei Grandval eine Kirche

1. H. 7. Jh.    Bischof Ragnacharius von Augst und "Basileae";
Münzmeister Gunso in Basel

7. Jh.            Fridolin, kam aus Irland als Glaubensbote nach Poitiers in Gallien, zog hernach über die Mosel, Strassburg und Konstanz rheinaufwärts bis Chur und gründete überall Hilariuskirchen; baute in Säckingen Kirche und Doppelkloster

7. Jh.            Florinus von Remüs (Ramosch), christlicher Bekenner (confessor) , der bei Matsch (Mals) im Vintschgau geboren sein soll und als Priester in Remüs (im Unterengadin) wirkte

 

700-799

 

um 700        Der Wandermönch Sigisbert kommt rheinaufwärts (aus Franken; aus dem Kloster Luxeuil) und gründet in Disentis mit dem einheimischen Placidus das Kloster (der Legende nach 614)

719               Otmar (691-759), alemannischer Herkunft, Zögling der Priesterschule St. Luzi in Chur, wird erster Abt des Klosters St. Gallen; führt 740 die Benediktinerregel ein (zwei Handschriften davon, um 820 in St. Gallen angefertigt, sind erhalten); von Lampertus der Unsittlichkeit bezichtigt

724               Der Wanderbischof Pirmin (ca. 690-755; (aus Irland oder Südwestgallien) ist im Auftrag von Karl Martell als Missionar im Elsass, in Alemannien und Rätien unterwegs; gründet auf der Reichenau, einer Insel im Untersee, eine Benediktinerabtei; musste sie in Folge von politischen Spannung 727 verlassen; gründet zahlreiche weiter Klöster, der Legende nach auch Pfäfers

ca. 700-760 Ursicinus, im Priesterhaus zu St. Luzi aufgewachsen, Abt, später Bischof von Chur; 730 Abt von Disentis

8. Jh.             Magnus (Maginold); der Legende nach um 600 in Arbon; soll hier den kranken Gallus gepflegt haben; betete am Grab des Columban in Bobbio; wurde Abt in St. Gallen, missionierte nachher das Allgäu), legte um 750 den Grundstein für das Kloster Füssen

8. Jh.             Tello, Bischof (758-773) von Chur, Präses von Rätien; Erbauer der neuen Kathedrale von Chur; erliess die Lex Romana Curiensis

760               Johannes II. (gest. 782), Reichenauer Mönch, wird Abt von St. Gallen, Bischof von Konstanz und Abt der Reichenau

759-775       Winithar (Reichenauer Mönch), erster namentlich bekannter Schreiber des Klosters St. Gallen; zeitweise Dekan; später zurück zur Reichenau und dort zum Scriptoriummeister aufgestiegen; vermutlich Mitglied der Hofakademie Karls des Grossen in Aachen

765               Diotfried aus Stammheim schenkt dem Kloster St. Gallen, sein Seelenheil oder den ewigen Lohn bedenkend, Teile seiner Güter

777               Toto, ein langobardischer Kaufmann, Grund- und Hausbesitzer in Campione und in der Gegend um Lugano, im Mendrisiotto und weiteren Gebieten, vermacht seine Güter dem Mailänder Benediktinerkloster S. Ambrogio

 

800-899

 

800-872       Grimald, aus fränkischem Adel, 833-37 Kanzler Ludwig des Deutschen, seit 848 Erzkaplan; durch königliche Einsetzung 841 zum Abt des Klosters St. Gallen ernannt, dem er bis zu seinem Tod vorstand; erbaute 864 die St. Otmarskirche; Lehrer von Walafrid Strabo

800-861       Meinrad (aus Württemberg), Schüler auf der Reichenau, Priestermönch und seit 835 Einsiedler "im Finstern Wald" bei Einsiedeln

800/4-878    Fintan (Findanus), irischer Mönch, nach einer Pilgerfahrt nach Rom trat er 851 ins Kloster Rheinau ein, wo er sich ab 859 in eine Klosterzelle einmauern liess; starb 878 oder 881; 1446 wurden seine Gebeine gefunden

806               Waldo, Abt der Reichenau (786-806), Bischof von Pavia, wahrscheinlich auch von Basel, Vertrauter Karls des Grossen, wird von diesem an die Reformabtei St. Denis in Paris berufen

816-836       Gozbert (aus Thurgauer Adelsfamilie), Abt von St. Gallen; 830-839 Neubau des basilikalen Münsters, mit 42 Wandgemälden

820               Abt Heito I. von Reichenau, gleichzeitig Bischof von Basel; lässt um 820 für seinen Schüler Gozbert von St. Gallen einen Idealplan für das Kloster kopieren

830-871       Iso, aus dem Thurgau, Mönch in St. Gallen, Lehrer von Tuotilo und Notker, dem Stammler; später Klosterlehrer in Moutier-Grandval

808-849       Walafried Strabo, in Schwaben geboren, in der Reichenauer Klosterschule erzogen, Dichter der "Visio Wettini" (824) und des "Hortulus" (Buch über Gartenbau; 827), 842 Abt auf der Reichenau

864-872       Der Mönch Folchart illuminiert im Kloster St. Gallen einen Psalter mit 16 Miniaturen und 150 Initialen

gest. 887     Victor von Tomils, Priester, von einem Adeligen ermordet, bestattet im Nonnenkloster Catzis

840-912       Notker (aus dem Toggenburg), Balbulus, der Stammler genannt, Dichter in St. Gallen; Messliturgie, Sequenzen (mit Notenschrift "Neumen" 884), "Taten Karls des Grossen"

850-900       Ratpert (angeblich aus Zürich; auch: -884/90/97), Mathematiker, der zugleich Dichter und Musiker war; Vorsteher der Klosterschule zu St. Gallen. Verfasser des "Lobgesangs auf den hl. Gallus", "Casus sancti Galli"

850-913       Tuotilo, (stammt aus der alemannischen Ostschweiz oder aus Irland, hier auch Thuatal genannt), Künstler und Handwerker in St. Gallen, Begründer des geistlichen Schauspiels; Reliefarbeiten in Metz

859-919       Salomon III. (aus vornehmem alemannischem Haus) wird 890 Abt von St. Gallen (und später auch Pfäfers) sowie Bischof von Konstanz; seit 909 Leiter der königlichen Kanzlei des Ostfrankenreichs (König Ludwig das Kind)

890-973       Ulrich, aus hohem alemannischem Adel, in Augsburg oder Umgebung geboren), wurde 900-908 im Kloster St. Gallen erzogen und amtete als Kämmerer; zog sich nachher auf die elterlichen Güter zurück; um 920 riet ihm Wiborada ab, Abt von St. Gallen zu werden; seit 923 bis zu seinem Lebensende Bischof von Augsburg

 

900-999

 

um 900         Wiborada (latinisierte Form von „Weiberrat“; gest. 926), aus alemannischem Adel, Einsiedlerin in St. Georgen und St. Mangen (SG), Wundertaten (1047 als erste Frau heiliggesprochen)

917               Rudolf II., Bischof von Basel, wird von den Ungarn erschlagen

gest. 940     Benno, aus hohem schwäbischem Adel, wurde Domherr in Strassburg, liess sich 906 am Grabe Meinrads in Einsiedeln nieder, wurde 927 zum Bischof von Metz berufen, kehrte aber bald nach einem Attentat in die Meinradszelle zurück und gründete 937 die Abtei Einsiedeln

gest. 958      Eberhard (aus dem gräflichen Geschlecht derer von Nellenburg), Gründer und erster Abt des Klosters Einsiedeln
Zur Gründungsgeschichte des Klosters Einsiedeln:
http://www.klosterarchiv.ch/e-archiv_professbuch_gruendung.php

gest. 970      Hartpert, vielleicht hochadeliger alemannischer Herkunft, 927 Dekan des Zürcher Chorherrenstifts; 937 Kaplan des Herzogs von Schwaben (Hermann); 947-961 Abt von Ellwangen, 950-970 Bischof von Chur; Vertreter der Reform von Cluny

ca. 940         der aufsässige junge Mönch Victor Retanius flieht aus dem Kloster St. Gallen, wird jedoch wieder eingefangen und geblendet; zwischen 965 und 971 wird er nach Strassburg als Lehrer an die Domschule berufen und bringt sie zur Blüte

um 948         Der langobardische Adelige und Bischof von Vercelli, Atto, schenkt dem Mailänder Domkapitel seine Güter und Rechte im Tessin (Leventina, Bleniotal)

972               Der St. Galler Mönch Bruno (Brun/ Brunwald/ Prunwart) wird vom Erzbischof in Mainz zum Missionarsbischof der Ungarn geweiht und reist nach Ungarn; er bekehrte viele Ungarn, darunter auch Fürst Géza (Geisa), und lässt Kirchen erbauen

909-973       Ekkehard I. (aus Gossau oder Herisau), Verfasser des Waltharilieds (umstritten) in St. Gallen, wo er Dekan war

gest. 973      Adalrich (Adelrich), der Legende nach Sohn des Herzogs Burkhard II. von Schwaben und der Reginlind, wurde Mönch in Einsiedeln, lebte dann als Einsiedler auf der Insel Ufenau, wo er den Leuten Hilfe auch durch Wundertaten erwies

gest. 975      Notker II., Lehrer, Maler und Arzt in St. Gallen, Hofarzt bei Otto I.

gest. 990      Ekkehard II. (Neffe von Ekkehard I.), genannt Palatinus (Höfling), Mönch in St. Gallen; Lehrer der Herzogin Hadwig von Schwaben; Dompropst zu Mainz; Erzieher von Otto II. (von Joseph Viktor von Scheffel 1855 in einem Roman beschrieben)

924-994       Wolfgang, in Nordschwaben geboren und im Kloster Reichenau ausgebildet; Kanzler in Trier, 965-971 im Kloster Einsiedeln, wo er als Scholaster und Leiter des Skriptoriums amtete; seit 972 Bischof von Regensburg, wo er als Wegbereiter der Klosterreform im Süddeutschland wirkte

um 1000       Der St. Galler Mönch Hartker schreibt Antiphonarium (Choralhandschrift)

952-1022     Notker III. (stammte wahrscheinlich aus einem thurgauischen Adelsgeschlecht), Labeo, der Deutsche genannt, Mönch in St. Gallen, Bearbeiter und Übersetzer von Texten der Antike ins Althochdeutsche

980-1057     Ekkehard IV., Mönch in St. Gallen, ca. 1022-1034 Vorsteher der Domschule in Mainz; "Casus sancti Galli", "Liber Benedictionum"

vor 1000       wurde Wipo in der Westschweiz (oder in Solothurn) geboren (in alten Lexika: in Burgund geboren), ab ca. 1020 Kaplan an kaiserlichen Höfen bis mindestens 1046; Geschichtsschreiber; auch Verfasser eines Lehrgesprächs und einer liturgischen Dichtung

um 1050       (oder 960, 980) Bernhard von Menthon (923-1008; oder: gestorben 1081/86) - oder: von Aosta; oder: von Mont-Joux -, aus vornehmer savoyischer Familie, Erzdiakon von Aosta, gründet Hospize auf Alpenpässen (Grosser und Kleiner St. Bernhard);
der Bernhardinerhund ist erst seit 1696 bildlich und seit 1707 schriftlich dokumentiert

 

 

Die Schweiz in wechselnder Zugehörigkeit zu Herrschaftsbereichen

58 v. Chr. - 1500

siehe weniger genau: Die Schweiz; engl.: Switzerland

 

Seit Julius Caesar 58. v. Chr. die Helvetier bei Bibracte geschlagen und in ihre Heimat zurückgeschickt hatte, lebten sie zunächst in einer bevorzugten Rechtsstellung als "Foederati" im schweizerischen Mittelland, die Tiguriner um Aventicum; die Verbigener östlich davon, vielleicht daneben auch die Toygenes/ Tougener.
● Im Jura (und Elsass) lebten die Sequaner, und damit verflochten, um Basel herum die Rauriker.
● Im Wallis reihten sich vom Genfersee bis zur Quelle der Rhone entlang die keltischen Nantuaten, Veragrer, Seduner und Uberer.
Nachbarn südlich des Wallis waren Stämme der keltisierten Ligurer: die Ceutrones im Tarentaise und Salassi im Aostatal.
● Genava/ Genua (Genf) war der östlichste Ort des keltischen Volkes der Allobroger.
Nachbarn nördlich des Rheins waren die keltischen Tulinger und Latovicer/ Latobiker/ Latobriger, nördlich und östlich des Bodensees die Vindeliker.
● Auch die Räter, die in den östlichen (Schweizer-)Alpen lebten, gehörten zum Römischen Reich. Ihre Stämme sind schwer zu lokalisieren. Die Historiker nennen mit ganz unterschiedlichen Schreibweisen und Angaben die
Suanetes / Sarunetes - am Hinterrhein/ im Domleschg/ im Oberhalbstein -
Rigusci/ Rugusken – im Oberhalbstein/ im Oberengadin -
Calucones/ Caluci – um Chur oder im Vorarlberg (vielleicht auch im Glarnerland) -
Vennones/ Vennier - im Puschlav und oberen Veltlin –
(auch: Vennonen/ Vennontes zwischen Maienfeld und Bodensee) sowie die keltischen
Pritanni – im Prättigau – und
Brixentes/ Briganti – um Bregenz.
Nachbarn im äussersten Osten waren die Genaunen (Oberinntal) und Venostes/ Vennonetes (Vinschgau), im Südosten die Camunni (Val Camonica) und Veneter.
● An den Quellen von Rhein und Rhone sowie im Tessin lebten die keltisierten Lepontier, im Sottoceneri auch Insubrer.

 

 Zur Zeit des Römischen Reiches (etwa seit Kaiser Augustus) gehörte das Gebiet der heutigen Schweiz (so wie es seit 1516/36 besteht, also seit den „13 alten Orten der Eidgenossenschaft“) bis ca. 400 zu fünf Provinzen:
● Genf zur Gallia Narbonensis;
● die Westschweiz (vielleicht zuerst) zur Gallia Lugdunensis, (dann) zur Gallia Belgica (seit ca. 85 zur Germania Superior);
● die mittlere Schweiz zur Germania Superior (ca. 300-450: Maxima Sequanorum)
● die östliche Schweiz zur Raetia (um 300 als Raetia Prima Curiensis abgetrennt von der Raetia Secunda Vindelica);
● das Wallis (Vallis Poenina) zur Alpes Poeninae (zeitweise zusammen mit der südwestlich gelegenen Alpes Graiae).
● Die Südschweiz gehörte direkt zum Imperium (Italia).
Die Grenze zwischen Germania Superior und Raetia lag im Thurgau bei Pfyn („ad fines“); sie setzte sich nach Süden fort über die Gaster, Altdorf und das Berner Oberland zum Genfersee.

 

Die Zeit der Völkerwanderung (ca. 200-500) brachte Europa grosse Veränderungen. Nach dem Zerfall der römischen Herrschaft um 400 geriet das Gebiet der heutigen Schweiz in immer wieder wechselnde Abhängigkeiten:
● die Westschweiz gehörte zu den Königreichen der Burgunder, Franken (Merowinger, dann Karolinger) und Welfen (zweites Königreich Burgund, 888 bis 1032);
● die östliche Schweiz wurde zuerst von alemannischen Gaufürsten/ Königen beherrscht und gehörte dann – von 537-911 unter den Königen und Kaiser der Franken (d. h. Merowinger und Karolinger), nachher der sächsischen (oder: ottonischen), salischen (oder: fränkischen) und staufischen (oder: Hohenstaufen) Kaisern - zu den Herzogtümern Alemannien (537-746) und (nach einer karolingischen Übergangszeit von ca. 170 Jahren mit Grafen als Herrschaftsträgern) Schwaben (915 bis ca. 1300);
● die Südschweiz gehörte zu den Königreichen des Odoaker (Odowakar; 15 Jahre), der Ostgoten (nach 500 kurz auch in Churrätien), Merowinger (ca. 539-588), Langobarden (588-773), Karolinger und Franken (italienische Nationalkönige), ab 962 der deutschen Könige und Kaiser.

 

Die Burgunder und Franken, Ost- und Westgoten und Langobarden drangen rasch ins Römische Imperium vor, passten sich innerhalb weniger Generationen an die gallorömische Kultur an und übernahmen auch die vulgärlateinische Sprache der weitgehend agrarischen Bevölkerung. Hand in Hand damit ging die Übernahme des christlichen Glaubens. (Die Franken übernahmen um 400 das katholische (trinitarische) Bekenntnis, die andern vorerst das arianische; sie wurden später unter der Frankenherrschaft als „Ketzer“ betrachtet und gewaltsam „bekehrt“.)

Die Alemannen wurden von den Römern anfänglich bloss „Germanen“ und „Barbaren“ genannt. Es handelte sich anfänglich um einen Sammelnamen, nicht um ein Volk, sondern um eine Vielzahl germanischer „Personenverbände“ („gentes“, „populi“), die von Königen („reges“) geführt wurden;
sie wurden um 500 von den Franken besiegt und teilweise nach Rätien abgedrängt, seit 537 wurde das ganze Gebiet der östlichen Schweiz und von Süddeutschland als (dünn besiedelte) fränkische Provinz „Alamannia“ von Herzögen verwaltet, freilich bald wieder geteilt;
ein eigenes Reich war Alemannien nie;
die Besiedlung oder „Landnahme“ der (heutigen) Deutschschweiz durch alemannische Gruppen erstreckte sich über mindestens 500 Jahre (von 213 resp. 537 bis ca. 1000 oder gar 1300).

 

Der Aargau (pagus Aregaua) umfasste ein grosses Gebiet zwischen der Reuss im Osten und der Aare im Westen, also zwischen Windisch, Pilatus, Thun und Bielersee; er nahm lange Zeit eine mittlere, und das heisst umstrittene Position ein.
Seit dem Abzug der Römer um 400 bildete er bis 537 ein kaum bewohntes, dicht bewaldetes Niemandsland zwischen dem ersten Königreich Burgund (welches die Westschweiz beherrschte) und alemannischen Stammesgruppen in der nördlichen Ostschweiz (zwischen Bodensee und Zürichsee). Erst dann liessen sich alemannische Siedler im Aargau nieder. Daher wurde die Aare später teilweise/ ungefähr die Grenze zwischen der französischen und der deutschen Sprache in der Schweiz.
537 gelangte der Aargau, mit der ganzen Westschweiz, zum grossen Frankenreich, seit 561 zu dessen östlichem Teilreich „Austrien/ Austrasien“.
(Die Ortschaft Turgi ennet der Reuss war von etwa 750 bis etwa 850, als der Thurgau auch noch den Zürichgau und die zentralschweizerischen Gebiete umfasste, die westlichste in der Grafschaft Thurgau.)

Nachdem sich das Frankenreich unter Karl dem Grossen (um 800) über halb Europa ausgedehnt hatte, zerfiel es unter seinen Nachfolgern in wenigen Jahrzehnten. Der Aargau gelangte zum neuen Königreich Hochburgund, das sich kurz nach 900 rasch bis zur Reuss ausdehnte; dort bot ihm das eben entstehende Herzogtum Schwaben Paroli.
Die heute so genannte Brünig-Napf-Reuss-Linie bildete auch bis etwa 1250 für das dem Königreich Burgund folgende Königreich Arelat (bestehend bis ca. 1350) die Ostgrenze. Sie bildet keine Sprach-, aber eine Kulturgrenze.

 

Innerhalb des zweiten Königreichs Burgund wie auch des Herzogtums Schwaben bildeten sich rasch lokale und autonome Adelsherrschaften.
(Nicht zu verwechseln mit dem grossflächigen Königreich Burgund ist das sehr viel kleinere Lehensherzogtum Burgund, das um 850 rund um Dijon und Autun entstand und bis 1477 Bestand hatte, als Karl der Kühne bei Nancy fiel;
daran östlich anschliessend gab es stets auch um Besançon die Grafschaft Burgund/ Franche-Comté, welche 1384 an die burgundischen Herzöge fiel.)

 

In der kurzen Zeit von 1024-34 wurde Konrad II. König sowohl von Deutschland („Regnum Teutonicorum“) als auch von Italien ("Rex Langobardorum") und Burgund ("Königreich Arelat");
seither gehören sämtliche Gebiete der heutigen Schweiz zum „deutschen“ Reich (bis 1499, genau genommen bis 1648); die Bezeichnung „Sacrum Romanum Imperium“ ist erst seit 1254 belegt, auf Deutsch erst hundert Jahre später;
die Krönung Konrads II.
zum König von Burgund fand zweimal, einmal in Payerne und im nächsten Jahr in Genf statt; 1038 liess er seinen Sohn Heinrich III. in Solothurn zum König von Burgund krönen.

 

Die regionale Herrschaft wurde seit ca. 500 von zugewanderten Grafen ausgeübt, von denen einige namentlich fassbar sind und einige im Laufe der Zeit Dynastien entwickelt haben, z. B.
● die Zacconen/ Viktoriden (ab 550) in Churrätien,
● die Etichonen (ab 650; auch Herzöge) und Liutfride (ab 850) im Jura,
● die Gerolde/ Geroldonen (ab 750) und Udalriche/ Udalrichinger (ab 800) im Thurgau,
● in der Ostschweiz die Welfen (ab 750; später auch Herzöge und Könige), Hunfride (ab 800; später auch Burchardinger) und Eberhardinger (ab 850; später auch Nellenburger),
● im Tessin die Grafen von Como, Seprio, Stazzona, usw.

Daneben gelang es auch geistlichen Führern, wie den Bischöfen von Chur, Genf, Lausanne, Konstanz, Sitten und Basel, den Domkapiteln Mailand und Como sowie den Äbten von St. Gallen, Disentis , Pfäfers und Engelberg wie auch der Äbtissin des Fraumünsters in Zürich, eigene Herrschaftsgebiete aufzubauen.

 

 

Germanischer Adel in der Schweiz: einzelne Namen

250-1500

siehe auch: Dynastien des Mittelalters http://www.genealogie-mittelalter.de/

 

[Ein keltisches Königreich, Noricum, wird seit etwa 200 v. Chr. in Österreich angenommen. Vercingetorix (gest. 46. v. Chr.) gilt bloss als „Fürst“ oder Anführer eines keltischen Stammes; obwohl „-rix“ König bedeutet. Dagegen gelten als Könige: um 220 v. Chr. Kavaros bei den Galatern, im 1. Jahrhundert v. Chr.: Adiatomus/ Adcantuannus bei den Sotiates, Cassivellaunus und Tasciovanus bei den Catuvellauni, Commius und Eppillus bei den Atrebaten, Bodvoc als König der Dobunni/ Bodunni im Süden Britanniens, Conchobar Abradruad als Grosskönig von Irland, usw.

 

Germanische „Könige“ sind seit ca. 200 v. Chr. fassbar, beispielsweise Clondicus (um 182/168 v. Chr.), König der Bastarnen, Teutobod (Teutobuches; gest. 102 v. Chr.), König der Teutonen, und Boiorix (gest. 101 v. Chr.), König der Kimbern, Ariovist (101-54 v. Chr.), König der Sueben, Maelo (um 27 v. Chr.), König der Sugambrer, Marbod (30 v. – 37 n. Chr.), König der Markomanen, Arminius (17 v. – 21 n. Chr.), König der Cherusker, Vannius (19-50), König der Quaden, usw.]

 

200-299

 

256-268       Chrocus, ein Gaufürst der Alemannen (oft auch als „König“ bezeichnet), bricht über Aventicum in Gallien ein, verwüstet das Land und zieht bis Clermont/ Ravenna/ Arles, wo er von einem römischen Feldherrn geschlagen, gefangen und zu Tode gemartert wird

 

300-399

 

357               Der römische Kaiser Constantius II. sendet seinen Neffen Julian (Apostata) und den römischen Heermeister Barbatio nach Rauracum (heute Kaiseraugst), um die Alamannen zu bezwingen. Unter dem Gaukönig Chnodomar schlagen diese jedoch das zahlenmässig überlegene römische Heer in die Flucht, verlieren aber bald darauf eine entscheidende Schlacht bei Argentoratum (Strassburg)

 

400-499

 

443               Der römische Heermeister Aëtius siedelt die geschlagenen Burgunder als Föderaten in der Westschweiz und in Savoyen an (zur Abwehr der Alemannen); König Gundioch (Gundowech; gest. 473) kämpft gegen die Westgoten in Spanien und gegen die Hunnen auf den Katalaunischen Feldern; residiert einige Zeit in Genf, hernach in Lyon;
sein Bruder Chilperich I. überlebt ihn um sieben Jahre

um 470         Die alemannischen Könige Gibuldus (bei Passau) und Gebavultus (bei Troyes) fassbar; vielleicht bezeichnen sie dieselbe Person, einen Grosskönig

474-544       Chlothilde (Chrodechild), in Lyon geboren als Tochter des burgundischen Königs Chilperich; seit 490 am Hof ihres Oheims in Genf, der sie 493 mit dem Frankenkönig Chlodwig verheiratete; zog nach dessen Tod (511) nach Tours

480               Godegisel ist Unterkönig der Burgunder mit Sitz in Genf; sein Bruder Gundobad lässt kurz vor 500 Genf niederbrennen und Godegisel hinrichten; er ersetzt ihn durch seinen (Gundobads) Sohn Sigismund

500-599

 

nach 500      Der Burgunderkönig Gundobad verewigt sich in Genf in einer monumentalen Bauinschrift, vermutlich beim Wiederaufbau Genfs; Gundobad lässt 516 die „Lex Burgundionum“ aufschreiben

515               König Sigismund von Burgund (der Sohn von Gundobad) gründet vom Kloster Romainmôtier aus das Kloster St. Maurice mit reicher Ausstattung; Sigismund: zog sich 522 einige Zeit zur Busse in das Kloster zurück und wurde bald darauf mit seiner Familie umgebracht

506-526       Der Ostgotenkönig Theoderich versichert den von den Franken bedrängten Alemannen seinen Schutz und gliedert Churrätien als Bollwerk gegen die Germanen direkt seinem Reich ein; in seinem Auftrag kommandiert der einheimische Romane, der „vir spectabilis dux Servatus“ als gotischer Grenzgeneral die einheimischen Milizen; er residiert vermutlich in Chur;
Theoderich liess um 500 eine Gruppe römischer Juristen das „Edictum Theoderici“ zusammenstellen;
auch Lugano und das „Castel Grande“ von Bellinzona gehören zum Reich der Ostgoten;
das „Castel Grande ad Bilitionem“ war bereits damals wichtig für die Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs von Castel Seprio und Monte Ceneri über den Lukmanierpass nach Chur

534-539       Der merowingische König Theudebert I. erwirbt unter anderem das ganze Gebiet der (heutigen) Schweiz
(561 findet jedoch schon die Teilung in Burgund und Austrasien statt; 588 fällt der Tessin an die Langobarden)

um 550         Die ersten zwei namentlich bekannten Herzöge/ Heerführer von Alemannien (als Amtsträger von den Franken eingesetzt) sind Butilin/ Buccelenus (vielleicht auch für das Gebiet der Diözese Avenches zuständig) und Leuthari (östlich davon)

 

600-699

 

um 600         Die burgundischen Herzöge Eudila und Herpo sind unter anderem Herren über den „pagus Ultrajoranus“ (westlicher Teil des schweizerischen Mittellandes);
ihnen folgten Waldenus und Chramnelenus, welch letzterer das Frauenkloster Baulmes bei Orbe gründete und das Kloster Romainmôtier neu aufbaute

um 610         Abelenus und Herpinus sind die erste namentlich bekannten Grafen im „pagus Ultrajoranus“ bei Wangen an der Aare (oder Niederwangen bei Bern) in einem Gefecht von den Alemannen besiegt;
Herpinius führte wenig später einen Umsturzversuch gegen den Frankenkönig Chlothar II. an (wobei Herzog Herpo umgebracht wurde), und zwar gemeinsam mit dem patricius Aletheus und dem Bischof von Sitten Leudemundus; Aletheus wurde hingerichtet, Leudemundus begnadigt

643               Der Langobardenkönig Rothari lässt das germanische Stammesrecht seines Volks aufzeichnen; dieser „Edictus Rothari“ wird nicht nur in Oberitalien, sondern auch im Tessin angewendet

 

700-799

 

712-744       Der langobardische König Liutprand soll 724 verschiedene Güter in Lugano der Kirche San Carpoforo in Como übertragen haben und in seiner Regentschaft auch den Borgo Mendrisio persönlich privilegiert haben (vermutlich später Sitz der langobardischen Familie de Mendrixio)

741/747       Als erste namentlich bekannte Grafen im Thurgau (und damals auch Zürichgau) sind der Alemanne Pebo und der Franke Chancor bezeugt

nach 751      Der erste Karolinger, Pippin (Vater Karls des Grossen), beauftragt seine Grafen Warin (-774) und Ruthard (gest. vor 790), aus fränkischem Geschlecht, mit der administrativen Neuordnung des von ihm eroberten alemannischen Gebietes, insbesonder zwischen Bodensee und Zürichsee, im Dienste der karolingischen Zentralgewalt und lässt sie den Thurgau und Andelfingen in Besitz nehmen.
Ruthard wird ein Ahnherr des Grafengeschlechts der Welfen, welche das Kloster Rheinau gründen (778) und lange das Weinland beherrschen

773               Karl der Grosse (742/47-814) hält einen Reichstag in Genf; entschliesst sich, mit den Langobarden zu brechen uns sich auf die Seite des Papstes zu stellen (nun gehört wiederum das ganze Gebiet der Schweiz für 70 Jahre zu einem Reich);
damit gehört also auch das Tessin zum Frankenreich; vermutlich wird in Lugano ein Königshof eingerichtet

um 780         Karl der Grosse gründet das Kloster Müstair (GR) und, der Sage nach, das Grossmünster in Zürich; soll im "Haus zum Loch" residiert haben (davon rührt die Legende, dass alle Schweizer von ihm abstammten)

 

800-899

 

um 836/38    Im Thurgau ist um 836/38 ein Graf Adalbert (I.) belegt; vielleicht stammte er aus dem fränkischen Geschlecht der Hunfridinger (die auch in Rätien aktiv waren); seine Nachfolger Adalbert II. und III. herrschten ebenfalls im Thurgau (bis 910);
der Neffe von Adalbert III. wurde 917 als Burchard II. zweiter Herzog von Schwaben (Suevia); auch dessen Sohn Burchard III. herrschte als Herzog zugleich im Zürichgau und Thurgau

846               Graf Liutfrid I. (ca. 800-865; manchmal auch als Liutfrid II. bezeichnet), aus einem elsässischen Adelsgeschlecht (das auch den Sornegau, Juravorland, beherrschte), erscheint im Besitz des Klosters Moutier-Grandval; seine Söhne Hugo und Liutfrid II. sowie spätere Grafen dieser Familie sind im Kloster als Laienäbte belegt

9. Jh.             Das Bistum Como verfügt über Besitztümer im Tessin, die laufend erweitert wurden und insbesondere auch Gebiete von und um Lugano umfassten; 1002/4 kamen die Pieven von Locarno, Agno und Bellinzona dazu

um 850         Äbtissin Heilwig von Schänis; vermutlich Mutter der Kaiserin Judith, Gemahlin Ludwig des Frommen

853-877       Hildegard (828-856) und Berta (-877), Töchter des Frankenkönigs Ludwig des Deutschen, erste Äbtissinnen des Klosters an dem von ihrem Vater gestifteten Zürcher Fraumünster

866               Ludwig II., König von Italien, schenkt 866 seiner Frau Angilberta (Engelberga) verschiedene Grafschaften; darunter die von Ermenulf gleitete Grafschaft Stazzona (Angera) mit Locarno; nach Angilbertas Tod (um 900) fällt Locarno unter die Herrschaft Mailands

878-893       Richardis (Richgardis), die Frau von Kaiser Karl III., dem Dicken, ist Äbtissin des Fraumünsters in Zürich; gründete das Kloster Andlau im Elsass, wo sie auch starb

888               Der Welfe Rudolf I. wird in St. Maurice zum König von Burgund gewählt. Seine Herrschaft („Hoch-Burgund“) umfasste die ganze Westschweiz (vorher „Transjuranien“ genannt) bis Basel, Solothurn und Bern und das Wallis sowie die Freiberge und Savoyen mit dem Aostatal und wichtigen Alpenpässen;
dieses Burgunderreich hat nur bis 1032 Bestand

889               Graf Eberhard aus dem Elsass erhält die Reichsabtei Zürich; ist zur gleichen Zeit auch als Laienabt de Klosters Moutier-Grandval bezeugt und waltet (belegt von 886 und 894) im Oberaargau; soll Rudolf I. von Burgunds Vorstoss nach Osten abwehren

 

900-999

 

um 900         Andelfingen ist im Besitz des Welfen Heinrich. Dessen Sohn Konrad ("der Heilige") sitzt von 934-975 auf dem bischöflichen Stuhl in Konstanz und ist gleichzeitig Abt in Rheinau

um 900-923 Graf Turimbert, einer der Grossen im Herzogtum Burgund, im „pagus Ausicensis“ (Ogo, Château d’Oeux) begütert; residiert mit seiner Frau Avana in der Burg daselbst;
vermutlich Stammvater der Grafen von Greyerz, die jedoch erst ab 1073 fassbar sind

922-928       Ludwig von Burgund, ein Sohn des Königs Rudolf I. von Hoch-Burgund, ist Graf im Thurgau; ein Sohn ist Heinrich Graf im Waadtland

929-958       Reginlind (Regulinda), ist Laienäbtissin des Zürcher Fraumünsters, Gattin des Herzogs Burchard II. von Schwaben (laut Sigmund Widmer, 1976, II, 84 und einigen andern Quellen: Burchard I.; wie schon seine Vorfahren Markgraf von Rätien), dann seines Nachfolgers Herzog Hermann von Schwaben; unterhält enge Beziehungen zum Kloster Einsiedeln; starb auf der Ufenau;
Tochter: Berta von Burgund (Gattin von Rudolf II.); Kirchenstifterin in der Westschweiz (hier als „La reine Berthe“ verehrt);
Enkelin: Adelheid (vielleicht in Orbe, Avenches oder Bümpliz geboren) zusammen mit ihrem zweiten Mann, Otto I., erste Kaiserin des 962 entstandenen „römischen Reiches“; vollendete die von Berta angefangene Gründung des Klosters Payerne (Peterlingen), wo Berta auch begraben liegt

um 960         Guntram der Reiche, 930-973/90, möglicherweise aus dem elsässischen Herzogsgeschlecht der Etichonen, hat umfangreichen Besitz im Oberelsass und Breisgau, aber auch im Gebiet um den Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat (Brugg, Windisch) sowie um den Chestenberg herum;
residierte vielleicht schon im ehemaligen Römerkastell Altenburg (jedenfalls trug sein Sohn Lanzelin/ Kanzelin/ Kanzellin den Titel „Graf von Altenburg“);
gilt als Ahnherr der Habsburger

976               Arnold, Sohn des ersten bekannten Lenzburgers Ulrich, ist 976 Inhaber der Reichsvogtei über die beiden Zürcher Klöster Grossmünster und Fraumünster und ihre Besitzungen (Fraumünster: u. a. Talschaft Uri, Sihlwald und der Albisforst mit der Stammburg Baldern);
Berthold II. von Zähringen übernahm 1098 die Reichsrechte in Zürich, aber nur nominell, die tatsächliche Obergewalt lag weiterhin bei den Lenzburgern bis zu ihrem Aussterben 1172; nun fiel die Reichsvogtei samt den Kastvogteien über Grossmünster und Fraumünster von selbst an die Zähringer; doch auch diese starben bald aus, sodass Zürich bereits 1218 reichsfrei wurde

991               Graf Bertold II. von Zähringen (nicht zu verwechseln mit dem späteren Berthold II., 1050-1111) gelangt 991 in den Besitz des Thurgaus

993               Der letzte König eines unabhängigen Hoch-Burgund, Rudolf III., 993 in Lausanne zum König gesalbt, schenkte im Jahr 999 die Grafschaft Wallis dem Bischof Hugo von Sitten und dem Bischof von Basel die Abtei Moutier-Grandval mit ihrem weit verstreuten Besitz; übertrug 1011 die Grafschaft Waadt an den Bischof von Lausanne; liegt in der Kathedrale von Lausanne begraben

 

1000-1099

 

Da der Erzbischof von Mailand sich im 10. Jh. im Tessin (Locarno und Umgebung) auf Kosten der kaiserlichen Ansprüche immer mehr ausdehnt, schreitet Kaiser Heinrich II. ein und verleibt 1002/04 Locarno mit seinem Umland der Diözese Como ein; der schismatische Bischof von Como, Landolfo da Carcano, gibt das Gebiet den Edlen von Besozzo (aus der Grafschaft Seprio) zu Lehen;
die Besozzo wurden zu Vorfahren der Familie Orelli; das Gebiet (Pieve) blieb beim Bistum Como;
Mailand blieben nur die sogenannten „ambrosianischen Täler“, also die Leventina mit der Riviera und das Bleniotal

Kuno ist als erster Graf von Oltigen (am Zusammenfluss von Aare und Saane) bis 1019 bezeugt; seine Nachfolger erweitern ihr Herrschaftsgebiet bis Lausanne;
Bukko von Oltigen wurde als Burkard Bischof von Lausanne, begleitete 1077 König Heinrich IV. auf dem Gang nach Canossa und wurde Reichskanzler in Italien; nach 1125 verschwindet das Geschlecht

Die Grafen von Genf, Gérold I. (gest. um 1023) und Gérold II. (ca. 1023-1080), haben umfangreichen Besitz in der Waadt, im Pays de Gex und in Savoyen; sie herrschen aber nicht über die Stadt Genf

Humbert Ier aux Blanches Mains, Stammvater der Grafen von Savoyen, 1003-1048; errichtet das erste Reich südlich des Genfersees

Heinrich III., Herzog von Bayern und Schwaben, König von Burgund, deutscher König und Kaiser, verheiratet mit Agnes von Poitou, benützt um 1050 Zürich als Regierungsstätte für und mit Italien

Werner I. Graf von Habsburg, 1025/30-1096; erster Träger dieses Grafentitels (sein Vater Radbot, Enkel von Guntram, gründete um 1027 das Kloster Muri und die Habsburg);
Konkurrenten im Aargau werden:
in der nächsten Umgebung von Brugg die Lenzburger (1036-1172), abgelöst von den Kyburgern (bis 1264),
in ferneren Gebieten die Zähringer (bis 1218; abgelöst von den Kyburgern) und Frohburger (bis 1367)

Nach dem Ende des (zweiten) Burgundischen Königreichs, 1034, geht das Städtchen „Novum Castellum“ (Neuenburg) mit seiner Umgebung an den Herrn/ Grafen Ulrich von Fenis, der auf der Hasenburg residiert;
sein erster Sohn Burkhard (1040-1117) wurde Bischof von Basel und gründete dort das Kloster St. Alban; er liess auch um 1100 die Burg Erlach erbauen;
sein zweiter Sohn Kuno von Fenis (als Graf von Hasenburg-Vinelz) wurde Bischof von Lausanne;
ein späterer Nachkomme, Graf Rudolf II. von Neuenburg (gest. vor 1196) wurde ein bekannter Minnesänger

Rudolf von Rheinfelden (Herzog von Schwaben), vor 1040-1080, Gegenkönig 1077-1080

Die ersten bekannten Grafen von Gruyère - Wilerius, seine Gattin Agatha und ihre drei Söhne Wilhelm, Raymund und Ulrich - werden zwischen 1073 und 1085 als Stifter des Cluniazenserpriorats Rougemont genannt

Die Zähringer sind 1090-1218 Herzöge von Schwaben

 

1100-1199

 

Graf Diethelm I. von Toggenburg gründet 1192 die Johanniterkommende in Bubikon

 

1200-1299

 

Graf Peter II. von Savoyen, 1203-1268, genannt "le petit Charlemagne", besitzt viel Land in der Waadt (verdrängt die Grafen von Genf), wird 1240 Berater des englischen Königs Heinrich III., erhebt sich 1255 als Stadtherr von Bern (liess die erste Befestigung bauen), regiert als Graf 1263-68;
die Savoyer residieren zeitweise im Schloss Chillon, werden 1416 in den Herzogstand erhoben und regieren die Waadt bis 1475/ 1536

Graf Rudolf I. von Habsburg, 1218-1291, vermutlich auf der Kyburg bei Zürich (oder in Brugg) geboren, tritt 1264 das kyburgische Erbe an; 1273 deutscher König

 

Die Herzöge von Österreich residierten ab ca. 1200 in Brugg. Erst 1281 wählten die Habsburger Wien zu ihrem Hauptsitz. Brugg blieb Absteigequartier fürstlicher Herrschaften. Von hier aus zog noch 1386 Leopold III. nach Sempach in die Schlacht.

siehe auch:

Bruno Meier: Ein Königshaus aus der Schweiz. Die Habsburger, der Aargau und die Eidgenossenschaft im Mittelalter. Baden: hier + jetzt 2008.

Roger Sablonier: Gründungszeit ohne Eidgenossen. Politik und Gesellschaft in der Innerschweiz um 1300. Baden: hier + jetzt 2008.

 

 

Städtegründer des 12. und 13. Jahrhunderts

 

Zähringer:                              Stein am Rhein (1093), Freiburg i. Br., Rheinfelden (1125/30/40), Freiburg i. Ue. (1157), Bern (1191), Thun, Burgdorf, Murten, Moudon, Grasburg, Laupen, Gümmenen, Oltigen

Froburger:                             Liestal, Waldenburg, Olten, Aarburg, Zofingen (nach 1200)

Kyburger:                               Diessenhofen (1170), Winterthur (1170), Zug, Frauenfeld (um 1200), Mellingen (1230), Lenzburg (1230/40), Aarau (1240)

Habsburger:                          Baden (auch den Kyburgern, 1230-40, zugeschrieben), Bremgarten (1230), Brugg (nach 1200), Laufenburg (vor 1207), Bülach; Meienberg (nach 1250), Aarburg (nach 1300)

Regensberger:                     Kaiserstuhl (1254)

Neuenburger:                        Aarberg, Le Landeron, Neuenburg

Savoyer:                                Aigle, Morges, Rolle, Romont, Yverdon, Chillon

Bischöfe von Basel:             Biel, La Neuveville, Pruntrut, Saint-Ursanne, Laufen, Kleinbasel

Bischöfe von Konstanz:       Bischofszell (9. Jh.), Neunkirch (1260)

 

 

Hoher Adel im "Genealogischen Handbuch zur Schweizer Geschichte"

 

Im "Genealogischen Handbuch zur Schweizer Geschichte" (1900-1908) finden sich im Band "Hoher Adel":

Herzoge von Zähringen, 962-1218

Grafen von Kiburg, 1100-1264; 1252-1415

Grafen von Habsburg, 886- ca. 1400

Herzoge von Österreich, Grafen zu Habsburg, 1218 - heute

Grafen von Froburg und Homberg, 1076-1323

Grafen von Toggenburg, 1044-1446

Victoriden, 613-765

Grafen von Lenzburg, 972-1172

Grafen von Rapperswil, 1114-1283

Grafen von Buchegg, 1130-1328

Könige von Burgund aus dem Hause der Welfen, 888-1032

Grafen von Greierz, 923-1575

Comtes et Seigneurs de Neuchâtel, 1024- ca. 1565

Grafen von Tierstein, 1048-1519

Grafen von Montfort und von Werdenberg (90 Seiten), 1182-1601, resp. 1237-1534

Grafen und Freie von Bechburg und Falkenstein, 1083-1386, resp. 1201-1568

Grafen von Rheinfelden, um 950-1090

 

In Bd. 4 (1990) werden nachgetragen:

Grafen von Nellenburg ("Eberhardinger"), 889-1125

(leider fehlen die Grafen von Genf und von Oltigen, aber auch von Como, Seprio und Stazzona, ferner die Etichonen, Geroldonen, usw.)

 

 

Teil II: Schweizer, die im Lande blieben

siehe ferner:

Über 400 Schweizer, die im Ausland wirkten/ Auslandschweizer

Über 150 Schweizer in USA und Kanada/ Amerikaschweizer

Über 850 Ausländer, die in der Schweiz lebten oder wirkten

Zusammenfassung: Swiss Hall of Fame – Rund 400 Schweizer Prominente aus 2500 Jahren

 

 

Schweizer Autoren

siehe auch weiter unten:

Schweizer Künstler

Schweizer Gelehrte, Geistliche und Mystiker

 

600-1099 (wiederholt)

 

Johannes von Chur, 615 Bischof von Konstanz, schreibt mehrere Bücher

Ratpert, um 850-900: Lobgesang auf den hl. Gallus (in deutscher Sprache; von Ekkehard IV um 1030 ins Lateinische übersetzt)

Notker Balbulus, der Stammler, 840-912: Taten Karls des Grossen

Ekkehard I., 909-973: Waltharilied (umstritten)

Notker III., Labeo, der Deutsche, 952-1022, Mönch in St. Gallen, Bearbeiter und Übersetzer von Texten der Antike ins Althochdeutsche

Ekkehard IV., 980-1057: Casus sancti Galli, Liber Benedictionum

Hartker, um 1000: Choralhandschrift (Antiphonarium)

Wipo, vor 1000-nach 1046; Geschichtsschreiber: "Gesta Chuonradi Imperatoris" (eine Art Anleitung zum Regieren), "Proverbia" (Sammlung von 100 Sprichwörtern), "Tetralogus" (Lehrgespräch), "Victimae paschali laudes immolent christiani" (Liturgische Dichtung)

 

1100-1199

 

Ulrich von Zazikhofen (auch: Zatzikhoven; Zezikon TG), schrieb um 1195/ 1200: Lanzelet

Hartmann von Aue, 1160-1210, Ritter-Dichter, vermutlich aus Eglisau: Erek, Iwein, Armer Heinrich, Gregorius

 

Etwa 32 der bekannten Minnesänger (ca. 1150-1300) stammen aus dem Gebiet der heutigen Schweiz, vor allem zwischen Konstanz und Zürich

 

1200-1299

 

Walther von Klingen, 1215-1286, Dichter aus einem Thurgauer Ministerialiengeschlecht

Um 1220 verfasst der Basler Konrad Fleck das höfische Epos "Floire et Blanscheflur" (die erste Version entstand in Altfranzösisch ca. 1160)

Ulrich Boner, 1280-1350, Berner Predigermönch, Minnesänger, Fabelsammlung "Edelstein"

Konrad von Ammenhausen, 1291-1370, Leutpriester und Arzt in Stein am Rhein, Verfasser des "Schachzabelbuchs" (1337), eine Bearbeitung einer Schrift des lombardischen Dominikaners Jacobus de Cessolis (1300)

 

1300-1399

 

Elsbeth Stagel, 1300-1360, Zürcher Nonne, beschrieb "Leben der Schwestern zu Töss"; Mitarbeit an der Autobiographie von Heinrich Seuse

 

1400-1499

 

Hans Salat, 1498-1561, Dichter (Drama "Der verlorene Sohn" 1531), Gegner der Reformation, später Arzt und Alchemist

 

1500-1599

 

Zacharias Bletz, 1511-1570, in Zug geboren, als Notar und Schreiber sowie kaufmännisch und politisch tätig, 1545 und 1560 Festspielleiter in Luzern, verfasste 1541-49 das „Luzerner Antichrist- und Weltgerichtsspiel“, ferner mehrere Lust- und Fasnachtsspiele

Hans Franz Veiras, 1576-1672, Sekretär des französischen Gelehrten und Diplomaten Jacques Bongars, zeichnet in seiner "Heutelia" (Das ist: Beschreibung einer Reiss, so zween Exulanten durch Heuteliam [i. e. Helvetien] gethan, 1658) eine kluge und geistvolle Satire der schweizerischen Zustände im 17. Jahrhundert (das Werk entstand bereits 1638, es wurde von Jakob Graviset, der mit Veiras befreundet war, aus dem Lateinischen ins Schweizerdeutsche übersetzt)

 

1600-1699

 

Johann Wilhelm Simmler, 1605-1672, Zürcher Pfarrer, Erzieher an der Fraumünsterschule und Dichter ("Teutsche Gedichte", 1648)

Johannes Grob, 1643-1697, Toggenburger Epigrammatiker, Moralsatiriker

Franz Urs von Balthasar, 1684-1763, Luzerner Patrizier und politischer Schriftsteller

 

1700-1799

 

Ludwig Meyer von Knonau, 1705-1785, Zürcher Dichter, Maler und Naturbeobachter

Johann Konrad Fäsi, 1727-1790. Zürcher Pfarrer, verfasste die vierbändige "Staats- und Erd-Beschreibung der ganzen Helvetischen Eidgenossenschaft"

Salomon Gessner, 1730-1788, Zürcher Poet ("Idyllen" 1756) und Landschaftsmaler (von Gottfried Keller in der Zürcher Novelle "Der Landvogt von Greifensee", 1876, beschrieben)

(Suzanne) Julie Bondeli, 1731-1778, Berner Patriziertochter, betrieb um 1760 in Bern einen literarischen Salon; reichhaltige Korrespondenz

Ulrich Bräker, 1735-1798, Knecht, Weber, "Lebensgeschichte des armen Mannes im Tockenburg" (1789)

Johann David Wyss, 1743-1818, Pfarrer am Berner Münster, Schriftsteller ("Der schweizerische Robinson", von seinem Sohn Johann Rudolf 1812-27 in vier Bänden in Zürich veröffentlicht)

Johann Gaudenz von Salis-Seewis, 1762-1834, Bündner Schriftsteller ("Gedichte" 1794) und Offizier

Albert Bitzius (Jeremias Gotthelf), 1797-1854, Schriftsteller, analysierte den Zeitgeist der neuen Landwirtschaft ("Der Bauernspiegel", 1837, "Die Käserei in der Vehfreude", 1850)

 

1800-1849

 

Gottfried Keller, 1819-1890, Maler und Schriftsteller in Zürich

Frédéric Amiel, 1821-1881, Professor in Genf, hinterliess 17 000 Seiten Tagebuch

Conrad Ferdinand Meyer, 1825-1898, Zürcher Dichter

Johanna (Louise) Spyri (-Heusser), 1827-1901, Schriftstellerin, "Heidis Lehr- und Wanderjahre" (1880)

 

1850-1869

 

Lisa Wenger, 1858-1941, Berner Malerin und Schriftstellerin; schuf 1908 das Bilderbuch „Dr Joggeli söll ga Birli schüttle“; verfasste zahlreiche Romane, Erzählungen und ein Theaterstück

Ida Bindschedler, 1854-1919, Zürcher Kinderbuchautorin: "Die Turnachkinder im Sommer" (1906), "Die Turnachkinder im Winter" (1909)

Maurus Carnot, 1865-1935, Bündner Schriftsteller, Lehrer im Kloster Disentis, schrieb in deutscher und rätoromanischer Sprache ("Wo die Bündnertannen rauschen" 1913)

Heinrich Federer, 1866-1928, in Brienz geboren, in Sachseln aufgewachsen, 1893 katholischer Priester, 1899-1902 Redaktor bei den "Zürcher Nachrichten", nachher freier Schriftsteller ("Pilatus" 1912; "Papst und Kaiser im Dorf", 1924); 1927 Verleihung des Ehrenbürgerrechtes von Sachseln und des Kantons Obwalden

Rudolf von Tavel, 1866-1934, Berner Mundartdichter ("Der Houpme Lombach" 1903)

Ernst Zahn, 1867-1952, in Zürich als Sohn eines bayerischen Wirts (der 1866 das Bürgerrecht von Hottingen erworben hatte) geboren, 1887-1920 Bahnhofswirt in Göschenen; populärer Schriftsteller („Herrgottsfäden“ 1901; „Albin Indergand“ 1901); dichtete „Chum Bueb und lueg dis Ländli a!“; wohnte seit 1920 in seinem neu erbauten Haus "Stilles Ufer" in Meggen; erhielt hier 1937 die Ehrenbürgerschaft für seine literarischen Verdienste

Simon Gfeller, 1868-1943, Berner Mundartautor („Heimisbach“, 1911; „Steinige Wege“, 1921) und Dramatiker, 1887-1929 Lehrer in Lützelflüh

 

1870-1879

 

Francesco Chiesa, 1871-1973, Tessiner Schriftsteller, studierte in Pavia, Gymnasiallehrer in Lugano, Lyriker und Erzähler

René Morax, 1873-1963, Verfasser volkstümlicher Dramen ("Le Roi David" 1921)

Henry Spiess, 1876-1940, Genfer Lyriker

Carl Albert Loosli, 1877-1959, Schriftsteller, 1998-99 in Paris, 1901 Europareise, seit 1904 in Bümpliz; "Die Schattmattbauern" (1926), Gutachter im Berner Prozess, welcher die "Protokolle der Weisen von Zion" als Fälschung entlarvte (1935)

Robert Walser, 1878-1956, schrieb Novellen, Gedichte, Stücke

Maria Waser, 1878-1939, Schriftstellerin und Lyrikerin, besuchte das Knabengymnasium in Bern, doktorierte in Geschichte

 

1880-1889

 

Gonzague de Reynold, 1880-1970, katholischer Dichter

Jakob Bührer, 1882-1975, in Schafhausen aufgewachsen, Redaktor, Schriftsteller; seine Mundart-Satire "Das Volk der Hirten" begründet die Schweizer Kabarett-Tradition

Robert Faesi, 1883-1972, Zürcher Dichter und Lyriker, auch Professor für neuere deutsche und schweizerische Literatur an der Universität Zürich; sein „Füsilier Wipf“ (1917) wurde als Film (1938) bekannt; 1949 schrieb er das Libretto für die Oper „Die schwarze Spinne“ von Willy Burkhard

Emanuel Stickelberger, 1884-1962, in Basel geboren, Schriftsteller; gründete 1908 chemische Werke in Basel und Haltingen, geschichtliche Romane ("Zwingli" 1925, "Bluthochzeit" 1928)

Elisabeth Müller, 1885-1977, Berner Schriftstellerin und Jugendbuchautorin ("Vreneli" 1916; "Theresli" 1918; "Christeli" 1920)

Ernst Eschmann, 1886-1953, in Richterswil geboren, Studium der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Zürich; Lehrer an der Töcherschule und Redaktor; Autor von Kinderbüchern und Erzählungen für die Jugend, ferner von Romanen („Volksfrühling“, 1915) und Dialektschauspielen („De Gizchrage“, 1919)

Olga Meyer, 1889-1972, Jugendbuchautorin ("Anneli" 1919; "Der kleine Mock" 1925; "Wernis Prinz" 1930)

 

1890-1899

 

Karl Stamm, 1890-1919, wuchs in Wädenswil auf, Lyriker ("Das Hohelied", 1913; "Der Aufbruch des Herzens", 1919)

Meinrad Inglin, 1893-1971, in Schwyz geboren, Redaktor, Schriftsteller ("Schweizerspiegel" 1938)

Traugott Vogel, 1894-1975, Zürcher Schriftsteller; zeitlebens Primarlehrer; schrieb Jugendbücher ("Spiegelknöpfler", 2 Bde., 1934/42); publizierte auch Mundartbücher

Albin Zollinger, 1895-1941, Dichter und Romanschriftsteller

Cäsar von Arx, 1895-1949, Basler Dramatiker, verfasste Spiele aus der Geschichte der Eidgenossenschaft

Rudolf Jakob Humm, 1895-1977, als Sohn eines Aargauers in Modena geboren und aufgewachsen, schloss seine Gymnasialzeit 1914 in Aarau ab, studierte Physik und Mathematik in Deutschland, seit 1918 Nationalökonomie in Zürich; seit 1922 hier freier Schriftsteller, Übersetzer und Rezensent; sein "Rabenhaus" war ein Begegnungsort für Künstler

Friedrich Glauser, 1896-1938, "geboren in Wien von österreichischer Mutter und Schweizer Vater", Schulen in Wien; nachher in Glarisegg und Genf; 1921-23 Fremdenlegionär, schrieb Kriminalgeschichten, u. a. "Wachtmeister Studer", "Matto regiert"

Kurt Guggenheim, 1896-1983, Zürcher Schriftsteller ("Alles in allem" 1952ff)

Giuseppe Zoppi, 1896-1952, Dichter und Schriftsteller aus Broglio im Maggiatal

 

1900-1909

 

Alice Rivaz, 1901-1998, Tochter des Sozialisten Paul Golay, studierte Musik, lebte seit 1925 in Genf, schrieb Romane und feministische Bücher

Josef Maria Camenzind, 1904-1984, in Gersau geboren, Priester und Schriftsteller ("Mein Dorf am See", 1934; "Ein Stubenhocker fährt nach Asien", 1939)

Denis de Rougemont, 1906-1985, schrieb den Essay "L'Amour et l'Occident" (1939), trat für ein vereintes Europa ein

Paul Alexis Ladame, 1907-2001, Genfer Journalist, Historiker, Autor; richtete im Zweiten Weltkrieg (1940) die Schweizer Filmwochenschau ein

Albert Ehrismann, 1908-1998, Zürcher Lyriker ("Lächeln auf dem Asphalt", 1930), Mitbegründer des Kabaretts Cornichon, ab 1952 gesellschaftskritische Gedichte im "Nebelspalter"

Robert Mächler, 1909-1996, seit 1935 journalistisch tätig, veröffentlicht 1966 "Das Leben Robert Walsers"; gilt als "gläubiger Anitchrist"

 

1910-1919

 

Karl Kloter, 1911-2002, in Lengnau geboren, Zeit seines Lebens als Bäcker und dann Metallarbeiter tätig, Arbeiterschriftsteller ("Markus", 1960; "wo die Väter fehlen", 1979)

S(téphanie) Corinna Bille, 1912-1979, in Lausanne geboren, in Siders und Luzern aufgewachsen, 1934-36 in Paris, nachher wieder im Wallis, liiert mit Georges Borgeaud und Maurice Chappaz, Dichterin und Schriftstellerin

Ernst Herzig, 1914-1992, in Langenthal geboren, PR-Manager bei Coop Basel, schrieb unter dem Pseudonym Ernie Hearting seit 1949 20 Indianerbücher

Maurice Chappaz, 1916-, Walliser Schriftsteller

Iris von Roten, 1917-1990, Basler Juristin, Feministin und Autorin ("Frauen im Laufgitter", 1958)

Silja Walter, 1919-, in Olten als Tochter der Verleger-Familie Walter aufgewachsen, religiöse Lyrikerin, trat 1948 als Schwester Maria Hedwig OSB ins Benediktinerinnenkloster Fahr (unweit Zürich) ein; 2003 Ehrenbürgerin von Würenlos

 

1920-1929

 

Yvette Z'Graggen, 1920-, Genfer Schriftstellerin, auch als Übersetzerin und Mitarbeiterin von Radio Suisse Romande tätig

Friedrich Dürrenmatt, 1921-1990, aus Konolfingen, Dramatiker, Schriftsteller und Zeichner

Andri Peer, 1921-1985, Bündner Schriftsteller, Übersetzer, Hörspielautor

Giorgio Orelli, 1921-, Tessiner Schriftsteller

Erika Burkart, 1922-, Schriftstellerin und Lyrikerin

Hans Boesch, 1926-2003, Ingenieur, 1970-1989 Verkehrsplaner an der ETH Zürich, Schriftsteller ("Das Gerüst", 1960; "Der Kiosk", 1978; "Schweben", 2003)

Hugo Loetscher, 1929-, Zürcher Publizist und Schriftsteller

 

1930-1949

 

Rolf R(obert) Bigler, 1930-1978, in Zürich geboren, Studium der Soziologie neueren Geschichte und Wirtschaftsgeschichte in Zürich, London und Paris; 1955 Doktorat an der Universität Köln („Der libertäre Sozialismus in der Westschweiz“); schrieb eine soziologische Deutung der militärischen Organisation „(Der einsame Soldat“, 1963); 1964-67 Chefredaktor der „Weltwoche“, 1969-72 des „Sonntags-Journals“; 1976 Umzug nach Wien, wo er an einem Herzinfarkt starb; seine Witwe Christiane Hörbiger gab 1980 eine Sammlung seiner Interviews heraus („Zeitgenossen“)

Eveline Hasler, 1933-, in Glarus geboren, studierte Psychologie und Geschichte in Freiburg i. Ue. und Paris, Lehrerin in St. Gallen, Schriftstellerin ("Anna Göldin, letzte Hexe", 1982), lebt seit ca. 1992 im Tessin

Adolf Muschg, 1934-, Schriftsteller, Professor an der ETH Zürich

Jacques Chessex, 1934-, Waadtländer Dichter und Romancier, schreibt auch Novellen; wurde 2002 chevalier de la Légion d’Honneur

Peter Bichsel, 1935-, in Luzern geboren, in Olten aufgewachsen, Schriftsteller

Erich von Däniken, 1935-, Hotelier und Schriftsteller ("Erinnerungen an die Zukunft", 1968)

 

 

Schweizer Künstler

 

Siehe auch: Schweizer, die im Ausland wirkten

 

800-999 (wiederholt)

 

Tuotilo, St. Galler Mönch, 850-913, auch Maler, Goldschmied und Elfenbeinschnitzer: Evangelium longum (Kalligraphie von Mönch Sintram)

Folchart, St. Galler Mönch, illuminierte 864-872 einen Psalter

Notker II. (gest. 975), Lehrer, Maler und Arzt in St. Gallen

 

1400-1499

 

Diebold Schilling d. Ä, ca. 1430-1486, reich illustrierte "Spiezer Chronik" (1484) und "Grosse Burgunderchronik" (1486)

Lukas (Lux) Zeiner, 1454-1513/19, Zürcher Glasmaler; kirchliche Zyklen, Wappenscheiben, Standesscheiben

Georg Edlibach, 1454-1530, Stiefsohn des Zürcher Bürgermeisters Hans Waldmann, verfasste eine Zürcher Chronik (1485-86), die er laufend ergänzte

Diebold Schilling d. J., ca. 1460- ca. 1515/22, stellte unabhängig von seinem Onkel eine illustrierte "Luzerner Chronik" (1511-13) her

Jakob Sarbach, 1460-1492, Schöpfer des Vortors zu Spalen und Bearbeiter des Fischmarktbrunnens in Basel

Hans Leu, der Ältere, um 1460-1507, Kunstmaler, stammt aus Baden, seit 1492 Zürcher Bürger

Hans Fries, 1460-1523, Maler und Zeichner, in Freiburg i. Ü. geboren, bevorzugte satte, intensive und dunkle Farben, in Bern gestorben

Peter Zeiner, 1464-1510, Zürcher Maler, gilt als "Nelkenmeister"

Niklaus Manuel Deutsch (eigentlich: Niklaus Alemann), 1484-1530, Berner Maler und Dichter, Verfasser von Fasnachtsspielen, Politiker, Staatsmann und Offizier (Reisläufer); Zeichner: "Totentanz" (1517-19)

Urs Graf, um 1485-1527/29, in Solothurn als Sohn eines Goldschmieds geboren, Lehre als Goldschmied in Zürich, stellte auch Holzschnitte her, seit 1509 in Basel (1512 Bürger), auch Glasmaler und Graveur, Reisläufer

Hans Leu, der Jüngere, 1490-1531, Zürcher Maler und Zeichner, nach Reisläuferprozess 1526 in den Wellenbergturm gesteckt

Hans Asper, 1499-1671, Zürcher Maler, Bildnisse von Zeitgenossen, Schlachtenbilder

 

1500-1699

 

Jos Murer, 1530-1580, in Zürich geboren, Ausbildung als Glasmaler, schuf zahlreiche Standes- und Wappenscheiben, zeichnete Pläne des Zürcher Herrschaftsgebietes (1566) und der Stadt Zürich (1576), verfasste sieben dramatische Werke

Tobias Stimmer, 1539-1584, Schaffhauser Maler

Joseph Plepp, 1595-1642, Berner Stadtwerkmeister, zeichnete Stadtansichten von Lenzburg und Bern sowie den Grindelwaldgletscher, ferner einen Plan der Stadt Bern und Umgebung

Rudolf Meyer, 1605-1638, Zürcher Zeichner und Radierer; seine Wanderjahre führten ihn nach Frankfurt am Main und Nürnberg

 

1700-1799

 

Franz Joseph Leonti Meyer von Schauensee, 1720-1789, Luzerner Musiker und Komponist; Dialektoper "Die Engelbergische Talhochzeit" (1781)

Joseph Franz Xaver Dominik Stalder, 1725-1765, Luzerner Musiker und Komponist, machte die Sinfonie in der Schweiz heimisch

Marc-Théodore Bourrit, 1739-1819, Zeichner, begleitete Horace-Bénédict de Saussure bei den ersten Alpenbesteigungen und illustrierte dessen "Voyages dans les Alpes" (1779-86)

(Johann) Heinrich Wüest, 1741-1821, in Zürich geboren, lernte Flachmaler, entwickelte sich zum Landschaftsmaler ("Ansicht des Rhonegletschers"), malte auch in verschiedenen Zürcher Häusern Landschaftszimmer

Ludwig Hess, 1760-1800, Zürcher Metzger, Landschaftsmaler und Kupferstecher

Hans Georg Nägeli, 1773-1836, Zürcher Komponist und Musikpädagoge, hat "Freut euch des Lebens" („Life Let Us Cherish“) 1794 nicht vertont, sondern nur herausgegeben; die Melodie wurde um 1790 zusammengesetzt von Isaak Hirzel (1756-1833), der Text stammt von Johann Martin Usteri (1763-1827)

Jonas David Labram, 1785-1852, Botaniker, Zeichner; sein Nachlass befindet sich in der Universität Basel; die Stiftung Sammlung Robert hat mehrere hundert Pflanzen-Aquarelle

Rodolphe Toepffer, 1799-1846, in Genf geboren, Schriftsteller, Landschaftsmaler und seit 1832 Professor in Genf; zeichnete ab 1827 die ersten "Comics"

 

1800-1849

 

Alberich Zwyssig, 1808-1854, komponierte 1841 auf dem Hof St. Karl in Oberwil am Zugersee den "Schweizerpsalm" (der Text stammt von Leonhard Widmer, 1809-1868)

Alexandre Calame, 1810-1864, Genfer Kunstmaler ("Gewitter an der Handeck" 1839)

Robert Zünd, 1827-1909, in Luzern geboren, Kunstmaler, 1848 nach Genf, 1851 in München, seit 1852 mehrmals Besuche in Paris, seit 1863 an der Peripherie von Luzern ("Die Ernte", 1860)

Rudolf Koller, 1828-1905, Zürcher Kunstmaler (Gotthardpost" 1873), auch Tiermaler

Raphael Ritz, 1829-1894, in Brig geboren, lernte bei seinem Vater und Melchior Paul von Deschwanden malen, hernach 1853-1857 in Düsseldorf Landschaftsmalerei, seither im Wallis als Maler des harten Alltagslebens sowie von Landschaften und Interieurs

Albert Anker, 1831-1910, Berner Kunstmaler, verbrachte den Grössten Teil seines Lebens in Ins, die Winter stets in Paris; 1878 chevalier de la Légion d’Honneur

Richard Kissling, 1848-1919, aus Wolfwil, lebte seit 1883 in der Stadt Zürich, Bildhauer: Alfred Escher in Zürich (1889), Tell-Denkmal in Altdorf (1895), Vadian in St. Gallen, Benedikt Fontana in Chur (1903)

 

1850-1859

 

Ferdinand Hodler, 1853-1918, in Bern geboren, seit 1870 in Genf, nachher in Herzogenbuchsee, ab 1898 wieder in Genf; Kunstmaler, Porträtist

Karl Stauffer-Bern, 1857-1891, Kunstmaler

Frédéric Boissonnas, 1858-1946, Genfer Photograph, erfand die «telephot» den Vorläufer des Teleobjektivs, erster Werbephotograph

 

1860-1869

 

Otto Barblan, 1860-1943, Engadiner Komponist und Musiker, studierte am Konservatorium Stuttgart, zwei Jahre Musiklehrer in Chur, seit 1887 in Genf als Organist an der Kathedrale St. Peter, auch Orgellehrer, komponierte "Lukaspassion" (1919)

Albert Welti, 1862-1912, Kunstmaler

Ernst Kreidolf, 1863-1956, in Bern geboren, lernte das Lithographie-Handwerk; besuchte ab 1883 in München die Kunstgewerbeschule und nachher die Akademie der bildenden Künste; lebte seit 1916 wieder in Bern; illustrierte zahlreiche Kinderbücher, Märchen und Gedichtbände (z. B. "Blumen-Märchen" 1898; "Ein Wintermärchen" 1924)

Adolf Wölfli, 1864-1930, in Bowil im Emmental geboren, Verdingbub; von 1895 bis zu seinem Tod in der psychiatrischen Heilanstalt Waldau bei Bern; schrieb eine fiktive Lebensgeschichte, zeichnete, malte und schrieb Tausende von Blättern und Seiten

Cuno Amiet, 1868-1961, Kunstmaler; in Solothurn geboren, Ausbildung in München und Paris, 1894 Atelier in Hellsau, vier Jahre später in Oschwand, 1906-13 Mitglied der Münchner "Brücke"

 

1870-1879

 

Hermann Suter, 1870-1926, in Kaiserstuhl geboren, Komponist, Dirigent und Organist, Gymnasium in Basel, ab 1892 Chorleiter und Organist in Zürich, seit 1902 in Basel, Oratorium "Le Laudi di San Francesco d'Assisi"

Emile Cardinaux, 1877-1936, Berner Maler und Grafiker

Adolf Dietrich, 1877-1957, Thurgauer Maler in Berlingen am Untersee

 

1880-1889

 

Karl Bickel, 1886-1982, in Zürich geboren, Lehre als Lithograph und Klischeezeichner; ab 1908 freischaffend, in Italien erste Bildhauerarbeiten; 1917-24 Briefmarken- und Banknotenentwürfe; 1924 Umzug nach Walenstadtberg und Baubeginn des monumentalen, 1949 vollendeten "Paxmals"

Paul Bodmer, 1886-1983, Zürcher Maler, vor allem Wandbilder, z. B. im Kreuzgang des Fraumünsters 1924-1934; zahlreiche weitere Fresken in Kirchen, Gemeindehäusern und Schulen

Othmar Schoeck, 1886-1957, Zürcher Pianist, Dirigent, Komponist; betreut seit 1909 mehrere Chöre in Zürich und leitet von 1917-44 die Symphoniekonzerte in St. Gallen

Hans Roelli, 1889-1962, Sänger zur Laute, komponierte über 1150 Lieder

 

1890-1899

 

Sasha Morgenthaler, 1893-1975, in Bern geboren, Kunstgewerblerin und Grafikerin, kreierte die "Sasha-Puppen" (seit 1941 zu kaufen)

Gilberte Montavon, 1895-1957, Tochter eines Hotelierehepaars in Courgenay, betreute im Ersten Weltkrieg dort Schweizer Soldaten; 1917 komponierte der Soldatensänger Hanns In der Gand über sie ein Lied; 1939 erschienen ein Gilberte-Roman und ein darauf beruhendes Theaterstück, das 1941 mit Anne-Marie Blanc verfilmt wurde

Karl Geiser, 1898-1957, in Bern geboren und aufgewachsen; schuf als realistischer Bildhauer z. B. in Zürich das Arbeiterdenkmal auf dem Helvetiaplatz und den Löwen im Passgang am Walchegebäude; auch Zeichner, Radierer und Fotograf; häufige Aufenthalte in Paris, Rom und Venedig

 

1900-1909

 

Willy Burkhard, 1900-1955, bei Biel geboren, Lehrerausbildung, musikalische Studien in Bern, Leipzig, München und Paris, 1928 Theorielehrer am Berner Konservatorium, 1942 am Konservatorium Zürich

Conrad Beck, 1901-1989, in Lohn bei Schaffhausen geboren, musikalische Ausbildung in Paris; Komponist; 1939-1966 Abteilungsleiter Musik von Radio Basel

Paul Senn, 1901-1953, Photograph und Grafiker, Werbeberater

Alois Carigiet, 1902-1995, Bündner Grafiker, Mitbegründer des Cabaret Cornichon und verantwortlich für dessen Dekor-Ausstattung, Kostüme und Werbung, illustrierte das Kinderbuch von Selina Chönz "Schellenursli" (1945)

Richard Paul Lohse, 1902-1988, Kunstmaler, Vertreter des "Konstruktivismus"

Max von Moos, 1903-1979, Luzerner Kunstmaler, verbrachte nach einem Studienaufenthalt in München sein ganzes Leben in Luzern, Surrealist ("Moloch")

Jakob Tuggener, 1904-1988, Zürcher Photograph, Maler und Filmemacher

Annemarie von Matt (-Gunz), 1905-1967, in Root geboren, kunstgewerbliche Ausbildung in Luzern, Zeichnerin und Malerin, lebte nach ihrer Heirat mit dem Bildhauer Hans von Matt (1935) in Stans und zeitweise auch auf dem Brünig; zahlreiche Werke, in denen Objekte und Schrift kombiniert sind; schrieb auch Prosa- und Brieftexte und Gedichte

Hans Thöni, 1906-1980, Grafikerund Plakatgestalter bei der SBB, schuf 1958 den Slogan: Der Kluge fährt im Zuge“ (engl.: „Those with brain take the train“)

Adolf Wirz, 1906-1997, Zürcher Werbefachmann, seit 1936 eigenes Werbebüro, Autor: "Der Humanist ist der bessere Manager" (1977)

Paul Sacher, 1906-2000, Dirigent, Mäzen, gründete 1926 das Basler Kammerorchester

Peter Mieg, 1906-1990, Musiker, Komponist und Maler, in Lenzburg geboren und aufgewachsen, 1933-38 in Basel, seither wieder in Lenzburg