Über 400 Schweizer, die im Ausland wirkten/ Auslandschweizer
(ohne USA und Kanada) More than 400 Swiss Abroad/ the Fifth Switzerland (except USA and Canada)
(von 400 v. Chr. - 999 n. Chr. wiederholt vom Anfang der Liste „Berühmte Schweizer und bemerkenswerte Schweizer“)
separat: Schweizer in USA und Kanda (seit 1550) = Swiss in USA and Canada/ Swiss in America/ Swiss Americans (since 1550)
Literatur und Links separat
Siehe auch bei „Schweiz: Rund um die Nobelpreisträger“ Henri Dunant, 1828-1910, 1953-67 in Algerien tätig, nachher bis 1881 in Paris, dann bis 1887 in London Albert Gobat, 1843-1914, 1864-66 Fortsetzung des Rechtsstudiums in Paris Carl Spitteler, 1845-1924, 1871-79 Hauslehrer in St. Petersburg Charles Edouard Guillaume, 1861-1938, seit 1883 in Frankreich Albert Einstein, 1879-1955, 1911/12 in Prag, 1914-33 in Berlin, nach Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft in Princeton Walter Rudolf Hess, 1881- 1973, Medizinstudium unter anderem in Berlin und Kiel, 1912-17 als Arzt Assistent in Bonn Paul Karrer, 1889-1971, 1912-18 als Forscher bei Paul Ehrlich in Frankfurt am Main Max Theiler, 1899-1972; in Südafrika geboren und aufgewachsen, 1918-22 in London, hernach in den USA Paul Dirac, 1902-1984, in England geboren und tätig, 1969 nach Florida Felix Bloch, 1905-1983, 1927-29 und 1931-33 in Leipzig, seit 1934 in Stanford Daniel Bovet, 1907-1992, 1929-47 in Paris, hernach in Rom Rolf Zinkernagel, 1944-, 1973-75 an der John Curtin School of Medical Research in Canberra, nachher bis 1979 an der Scripps Clinic for Medical Research in La Jolla
400 v. Chr. – 499 n. Chr.
Helico, um 400 v. Chr., in Rom Eluveitie, um 300 v. Chr. in Mantua (?) Divico, ca. 130 - nach 58 v. Chr., in Südfrankreich Gaius Julius Camillus, ca. 70 n. Chr. gestorben, militärischer Tribun in Mainz Caius Petronius Crescens,, 1. Jh., aus Ligornetto in Como Titus Campanius Priscus Maximinianus, um 280 aus dem Wallis in Rom Nitonius Vegetinus, 3. Jh. aus dem Wallis in Rom Valentin von Rätien wird 435 Missionarsbischof von Passau
500-899
Johannes von Chur, um 615 oder 635-650 Bischof von Konstanz Magnus (Maginold) aus St. Gallen, gründet um 750 das Kloster Füssen Johannes II., Abt von St. Gallen, ist 760 als Bischof von Konstanz bezeugt; nimmt 762 an der fränkischen Synode von Attigny in den Ardennen teil; auch Abt der Reichenau
900-999
Tuotilo, „ein reisefertiger und weit der Länder und Städte kundiger Mensch“, schafft um 900 Reliefarbeiten in Metz Victor Retanius, ein geblendeter St. Galler Mönch, wird zwischen 965 und 971 nach Strassburg an die Domschule berufen Bruno (Brun/ Brunwald/ Prunwart) aus St. Gallen wirkt seit 972 als Missionarsbischof in Ungarn Notker II., vor 975 Hofarzt bei Kaiser Otto I. Ekkehard II., Palatinus, gest. 990, St. Galler Mönch, Lehrer der Herzogin Hadwig von Schwaben, Domprobst zu Mainz, Erzieher von Kaiser Otto II. Ekkehard IV., 980-1057, Mönch in St. Gallen, ca. 1022-1034 Vorsteher der Domschule in Mainz
1000-1099
Wipo, 1020-1046 Kaplan an kaiserlichen Höfen
1100-1199
Ab 1140 sind Tessiner Baumeister und Künstler im Ausland tätig; zuerst: „Magistri Borgo e Malfato da Lugano“ in Verona
1200-1299
Heinrich von Klingenberg der Jüngere, 1240/50-1306 (aus einem Thurgauer Geschlecht), studierte in Bologna und Padua, 1282 Chorherr in Konstanz, 1283 Pronotator am königlichen Hof (Rudolf von Habsburg) und bald Leiter der königlichen Kanzlei, 1293 Bischof von Konstanz; anschliessend reiche diplomatische Tätigkeit in Europa Konrad von Klingenberg, seit 1271 Chorherr am Zürcher Grossmünster, 1285 Probst von Bischofszell, 1301 Domprobst in Konstanz; 1324-1337 Bischof von Freising Rudolf Mülner, 1259-1317, Zürcher Ritter, rettet bei einem Reiterkampf in der Regensberger Fehde Graf Rudolf von Habsburg (1973 König) das Leben; soll später in Mainz von ihm wieder erkannt und ausgezeichnet worden sein Johannes „von Zürich“, 1260/68-1328, studierte in Bologna, Probst des Grossmünsters von Zürich, 1298 als Pronotator und Kanzler unmittelbarer Berater König Albrechts I.; ab 1308 Fürstbischof von Strassburg Heinrich Seuse, um 1295-1366, stammt aus der ritterlichen Familie von Berg aus dem Dörfchen Berg im Thurgau, Mystiker, wirkte in Konstanz und in der Nordschweiz; 1348 nach Ulm
1300-1399
Diethelm von Kastel, 1306-1343, aus dem Thurgau, baut das Kloster Reichenau nach einem Brand wieder auf Peter von Basel, 1332 Werkmeister am Freiburger Münsterbau Heinrich Wittenwiler, 1346-1420, vermutlich aus dem Toggenburg (Wängi oder Lichtensteig), studierte vielleich die Rechte in Bologna; in Konstanz ist 1385-1397 ein Advokat dieses Namens nachweisbar; verfasste das Bauernepos "Der Ring" (auf 1408/10 oder 1430 datiert) Niklaus von Diesbach, 1375/80-1436, Burger von Bern, Goldschmied, Bankier, Tätigkeiten in Frankfurt und Nürnberg, um 1420 (zusammen mit den aus St. Gallen stammenden Kaufleuten Peter und Hugo von Watt) Gründer der Diesbach-Wattschen Handelsgesellschaft, deren Aktivitäten sich von Spanien bis Polen erstreckten (1460 aufgelöst) Marco da Carona wird ab 1389 erwähnt und gehört zu den Architekten, die für den Bau des Mailänder Doms verantwortlich waren; 1401-07Bauhüttenmeister Heinrich Halbisen, 1390-1451, Basler Kaufmann und Papierfabrikant (ab 1433), bereiste als Vertreter der Halbisen-Geselllschaft (1415/20 gegründet) ganz Europa und war in diplomatischen Missionen unterwegs Heinrich von Laufenberg, 1390-1460, in Rapperswil oder Freiburg i. Br. geboren (oder aus Laufenburg), seit 1429 Priester in Freiburg, 1434 Dekan der Stiftskirche S. Mauritius in Zofingen, später wieder in Freiburg i. Br.; 1445 Mönch des Johanniterhauses "Zum grünen Wörth" bei Strassburg; Verfasser von etwa 100 geistlichen Liedern („Ach lieber Herre Jesu Christ“) und von Volksliedern („Ich wollt, dass ich daheime wär“)
1400-1449
Niklaus von Wyle, ca. 1410-1478, in Bremgarten geboren, wirkte als Humanist und Übersetzer in Italien, Nürnberg und schliesslich als Kanzler des Grafen Eberhard von Württemberg Domenico Gagini, ca. 1426-1492, in Bissone geboren, Bildhauer, ausgebildet bei Brunelleschi in Florenz, tätig in Genua und Sizilien François Cirgat, 1436 bezeugt, starb ca. 1477/85 Genf, vermutlich aus einer Genfer Maurerfamilie; ab 1436 als Maurer und Baumeister in Genf tätig (Saint-Germain); 1461 rief ihn das Domkapitel nach Moûtiers-en-Tarentaise (Savoyen), wo er das Schiff des Domes renovierte; in Genf schuf er in seiner Pfarrei um 1446 möglicherweise den Chor der Kirche Madeleine, ausserdem um 1445 vermutlich den Chor von Notre-Dame-la-Neuve Niklaus von Diesbach, 1430-1475, arbeitete sich ab 1444 in die Geschäfte der Diesbach-Wattschen Handelsgesellschaft ein, Schultheiss der Stadt Bern, 1472 „Kammerherr der französischen Krone“ Konrad Heingartner, 1430-1480, Zürcher Arzt, Verfasser der "defensio astronomica", Leibarzt des französischen Königs Karl VIII. Jakob Sprenger, 1435-1495, in Rheinfelden geboren, mit 17 Jahren Eintritt in den Dominikanerkonvent von Basel, seit 1467 an der Universität Köln, versah 1479-1488 zusätzlich das Amt des Inquisitors für den Bereich der Erzbistümer Köln, Mainz und Trier; seine Mitarbeit am „Malleus Maleficarum“ des Heinrich Institoris (1487) wird bestritten Pietro Lombardo, ca. 1435-1515, in Carona geboren (vermutlich aus der Familie der Solari); Bildhauer und Architekt in Italien (Bologna, Padua) Der Luzerner Hans Maschwander, genannt Schweizer, ist 1448-73 Holzwerkmeister in Nördlingen; ferner Schöpfer wichtiger Dachstühle und Begutachter von solchen, z. B. von St. Lorenz in Nürnberg
1450-1499
Peter von Koblenz, 1450-1500, Baumeister in Urach Pietro Antonio Solari(o), ca. 1450-1493, Architekt, arbeitete mit seinem Vater am Mailänder Dom, erbaute die Haupttürme des Kreml in Moskau und der Stadtmauern von Novgorod Friedrich Biel, ca. 1450/60-1516, Basler Buchdrucker, liess sich in Burgos nieder und druckte dort unter dem Namen „Fadrique de Basilea“ Mathäus Schiner, 1465-1522, 1499 Bischof von Sitten, 1511 Kardinal; Heerführer bei Pavia, Novara und Marignano; seit 1517 in Zürich Thomas Wyttenbach, 1472-1526, von Biel; studierte 1496-1504 an der Universität Tübingen, hernach in Basel; seit 1507 Pfarrer in Biel, seit 1523 Reformator in Biel, ein Jahr später aus seinem Amt entlassen Joachim von Watt (Vadianus), 1484-1551 Universalgelehrter und Politiker, Rektor der Universität Wien 1515-1516 Ludwig Senfl, 1486-1542/43, Zürcher Komponist, wurde 1496 Chorknabe am Hofe von Kaiser Maximilian I., wurde 1507-08 Priester, 1512 in Florenz, Musikdirektor am kaiserlichen Hof bis 1520, nachher „fürstl. Componist zu München“, komponierte Messen und Motetten Heinrich Loriti, genannt Glarean, 1488-1563, aus Mollis, Dichter, Musiker, Geschichtsschreiber, 1506-14 in Köln, lehrte nachher an der Universität Basel, 1517-22 in Paris, ab 1529 in Freiburg i. Br. Theophrastus Bombastus von
Hohenheim, genannt Paracelsus, 1493-1541, Arzt, Chemiker, Heiler,
Naturphilosoph; Thomas Platter, 1499-1582, Schriftsteller, Ziegenhirt, durchwanderte Deutschland, Autobiographie
1500-1549
1506 wurde in Rom die Schweizergarde gegründet; erster Kommandant: Kaspar von Silenen (1506-1517)
Pierre Viret, 1511-1571, in Orbe geboren, studierte 1528-30 in Paris Theologie, zusammen mit Guillaume Farel Reformator, zuerst in Orbe und Genf, hernach in Lausanne; 1559 von den Bernern aus Lausanne vertrieben; seit 1561 in Frankreich Andrea Camuzzi, 1512-1587, in Lugano geboren; studierte in Pavia Philosophie und Medizin in Pavia; bis 1576 kaiserlicher Hofarzt in Wien, anschliessend bis zu seinem Tod Professor an der Universität Pisa; bekannt für seine Streitgespräche mit führenden Theologen und Reformatoren; 1563 Auseinandersetzung mit dem Arzt Gerolamo Cardano Leonhard Thurneysser zu Thurn, 1521-1596, Goldschmied, Alchemist, in Basel geboren, musste ins Ausland fliehen, 1571 Arzt in Berlin, 1580 für kurze Zeit zurück in Basel, dann wieder in Deutschland Francesco Ciceri (Cicereio), 1521-1596, in Lugano geboren und aufgewachsen; erwarb in Mailand eine humanistische Bildung; eröffnete nach 1545 in Lugano eine Schule, kehrte aber bald nach Mailand zurück, wo er als Lehrer wirkte und 1561 den Lehrstuhl für Rhetorik erhielt; ein Werk ist fast nur in Handschriften greifbar Thomas Erastus (Lüber), 1524-1583, in Baden geboren, studierte Theologie und Medizin in Basel, Bologna und Padua; als Mediziner Gegner des Paracelsus; 1558-80 Professor für Medizin und Rektor der Universität Heidelberg; trat im Abendmahlsstreit für Zwinglis Lehre ein und widersetzte sich der Einführung calvinistischer Kirchenzucht; starb in Basel Jost Ammann, 1539-1591, in Zürich geboren und als Glasmaler ausgebildet, Weiterbildung in Basel. 1574 in Nürnberg (3 Jahre später sein Zürcher Bürgerrecht abgeschworen), 1568 „Eygentliche Beschreibung aller Stände auf Erden“ Giovanni Fontana, 1540-1614, in Melide geboren; Architekt und Ingenieur in Rom: Kanalisation des Tiber; Bauleiter St Peter Domenico Fontana, 1543-1607, in Melide geboren; Stadtplaner für Papst Sixtus V in Rom, versetzte 1586 einen Obelisken auf den Petersplatz, vollendete die Kuppel des Petersdoms und baute den Lateranpalast; musste 1592 Rom verlassen und setzte sein Wirken in Neapel fort (Palazzo Reale), entdeckte das verschüttete Pompeji
1550-1599
Jost Bürgi, 1552-1632, aus Lichtensteig im Toggenburg, Uhrmacher mit mathematischen Kenntnissen, die er vermutlich in Strassburg und Cremona erworben hat; 1579-1604 Hofuhrmacher und Astronom des Landgrafs Wilhelm IV. von Hessen-Kassel und dessen Sohn Moritz in Kassel (dort 1591 eingebürgert); verbesserte und erfand zahlreiche mechanische Gebilde wie Proportionalzirkel, durch Uhrwerke bewegte Globen mit Planetenbewegungen, Vermessungsinstrumente; seit 1604 verfügte er über eine Werkstatt auf der Prager Burg, wo er nun mehrheitlich tätig war; entwickelte seit 1588 eine Logarithmentafel („Progress Tabulen“, erst 1520 publiziert) und machte auch astronomische Entdeckungen; starb in Karlsruhe Carlo Maderna, 1555/6-1629, in Capolago geboren, Neffe der Brüder Domenico und Giovanni Fontana, Barockarchitekt, seit 1603 Oberaufsicht über den Weiterbau des Petersdoms in Rom; baute zahlreiche Brunnen Isaac Casaubon, 1559-1614, in Genf als Sohn eines frisch eingebürgerten Franzosen geboren; verbrachte Kindheit und Jugend in Crest (Dauphiné), wo sein Vater Pastor war, 1578 zurück in Genf, 1582 Lehrstuhl für Griechisch an der Akademie; ab 1596 in Montpellier, Lyon und Paris, nach 1610 in London, gab Theophrasts „Characteres“ heraus, führte ein Tagebuch, die „Ephémérides“ Joseph Heintz der Ältere, 1564-1609 , Maler am Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag, Liegende Frau (Wien, Kunsthistorisches Museum) Theodore Turquet de Mayerne, 1573-1655, in Genf geboren, Schulen in Genf, Studien in Heidelberg und Montpellier, 1597 Dr. med.; hernach in Paris Hofarzt von Henri IV., seit 1610 in England, Hofarzt von James I., Charles I. und Charles II.; entwickelte mancherlei Medikamente Paul (ursprünglich: Habakuk) Guldin, 1577-1643, in Mels geboren, gelernter Goldschmied, trat 1597 dem Jesuitenorden bei, wurde dort in Mathematik ausgebildet und lehrte dann Mathematik an Schulen in Rom und Graz und später auch an der Universität in Wien; starb in Graz; Werk „Centrobaryca“ (1635-41) Johann Baptist Cysat, 1586-1657, Luzerner Gelehrter, Sohn von Renward, ab 1604 Ausbildung und Lehrtätigkeit in Bayern, 1623-27 Rektor am Kolleg in Luzern, dann in Madrid, ab 1630 wieder in Bayern, ab 1650 in Luzern; baute Fernrohre, beobachtete die Sonnenflecken und entdeckte den Orionnebel; 1619 veröffentlichte er die "Mathematica astronomica" Johann Rudolf Schmid von Schwarzenhorn, 1590-1667, aus Stein am Rhein, wird als Knabe von den Türken gefangengenommen und verbringt bei ihnen etwa 20 Jahre; als Botschafter von Kaiser Ferdinand III. in Konstantinopel, später in Wien und wiederum in Konstantinopel; besucht 1664 Stein am Rhein; sein Grabmal befindet sich in der Krypta des Schottenstifts in Wien Samuel Hofmann, 1591/95-1649, Zürcher Porträtist und Historienmaler, 1616-1622/24 bei Peter Paul Rubens in Antwerpen, 1624-1638 in Zürich, seither in Frankfurt am Main Matthaeus Merian der Ältere, 1593-1650, Basler Künstler, Gymnasium in Basel, lernte ab 1607 in Zürich das Handwerk des Kupferstechers, 1610-15 in Strassburg und Paris, 1616 in Frankfurt am Main, wo er die Tochter eines Verlegers heiratet und später dessen Verlag übernahm, seit 1626 Frankfurter Bürger, druckte Bibeln, Stadtpläne, Chroniken Baldassare Longhena, 1598-1682, in Venedig geboren (von Maroggia); Archtiekt und Baumeister in Venedig, S. Maria della Salute, Palazzo Pesaro Francesco Borromini, 1599-1667; in Bissone geboren, Neffe von Carlo Maderna, begann als Steinhauer, Kirchenarchitekt in Rom (S. Carlo, S. Ivo, S. Giovanni, S. Andrea delle Fratte)
1600-1649
Bernardo Falcone, 1620.1696, in Bissone geboren, Bildhauer in Italien, hauptsächlich in Venedig Johann Heinrich Hottinger, 1620-1667, Zürcher Theologe, Kirchenhistoriker und Orientalist; studierte in Genf, Groningen, England, Frankreich und Konstantinopel, 1642 Professor am Zürcher Carolineum, 1655-61 Professor und Rektor an der Universität Heidelberg, nachher wieder in Zürich Matthaeus Merian, der Jüngere, 1621-1687, Barockmaler, Porträtist, ausschliesslich im Ausland tätig, führte den väterlichen Verlag in Frankfurt am Main weiter Carpoforo Tencalla, 1626-1685, in Bissone geboren, Maler in Italien und Mitteleuropa Carlo Fontana, 1634/38-1714, in Rancate oder Bruciato geboren; Apostelkirche in Rom, Palazzo Capponi in Florenz Joseph Werner, der Jüngere, 1637-1710, in Bern geboren, Maler, arbeitete in Frankfurt und Rom sowie am Hofe von Louis XIV, 1667 in Augsburg, „Das Urteil des Paris“ (1670), dann in Wien und Berlin André-Charles Boulle, 1642-1732, soll aus einer Westschweizer Familie Buhl stammen (oder von einem holländischen Vater, Jean Bolt), in Paris geboren, Kunstschreiner wie sein Vater, verfertigte Ebenholztischchen und -schränkchen („Boulléarbeiten“ genannt) Maria Sibylla Merian, 1647-1719, in Frankfurt am Main als Tochter von Matthaeus Merian geboren, zuerst Malerin und Zeichnerin („Neues Blumen-Buch“, 1680), 1690 nach Amsterdam, zeichnet 1699-1701 in der holländischen Kolonie Surinam Insekten
1650-1699
Johann Conrad Brunner, 1653-1727, in Diessenhofen geboren, Medizinstudium in Strassburg, nachher unter anderem in Paris, seit 1686 Professor für Anatomie und Physiologie an der Universität Heidelberg, Leibarzt des Kurfürsten von der Pfalz Domenico Rossi, 1657-1737, in Morcote geboren, Architekt in Venedig: Cornaropalast, Spazierweg der Königin Jean Pierre de Crousaz, 1663-1750, in Lausanne geboren und aufgewachsen, studierte Theologie und Philosophie in Lausanne, Genf und Leiden; lehrte in Lausanne (1700-1724) und Groningen (1724-1726); Erzieher des Prinzen Friedrich von Hessen-Kassel (1726-1732); nachher wieder in Lausanne Niklaus Fatio, 1664-1753, Waadtländer Mathematiker, Mitarbeiter von Isaak Newton Johann I. Bernoulli, 1667-1748, Basler Mathematiker, 1695-1705 in Groningen Professor der Mathematik Domenico Trezzini, 1670-1734, in Astano geboren, seit 1703 Architekt im Dienste des Zaren Peter I. in der Reichshauptstadt St. Petersburg, baute den ersten Sommerpalast und die Kathedrale Peter und Paul Anna Waser, 1678-1714, in Zürich geboren, Miniaturmalerin und Radiererin; 1699-1702 Hofmalerin bei Graf Moritz zu Solms auf Schloss Braunfels an der Lahn Jacob Hermann, 1678-1733, Basler Mathematiker, 1701 Mitglied der Berliner Akademie, 1707-13 Professor in Padua, nachher 11 Jahre in Frankfurt an der Oder, 1724-31 in St. Petersburg, dann zurück in Basel; gilt mit seiner „Phoronomia“ (1716) als Begründer der theoretischen Mechanik Moritz Anton Kappeler, 1685-1769, in Luzern geboren, studierte in Mailand und Lothringen, Doktor der Philosophie und Medizin; als Arzt und Ingenieuroffizier drei Jahre in napolitanischen Kriegsdiensten; hernach 40 Jahre Stadtarzt von Luzern; Naturforscher , insbesondere Kristallograph Johann Carl Hedlinger, 1691-1771, Schwyzer Medailleur und Stempelschneider, wirkte vor allem im Ausland, an den Königshöfen Europas Benjamin Delessert,
1690-1765, aus Cossonay, wanderte 1721 nach Lyon aus, wurde Buchhalter und
gründete ein Handelshaus; Isaac Thellusson, 1690-1775, Genfer Kaufmann und Bankier am französischen Hof Johann Jakob Wettstein (auch: Wetstenius), 1693-1754, Basler Theologe, seit 1717 Pfarrer und Dozent an der Universität Basel, 1730 Entlassung wegen angeblichem Sozinianismus, seither in Amsterdam; publizierte eine kritische Ausgabe des griechischen neuen Testaments (1751/52) David Herrliberger, 1697-1777, in Zürich geboren, lernte Kupferstechen und Radieren in Augsburg 1719-23, Amsterdam 1724-28, London 1728/29 und Paris 1729; „Zürcher Kleidertrachten“ (1749); „Neue Topographie der Eydgenossenschaft“ (1754-73)
1700-1709
Daniel Bernoulli, 1700-1782, in Groningen geboren, mit fünf Jahren in der Vaterstadt Basel, sollte Kaufmann werden, studierte aber Medizin und wurde Mathematiker, 1725-33 in St. Petersburg Jean-Etienne Liotard, 1702-1789, in Genf geboren, sein Vater war ein eingebürgerter Kaufmann aus Montélimar; Rokokomaler, Porträtist („Das Schokoladenmädchen“ 1744), Lehrzeit in Genf, seit 1723 in Paris, 1736 in Rom, 1738-42 in Konstantinopel, nachher wechselweise in Wien, Paris, London, Holland, Genf, lässt sich 1778 definitiv in Genf nieder Leonhard Euler, 1707-1783, Basler Mathematiker in St. Petersburg Jean-Rodolphe Perronet, 1708-1794, bei Paris als Sohn eines in französischen Diensten stehenden Offiziers aus Château d’Oex; Ausbildung als Strassen- und Brückenbauer; 1747 erster Leiter eines königlichen Zeichenbüros, das 1775 zur „Ecole royale des ponts et chaussées“ wurde; von seinen vielen Brücken war eine der kühnsten die 1768/69 erbaute steinerne Seine-Brücke in Paris-Neuilly
1710-1720
Abraham Trembley, 1710-1784 (Cousin von Charles Bonnet), Genfer Naturforscher, ab 1733 Hauslehrer in Den Haag und Leiden (Holland), später unterrichtete er in London, wo er 1743 Mitglied der Royal Society wurde; machte Beobachtungen an Süsswasserschlangen; förderte das Pocken-Impfen; ab 1757 als Privatgelehrter in Genf Jean-Jacques Rousseau, 1712-1778, Genfer Schriftsteller, Philosoph, Historiker, Komponist; seit 1730 in Frankreich Jean-Nicolas-Sébastien Allamand, 1713-1787, in Lausanne geboren, wo er auch Theologie studierte und protestantischer Pfarrer wurde; 1739 zog er als Hauslehrer nach Leyen und studierte an der dortigen Universität Naturwissenschaften; erfand 1746 mit Pieter van Musschenbroek die „Leydener Flasche“; wurde 1749 Professor für (Natur)Philosophie und Mathematik; 1755 Mitglied der Royal Society Emer(ic) de Vattel, 1714-1767, Neuenburger Jurist, studierte in Basel und Genf, seit 1741 meist in Berlin und Dresden, wichtige Bücher über Völkerrecht und Naturrecht
1720-1729
Johann Georg Sulzer, 1720-1779, Theologe aus Winterthur, 1743 Hauslehrer in Magdeburg, 1747 als Mathematikprofessor in Berlin, später Philosophieprofessor („Allgemeine Theorie der schönen Künste“ 1771-74) Peter Viktor Besenval von Brunnstatt, 1721-1794 (aus einer ursprünglich aus Savoyen stammenden Familie, die 1629 das Bürgerrecht von Solothurn erhielt; 1726 französische Barone), mit 10 Jahren Kadett in der Schweizergarde in Paris, die sein Vater befehligte; Militärkarriere; 1774 Günstling von Königin Marie Antoinette; im Juli 1789 Kommandant der Truppen, die zur Niederschlagung der Unruhen nach Paris beordert wurden, danach Flucht in die Schweiz; schrieb Memoiren über den französischen Hof Josiah (Josias) Emery, 1725-1794, in Etagnières bei Lausanne geboren, Uhrmacher in London (Charing Cross); um 1775 Pionier der Ankerhemmung Jacques Michaud, 1725/31-1816, 1777 in der Schweizergarde von Louis XVI. in Versailles, Militärkommandant des Château de Marly; chevalier de la Légion d'Honneur; auch mehrere seiner Nachkommen waren Mitglieder der Légion d’Honneur Ferdinand Berthoud, 1727-1807, bei Couvet als Sohn eines bekannten Architekten geboren, Uhrmacherlehre, 1745 nach Paris zur Weiterbildung beim Uhrmacher Julien Leroy; baute Marinechronometer, befasste sich mit Problemen der Zeitmessung, schrieb über Uhrmacherkunst Martin Planta, 1727-1772, Bündner Pfarrer und Schulreformer, 1742 in Zürich, 1745-50 in Deutschland und England, 1753 Pfarrer in Zizers, Begründer des Seminars Haldenstein Jean-André Deluc, 1727-1817, in Genf geboren, Kaufmann, Geologe und Meteorologe, erforschte seit 1754 mit seinem Bruder Guillaume-Antoine (1929-1812) die Alpen; Arbeiten mit Thermometer und Barometer; seit 1773 in England Vorleser der englischen Königin Charlotte, Mitglied der Royal Society und freier Forscher; zeitweise auch in Deutschland Johann Georg Zimmermann, 1728-1795, in Brugg geboren, 1768 zum königlichen Leibarzt in Hannover berufen, Vorläufer einer psychiatrischen Betrachtungsweise („Von der Einsamkeit“ 1773ff), grosse Korrespondenz
1730-1739
Jacques Necker, 1732-1804, in Genf geboren als Sohn des aus Brandenburg stammenden Rechtsprofessors Charles-Frédéric (1726 in Genf eingebürgert); seit 1750 Finanzmann, später auch Staatsmann in Frankreich; lebte seit 1790 mit seiner Tochter Germaine de Staël in Coppet Samuel Hieronymus Grimm, 1733-1794, in Burgdorf geboren, besuchte nach der Ausbildung zum Kaufmann eine Malerschule in Bern; nach einem Aufenthalt in Paris seit 1768 in London; begleitete wohlhabende Reisende durch Grossbritannien und fertigte dabei zahlreiche Skizzen und Zeichnungen an; zeichnete Karikaturen zu Shakespeares Werken; später brachte er Gebäude und Landschaften von Northumberland zu Papier; viele Aquarelle und Zeichnungen befinden sich in der British Library Johann Jakob Huber, 1733-1798, aus Basel, 1756 von Friedrich dem Grossen als Astronom nach Potsdam geholt; erfand einen Regulator für Uhren (Hubersches Echappement) Johann Heinrich Hurter, 1734-1799, in Schaffhausen geboren, Maler von Emailminiaturen und Porträts, zuerst in Versailles und Den Haag, ab 1777 für den englischen Hof, aber auch für die Zarin Katharina die Grosse von Russland (1787); gründete auch eine Instrumentenfabrik in London (Haas & Hurter) Caspar Wolf, 1735-1783, in Muri geboren, Kunstmaler; Gesellenzeit in Süddeutschland, 1769/70 Paris; malt 200 Alpenlandschaften im Auftrag des Verlegers Abraham Wagner („Lauteraargletscher“ 1776; „Staubbachfall“ 1777); seit 1780 in Deutschland Etienne Clavière, 1735-1793, Genfer Händler und Banker, seit 1782 in Paris, 1792 Finanzminister Anton Graff, 1736-1813, Winterthurer Porträtmaler, seit 1756 in Deutschland (Augsburg, Dresden)
1740-1749
Jean Louis de Lolme, 1741-1806, aus Genf, musste als junger Advokat 1766 Genf verlassen und verbrachte die Jahre bis 1775 in London, worauf er nach Genf zurückkehrte; verfasste juristische und historische Werke Johann Heinrich Füssli, 1741-1825, in Zürich geboren, schweizerisch-ungarischer Maler („Tells Sprung“ um 1785; „Englische Modedame“); studierte Theologie, 1763 nach London , 1770-78 in Rom, hernach wieder in London, seit 1804 Direktor der National Gallery in London Francesco Soave, 1743-1806, in Lugano geboren und aufgewachsen, Philosophie- und Theologiestudium in Pavia und Rom; lehrte nachher in Parma und Mailand, 1796 nach Lugano geflohen, 1803 wieder in Pavia Jean-François Perregaux, 1744-1808, Neuenburger Bankier, Mitbegründer und erster Präsident der 1800 gegründeten Banque de France Karl Viktor von Bonstetten, 1745-1832, in Bern geboren, Schriftsteller und Politiker, 1798-1801 als Emigrant in Kopenhagen, seitdem in Genf, nationalpolitische Schriften („Briefe über ein Schweizer Hirtenland“ 1782) Daniel Albert Wyttenbach, 1746-1820, in Bern geboren, studierte 1760-68 in Marburg, hernach in Göttingen griechische Literatur; seit 1771 Professor in Amsterdam, seit 1799 in Leyden Abraham-Louis Bréguet, 1747-1823, in Neuenburg geboren, Uhrmacherlehre in Versailles, längerer beruflicher Aufenthalt in London, kam 1775 nach Paris und gründete dort ein eigenes Uhrmachergeschäft, perfektionierte die automatische Uhr („perpétuelle“) und den Regulator („tourbillon“ patentiert 1801); wurde 1790 französischer Staatsbürger Pierre-Louis Guinand, 1748-1824, wohnte in Brenets beim Saut du Doubs, baute im Kloster Benediktbeuren eine optische Glasschmelze auf und lieferte Linsen; sein Nachfolger wurde 1813 Joseph von Fraunhofer; er baute ein Konkurrenzunternehmen auf, das von seine Frau und seinen Söhnen weitergeführt wurde; ein Sohn, Henri Guinand, betrieb mit seinem Schwiegersohn Feil die Glashütte „Feil et Guinand“ bei Paris
1750-1759
Simon Antoine Jean Lhuilier, 1750-1840, Genfer Mathematiker, 1777-89 Prinzenerzieher in Pulawy (Polen), nachher kurz in Tübingen, seit 1795 Professor in Genf Magdalena Schweizer-Hess, 1751-1814, führte in Zürich und Paris gelehrte Salons Jacques Biedermann, 1751-1817, in Winterthur geboren, ab 1762 im Baumwollhaus seines Onkels Jakob in Genf, 1781 Beteiligung an der international tätigen Handelsfirma Senn, Bidermann & Co.; gründet 1789 unter Beteiligung der Firma seines Vaters und Bruders Jacob & Andreas Bidermann & Cie. die im Baumwoll-Überseehandel tätige Société maritime; ab 1792 Finanzberater des franz. Aussenministeriums; starb vermögenslos in Paris Johannes von Müller, 1752-1809, in Schaffhausen geboren, Historiker („Geschichten schweizerischer Eidgenossenschaft“ 1780-1808); Studium in Göttingen, Gymnasiallehrer in Schaffhausen, seit 1781 Professor für Geschichte am Carolinum in Kassel, 1786 Professor und Bibliothekar in Mainz, 1793 k. und k. Hofrat in Wien, 1804 königlicher preussischer Geheimrat und Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin Sir Francis Bourgeois, 1753-1811, in London geboren (als Sohn des Isaac Emmanuel von Giez bei Grandson, der als Uhrmacher in London lebte), Hofmaler des polnischen Königs Stanislaus II. (1791) und Landschaftsmaler des englischen Königs George III.; schenkte eine Kunstsammlung dem Dulwich College; 1793 Member of the Royal Academy Louis Berthoud, 1753-1813, in Neuenburg geboren, in der Werkstatt seines Onkels Ferdinand in Paris zum Uhrmacher ausgebildet, übernahm diese nach dessen Tod (1807); 1804 beteiligte er sich an der Gründung der ersten Uhrmacherschule in Paris; fertigte viele ausgezeichnete Marine- und Taschenchronometer Frédéric-César Laharpe, 1754-1838, Prinzenerzieher am Hofe der Zarin Katharina in St. Petersburg Etienne Dumont, 1759-1829, Genfer Pfarrer, 1782 Pfarrer in St. Peterburg, später in England und Paris, 1790-1793 zurück in Genf, nachher wieder in England, 1815 zurück in Genf; Herausgeber und Übersetzter mehrer Schriften von Jeremy Bentham
1760-1769
Franz Kaspar Bossard-Kolin, 1760-1843, Offizier der französischen Nationalgarde bei der Erstürmung der Bastille; Stadtkommandant von Zug, letzter Zuger Landesfähnrich; gründet 1831 eine Eisenhandlung, nachdem das alte Seidenhandelsgeschäft der Kolin aufgelöst wurde; hundert Jahre später Verkauf von Schrauben Jakob Degen, 1760-1848, in Liedertswil geboren, kam 1771 nach Wien, wo er als Uhrmacher arbeitete; zahlreiche Erfindungen wie die Languette, den Schwingenflügler, ein Hubschraubermodell und das Guilloche-Graviergerät; 1825-41 Leiter der mechanischen Werkstätten der Österreichischen Nationalbank Pierre-Isaac Thellusson (1761-1809), Enkel des Genfer Bankiers Isaac Thellusson, wurde Direktor der Bank of England in London und 1806 Baron Rendlesham der Grafschaft Suffolk Marie Grossholz, 1761-1850, aus Bern, gründete 1802 in London ein Wachsfigurenkabinett („Madame Tussaud’s“) Regula Engel-Engeli, 1761-1853, aus einer Zürcher Familie, heiratete einen Bündner Offizier, der in französischen Diensten stand, 1816-19 in USA; berichte über ihr abenteuerliches Leben in zwei Bänden („Die Schweizerische Amazone“, 1821, 1828) Hans Konrad Hottinger (frz.: Jean-Conrad Hottinguer), 1764-1871, verlässt 1784 Zürich und gründet zwei Jahre später eine Privatbank in Paris; 1803 wurde er „Régent“ der neu gegründeten „Banque de France“; die Bank Hottinger in Zürich wurde erst 1968 gegründet Philipp Albert Stapfer, 1766-1840, Studien in Bern und Göttingen, mit 26 Jahren Professor für lateinische und deutsche Sprache in Bern; 1798 vom helvetischen Direktorium zum Minister für öffentlichen Unterricht, Künste und Wissenschaft gewählt: seither fast ständig in Paris Germaine de Staël, 1766-1817, als Tochter eines Schweizer Bankiers und Finanzministers unter Louis XVI. in Paris geboren, Erziehung im „Salon“ der Mutter Suzanne Necker-Curchod (1739-1794), flüchtete in der Französischen Revolution in die Schweiz, kehrte nach Coppet, ins Schloss ihres Vaters zurück, trat in den Romanen „Delphine“ und „Corinna“ für die Rechte der Frau ein Benjamin Constant de Rebecque, 1767-1830, bei Lausanne geboren, aus einer Hugenottenfamilie, traf 1787 in Paris Isabelle de Charrière, die seine schriftstellerischen Versuche förderte; folgte 1794 Germaine de Staël nach Paris (wo er sofort die französische Staatsbürgerschaft annahm), 1808 nach Coppet; politischer Schriftsteller („Adolphe“; 1806 verfasst, aber erst 1816 veröffentlicht); Theoretiker des Liberalismus; Begründer der vergleichenden Religionsgeschichte („De la religion considerée dans sa source, ses formes et ses développements“, 1824-31) Nicholas-Théodore de Saussure, 1767-1845, Sohn von Horace-Bénédict, ging 1794 nach England und Frankreich ins Exil, kehrte aber bald zurück und wurde 1802 Professor der Mineralogie und Geologie and der Genfer Universität; setzte die pflanzenphysiologischen Untersuchungen von Jean Senebier fort Jacques Laurent Agasse, 1767-1849, Genfer Maler, zeichnete und malte seit seiner Jugend Pferde und andere Tiere; studierte bei David in Paris; seit 1802 in London
1770-1779
Karl Pfyffer von Altishofen, 1771-1840, Kommandant der Schweizergarde in Rom (die Familie Pfyffer von Altishofen stellte seit 1652 insgesamt 11 Gardekommandanten); liess das Löwendenkmal in Luzern errichten Jean François Bautte, 1772-1837, Uhrmacher, signiert 1791 in Genf seine ersten Kreationen; 1856 übernimmt Constant Girard-Perregaux die 1837 gegründete Fabrik Jean Charles Léonard Simonde de Sismondi, 1773-1842, Genfer Historiker, aus einer französischen Hugenottenfamilie (seit 1692 Genfer Bürger); auch Literaturwissenschafter und Nationalökonom („Nouveaux Principes de l’Economie politique“ (1819); die Familie floh 1793 nach England, ein Jahr später nach Italien (auf ein Bauerngut in der Toskana), 1801 Rückkehr nach Genf, trifft 1813 in Paris Napoleon; 1815 (1841) Ernennung zum chevalier de la Légion d’Honneur Claude Monney, 1773-1849, aus einer Freiburger Familie, machte eine Militärkarriere in Frankreich, diente auch in der Schweizergarde; officier de la Légion d’Honneur; später Militärführer in Freiburg Johann Kaspar Horner, 1774-1834, Zürcher Pfarrer und Astronom, 1798 in Göttingen, 1799 in Jena, 1799/1800 in Hamburg, 1803-06 als Astronom Teilnehmer an einer russischen Weltumseglung; seit 1809 Lehrer der Mathematik in Zürich Augustin Pyramus de Candolle,
1778-1841, in Genf geboren, studierte 1796 in Paris Medizin, 1808-1816 Direktor
des Botanischen Garten an der Universität Montpellier, hernach in Genf; Antoine-Henri Jomini, 1779-1869, geboren in Payerne, 1805-1813 als Stabsoffizier in französischen Diensten (1807: Baron; 1810: Brigadegeneral), seither in russischen Diensten, wo er es bis zum General (1813: Divisionsgeneral; 1825: „Général en chef“) brachte; führte 1838 im „Précis de l’art de la guerre“ die „Logistique“ in die Kriegswissenschaft ein und stellte sie gleichwertig neben Strategie und Taktik; pendelte zwischen St. Peterburg und Paris; 1859-69 in Paris; begraben auf dem Friedhof Montmartre Peter Mark Roget, 1779-1869, Sohn eines gebürtigen Genfers, der als Pfarrer der protestantischen Kirche im Londoner Bankenviertel wirkte; studierte Medizin; 1802/03 Aufenthalt in Genf; erfand 1814 eine Rechenmaschine (‚log-log’ slide rule), später ein Taschenschach und einen elektrischen Apparat („Roget’s spiral“, um 1835); 1820 Experimente mit Michael Faraday und Joseph Plateau zum Sehen („The Persistence of Vision“); arbeitete seit 1840 an seinem „Thesaurus of English Words and Phrases“ (1852)
1780-1789
Ignaz Paul Vital Troxler, 1780-1866, Luzerner Arzt, Politiker, Philosoph; studierte in Jena bei Schelling und Hegel Johann-Ludwig Burckhardt, 1784-1817, „Scheich Ibrahim Ibn Abdullah“, Forscher und Abenteurer in Syrien, Palästina und Ägypten; entdeckte 1812 die Stadt Petra und 1813 den Tempel von Abu Simbel William Haldimand, 1784-1862, in London als Sohn eines Schweizer Banquiers aus Yverdon geboren; 1809 Direktor der Bank von England; 1817-27 Direktor einer von seinem Vater gegründeten Bank; 1820-26 liberaler Abgeordneter im Unterhaus; seit 1828 in Lausanne, wo er auch starb Maximilien de Meuron, 1785-1868, Kunstmaler in Rom Abraham Constantin, 1785-1855, Genfer Zeichner und Emailmaler, seit 1807 in Paris, seit 1813 erster Maler der Manufaktur von Sèvres, 1820-25 in Florenz, 1830-44 in Rom Louis Albert Necker, 1786-1861, als ältester Sohn des Botanikprofessors Jacques Necker (1757-1825) und Albertine (1766-1841), Tochter von Horace-Bénédict de Saussure, in Genf geboren; kam 1806 nach Schottland und zeichnete 1808 die erste geologische Karte von Schottland; seit 1810 Professor für Mineralogie und Geologie in Genf; beschrieb 1832 die optische Illusion des Würfels, der später nach ihm benannt wurde; seit 1841 in Portree auf der Isle of Skye, wo er auch begraben ist Nicolas de Müller, 1786-1859, in Freiburg geboren, Militärkarriere in Frankreich; wurde nach der Niederlage an der Beresina chevalier de la Légion d’Honneur, seit 1831 zurück in Freiburg, wo er auch starb Xaver Schnyder von Wartensee, 1786-1868, Luzerner Komponist, studierte in Wien, wirkte in Frankfurt am Main, wo er auch starb Johann Georg Bodmer, 1786-1864, vielseitiger Zürcher Erfinder, konstruierte 1803 den Hinterlader, lange Jahre in St. Blasien, wo er eine Baumwollspinnerei und eine Gewehrfabrik einrichtete, 1824 nach Manchester, entwickelte Textil-, Dampf- und Werkzeugmaschinen (1839 Karusselldrehbank), auch eine Gebirgslokomotive (um 1850), seit 1860 wieder in Zürich, viele seiner Erfindungen befinden sich im „Science Museum“, London Pierre-Frédéric Ingold, 1787-1878, aus einer in Lauperswil beheimateten Täuferfamilie stammend, in Biel geboren; Mechaniker, der Werkzeugmaschinen für die Uhrenindustrie herstellte; wirkte auch in Strassburg, Paris, London, New York (1845-52; wurde amerikanischer Staatsbürger); erfand die Ingoldfräse; verbrachte seinen Lebensabend in La-Chaux-de-Fonds
1790-1799
James (eigentlich: Jean-Jacques) Pradier, 1790-1852, in Genf geboren, seit 1807 Bildhauer in Paris; zahlreiche öffentliche Aufträge der Stadt Paris und seiner Heimatstadt Genf Charles Monnard, 1790-1865, Waadtländer Pfarrer, 1816-1845 Lehrstuhl für Literatur der Universität Lausanne; nachher Professor in Bonn, wo er auch starb Xavier-Ignace-Joseph Comment (oder Comman), 1791-1846, in Courgenay geboren, aus einer Familie der Ajoie, besuchte die Militärschule in Saint-Cyr, diente als Offizier in der französischen Armee; chevalier, später officier da la Légion d’Honneur, 1844 Brigadegeneral in Algerien, wo er auch starb Bernhard Rudolf Studer, 1794-1887, Berner Geologe Joseph-Antoine Amacker, 1794-1862, in Saint-Maurice geboren, Militärkarriere in Frankreich, 1823 chevalier de la Légion d’Honneur; seit 1830 im Wallis resp. in Saint-Maurice politisch tätig; auch Richter und Batallionskommandant Louis-Léopold Robert, 1794-1835, romantischer Maler aus La Chaux-de-Fonds, in Paris ausgebildet, 1816 zurück in der Schweiz, seit 1818 in Italien Barthélemy Bouvier, 1795-1848, in Genf geboren, Theologe, Privatlehrer in Moskau, dort 1821-23 stellvertretender Pfarrer der reformierten Kirche, wegen Krankheit zurück nach Genf Jakob Steiner, 1796-1863, geboren in Utzensdorf, 1814-18 bei Pestalozzi in Yverdon; 1818-21 Student in Heidelberg, seither in Berlin, 1835 ausserordentlicher Professor für Geometrie an der Universität Berlin; zahlreiche Lehrbücher Friedrich Ludwig Keller, 1799-1860, Zürcher Rechtsgelehrter, beteiligt an der Gründung der Universität, politisch aktiv von 1830-1839, hernach Professor an den Universitäten von Halle und Berlin Adolphe Pictet, 1799-1875, Genfer Sprachforscher, seine Schrift „Les Origines indo-européennes ou les Aryas primitifs“ (1859-63) wirkte in Richtung 'Arier- Theorie'
1. Hälfte 19. Jahrhundert
Hans Conrad Hippenmeyer, stammt aus dem Thurgau, wurde 1815 zum Direktor der Österreichischen Nationalbank berufen
1800-1809
Charlotte Birch-Pfeiffer, 1800-1868, Zürcher Schauspielerin, 1837 Direktorin des Zürcher Stadttheaters, 1843 zur Berliner Hofbühne Auguste de la Rive, 1801-1873, Genfer Physiker, wirkte auch in Paris und London Johann Georg Baiter, 1801-1877, in Zürich geboren, studierte zuerst in Tübingen (1818-19), später in München, Göttingen, Königsberg und Tübingen (1824-33); Philologe und Textkritiker; seit 1833 Gymnasiallehrer an der Kantonsschule in Zürich Jean-Daniel Colladon, 1802-1893, Genfer Jurist und Ingenieur, 1824 Mathematikstudium in Paris, 1829-39 Lehrstuhl für Mechanik an der Ecole centrale des arts et manufactures in Paris; nachher in Genf, Erfinder des Photometers und des Dynamometers Germain Henri Hess, 1802-1850, in Genf geboren, studierte in Dorpat und in Stockholm (bei Jöns Berzelius), seit 1830 in St. Petersburg, formulierte 1840 das „Gesetz der konstanten Wärmesummen“ Louis Niedermeyer, 1802-1861, in Nyon geboren, studierte Klavier und Komposition in Wien, hernach in in Rom und Neapel (wo er eine erste Oper schrieb); seit 1923 in Paris; schrieb auch Kirchenmusik Charles Sturm, 1803-1855, Genfer Mathematiker, seit 1825 in Paris, Forschungen in Geometrie und Mechanik Ulrich Zellweger, 1804-1871, in Appenzell geboren, 1831 in Kuba, 1848-1857 Bankier in Paris; gründet 1859 die Basler „Missions Handlungsgesellschaft“ Charles Gleyre, 1806-1874, geboren in Chevilly, kam mit 8 oder 9 Jahren nach Lyon, seit ca. 1823 in Paris, Kunstmaler, 1850-58 Aufträge der Stadt Lausanne; betreibt 1843-70 eine liberale Kunstschule; unter seinen Schülern (um 1862/3) die späteren Impressionisten Monet, Renoir, Sisley und Bazille; bekannte Werke: „Verlorene Illusionen", 1843, „Römer unter dem Joch gehend“ 1858, „Le Coucher de Sappho“, 1867) Juste Daniel Olivier, 1807-1876, in der Waadt geboren, Dichter („Poèmes suisses“1830), zuerst Professor in Neunburg und Lausanne, seit ca. 1840 in Paris, ca. 1870 zurück in der Schweiz Johann Kaspar Bluntschli, 1808-1881, stammt aus einer alten Zürcher Familie, Historiker, Jurist, emigirerte1848 nach Deutschland, Professor für Deutsches Privat- und Staatsrecht in München; 1861 Professor der Staatswissenschaften in Heidelberg; Begründung des modernen Völkerrechts Gaspare Fossati, 1809-1883, in Morcote geboren, Baumeister, kam 1837 nach Konstantinopel, erbaute die Russische Botschaft, die Universität, restaurierte 1847-49 zusammen mit seinem Bruder Giuseppe die vom Einsturz bedrohte Hagia Sophia
1810-1819
Georges Audemars, 1810-?, Chemiker, erhält 1855 in England das erste Patent für „artificial silk“, später „Rayon“ Peter Roh, 1811-1872, Walliser Prediger und Volksmissionar aus dem Jesuitenorden, lehrte 1842 als Professor für Dogmatik in Freiburg i. Ue., ebenso 1845-47 in Luzern, nachher im Ausland, unter anderem in Maria Laach Johann Jakob Frey, 1812-1865, in Basel geboren, Ausbildung zum Zeichner und Lithographen; reiste nach Aufenthalten in Paris und München um 1835 nach Rom und liess sich dort als Landschaftsmaler nieder; 1842/43 Begleiter einer preussischen Expedition nach Ägypten; lebte in einem Landhaus in Frascati Johann Heinrich Gelzer, 1813-1889, in Schaffhausen geboren und aufgewachsen, studierte Theologie in Basel und an deutschen Universitäten, 1839-1843 Dozent an der Universität Basel, 1843-50 Professor für Geschichte in Berlin, seither wieder in Basel; 1866 als Staatsrat in badischen Diensten Abraham Ganz, 1814-1867, Industrieller, begründete die Schwerindustrie in Ungarn (Ganz'sche Eisengiesserei & Maschinenfabrik); die Firma Ganz vermarktete 1885 den ersten brauchbaren Transformator Bernhard Simon, 1816-1890, Glarner Architekt und Unternehmer, 1839-1854 in St. Petersburg, 1862-64 Rathaus in Glarus; “Quellenhof” in Bad Ragaz Karl Wilhelm von Nägeli, 1817-1891, in Kilchberg geboren und aufgewachsen, seit 1848 Professor für Botanik in Zürich und Freiburg im Breisgau; seit 1857 Professor für Botanik an der Universität München und Direktor des Botanischen Gartens; Zellbotaniker („Zur Entwicklungsgeschichte des Pollens“ 1842) Niklaus Riggenbach, 1817-1899, geboren in Gebweiler im Elsass (Sohn eines Basler Ehepaars), kam mit 10 Jahren nach St. Jakob (Basel), Schulbesuch, kaufmännische Lehre und Ausbildung zum Mechaniker in Basel, seit 1836 „Wanderjahre“; arbeitete in Lyon, Paris und Karlsruhe; 1853-1873 Chef der Hauptwerkstätte der Schweizerischen Centralbahn in Olten; Erfinder des Zahnradbahnseptims, arbeitete in ganz Europa, in Indien und Lateinamerika; baute die „Vitznau-Rigi-Bahn“ (1869-71); gründete 1873 die „Internationale Gesellschaft für Bergbahnen“ (IGB) in Aarau, welche die Arth-Rigi-Bahn (1873-75) und die Rorschach-Heiden-Bergbahn (1874-75) baute (Rudolf) Albert Kölliker, 1817-1905, in Zürich geboren, studierte an der Universität Zürich, 1842 in Heidelberg, seit 1847 Professor der Anatomie und Histologie in Würzburg, wo er auch starb; 1852 Handbuch der Gewebekunde Aimé-Louis Herminjard, 1817-1900, in Vevey geboren, Theologe und Historiker, 1846-1861 Prinzenerzieher und Bibliothekar in der Ukraine, seither in Lausanne Johann Jakob von Tschudi, 1818-1889, Glarner Naturwissenschafter, Promotion an der Universität Zürich (1837), 1838-43 in Peru, nachher in Deutschland und Österreich, zwei weitere Reisen nach Südamerika Emile Henri Dubois-Reymond, 1818-1896, geboren in Berlin als Sohn des Félix Henri Dubois-Reymond (Bürger von La Chaux-de-Fonds und Villiers, der 1804 nach Berlin kam, dort heiratete und Vertreter des Fürstentums Neuenburg war); studierte nach dem Besuch der Mittelschulen in Neuenburg und Berlin Medizin; Pionier der Elektrophysiologie in Berlin, Vorträge: "Über die Grenzen des Naturerkennens" (1872), „Die sieben Welträtsel“ (1880)
1820-1829
Vincenzo Vela, 1820-1891, in Ligornetto (Tessin) geboren, Bildhauer in Mailand und seit 1852 in Turin; seit 1867 zurück in Ligornetto („Die Opfer der Arbeit“ 1883; „Garibaldi“ 1888/89) Antonio Croci, 1823-1884, Architekt aus Mendrisio, in Mailand ausgebildet, arbeitete in der Türkei, in Russland und Frankreich, seit 1858 wieder in der Schweiz, 1871-72 in Buenos Aires Joseph Joachim Raff, 1822-1882, in Lachen als Sohn eines deutschen Musikers geboren (der seit 1811 in der Schweiz unterrichtete und eine Schweizerin geheiratet hatte), musikalischer Autodidakt, Gymnasium Rottenberg, Jesuitenkollegium Schwyz, beginnt 1844 in Zürich als Komponist, ab 1849 in Weimar, 1856-77 in Wiesbaden, nachher in Frankfurt am Main Edouard Dubied, 1823-1878, in Couvet geboren, Ingenieurstudium in Paris, nachher in Mülhausen und Paris; wurde 1867 auf der Weltausstellung in Paris auf die dort vorgeführte Strickmaschine von Isaac-Wixon Lamb aufmerksam und erwarb das Patent, um in seiner Fabrik in Couvet sofort mit der Konstruktion von Flachstrickmaschinen zu beginnen Johann Georg Volkart, 1825-1863, Kaufmann, Leiter der Firma „Volkart Brothers“ in Bombay Louis Brandt, 1825-1879, gründet 1848 eine Uhrenfabrik in La Chaux-de-Fonds, 1893 Herstellung des Kalibers „Omega“, nach welchem das Unternehmen seit 1903 heisst Johann Allemann (Juan Alemann), 1826-1893, Berner Drucker und Verleger, gründete 1851-1852 Präsident des Schweizerischen Grütli-Vereins; 1874 Auswanderung nach Buenos Aires und dort Aufbau des „Argentinischen Tagblattes“; fortgeführt von seinem Enkel Ernesto (1893-1982) Louis Favre, 1826-1879, in Genf geboren, Ingenieur, lange Jahre im Eisenbahnbau in Frankreich, Erbauer des Gotthard-Tunnels Fanny Hünerwadel, 1826-1854, in Lenzburg geboren; Sängerin, Pianistin und Komponistin; kam mit 20 Jahren zur vertieften Ausbildung nach Zürich; reiste 1851 zur weitern Ausbildung nach Paris und London, 1953 nach Italien, wo sie bald an Typhus starb Arnold Böcklin, 1827-1901, Basler Maler, 1850-60 in Rom; dann Professor in Weimar, seit 1866 wieder in Basel („Kentaurenschlacht“ 1873), 1874-84 in Florenz („Die Toteninsel“, 1880), ab 1895 in San Domenico bei Fiesole Simon Schwendener, 1829-1919, in Buchs geboren, 1876 Professor für Botanik in Basel, 1877 nach Tübingen und 1878 nach Berlin, wo er bis an sein Lebensende wirkte Victor Cherbuliez, 1829-1899, in Genf geboren und aufgewachsen, nach Studien in Bonn, Berlin und Paris Lehren in Genf; vielseitiger Schriftsteller („Le comte Kostia“, 1863), wurde 1870 Mitglied der französischen „Légion d’Honneur“, 1881 französischer Bürger und im Jahr darauf Mitglied der Académie Française
1830-1839
Sigismond Jaccoud, 1830-1913, in Genf geboren und aufgewachsen, seit 1849 in Paris, studierte hier Medizin und wurde 1863 Professor für interne Medizin; seine Vorlesungen wurden gedruckt William Huber-Saladin, 1830-1895, machte eine Militärkarriere in Frankreich, Direktor bei Saint-Gobain; chevalier de la Légion d’Honneur; 1885 Mitbegründer der „Société Internationale de Sauvetage du Léman“ Eduard Wölfflin, 1831-1908, in Basel geboren, studierte in Basel, lehrte 1866-1875 an der Universität Zürich, hernach Professor für klassische Sprachen und Literaturen in Erlangen und München (1880-1905); schuf den „Thesaurus linguae Latinae“ (1894ff) Wilhelm His, 1831-1904, in Basel geboren, studierte in Basel, Bern, Berlin, Würzburg, Prag und Wien Medizin; 1857 Professor für Anatomie und Physiologie an der Universität Basel („Parablastenlehre“ 1868), seit 1872 Professor in Leipzig („Unsere Körperform und das physiologische Problem ihrer Entstehung“, 1874); schuf Modelle als Lehrmittel Werner Munzinger, 1832-1875, in Olten geboren, verliess 1852 die Schweiz und ging nach Ägypten, später nach Abessinien; begleitete und leitete mehrere Expeditionen, wurde 1872 Pascha und Generalgouverneur des östlichen Sudans René-Edouard Claparède, 1832-1871, seit 1862 Professor für Vergleichende Anatomie in Genf, zahlreiche Publikationen über Insekten und Spinnen Pierre-Joseph Ravel, 1832-1908, in
Versoix als Sohn eines eingewanderten französischen Bäckers geboren, seit 1868
in Paris, Ingenieur, konstruierte eines der ersten Autos, 1880 Zweitaktmotor; Adolf Tobler, 1835-1910, Zürcher Romanist, seit 1867 Lehrstuhl für Romanistik in Berlin; sein „altfranzösisches Wörterbuch“ wurde von seinem Schüler Erhard Lommatzsch ab 1915 herausgegeben Adele Colonna-d’Affry („Marcello“), 1836-1879, in Freiburg im Ue. geboren, sprachliche und künstlerische Ausbildung, lebte abwechselnd in Rom und Paris, seit 1861 Bildhauerin Anatole Mallet, 1837-1919, bei Genf geboren, Ingenieur; an Vorarbeiten zum Bau des Suezkanals beteiligt; seit 1867 mit der Entwicklung von Dampfmaschinen beschäftigt, 1884 Patent auf Vierzylinder-Verbund-Doppellokomotive („Malletlok“); lebte in Frankreich Adolf Guyer-Zeller, 1839-1899, Zürcher Unternehmer, studierte an der ETH, 1859-65 Reisen in Europa, nach Amerika und Ägypten, erhielt 1890 die Konzession zum Bau der Jungfraubahn und gründete 1894 eine Bank
1840-1849
Conradin Zschokke, 1842-1918, in Aarau geboren; Schulen in Aarau, Studium an der ETH Zürich, beginnt 1862 bei seinem Onkel in der Firma Näf & Zschokke zu arbeiten; 1872 eigene Firma, 1892-97 Professor für Wasserbau an der ETH Zürich; viel Bauten in Frankreich, in Ungarn und Wien; Tiberregulierung in Rom; Wasserkraftanlagen Rheinfelden und Hagneck Friedrich Miescher, 1844-1895, in Basel geboren, studierte Medizin, wandte sich der physiologischen Chemie zu, entdeckte 1869 in Tübingen (im Labor von Felix Hoppe-Seylers) in den Spermien von Rheinforellen ein Riesenmolekül, dessen chemische Zusammensetzung er als "phosphorhaltige Säure" beschrieb, die Desoxyribonukleinsäure; seit 1871 Professor für Physiologie an der Universität Basel James Guillaume, 1844-1916, in London als Sohn eines Uhrenhändlers aus Les Verrieres geboren; die Familie kehrte schon 1848 in die Schweiz zurück; studierte 1862-1864 Philosophie und Literatur an der Universität Zürich, wurde als Anhänger des Anarchismus politisch aktiv; wanderte 1878 nach Paris aus; erwar 1889 die französische Staatsbürgerschaft Eugène Grasset, 1845-1917, in Lausanne geboren und aufgewachsen; Architekturausbildung; dann Bildhauer und Maler; seit 1871 in Paris tätig als Grafiker. Illustrator und Kunsthandwerker (Inneneinrichtungen); gilt als Vorreiter des Jugendstils Théodore Turrettini, 1845-1916, Genfer Ingenieur, sammelte Erfahrungen in Frankfurt, Berlin und Paris, 1870-1916 Direktor der SIP in Genf, auch Beratungen und Tätigkeiten im Ausland (Niagarafälle) Hermann Fol, 1845-1892, geboren in Saint Mandé (France) als Sohn Schweizer Eltern, Gymnasium in Genf, studierte in Jena, Heidelberg, Zürich und Berlin, Arzt in Genf, 1878-1885 Professor in Genf; beobachtete die Befruchtung einer Eizelle, Begründer der kausalen Embryologie errichtet 1880 eine Marine-Forschungsstation in Villefranche bei Nizza; 1892 auf einer Yacht verschollen Raoul-Pierre Pictet, 1846-1929, in Genf geboren, seit 1879 Professor für Physik an der Universität Genf, seit 1886 an der Universität Berlin; später in Paris; erfand 1877 gleichzeitig mit dem Franzosen Louis-Paul Caillet den flüssigen Sauerstoff Johann Friedrich Schär, 1846-1924, im Emmental aufgewachsen, Mathematiklehrer, besetzte von 1903-1906 den ersten handelswissenschaftlichen Lehrstuhl im deutschsprachigen Bereich an der Universität Zürich, nachher Professor an der neu gegründeten Handelshochschule in Berlin, 1916-18 auch deren Rektor |